Wie die „konkret“ ins ZDF kommt

Wie informiert sich Max Uthoff von der Anstalt, der Satiresendung im ZDF? Nachdenkseiten, konkret und Handelsblatt. Eine gelungene Mischung, zu der ich gratuliere. Zum einen seriöse Informationen, zum zweiten zugespitzte und angenehm deutschfeindliche Analysen, zum dritten ein Blick rüber zum Klassenfeind.

Überhaupt gefällt mir dieser Uthoff. Ein Kabarettist, der spröde daherkommt und keine Clownerien braucht. Dafür messerscharf, wie man sagt, auch was seine politischen Analysen jenseits der Bühne betrifft. Und jemand, der mimisch und gestisch so angenehm aus der Zeit gefallen wirkt. Keine sinnlosen Armrudereien, nur weil man gelernt hat, dass man das heute macht (und wohl italienisch sein soll), keine dümmliche, infantile Mimik. Ein spröder Mensch, dem man dennoch die Sensibilität sofort ansieht.

Ich bin auf den nur aufmerksam geworden, weil die Zeit in Form von Jochen Bittner und Josef Joffé die Zensur einer Anstalt-Folge vor Gericht durchsetzte. Wobei das wohl ein Schuss in den Ofen war: Jetzt weiß erst recht jeder, dass Joffé und vor allem Bittner korrupt sind. (Bittner schrieb die Rede Gaucks in Danzig mit und verfasste danach in der Zeit einen positiven Kommentar darüber. So geht Qualitätsjournalismus unterm Kapital.) Ich habe mir die Anstalt-Folge jedenfalls nur wegen der Zensur jetzt bei youtube angesehen.

Vielleicht ist der Typus Uthoff der, der das Kabarett erneuern kann. Mein letzter Besuch in einem liegt mindestens fünf Jahre zurück und ergab die Erkenntnis, dass da nur noch linksgrüne Studienräte über 50 sitzen, denen die üblichen Merkel- und Westerwellewitze präsentiert werden. Alles berechenbar, alles langweilig.

Uthoff ist gerade auf Tour.

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4 Antworten zu Wie die „konkret“ ins ZDF kommt

  1. Chris(o) schreibt:

    Und am Ende – in der Anstalt – sind alle von nichts anderem ergriffen, als von sich selbst.Aber Danke für den Link auf´s Video!

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  2. kiezneurotiker schreibt:

    Uthoff ist ein ganz Großer. Ich sah ihn letztes Jahr im Mehringhoftheater vor winziger Kulisse und hätte nie gedacht, dass man ihn für mehr als eine kurze Einlage ins Hauptprogramm lässt.

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  3. Jakobiner schreibt:

    Zu Genova:

    KONKRET–“ zum zweiten zugespitzte und angenehm deutschfeindliche Analysen“–ich war auch mal Konkretleser, mochte anfangs Gremlizas Kolumnen, aber das war vor allem ein DKP-nahes Blatt, das den Sowjetkommunismus unkritisch hochjubelte, ständig den Wirtschaftscrash und den 3. Weltkrieg an die Wand malte und dann ab den 90er Jahren zum Zentralorgan der Antideutschen neben Bahamas avancierte. Mit Analyse hat das weniger zu tun, sondern vor allem mit Ideologie.Und man sollte nicht vergessen, dass ein langjähriger Autor von Konkret auch Jürgen Elsässer war.

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  4. genova68 schreibt:

    Dass Elässer bei konkret war, kann man vergessen. Oder soll ich die jetzt nicht lesen, weil der da mal schrieb? Was ist das denn für eine Moralinsauertöpfigkeit (schönes Wort)? Ich finde jedenfalls eine Menge lesenswerter Artikel.

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