Schneiden, säbeln, trennen, abtrennen

(Achtung: Hinter dem link verbergen sich brutale Bilder. Kinder und zartbesaitete Menschen werden dringend vor dem Betrachten gewarnt!)

Enthauptungen der ISIS

Kommt immer darauf an, wer säbelt: eine vom Westen beschlagnahmte historische Figur, die weltberühmte, zum Bildungskanon gehörende Maler medial transportierten, oder die Versager aus dem Morgenland.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Geschichte, Medien, Religionen abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

40 Antworten zu Schneiden, säbeln, trennen, abtrennen

  1. Herr Karl schreibt:

    Der Moderationsverantwortliche beim Spiegelfechter glaubt, dass die USA Foley absichtlich hinrichten liess:
    “wie ich gerade erfahre war es gar keine missglückte Geiselbefreiung der US Armee, es war eine gezielte Provokation”
    http://www.spiegelfechter.com/wordpress/129836/deutsche-waffenexporte-joachim-pfeiffer-erklaert-den-krieg#comment-302363

    Wenn’s die “junge welt” schreibt, wird’s schon stimmen?
    Hier braucht Mod keine Beweise…

    Gefällt mir

  2. hANNES wURST schreibt:

    @genova: Keine Ahnung, ob Dein Artikel als Relativierung der Grausamkeit von Foleys Hinrichtung gemeint ist. Diese ausgeschissenen Terrorgruppen – sicherlich arme Geschöpfe die schon immer viel Pech hatten – kann man nur in der Wüste einzäunen und im Notfall mit Lebensmitteln versorgen. Vorher allerdings Frauen und Kinder rausholen.

    Ganz gute Doku über den IS:

    http://www.vice.com/de/vice-news/der-vormarsch-des-kalifats—islamischer-staat-teil-1-343

    Gefällt mir

  3. Jakobiner schreibt:

    In Deutschland und Europa war es ja mal sehr en vogue von der „asiatischen Despotie“und der „asiatsischen Grausamkeit“zu sprechen. Irgendwie haben diese Leute vergessen, dass unsere neuzeuitlichen Standards in Europa auch noch nicht so lange her sind.Beim Besuch des Towers erfuhr man auch von den Foltermethoden, den Enthauptungen, Vierteilungen, Räderungen und Enthaupten (ja auf der London Bridge wurden die Köpfe auf Pfählen zur Abschreckung und zugkleich zur Publikumsbelustigung ausgestellt), die im glorreichen England gang und gäbe waren. Die Guillotinen der französischen Jakobiner galten ja als Humaniserung der Todesstrafe.Also „Grausamkeit“ und „Enthauptung“ist kein kulturell eigenständiges Phänomen, sondern von dem jeweiligen Stand der Zivilisation abhängig.Und da sind die Europäer (noch) die zivilisertesten.China und die USA haben auch noch die Todesstrafe: In China wird diese teils öffentlich verhängt, zumeist mit einem Genickschuss. In den USA ist die Giftspritze nach elektrischem Stuhl und Gaskammer die bevorzugte Tötungsmethode. In Saudiarabien die Enthauptung–salafistsich wie bei der ISIS. Im Iran das öffentliche Aufhängen an einem Kran.Jedenfalls sollte man sehen, dass im heutigen Europa die höchsten moralischen Zivilisationslevels erreicht sind, was im Umgang mit Deliquenten oder Kiregsgegnern,etc. zu verzeichnen sind. Von daher kapiere ich auch nicht Genovas Verweis auf die archaischen Bilder der Frühzeit Europas.Es würde nur Sinn machen,. wenn er solche Zivilisationsbrüche auch für die Zukunft als in Europa vorstellbar (zurück zur Nazibarberei) kritisieren würde und vielleicht auch auf Guantanmo, Abu Graib und die US-Foltermethoden hinweisen würde, die ja im Westen relativ ohne Protest hingenommen wurden Aber so scheint die Message dieses Beitrags: Naja, was regen sich die Europäer auf? Wir haben mal geköpft, dies auch künstlerisch festgehalten, ISIS köpft jetzt–also: Kultureller Relativismus.Das würde dem Leo Brux sicherlich gefallen!!
    Fehlt nur noch: Die Nazis haben ja die Juden ermordet, die ISIS ermordet jetzt halt die Yessiden, Kurden, Christen, moderaten Kurden und Schiiten–warum sich also empören bei diesem geschichtlichen Hintergrund. Alles wird dadruch zeitlos, unhistorisch und vor allem unmoralisch!

    Gefällt mir

  4. El_Mocho schreibt:

    Mein Gott, wir leben doch nicht mehr in den Zeiten von Judith und Holofernes; welch ein lächerlicher Vergleich!

    Zum Thema bitte mal lesen: http://de.wikipedia.org/wiki/Gewalt:_Eine_neue_Geschichte_der_Menschheit

    Gefällt mir

  5. Jakobiner schreibt:

    El Mocho:

    Mir bleibt völlig schleierhaft, was du jetzt mit deinem 2-Satz-Kommentar und Wiki-Link eigentlich aussagen willst.Welcher Vergleich ist jetzt lächlerlich?Und warum?

    Gefällt mir

  6. Chris(o) schreibt:

    Nachdem genova jetzt schon so viele Weiterbildungsangebote erhalten hat, würde mich die Auflösung des einigermaßen kryptischen Zusammenhangs von aktueller Barbarei und abgebildeter Barbarei auch noch interessieren.

    Gefällt mir

  7. Jakobiner schreibt:

    Neueste Verschwörungstheorie ist ja, dass ISIS ein Produkt des Mossad ist und ISIS-Führer Abu Bakr-al Baghdadi ein Mossadagent jüdischer Abstammung namens Simon Elliot.Im Internet sind hier zig Seiten, die das inzwischen auch verbreiten, auch die „Freie Syrische Presse“. „Bewiesen“wird dies mit angeblichen Photos, die US-Senator Mc Cain mit Abu Bakr Al Bagdhahi in den USA zeigen soll.Näheres unter:

    http://syrianfreepress.wordpress.com/2014/08/13/isis-is-run-by-simon-elliot-a-mossad-agent-reports-and-links-collection/

    Gefällt mir

  8. genova68 schreibt:

    Es ist natürlich eine Relativierung, die ich hier vornehme, aber Relativierung ist durchweg negativ besetzt, merke ich gerade. Die aktuellen Enthauptungsbilder und -videos guckt man sich nicht an, wegen Grausamkeit. Die historischen hängen im Museum, auch wenn die realitätsgetreu und detailreich abgebildet werden. Enthauptungen gibt es schon lange und sie wurden, siehe Judith, auch positiv verwendet und aufgenommen. Judith ist wegen ihrer Tat eine Heldin, sie rettet ihre Stadt. Sie säbelt übrigens auch ganz gewissenhaft und akkurat, kein schneller Schnitt.

    Die google-Suche oben zeigt etwas, das überhaupt nicht erwartet wurde und weswegen wir im Kopf Entwarnung geben, aber das Gezeigte ist genauso brutal.

    Jetzt kommt diese Tötungsart zusammen mit den aktuellen medialen Möglichkeiten und rasend schneller Verbreitung weltweit. Im Westen macht man sowas mittlerweile lieber dezent. Die unzähligen Greuel der Amis im Irak und im Iran, deren Foltermethoden, werden verschwiegen und wenn versehentlich an die Öffentlichkeit gelangen, rollen methaperhaft die Köpfe der vermeintlich Verantwortlichen (was deren Altersbezüge vermutlich nicht betrifft).

    Interessant dabei ist, dass die ISIS das Töten in seiner Brutalität medial inszeniert und nicht versteckt.

    Der enthauptete amerikanische Journalist: Mir geht die westliche Inszenierung auf den Keks: Ist es ein Ami, empört sich die halbe Welt. Noch schlimmer war der Anschlag in Boston: Zwei Tote, die komplette Welt empört sich tagelang, weil es ein Ami war.

    Natürlich will ich die ISIS nicht verharmlosen, und man sollte auch fragen, inwieiweit der Islam selbst die Anleitung für solches Handeln gibt, aber es ist die Saat der amerikanischen Politik, die da aufgeht.

    Genauso verlogen sind die Sanktionen gegen Putin, die für sich genommen ok sein können. Aber wenn nun Frau Merkel sich für Sanktionen ausspricht, sollte sie dazu sagen, dass sie seinerzeit dafür war, deutsche Soldaten in den Krieg gegen den Irak zu schicken. Und wer hat damals eigentlich, bei einem klar völkerrechtswidrigen Krieg der Amis und der westlichen Wertegemeinschaft, Sanktionen gegen die USA gefordert?

    Wenn es funtionierte, fände ich es aber auch ok, wenn die Amis oder sonstwer die allahtreuen Kämpfer per Luftschlägen aufhalten würden.

    Es ist ja gerade dieses Aus-der-Zeit-fallen, was die ISIS so erfolgreich macht. Es gibt offenbar eine Welt jenseits der westlichen.

    P.S.: Den vice-Film habe ich mir vor ein paar Tagen angeguckt, sehr sehenswert, in der Tat, ähnlich der hier verlinkten Berlin-Doku: man lässt die Leute reden, das reicht völlig, um sie zu demaskieren.

    Gefällt mir

  9. Chris(o) schreibt:

    Auch „Guernica“ können wir uns im Prado anschauen.
    Was wir für „überwunden“ halten, schreckt uns nicht mehr.
    Die Rückkehr und das Ausmaß des Schreckens verkraften wir nicht.

    Gefällt mir

  10. genova68 schreibt:

    Ja, und vor allem das Sichtbarmachen verkraften wir nicht. Es gibt beispielsweise vom Waterbording keine Videos, obwohl das wohl genauso grausam anzusehen ist. Die Amis wollen sich dabei nicht erwischen lassen. Alle anderen auch nicht. Ein bloßer Zeitungsartikel darüber, dass meinetwegen im vergangenen Jahr weltweit 10.000 Menschen der Kopf abgeschnitten wurde, erregte auch kein Aufsehen.

    Gefällt mir

  11. Jakobiner schreibt:

    Zu Genova:
    „Interessant dabei ist, dass die ISIS das Töten in seiner Brutalität medial inszeniert und nicht versteckt.“

    Sehr wichtiger Punkt.Und ergänzend:In einer Analyse, die 5 Gründe für den ISIS-Erfolg nennt, ist als einer darunter zu lesen:

    „Wirkungsvolle Propaganda
    Den militärischen Erfolg verdankt die IS auch ihrem Ruf als besonders grausame und blutrünstige Miliz. Dadurch fielen ihr ganze Dörfer kampflos in die Hände. Über das Internet und die sozialen Netzwerke verbreitet die Gruppe gezielt makabere Fotos, etwa von enthaupteten Feinden. “

    Aber ebenso dürfte die islamistische Denke mitverantwortlich sein, die ein sehr archaisches, vorhumanistisches Verhältnis zum Tod hat.Aber wie gesagt: Prophet Mohammed und sein Kriegsherr Abu Bakr, nach dem sich ISIS-Führer und Kalif Abu Bakr al-Baghdadi benannt hat, hat diesselben Methoden bei der Unterwerfung arabischer Stämme und Ungläubiger verwandt–also eigentlich nur ein „back to the roots“.

    Umgekehrt laufen auf hippen Jugendsendern wie Pro Sieben auch solche Brutalostreifen wie „Saw“, „Das Schweigen der Lämmer“und „Hannibal“–da nimmt auch keiner Anstoß dran, sondern das sind die TV-Renner schlechthin.

    Gefällt mir

  12. Chris(o) schreibt:

    „Hannibal“ ist ein ver-rückter Einzeltäter, der darum nicht Schrecken größeren Ausmaßes verbreitet, weil er „gestellt“ werden kann oder via Knopfdruck ausgeschaltet wird, weil mir der Film nicht gefällt.Waterboarding wurde von gewissenlosen Armeeangehörigen ausgeführt und nach der Aufdeckung ,soweit ich weiß, umgehend beendet, die Täter ausgemustert und verurteilt.
    Wer beendet ISIS, Boko Haram ? Da fehlt einfach der Knopf zum Abschalten.Wer nicht mit gleicher Brutalität zurückschlagen will, muss sie wohl ertragen?!?

    Gefällt mir

  13. genova68 schreibt:

    Waterboarding wurde von Bush junior höchtspersönlich angeordnet. Die Täter sind keine Verrückten, die ohne Wissen ihrer Vorgesetzten arbeiten. Die Täter werden nur dann verurteilt, wenn die Sache publik wurde. Die weltweit existierenden Geheimgefängnisse sind vermutlich auch Folterstätten. Die Verwendung von Napalm- und Brandbomben im Irakkrieg, auch Phosphorbomben sind gesichert.

    All das erzeugte weniger Empörung, weil die Amis mit embedded Journalisten arbeiteten und die Wahrheit nur spärlich tröpfelte.

    Wobei man dazu sagen muss, dass Obama nicht der Verursacher all dessen ist.

    Das besondere an ISIS ist, wie gesagt, nicht deren Brutalität, sondern ihre Zurschaustellung. Die hoffen, dadurch mehr Krieger zu aktivieren. Der Vice-Film zeigt sehr schön, wie so ein durchgeknallter Islamistenvater seinen kleinen Sohn zum Dschihadisten erzieht. Beide wurden in Belgien sozialisiert. Wie sowas geht, ist die Frage.

    —————-

    Ich erinnere mich an eine Meldung in der FAZ während des zweiten Irakkrieges: Es wurde von einem Luftangriff der Amis auf eine kleine Stadt berichtet. Der Bericht war dünn, denn es waren keine Journalisten vor Ort gewesen, man war auf die Infos der Amis angewiesen. Die waren dürr bis auf eine Ausnahme: Es wurde die Sprengkraft der abgeworfenen Bomben angegeben. Die FAZ verglich mit den Bombenabwürfen im 2. WK über Deutschland auf eine Stadt, ich erinnere mich nicht mehr an Zahlen, aber es war vergleichbar.

    Es ist alles eine Frage der medialen Darstellung.

    Aber sicher: wenn man ISIS aus der Luft stoppen kann, sollte man das tun.

    Gefällt mir

  14. Chris(o) schreibt:

    Stimmt, Waterboarding war „angeordnet“.Ich hatte die Misshandlungen an den Gefangenen durch die „Aufseher“ im Gedächtnis.
    Was das Bildmaterial der IS so widerwärtig macht, ist die Verbreitung durch die Täter zu propagandistischen Zwecken : um Schrecken zu verbreiten und damit Menschen in die Flucht zu treiben oder, um Nachwuchs zu rekrutieren, der sich vom Exzess fasziniert fühlt.

    Gefällt mir

  15. Jakobiner schreibt:

    Zu Chris:

    „oder via Knopfdruck ausgeschaltet wird, weil mir der Film nicht gefällt“

    Dieselbe Möglichkeit des Ausschaltens oder des Erst-gar- nicht- Ansehens hat man ja auch bei den ISIS-Videos.Die werden ja nur auf Anfrage gesehen und nicht über die Medien ausgestrahlt.Man muss sie also schon suchen und ansehen wollen.Das würde mich ohnehin einmal interessieren: Wer außer Islamistensympathisanten schaut sich diesen menschenverachtenden Dreck überhaupt an? Zumal mit welchem Erkenntnisgewinn?Da dürfte auch sehr viel Sensationsgier, Gaffertum und Voyerismus dabei sein.Keiner wird ja gewungen sich die ISIS-Enthauptungen anzusehen. Im übrigen: Ich kenne einen Bekannten, der dies versuchte.Bevor er dies auf you tube ansehen konnte, erschien eine Einblendung, dass er seinen Standort und seine Identität angeben solle–wohl zur Abschreckung oder aber zur besseren Identifikation.

    Intereesant ist auch, dass sich Horst Seehofer ohne dessen CSU die Kabinettsentscheidung für Waffenexporte an die Kurden fiel, darauf hinwies, dass schon im Sudankrieg Enthauptungen und Grausamkeiten aufgetreten seien wie jetzt bei ISIS.Da hätte Deutschland auch nicht reagiert.Vuielleicht ist aber eben der Unterschied, dass die sudansischen Militärs und ihre Milizen dies nicht wie ISIS lautstark medial in die Welt setzten, sondern eher geheimhalten wollten und es sogar abgestritten haben.

    Gefällt mir

  16. besucher schreibt:

    @Jakobiner

    Apropos westliche Welt.
    Ganz toll ist auch das hier:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Hanged,_drawn_and_quartered
    Gab es noch bis ins 18. /19.Jh.

    Unterschied ist wohl dass man sich die Mühe machte einen Prozess anzustrengen.

    Gefällt mir

  17. Chris(o) schreibt:

    @Jakobiner
    Wenn ich den Knopf drücke, um einen Spielfilm abzuwürgen,existiert zwar der Spielfilm noch und andere schauen ihn weiter an, doch ich bin ihn los.IS können wir nicht loswerden wie einen gruseligen Film.Die sind ja real.

    Gefällt mir

  18. hANNES wURST schreibt:

    Man kann sich Schlimmeres vorstellen als die Enthauptung Foleys, aber insgesamt ist der Grad der Barbarei dieser Tat herausragend:

    1) Foley war unschuldig, sogar weitgehend unbeteiligt.
    2) Der Mord geschah aus niederen Beweggründen. Es geht nur um die Demonstration, dass der IS zu allem bereit ist, und eventuell um Geld (das saudische „Sponsoren“ für die HInrichtung zahlen).
    3) Die Art der Hinrichtung – die Foley so wahrscheinlich auch erwarten musste – war äußerst schmerzhaft und entwürdigend. (Über diesen Punkt kann man diskutieren, ich halte eine „saubere“ Abtrennung des Kopfes, wie sie in Saudi Arabien praktiziert wird, für geringfügig weniger grausam).
    4) Die mediale Ausbeutung inklusive des wohl bei Folterandrohung erzwungenen Geständnisses zeugt nicht nur von Menschenverachtung, sondern auch von Wahnsinn. Warum sollte irgendjemand einen derart „geständigen“ Menschen dennoch hinrichten.

    Gefällt mir

  19. Jakobiner schreibt:

    Interessant ist auch die deutsche Vorgehensweise: Während des Ersten und Zweiten Weltkrieges wurden Partisanen und Kriegsgegner öffemtlich aufgehängt und erschossen zur Abschreckung–dies blieb aber nur lokal vor Ort und wurde auch in keiner Wochenschau gezeigt.Ebenso die Massenvernichtungen von Juden oder Kriegsgefangegenen–die ProSieben „Saw“-Voyeure würden sich ja wahrscheinlich lieber eine öffentlich-mediale Vergasung wünschen.Aber im Ersten und Zweiten Weltkrieg galt: Kriegsgräuel an der eigenen oder an der anderen Seite zeigte man nicht. Der Krieg war sauber, ästhetisch, heldenhaft und ohne Grausamkeit–nebst saubermässigen Heimatfilmen.Alles hatte seinen „Anstand“.Während des Vietnamkrieges wuirden ja mal ein paar weniger nette Bilder gezeigt, aber die stärkten nur die sensible Öffentlichkeit und die Protestbewegung in ihrem Widerstand. Den Vietcong, den der Poliezioffizier in Saigon erschoss und das Mädchen, das mit Napalm übergossen wurde, waren ja mehr die Produkte US-amerikanischer Kriegsreporter-Aasgeier als dass sich das Pentagon damit gebrüstet hätte. Aber ISIS tut dies.Sie brüsten sich mit der Erm,ordung ihrer Gegener, auch medial, was eben nicht einmal die Nazis, die alles unter der Glocke der Verschwiegenheit–selbst den Holiocaust–behandelten oder die US-Army in Korea oder Vietnam.Ja selbst während der beiden Golfkriege versuchten uns die US-Streitkräfte immer ein Bild von virtuellen Videospielen oder embedded journalists–ohne jeglichen Kriegshorror- in die medialen Stuben zu bringen. ISIS m,öchte jedoch ganz zeilgerichtet den Horror ihrer Kriegsgräuel bringen–vielleicht aber auch weil sie meinen uns damit einschüchtern zu können. Aber die Reaktion wird nur ein noch konzertierterer Schlag eggen diese menschenverachtenden Bestien im Namen Muhammed des Propheten sein. Und mit diesen IS-Kriegern, die in Europa oder den USA zurückkehren wollen, wüder ich targeted killing und Entfüjrung in ein osteuropäisches schwarzes Gefängnis vorschlagen. Wenn dies der deutsche Rechtsstaat nicht machen kann,. dann möge dies der Mossad oder die CIA übernehmen.

    Gefällt mir

  20. genova68 schreibt:

    Der Grad der Barbarei ist herauragend. Da würden mich Forschungen interessieren. Es gibt derzeit ein Video von Denis Cuspert, vormals Deso Dogg, Berliner Rapper mit afrikanischen (glaube ich) Wurzeln, veröffentlich auf der facebook-Seite. Er sitzt in einem Geländewagen auf dem Beifahrersitz, am Steuer ein deutschsprachiger Kamerad, irgendwo in Syrien, auf Rücksitzbank ein kleines Kind, angeblich hat es seine Eltern verloren, wobei die beiden bei der Verkündung der Nachricht lachen müssen. Sie schwärmen davon, dass sie hier jeden Tag jemanden finden, dem sie ihr stumpfes Messer an den Hals setzen können. Es hat schon fast etwas von sexuellem Verlangen. Das Halsabschneiden ist ja nicht nur grausam, sondern hier muss der Exekutor Schwerstarbeit leisten, auch was die Überwindung angeht. Es ist wohl auch eine Mutprobe, die man bestehen muss.

    Es ist wohl ein langjährig gewachsener Hass auf die ungläubige Gesellschaft und die richtigen Koranverse geben den Ausweg.

    Drohnen sind dagegen ein zivilisatorischer Fortschritt, der Mensch ist nicht mehr direkt involviert.

    Gefällt mir

  21. Chris(o) schreibt:

    „Drohnen sind dagegen ein zivilisatorischer Fortschritt, der Mensch ist nicht mehr direkt involviert.“
    Würde der IS Drohnen einsetzen, dann wäre das also ein zivilisatorischer Fortschritt? Die Frage, wozu die Drohnen eingesetzt werden, spielt dann keine Rolle mehr?
    Wenn der IS mit Hackebeilen gestoppt würde anstatt mit neuzeitlichem Gerät, würden wir auch dann von Barbarei sprechen oder eher von einem Akt der Selbstverteidigung.Kommt es darauf an, was mit dem Dolch in der Hand oder der Drohne in der Luft erreicht werden soll?Oder siehst Du da keinerlei Unterschiede?

    Gefällt mir

  22. genova68 schreibt:

    Ein schwieriges Thema. Waffenauseinandersetzungen sind nie Fortschritt, aber es ist ein Fortschritt, dem Menschen Skrupel angedeihen zu lassen, wenn er einen Kopf mit einem Messer abtrennen soll. Analog zum Essen: Man muss vor dem Mittagstisch kein Huhn erwürgen und auseinandernehmen. Wäre das heute die Voraussetzung, wären sofort 99,9 Prozent Vegetarier.

    Das direkte Quälen braucht irgendetwas, irgendeine starke Begründung, sonst macht der Mensch das nicht.

    Wozu Waffen eingesetzt werden: Gegen Nazideutschland war das noch klar, da ist man sich in der Beurteilung schnell einig. Aber sonst? Mir fällt gerade keine Auseinandersetzung ein, die ich für gerechtfertigt hielte. In Tripolis haben Islamisten den Flughafen unter ihre Kontrolle gebracht. Was sollte die Absetzung von Gadafi? Oder Irak, Afghanistan, Gaza. Da ist man überall weit entfernt, sagen zu können, das habe eine humane Note, das sei nötige Gewalt.

    Asterix, die Gallier gegen die Römer: brutalstes Abschlachten, lustig dargestellt. Wie gesagt, mich würde interessieren, wie man so wird, welche Rolle die Religion spielt etc. Es sind ja offensichtlich zum größten Teil loser, komplette Versager, die damit nicht klarkommen und dann zur ISIS gehen. Der vice-Film zeigt zwar gut, wie diese Leute funktionieren, aber nicht, warum sie so geworden sind.

    In dem Film gibt es übrigens auch Szenen, in denen die ISIS-Leute ganz nett rüberkommen. Sie patroullieren durch die Straßen, gegen Tipps, ermahnen sachte und so weiter. Teilweise wohl auch ganz nette Menschen.

    Gefällt mir

  23. Chris(o) schreibt:

    Den vice-Film habe ich nicht angesehen.Aber in einem Fernsehbeitrag sah man einen IS-„Polizisten“, der einen Bruder (allmählich kommen auch Brüder in Misskredit) in allerhöflichster Form aufforderte, dafür Sorge zu tragen, dass seine Frau anständig gekleidet ist.Der Angesprochene versprach natürlich alles, dann Abschied mit zahlreichen Segenswünschen.
    Die Gewalt war dennoch mit Händen zu greifen.Widerspruch hätte wohl fatale Folgen gehabt.Nein, ich bezweifle, dass es auch nur ein einziges Individuum in dieser Truppe gibt, auf das die Bezeichnung „nett“ noch zutreffen würde.

    Gefällt mir

  24. Jakobiner schreibt:

    Gewaltverherrlichung gibt es nicht nur bei der ISIS, sondern auch sehr breit in der Rap- und Hiphopszene afroamerikanischer Provinienz.
    Interessant,wie die afroamerikanischen Musiker auf Fergunson reagieren: Die Hiphopler, die vor allem den Gangsterrap verherrlichten haben wieder Hochkonjunktur.

    http://www.taz.de/US-Pop-und-Ferguson/!144712/

    Um mal ein Beispiel zu bringen, was da alles so produziert wird: Niggers with Attitude „Straight outta compton“–ein Video, in dem man stolz ist sich mit den Cops anzulegen oder wie es heisst: „Experience the wisdom of street knowledge!“

    Die Weisheit des Strassenwissens beschränkt sich darauf recht unvorbereitet und krakelend sich mit den Bullen anzulegen und dann inhaftiert zu werden.

    Ein anderer sehr beliebter Song bei jungen Afroamerikanern ist „Cop Killer“von Body Count:

    Hier wird zum offenen Mord an Polizisten aufgerufen.Hier noch der Text:

    Body Count – Cop Killer Lyrics

    I got my black shirt on.
    I got my black gloves on.
    I got my ski mask on.
    This shit’s been too long.

    I got my twelve gauge sawed off.
    I got my headlights turned off.
    I’m ‚bout to bust some shots off.
    I’m ‚bout to dust some cops off.

    I’m a cop killer, better you than me.
    Cop killer, fuck police brutality!
    Cop killer, I know your family’s grieving,
    (fuck ‚em!)
    Cop killer, but tonight we get even, ha ha.

    I got my brain on hype.
    Tonight will be your night.
    I got this long-assed knife.
    And your neck looks just right.

    My adrenaline’s pumpin‘.
    I got my stereo bumpin‘.
    I’m ‚bout to kill me somethin‘.
    A pig stopped me for nuthin‘!

    Cop killer, better you than me.
    Cop killer, fuck police brutality!
    Cop killer, I know your momma’s grieving,
    (fuck her!)
    Cop killer, but tonight we get even, yeah!

    Die, die, die pig, die!
    Fuck the police!
    Fuck the police!
    Fuck the police!
    Fuck the police!

    Fuck the police!
    Fuck the police!
    Fuck the police!
    Fuck the police!
    Yeah!

    Cop killer, better you than me.
    I’m a cop killer, fuck police brutality!
    Cop killer, I know your family’s grieving,
    (fuck ‚em!)
    Cop killer, but tonight we get even, ha ha ha ha, yeah!

    Fuck the police!
    Fuck the police!
    Fuck the police!
    Fuck the police!

    Fuck the police!
    Fuck the police!
    Fuck the police!
    Fuck the police!
    Break it down.

    Fuck the police, yeah!
    Fuck the police, for darryl gates.
    Fuck the police, for rodney king.
    Fuck the police, for my dead homies.

    Fuck the police, for your freedom.
    Fuck the police, don’t be a pussy.
    Fuck the police, have some muthafuckin‘ courage.
    Fuck the police, sing along.

    Cop killer!
    Cop killer!
    Cop killer!
    Cop killer!

    Cop killer! what do you want to be when you grow up?
    Cop killer! good choice.
    Cop killer! I’m a muthafuckin‘
    Cop killer!

    Cop killer, better you than me.
    Cop killer, fuck police brutality!
    Cop killer, I know your momma’s grieving,
    (fuck her!)
    Cop killer, but tonight we get even!

    Gefällt mir

  25. genova68 schreibt:

    Chris,
    die von dir beschriebene Straßenszene war Teil des vice-Films. Sicher hätte es Konsequenzen gehabt, wenn der Angesprochene nicht pariert hätte, aber dennoch war ich überrascht, dass es diese freundlichen Hinweise überhaupt gibt, in Anbetracht der Tatsache, wie die sich sonst benehmen. Es war schon dieser islamische Anspruch zu erkennen, dass man schlichten will, dass man sich als soziale Instanz sieht, die ausgleichen will. Im vice-Film gehen die Patroullien auch in einen Laden und überprüfen, ob er Wucherpreise nimmt oder nicht und loben den Besitzer, weil er das offenbar nicht tut, wenn ich das recht in Erinnerung habe.

    Das ist natürlich keine Entschuldigung für diese Leute. Aber sie schneiden nicht nur Köpfe ab.

    Nett oder nicht nett: Das Handyvideo des zweiten Toten von Ferguson ist wesentlich aggressiver. Ein harmloser Schwarzer ruft zu den Bullen höhnisch, dass sie ihn erschießen sollen und die machen das: acht oder zehn Kugeln auf einen völlig Wehrlosen. Ähnlich dürfte es auch mit M. Brown gegangen sein. Vor dem Hintergrund ist es sinnlos, nur auf die gewalttätigen Texte zu achten. Das eine kommt nicht ohne das andere. Das da oben ist immerhin ein cooles Video, das einen gewissen Anspruch hat. Gewalt ist in den USA offenbar zuhause, jedes B-Movie eine einzige cineastische Katastrophe.

    Auch die wirklich guten HBO-Serien: Drogen, Gewalt, Mafia, andere Themen machen die nicht, es muss knallen. Es ist eine Kultur der Gewalt, wozu auch die Kriege gehören und das Selbstverständnis.

    Im übrigen sind mir die USA sympathisch, wir sind alle Kinder der Amis, der Kultur. Es ist halt sehr weitgespreizt dort.

    Gefällt mir

  26. Chris(o) schreibt:

    Ja, allmählich denke ich auch, dass ich den Film gesehen habe.Aber klar, der Ton ist verbindlich, die fürsorgliche Haltung wird überzeugend demonstriert.Doch das ist ja Oberfläche. Dahinter steht nicht Menschenfreundlichkeit, sondern perfider Kontrollzwang, ob auch alles dem „reinen Islam“ entsprechend zugeht.Jeder und Jedes, was nicht passend scheint, wird eliminiert.“Rein“ ist hier nur die Ausprägung des Terrors.

    Gefällt mir

  27. hANNES wURST schreibt:

    Übrigens hat die Barbarei des IS meiner Meinung nach keinen Bezug zum Islam. Man braucht keinen Bezug zu einer etablierten Religion, um in Serie Gräueltaten zu begehen – wie die Nazis und andere Schlächter des 20. Jahrhunderts bewiesen haben. Man braucht nur Verzweiflung, Größenwahn oder eine andere gute Quelle für den nötigen Fanatismus.

    Religion ist pro Forma natürlich eine gute Motivation, weil sie die angebliche, tradierte Rechtfertigung gleich mitbringt. Das ist jedoch reiner Fake, denn diese Tradition und die heiligen Schriften sind interpretierbar, man kann vom strikten Pazifismus bis zum gerechten Völkermord alles aus der Bibel oder dem Koran lesen.

    Besonders deutlich wird das an den angeblich buddhistisch motivierten Verbrechen in Myanmar. Es geht dem IS um Macht, Geld und das zügellose Ausleben niedriger Instinkte, die Religionsausübung ist nur Deckmäntelchen.

    Gefällt mir

  28. genova68 schreibt:

    Chris,
    ja, sehe ich alles genauso.

    Hannes,
    ich finde, du widersprichst dir selbst, wenn du einerseits sagst, dass die Barbarei der IS keinen Bezug zum Islam habe, andererseits sagst, dass die heiligen Schriften so interpretierbar seien, dass auch ein gerechter Völkermord drin ist, also im Rahmen des Koran begründbar.

    Letzteres ist genau der Punkt, egal ob Bibel oder Koran. Das sind zwei normale Bücher mit vielen Geschichten und Märchen. Das wars dann aber auch. Grimms Märchen sind auch nett und Sindbad ebenfalls. Wer sich auf den Standpunkt stellt, ein Buch sei von Gott verfasst und stehe über allem, hat ein erkenntnistheoretisches Problem, das 200 Jahre nach Kant kaum noch entschuldbar ist. Dass diese Haltung heute noch existiert, hat auch mit dem Respekt vor Religionen zu tun, was in erster Linie Respekt vor Dummheit ist. Respekt vor jedem Menschen wäre sinnvoller als vor diesen Traditionen.

    Die Ablösung der Religion durch den Kapitalismus ist natürlich auch keine Lösung, insofern sind die Religiösen wiederum verständlich. Religiöse Traditionen ohne den aufgeblasenen Bezug zu Gott zu sehen, wäre eine Lösung. Warum nicht auch Sharia, wenn die Wertvolles beinhaltet, was vermutlich der Fall ist. Aber ich habe Religion schon ziemlich oft als reine Machtveranstaltung dummer Menschen mitbekommen, das läuft dann ähnlich wie seinerzeit die SED oder heute die CSU in Bayern: Die haben recht, weil sie die Macht zur Diskriminierung haben. Da werde ich schnell misstrauisch. Denn dagegen ist nichts zu sagen, wenn man Gott auf seiner Seite hat.

    Und konkret sieht man im Islam weltweit, welch Wahnsinn angerichtet werden kann, wenn man sich selbst Macht verleiht, wenn man die Existenz eines Gottes behauptet. Eine solche zu behaupten, ist unentschuldbar. Der Mensch hat genügend Verstand, um zu wissen, wie bekloppt diese Behauptung ist. Das sollte man so deutlich sagen.

    Gefällt mir

  29. hANNES wURST schreibt:

    @genova: Es ist vollkommen sinnlos, darauf zu bestehen, Gott würde existieren oder nicht. Im Zweifel ist es jedoch sinnloser, darauf zu bestehen, Gott würde nicht existieren.

    Mit der gleichen Fundierung kann ich auch behaupten, dass Eifersucht nicht existiert. Die Eifersucht haben sich lediglich einige besitzergreifenden Menschen ausgedacht um ihr Verhalten und ihre Taten besser zu begründen, und sie existiert ja wohl nicht in der Welt oder ist als Phänomen nicht nachweisbar. Erst recht nicht für jemanden, der vielleicht noch nie eifersüchtig war. Anderen ist Eifersucht ein Grund zu besonders bemühtem Verhalten, wieder andere greifen zur Schrotflinte.

    Es kommt also hauptsächlich darauf an, zu was einen die Eifersucht oder die Angst vor Eifersucht verleitet – nicht auf die Existenz von Eifersucht schlechthin. Vielleicht sagst Du wenn Gott „nur“ so etwas wie Eifersucht oder Appetit ist dann bitteschön. Der Unterschied ist jedoch die gemeinschaftliche Wahrnehmung dieses Gottes in einer religiösen Gemeinschaft, die ganz sicher negative wie positive Effekte haben kann, im Zweifel jedoch eher positive, denn man darf nicht vergessen dass Religion in jeder Situation Trost und Zuflucht bieten kann.

    Selbstverständlich wird eine Religionsgemeinschaft versuchen auch ihre übelsten Interessen mit Religion zu begründen. Allerdings sehe ich nicht, warum die Religion verantwortlich für die daraus folgenden Taten sein sollte. Am Beispiel IS sieht man seit Jahrzehnten einen Kampf um Selbstbehauptung, Land, Öl, kulturelle Identität… man kann da irgendwie die Religion draufpfropfen aber damit hat man nicht die eigentliche Ursache benannt.

    Abgesehen davon ist es auch völlig belanglos ob man Gott oder die Religion für eine Ursache der Barbarei der IS hält oder nicht, Man wird den Gläubigen den Glauben nicht verbieten können und sie werden auch nicht einsehen, sich ihres Gottes zu entledigen. Das einzige was die übermäßige Beschäftigung mit dem Glauben als Ursache erreicht ist eine zunehmende Gefahr der Diskriminierung anderer Gläubiger und vor allem anderer Gläubiger mit ähnlichen Überzeugungen (aber vielleicht vollkommen anderen Schlüssen, die sie aus ihrem Glauben ziehen).

    Gefällt mir

  30. Chris(o) schreibt:

    Was dem Islam fehlt, ist die Möglichkeit der Gläubigen, eine Perspektive einzunehmen, die „Draufsicht“ ermöglichen würde.
    Wer eine Heilige Schrift wortwörtlich auslegt, hat keinerlei Handlungsspielraum, wenn er denn die Worte für das authentische Wort Gottes hält.Der forschende, meta-kommunikative oder spielerische Zugang ist einfach versperrt.Das Ergebnis ist eine völlige Humorlosigkeit als harmloseste Konsequenz.Ganz privat sind aber wohl die meisten Muslime längst im Modus der Relativierung angekommen.IS und Konsorten sehen sich wohl als Richter über diesen Sündenfall.Und schließlich braucht man ja eine schlüssige, allgemeinverständliche Agenda.Wer würde schon reine Mordlust akzeptieren?

    Gefällt mir

  31. hANNES wURST schreibt:

    @chris(o): Ihre Aussage klingt ganz aufgeräumt und moderat, dennoch binden Sie bestimmte Attribute an die Religionszugehörigkeit, was ebenso wenig legitim ist wie Persönlichkeitsmerkmale aus Rasse oder Herkunft abzuleiten. Dass die Kopfabschneider Muslime und mehrheitlich Araber sind wirft kein Licht auf den Islam oder Araber im Allgemeinen, demonstriert werden jedoch Dinge wie Fanatismus, Verachtung, Machtbesessenheit, Skrupellosigkeit, Fatalismus. Wer diese und andere Eigenschaften mitbringt und auslebt ist gefährlich, nicht wer zufällig einer ähnlichen Religionsgemeinschaft angehört. Die Religionszugehörigkeit wird im Westen auch gerne als einfaches Erklärungsmodell angebracht, weniger genau werden andere Leitmotive und die Geschichte der Delinquenten beleuchtet.

    Gefällt mir

  32. Chris(o) schreibt:

    Stimmt, was Sie sagen.Aber nicht ich „benutze“ den Islam, sondern die Banditen,die ihn sich auf die Flagge schreiben.Die „ausweglose“ Lage vieler gläubiger Muslime ist auch nicht meine Erfindung.Sie ist systemimmanent.Wer über diese Vorgänge am meisten entsetzt ist, sind übrigens die Muslime selbst, die ihre Religion missbraucht,diffamiert und diskreditiert sehen.Ähnlich wird es Katholiken gegangen sein, als die Missbrauchsfälle in der Katholischen Kirche bekannt wurden.
    Der Islam ist leider das Mäntelchen, das sich derzeit unübersichtlich viele umhängen, um ihren kriminellen Energien den Anschein von Legitimität zu geben.Die Gründe dafür kann ich schlecht bei den Zeugen Jehovas suchen.

    Gefällt mir

  33. Jakobiner schreibt:

    Mein Gott, jetzt muss ich als Atheist noch nostaligisch werden. Als Linker in den 80/90ern lernte ich niemals „Muslime“kennen, sondern vor allem Türken/innen, und Kurden/innen und Palästinenser/innen. Und die waren allesamt revolutionär, links, säkular.Damals titelte BILD auch noch zum Fordstreik „Türkenstreik“.Wir hatten türkische und kurdische Genossinenn in unserer Gruppe, die vor ihrer Familie weggelaufen sind und das Risiko eines Ehrenmordes eingingen, aber einfach links und frei sein wollten. Seit 9-11 erzählen uns alle, dass es nur noch „Muslime“ gebe, obwohl mindestens 50-60% der deutschen Muslime Agonistiker sind.Und wieviele der „muslimsichen“ Mädels ziehen sich denn überhaupt ein Kopftuch über–ist das denn die Mehrheit?-das wird ja auch stark übertrieben. Aber solche Multikultireligionsliebhaber ala Leo Brux oder umgekehrt solche Ilsmaophoben ala Madrasa of Times wollen uns das Vorherrschen des Islam innerhalb der ausländischen Gruppen eintrichtern.
    Da ist mir die NPD lieber, die nur von Ausländern redet, diese auch noch nach ihren Ethnien, Staatsangehörigkeiten durchdekliniert, aber eben nicht in einen grossen Topf „DIE MUSLIME“ stopft. Als Hörtip Sidos neuesten Song „Au Revouir“:

    Gefällt mir

  34. genova68 schreibt:

    Ok, gehen wir davon aus, dass es einen Gott gibt, in dem Sinn, dass irgendetwas existiert, das die Welt möglich machte. Da stimme ich sofort zu, da man den Gegenbeweis nicht antreten kann und „Gott“ dann lediglich für das Nichterkennbare steht. Meinetwegen auch für das Gute im Menschen. Der Himmel über und das moralische Gesetz in mir. Aber das reicht dann auch. Jede weitergehende Definition von Gott ist Machtmissbrauch, siehe die Entwicklung des Christentums und die des Islams.

    Ansonsten messe ich die Religionen nur an ihrem eigenen Anspruch. Wer der Meinung ist, es gebe diese Götter, die alles regeln, alles wissen, übermächtig sind und so weiter, der verleiht sich nur selbst Potenz. Und so ist die Geschichte voll von Religionskriegen.

    Das ist also das Ergebnis dieser tollen realen Religionsausübung. Mag sein, dass die Konflikte sich ohne Gott andere Wege ihrer Praktizierung suchen würden, aber das entlastet die vorhandenen Religionen nicht. Es konnte in der Geschichte permanent von Religiösen zu Kriegen aufgerufen werden, ob das Katholiken waren oder Protestanten. Vielleicht waren die ersten hundert Jahre der Christen noch rein, weil sie selbst unterdrückt wurden, das war es dann aber auch. Den Martyrertod zu sterben war auf den Ostfeldzügen ins heutige Ostdeutschland nicht nur populär, sondern es wurde von den Bischöfen erwartet.

    Diese beiden Religionen stehen seit Jahrhunderten bereit, die größten Sauereien in ihrem Namen zu veranstalten, also für das größte Leid der Menschen zu sorgen, obwohl sie doch schon immer das Gegenteil von sich behaupten.

    Beweise: Ich kann so ziemlich alles beweisen außer Gott. Das sollte doch mal zu denken geben. Eifersucht kann ich vermutlich biochemisch beschreiben. Und wenn noch nicht heute, dann wohl in ein paar Jahren. Gott nicht.

    Verantwortlichkeit: Man kann das politisch sehen, dann haben im Irak die Amis, die früheren Kolonialmächte, vor allem die Briten, von mir aus der Kapitalismus und sonstwas Schuld, keine Frage. Aber Tatsache ist doch derzeit, dass eine Religion genutzt wird, um das auf diese Schuldkonstellation folgende aktuelle Morden zu legitimieren. Und zwar mit großem Erfolg. Es geht um eine Führerideologie. Das ist der Knackpunkt. Einer Konstellation, die sich für so supergeil hält, sollte das nicht passieren.

    Der Islam und das Christentum lassen sich anders interpretieren, sicher. Doch interessant ist immer das, was hinten rauskommt.

    Vielleicht könnte man eine Analogie zwischen Islam und Kapitalismus aufstellen. Letzterer läuft laut Marx irgendwann notwendig, aus Gründen der inneren Beschaffenheit, aus dem Ruder. Ersterer läuft gerade auch aus dem Ruder, aber vielleicht nicht notwendigerweise. Es ist eine Frage der realen Kräfteverhältnisse. Islamische Sufis haben etwas sympathisches, weiches, innerliches, aber wo sind die? Ein Kernland von denen war Saudi-Arabien, dann kamen die Wahabiten. Derzeit werden sie in Pakistan ausgelöscht, wohlgemerkt überall von Moslems, die das anders sehen. Überall mit nackter Gewalt. Ägypgten, Lybien, es wird der Islam überall instrumentalisiert, und er lässt sich instrumentalisieren. ISIS ist die Spitze.

    Dabei geht es nicht um einzelne Gläubige, das wäre absurd. Aber man sollte doch bitte die Implikationen sehen und das Ganze nicht reinwaschen, nach dem Motto: Wer das Schwert in die Hand nimmt, der handelt gegen den Islam. Das ist reine Ansichtssache.

    Ich sehe das auch nicht als Islamkritik, sondern als Kritik an monotheistischen Religionen, die den Faschismus als Kern notwendig in sich tragen.

    P.S: Auf welcher Seite stand die Kirche im spanischen Bürgerkrieg? In Chile unter Pinochet? Wen bekämpfte Joh. Paul II in Lateinamerika? In der Diktatur Brasiliens ab 1964? Warum hat der Vatikan für letzteren Fall eine Sperrfrist für die Archive von 100 Jahren? In Argentinien? Du kannst hinschauen wo du willst, die Amtskirche macht bei jeder Schweinerei zuverlässig mit. Gauck ist auch so ein Beispiel.

    Gefällt mir

  35. Chris(o) schreibt:

    „Ich sehe das auch nicht als Islamkritik, sondern als Kritik an monotheistischen Religionen, die den Faschismus als Kern notwendig in sich tragen.“
    „P.S: Wo stand die Kirche…….?“

    An diesem Punkt stelle ich fest: da stehe ich auf der anderen Seite.
    Wo sollte denn die Kirche stehen?Soll sie eine Armee stellen, wie zu Kreuzzugszeiten und gegen die Ungerechtigkeiten der Welt in den Kampf zu ziehen?Das machen gerade die Islamisten.
    Ist es „Kollaboration mit der Macht“? Das ist immer schnell unterstellt.
    Und dort, wo es geschieht, wird es sogar von kirchlicher Seite angeprangert.Jüngstes Beispiel ist die Haltung der R.-O. Kirche im Fall der Verurteilung der Pussy Riot- Mädels.
    Doch eines scheint unverkennbar.Das größte, was man dem Islam im 21.Jahrhundert anrechnen kann, ist sein Beitrag zur Unmöglichmachung des Religiösen.Insofern alles Religiöse mit „Faschismus“, „Fundamentalismus“, „Menschenverachtung“, „Anachronismus“,Barbarei“,Kollaboration mit der Macht“ identifiziert wird, erweist er in seinen extremistisch-terroristischen Ausprägungen den „atheistischen“ Gruppierungen den allergrößten Dienst.Er betreibt das Geschäft derer, die Religion für ein überkommenes Relikt aus der Vorzeit halten.
    Wie Du Gauck hier noch unterbringst – Donner und Doria…….

    Gefällt mir

  36. genova68 schreibt:

    „Wo sollte denn die Kirche stehen?“

    Doch zumindest nicht treu an de Seite von Militärdiktaturen. Die katholische Kirche hat sich übrigens mit jahrzehntelanger Verspätung von dem loyalen Verhalten gegenüber Diktatoren und Folterern entschuldigt.

    Pussy-Riot: da ist interessant, wie sich die russisch-orthodoxe Kirche verhält. Dreimal darfst du raten: treu an der Seite Putins, also der Macht.

    Die Kirche hat in ihrer Geschichte wesentlich noch nie etwas anderes gemacht,als der Macht die Stiefel geleckt. Vor hundert Jahren hatten diese Leute kein Problem damit, das millionenfache Töten auf den Schlachtfeldern zu unterstützten, indem sie von der moralisch reinigenden Kraft des Kampfes faselten.

    Wäre die Kirche ein Stahlhelmverband, wäre alles in Ordnung. Die Kirche maßt sich aber die direkte Verbindung zum obersten Boss aller Zeiten an. Das ist der Maßstab, nach dem zu urteilen ist.

    Und Gauck bringe ich, weil er gerade erneut Kriege vorbereitet und sie im vornherein legitimiert, und das auf der Sicherheitskonferenz in München.

    Er steht in der üblichen christlich-militaristischen Tradition.

    Gefällt mir

  37. Chris(o) schreibt:

    Richtig ist, dass die Haltung der Russisch-Orthodoxen Kirche von Kardinal Meisner explizit kritisiert wurde und auch jenseits des Klerus in gewaltiger Kritik stand, eben aufgrund ihrer Verbandelung mit Putin und dessen martialischer, von der R.-O.Kirche unterstützten Reaktion.
    Ich finde es lobenswert, dass Du hier eine Diskussion angestoßen hast, die nur desaströs enden kann, wenn unterschiedliche Dinge der „Gerechtigkeit“ wegen vermengt werden, die besser getrennt betrachtet würden.Das Desaster ist aber keine Katastrophe.
    Ich kann beim besten Willen die Machenschaften von IS oder ähnlichen Gruppierungen doch nicht gerechter betrachten, wenn ich die Machenschaften der Kirche ausgrabe, um aufzuzeigen:Alles eine Mischpoke.Das führt ja zu gar nichts.Die Probleme, die der Islam mit seinen extremistischen Rändern hat(oder nicht hat) werden nicht durch die Betrachtung der katholischen oder evangelikalen Fundamentalisten, noch durch die Katholische oder Protestantische Kirche gelöst werden.
    Die Probleme des Islams werden innerhalb des Islams gelöst, oder sie werden gar nicht gelöst.
    Die „christlich-militaristische Tradition“ gehört der Vergangenheit an.Zumindest das sollte bei allem Willen „Gerechtigkeit“ in der Betrachtung walten zu lassen,klar sein.Es sei denn, wir betrachten jetzt alle kriegerischen Einsätze als religiös motiviert.Aber auch das würde nicht weiterhelfen.

    Gefällt mir

  38. genova68 schreibt:

    Das Christentum ist diesseitiger geworden, weil es sonst untergegangen wäre. Der Islam ist vielleicht gerade in dieser Behauptungsphase. Wäre die arab rebellion besser verlaufen, wäre der Islam dort jetzt mit weniger Macht ausgestattet. Das muss halt verhindert werden. das Christentum hat Gewalt auch nciht mehr nötig, die CDU sitzt an der Regierung, Gewalt wäre kontraproduktiv. Gewalt ist derzeit den Christen fremd, ja, aber die militärische Tradition gehört nicht der Vergangenheit an. Wie gesagt, Gauck trommelt für Krieg, nicht nur einmal. Die Rolle der Evangelikalen in den USA könnte man auch untersuchen diesbezüglich, beispielsweise in Sachen Irakkrieg.

    Meisner ist gezwungen, nicht ganz so reaktionär aufzutreten, wie er das gerne machen würde.

    Was ist hier sagen wollte: Köpfen ist dem westlichen Kulturkreis nicht fremd.

    Gefällt mir

  39. Chris(o) schreibt:

    Ja, ja:Meisner und Co. können nicht mehr selbstherrlich agieren.Demut ist die „neue Tugend“ und ein Gefühl für die eigene Fehlbarkeit.Das führt zu mehr Bescheidenheit im Auftreten.Alle Institutionen sind anfällig für Korruption.Aber fast jede wird früher oder später als solche entlarvt.Der „blinde“ Gehorsam der Christen existiert nicht mehr, Rechtfertigung und Werben um Vertrauen ist überlebenswichtig in einer Kirche, die noch Gläubige an sich binden möchte.
    Gaucks Rede in Polen hatte jetzt aber nichts Militaristisches mehr an sich.Sie ist bei der Süddeutschen abgedruckt.
    Nichts ist dem westlichen Kulturkreis fremd.Alle denkbaren Verbrechen wurden hier bereits begangen.Was sich aber sagen lässt, ist eine zunehmende „Ziivilisiertheit“ und Friedenssehnsucht, die sich ja auch gerade in der Skepsis gegenüber jeder Art von militärischem Eingreifen äußert.Augenfällig ist die zunehmende Einvernahme des Islam für Terror und Gewalt.Einhegende Maßnahmen müssen aus meiner Sicht zu allererst und vor allen Dingen aus dem „Islam“ selbst kommen, da „westliche“ Versuche der Gegensteuerung bereits wieder zur Legitimierung weiterer Greueltaten genutzt würden.
    Leider habe ich wenig Hoffnung, dass sich die Dinge in absehbarer Zeit ändern werden.Wir sollten schon mal die Tür weit aufmachen, um die Ströme der Flüchtlinge irgendwie zu bewältigen, die mit Sicherheit noch über Jahre aus der „arabischen Welt“ das Weite suchen müssen.

    Gefällt 1 Person

  40. Jakobiner schreibt:

    Zu Chris:

    „Doch eines scheint unverkennbar.Das größte, was man dem Islam im 21.Jahrhundert anrechnen kann, ist sein Beitrag zur Unmöglichmachung des Religiösen.Insofern alles Religiöse mit “Faschismus”, “Fundamentalismus”, “Menschenverachtung”, “Anachronismus”,Barbarei”,Kollaboration mit der Macht” identifiziert wird, erweist er in seinen extremistisch-terroristischen Ausprägungen den “atheistischen” Gruppierungen den allergrößten Dienst.Er betreibt das Geschäft derer, die Religion für ein überkommenes Relikt aus der Vorzeit halten.“

    Naja, bisher haben indischen Hindunationalisten, die religiös-totalitäre chinesische Falungong, die buddhistischen Haßprediger Burmas, die Evangelikalen in den USA, Asien, Lateinamerika und Afrika und die Islamisten ja noch kräftig Zulauf.Von einer Resäkularisierung ist noch nichts zu merken. Aber es gibt auch säkulare Extremisten, die eine Massenbewegung als antireligiöse Gegenbewegung herbeibringen können.Derridas postmoderner Ausspruch „Alle Grand narrative (Großen Erzählungen) sind schon erzählt worden“ scheint sich nicht zu befürworten.Und von einem „Ende der Geschichte“, einem Endsieg des Liberalismus ala Fukuyama und „Ende der Ideologien“ ist auch nichts zu sehen.

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s