Berlin und Marseille

Der französische Architekt Rudy Riciotti:

„Wissen Sie, es ist ein Mythos, dass sich wegen der billigen Mieten in Marseille nun immer mehr Künstler aus Paris niederlassen. Diese Mamasöhnchen würden es hier nicht aushalten, die gehen lieber nach Berlin, wo sie ihre Biosalate essen können.“ (Quelle habe ich vergessen, g.)

Klingt zuerst ganz nett, aber nach kurzem Nachdenken daneben. Muttersöhnchen steht als Synonym für die Härte der Stadt, auf der Riciotti wohl stolz ist. 30 Prozent der Marseillaner leben unterhalb der Armutsgrenze.  Und was gegen Biosalat einzuwenden ist, habe ich auch noch nicht kapiert. Es ist ein ähnliches Niveau wie kritische Bemerkungen über Latte macchiato und Yoga. Man kann an der Latte  nichts festmachen, obwohl das die Zeitgeisterklärer so gerne versuchen. Man kann sich aber offenbar als cool und authentisch präsentieren, wenn man sich gegen Muttersöhnchen und Biosalat positioniert.

Es hat etwas vom Rockstar, der sich als Macker mit Muckis präsentiert, als Cowboy, ständig zum Abzug bereit. Diese demonstrierte Härte gegen die Muttersöhnchen in Stellung zu bringen, ist heute so lächerlich wie die Rocker auf ihren Maschinen.

Die Vorteile von Marseille gegenüber Berlin sind offensichtlich: Schöne Landschaft, ein angenehmeres Stadtbild, in dem man schwelgen kann, ohne auf Rekonstruktion und Verhübschung zu treffen, eine extrem geile öffentliche Bibliothek mitten in der Stadt, viel Sonne, höhere Temperaturen, die Abwesenheit von Brandenburg/DDR/Ostsee/Deutschland und Berlinern und ihrem Dialekt, die Anwesenheit von Mittelmeer und allem, was dazu gehört, die Nähe zu Italien und anderen Kulturgegenden. Die Existenz enger, lebendiger Viertel, die Abwesenheit von Leuten mit Sendungsbewusstsein.

Reicht doch.

Damit will ich aber nichts gegen Riciottis Qualitäten als Architekt gesagt haben.

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13 Antworten zu Berlin und Marseille

  1. kadekmedien schreibt:

    Naja, eine solche Argumentation ist sicherlich immer irgendwie als Macker-, Rockstar- oder Cowboy-Gehabe einzuordnen, ohne dabei etwas falsch zu machen. Verwundern tut mich Deine Argumentation hinsichtlich Biosalat und mehr noch Latte aber schon, da diese eben nicht nur für Zeitgeist-Erklärer zum symbolhaften Synonym für einen Lifestyle werden, denen sich Arme nicht leisten können.
    Ich hab jetzt keine Zahlen parat, aber in Berlin leben auch eine beträchtliche Anzahl von Menschen von Hartz IV, können sich also kein 4-Euro-Getränk leisten, um es im Straßenbild wie eine Monstranz vor sich herzutragen. Dieses Budget muss nämlich für die Ernährung des gesamten Tages reichen …
    Und genau aus dieser Attitüde erwächst die Symbolhaftigkeit von Biosalat und Latte als Abgrenzung zu etwas anderem: So wie die Lifestyle-Hipster damit sagen »mit Hartz IV, Unterschicht und Konsorten hab’ ich nichts zu tun«, grenzen sich eben auch jene ab, die aus finanziellen Gründen an diesem Lifestyle weder sozial teilhaben können noch anderweitig in den kulinarischen Genuss kommen, indem sie Biosalat und Latte als Erkennungssymbol des neoliberalen Mittelschicht-Feindbilds stilisieren. – Fraglich, freilich, weshalb ein Architekt das tut. Aber man weiß nicht, unter welchen Umständen er lebt …

    Zu eben diesem Lifestyle las ich kürzlich ein interessantes Interview, deshalb ergänzend an dieser Stelle der Link dazu: http://www.wiwo.de/erfolg/campus-mba/jugendforschung-der-kapitalismus-funktioniert-auch-mit-bloeden/8607444.html

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  2. genova68 schreibt:

    Ich glaube, dass die Latte nicht als Symbol funktioniert, weil das nur eine Kaffeevariante ist. Espresso mit viel Milch. Der mag in teuren Cafés vier Euro kosten, aber für zwei Euro fünfzig bist du auch dabei. Mir ist schon klar, dass das DAS Getränk zur Gentrifizierung ist, aber da macht man nur einen dürren Medienhype mit. Gäbe es plötzlich diese Latte nicht mehr, würden sich also die Leute sagen, wir trinken jetzt weniger Latte, würde sich nichts ändern. Es geht um Rendite, egal, was die Leute trinken. Ansonsten ist es eine Verschleierung der Verhältnisse, wenn man Latte problematisiert und die vielleicht in der Öffentlichkeit nicht mehr trinkt, die Strukturen aber nicht angreift.

    Auch die billigste Pizzeria in gentrifizierten Vierteln zahlen horrende Mieten und wenn die Pizza dort billig bleiben soll, sparen sie an den Zutaten oder am Lohn.

    Außerdem kann man so gut gegen jedwede Veränderung polemisieren. Ich vermute mal, dass Spaghetti zumindest früher auch teurer waren als Kartoffeln, Pesto teurer als Rinderbrühe, Ruccola teurer als Kopfsalat und so weiter.

    Könnte man von der Latte aus kapitalistische Strukturen verdeutlichen, wäre es vielleicht ein gelungenes Symbol. Es geht aber um die Besitzverhältnisse in der Gesellschaft, nicht darum, ob ein besserer Kaffee etwas mehr kostet.

    Man könnte ja, mit einem Blick auf das wirklich interessante Interview in der wiwo, argumentieren, dass dieses Konkonkurrenzprinzip im Kapitalismus auch auf die Latte-Geschichte anwendbar ist. Es wird Gegengruppe aufgemacht, die als verantwortlich gilt für das Übel, der Latte-Trinker. Die sind aber nicht verantwortlich. Die Verblödung der Menschen, die im Interview angesprochen wird, geht dann vom intellektuellen Niveau mit der Latte-Logik konform: Warum sich mit systemischen Fragen beschäftigen, wenn man sich an der Latte abarbeiten kann.

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  3. wolkenbeobachterin schreibt:

    Mamasöhnchenkünstler halten es in Berlin auch nicht aus. Trotz Latte Macchiato und Biosalat. Das obige Zitat, denke ich, möchte natürlich erst mal Aufmerksamkeit erregen und polarisieren. Ich verstehe das Macchiato-Argument übrigens nicht, beziehungsweise nicht so wie kadek. (Schöner Name übrigens – erinnert mich an Radek Knapp – schon mal von ihm was gelesen?) Und, da muss ich Genova zustimmen: Ein Macchiato kostet idR um die 2,50 Euro, nicht 4 Euro. Was mich interessiert ist, in welchem Zusammenhang dieses Zitat aufgetaucht ist? Ansprache? Werbezettel? Artikel irgendwo in einer Fachzeitschrift für Biosalat?

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  4. kadekmedien schreibt:

    Ich sagte ja nicht, dass Latte sich anders als polemisch zum Symbol taugt, sondern dass es aufgrund seiner Fähigkeit, sich nach beiden Seiten des Wohlstandsniveaus abgrenzen zu können, innerhalb von Polemiken als Symbol verwendet wird. Es geschieht einfach, und zwar weil es als Medium soziale Realität kommuniziert. Die es sich leisten können, grenzen sich sichtbar gegenüber jenen ab, die das nicht können. Diese wiederum greifen das Sichtbare als Symbol polemisch auf.

    Der Preis spielt hierbei übrigens gar keine Rolle. 2,50 Euro sind für einen Hartz-IV-Empfänger trotzdem mehr als er sich leisten könnte und wollte, um es für ein Getränk auszugeben. Die letzte Latte, die ich trank (vielleicht lag es an Mitte?) kostete jedenfalls 3,80 Euro, und da die Kellnerin ja auch Trinkgeld kriegt, komme ich da locker auf 4 …

    Übrigens nicht nur Muttersöhnchen halten es in Berlin nicht aus. Die Hauptstadt hat ihren Zenit als Künstlermetropole inzwischen deutlich überschritten und die Karawane zieht allmählich nach Leipzig weiter.

    Radek Knapp kenne ich nicht, google ich aber gleich mal. Kadek ist im Indonesischen der Name des drittgeborenen Sohnes. In meinem Fall aber nur ein Akronym aus den Initialen meines Namens.

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  5. genova68 schreibt:

    Gestern eine Latte für 2,70 in Friedrichshain getrunken. Ein espresso kostete dort nur einen Euro. War das nicht auch mal ein verpöntes Getränk der Leute, die man damals Toskana-Fraktion genannt hat? Ein Filterkaffee kostete 1,80 Euro.

    Leider weiß ich nicht mehr, woher ich das Zitat habe. Ich habe ein kleines Schreibheftlein, in das ich hin und wieder was reinschreibe, wenn ich unterwegs bin und keinen laptop dabei habe. Später blättere ich in dem Heftchen. So fand ich kürzlich das von mir aufgeschriebene Zitat, leider ohne Quellenangabe.

    Ich vermute, es stand in einer Architekturzeitschrift, bauwelt oder detail oder ähnliches.

    [Halt, Nachtrag: Es stand in mobile, der Zeitschrift, die in Fernzügen der Bahn ausliegt. Es war vermutlich ein Interview in Zusammenhang mit Marseille als Kulturhauptstadt]

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  6. wolkenbeobachterin schreibt:

    @Kadek:

    Ich habe mal eine Frage zu zwei Sätzen von Dir, und zwar diese. Du schreibst:
    „Die es sich leisten können, grenzen sich sichtbar gegenüber jenen ab, die das nicht können. Diese wiederum greifen das Sichtbare als Symbol polemisch auf.“

    Dies impliziert, als würde man als Latte Macchiato-Trinker sich bewusst oder unbewusst abgrenzen gegen xy. Verstehe ich nicht. Wenn ich einen Kaffee trinken möchte, trinke ich einen Kaffee. Da denke ich nicht: Oh, jetzt muss ich mich aber erst mal abgrenzen gegen alle anderen Rothaarigen, gegen alle Schallplattenaufleger, gegen alle Graffiti-Sprayer oder Geschäftsetagenbesetzer. Das ist doch Humbug. Ich trinke einen Kaffee, weil ich einen Kaffee trinken möchte. DAS PROBLEM, wie ich finde, ist … okay EIN PROBLEM dabei, also obigem Denken, dass jemand zum Feindbild erklärt wird, das nervt mich kolossal. Ich frage mich, wie es kommt, dass Leute anderen die Häuser vollsprayen, Autos anzünden oder Lack zerkratzen. Und ich frage mich, wie kommt es, dass jemand, der ein Auto besitzt plötzlich einem irrationalen Hass ausgesetzt ist (möglicherweise!). Weißt Du, was ich meine? Was hat es mit Abgrenzung zu tun, wenn man sich ab und an etwas leistet?

    Das Beispiel mit den Muttersöhnchen war eine Weiterführung des obigen Gedankens. Ich denke auch, dass es viele in Berlin nicht aushalten, dort nicht leben wollen. Jeder soll da leben, wo er leben möchte (sofern möglich) – ich gönne es allen. Muss man in Berlin leben? Als Künstler? Als Schriftsteller? Als Hundebesitzer? Als xyz? Muss man nicht, kann man aber.

    Ich kann Dir „Herrn Kukas Empfehlungen“ sehr empfehlen von Radek Knapp. Kannst Du bei dem großen online-„Buchhändler“ auch anlesen, natürlich auch in jeder Buchhandlung.

    LG

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  7. wolkenbeobachterin schreibt:

    @Genova:

    Danke fürs Recherchieren. Jetzt ist mir eben noch was eingefallen und aufgefallen, was mich an obigem Zitat bewegt: Es impliziert dieses: Du musst hart sein oder werden in dieser Welt. Was natürlich auch Quatsch ist. Und als Empfehlung nicht taugt, wie ich finde. Seine Architektur ist aber ansehnlich, da habe ich gerade mal Deinen Link angeklickt. Die Fotos auf der Seite toll. Und damit ist jetzt erreicht, was er wollte, denke ich: Dass man seine Seite anklickt und sich vielleicht seinen Namen merkt. Damit hatte er Erfolg mit seinem Zitat, hinter dem er vermutlich nicht mal steht.

    Und jetzt einen Biosalat. Und anschließend einen Latte Macchiato.

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  8. wolkenbeobachterin schreibt:

    P.S.: Wie hieß der Architekt noch gleich? Vergessen. Ach, schade! :-)

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  9. genova68 schreibt:

    „Jetzt ist mir eben noch was eingefallen und aufgefallen, was mich an obigem Zitat bewegt: Es impliziert dieses: Du musst hart sein oder werden in dieser Welt. Was natürlich auch Quatsch ist. Und als Empfehlung nicht taugt, wie ich finde.“

    Exakt das wollte ich ausdrücken, die negative Konnotation von Muttersöhnchen, die in Stellung gebracht wird für das angeblich anzustrebende Harte.

    Symbole: Jede politische Aussage braucht Symbole, aber sie müssen belastbar sein.

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  10. kadekmedien schreibt:

    @Wolkenbeobachterin

    Ich gehe die Sache vom kommunikologisch-soziolgischen Standpunkt an. Genova schrieb eingangs, dass er das Zitat auf den ersten Blick cool fand, dann aber nicht mehr weil … Mich verwunderte daran, dass er die Fähigkeit zum Symbolhaften von Lifestyle-Produkten nicht erkannte und hab darüber geschrieben.

    Natürlich möchtest Du, wenn Du einen Kaffee trinkst, primär nichts anderes als einen Kaffee trinken, und zu allerletzt Dich gegenüber wem auch immer abgrenzen. Mit allem was Du tust, kommunizierst Du aber auch immer. Und Kommunikation ist untrennbar mit sozialer Realität verbunden. Ob Dich jemand anlächelt oder blöde von der Seite anquatscht: die Kommunikation transportiert immer soziale Realität. Darüber hinaus ist Kommunikation strukturell dissipativ, soll heißen sie wirkt unkontrollierbar in alle möglichen Richtungen. Das beginnt damit, dass Du Dich für ein Café entscheidest, denn im gleichen Moment signalisierst Du allen anderen Cafés drumherum, dass Du heute nicht zu ihnen kommst. Es liegt Dir fern, das zum Ausdruck zu bringen, aber es geschieht.

    Nun werden in unserer Marken-Realität immer mal wieder neue Produkte (derzeit sind es Lifestyle-Produkte) kreiert, um den Konsum – und mit ihm die ganze Maschine Produktion – Konsum – Produktion – am Laufen zu halten. Die Werbe- und Marketingindustrie sorgt dafür, dass diese gewöhnlichen Produkte mit »Mehrwert« aufgeladen werden, der sich im Erscheinungsbild genauso wie im Preis ausdrückt. Sofern diese Produkte angenommen werden, generiert sich eine Art »Szene« drumherum, die durch den Konsum dieser Produkte unfreiwillig die mit dem künstlichen »Mehrwert« verknüpften »Werte« kommuniziert, und also soziale Realität schafft. Heute ist das Caffè latte macchiato (schon allein, wie gewisse Leute die als Koseform benutzte Abkürzung Latte aussprechen …), in den 1980ern war es Café au lait. Das eigentliche Produkt spielt hierbei gar keine Rolle, es dient als Identifikationsmerkmal und dient als solches immer a) einem Ausdruck von Zugehörigkeit und b) einem Ausdruck von Abgrenzung. Damit taugt es zum Symbol, das sich vor allem der abgrenzenden Wirkung bedient, da diese in zwei Richtungen funktioniert.

    Wenn Du also einen Kaffee trinkst, der gerade zum Lifestyle-Produkt geworden ist, das Symbol taugt, kommunizierst Du beim Kaffeetrinken immer auch eine Zugehörigkeit und eine Abgrenzung.

    Jene, die nicht »dazu gehören« (bspw. weil sie es sich nicht leisten können), greifen solche sichtbaren Symbole sehr gern polemisch auf, um sich ihrerseits von denen abzugrenzen (die Wirkung in zwei Richtungen), die es anders als polemisch (nämlich genießend, um beim Beispiel zu bleiben) benutzen.

    Hoffe, ich konnte mich verständlich ausdrücken :/

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  11. genova68 schreibt:

    kadek,
    mir ist schon klar, dass Latte Macchiato ein Symbol ist, aber ich meine, dass das nicht den Kern dessen erfasst, was damit kritisiert werden soll. Du schreibst ja selbst von dem Mehrwert, den der Produzent dem Produkt beigibt. Die Frage ist doch, warum ich das mitmachen soll. Ich trinke eine Latte M., wenn mir danach ist. Wenn mich jemand am Nebentisch deshalb einer Gruppe zuordnet, ist das vorschnell.

    Selbst wenn man es schaffen würde, die Latte mit einem Negativimage auszustatten wie weiße Socken in Sandalen, würde das keinen Deut zur Veränderung der Verhältnisse führen, sondern nur dazu, dass sich die Industrie ein anderes Produkt ausguckt, das sie aufladen kann. Es geht bei Gentrifzierung im Kern um die Eigentumsverhältnisse, um sonst nichts.

    Diese ganzen herkömmlichen Symboliken taugen heuten nichts mehr. Du kannst dir Jeans mit Löchern drin für 200 Euro kaufen und ich kann mir vorstellen, dass Immobilienspektulanten nach erfolgreichem Geschäft in der Weserstraße im Freien Neukölln ihr cooles Bier trinken und auf Latte schimpfen. Das ist alles komplett auswechselbar, weil wir, ganz postmodern, solche Etiketten locker austauschen können. Mir fiel das auf, als die Chef der jungdynamischen Internetbanken wie Consors grundsätzlich auf die Krawatte verzichteten, das war old school. Gegen Turbokapitalismus hatten die nichts, ganz im Gegenteil. Ich arbeitete früher jahrelang in einem Start up in der Branche: So lockere Kleidungsvorschriften hatte ich noch nirgendwo erlebt, aber die Gründung eines Betriebsrates hätte vermutlich zu Mobbing und Rauswurf geführt.

    Meines Erachtens krankt an diesem Denken auch die Gentrifzierungsdebatte. Man bräuchte eine klare Linie, einen konkreten Ansatzpunkt. Ich habe das versucht mit der Beschreibung des Salzburger Modells, hier im Blog. Konsequentes Verfolgen dieses Ansatzes wäre eine Lösungsmöglichkeit, Simplifizierung, ein konkretes Projekt, für jeden verständlich, für jeden nachvollziehar, und schon praktiziert:

    https://exportabel.wordpress.com/2013/01/29/salzbau-wohnungsneubau-fur-478-euro-pro-quadratmeter/

    Es fehlen derzeit schlicht die gesellschaftlichen Kräfte, die Verwirrung ist zu groß.

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  12. James T. Kirk schreibt:

    Die Existenz enger, lebendiger Viertel

    Haste in Ballin ooch, Alter.

    die Abwesenheit von Leuten mit Sendungsbewusstsein

    Schon mal watt von Islamisten und Salafisten jehört? Ick glopet nich.

    Watt haste jegen Ostballin, Alta? Marseille hat keen Fernsehturm, keene Stalinallee, keen Spreeathen und keen Friedrichshain.

    Scheinst wohl so ein typischer modernistischer Linker zu sein.

    Ick bin selbst ooch links und immer wieder erschüttert, wie gestört das Verhältnis der meisten Linken zu Tradition und Historie ist. Ick freu mich riesig über die äußere Rekonstruktion des Stadtschlosses. Adlon, die anderen historisierenden Gebäude und der Gehry sind die einzigen Gebäude, die dem Pariser Platz Leben einhauchen.

    Es gibt Leute, die finden „Simulation“ von Historie wunderbar – weil die immer noch besser ist als der meiste moderne Scheiß und weil es ein Ausdruck unserer Wertschätzung für die Architektur unserer Vorväter ist.

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  13. genova68 schreibt:

    Kirk,
    danke für das Beispiel postmoderner Verwirrung. Du schreibst ja selbst von Simulation der Geschichte und behauptest allen Ernstes, dies sei ein Ausdruck unserer Wertschätzung für „Vorväter“. Mütter gibt es offenbar auch nicht in deinem Weltbild.

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