Diese Leute haben meine Solidarität:

Der Spiegel berichtet über ein albanisches Dorf namens Lazarat, in dem Cannabis angebaut wird:

In einem albanischen Bergdorf haben die Marihuana-Bauern ihr Anbaugebiet gegen eine großangelegte Razzia der Polizei verteidigt. Mehr als 10.000 Cannabis-Pflanzen haben die Beamten schon zerstört, die Dorfbewohner wehren sich mit Panzerfäusten…

10.000 Cannabis-Pflanzen rund um Lazarat seien zerstört worden, meldete die Polizei. Der Einsatz werde fortgesetzt, bis alle Pflanzen zerstört seien. Die Spezialkräfte konnten jedoch nicht vollständig in das Dorf eindringen, das mit Granaten verteidigt wird. Gegenwehr sei vor allem aus zwei Häusern im Dorf gekommen, die als regelrechtes Waffenarsenal gedient hätten..

2004 griffen Unbekannte einen italienischen Helikopter an, der im Verdacht stand, die Cannabis-Felder zerstören zu wollen. Lazarat gilt als Mekka für den Anbau von Marihuana. Jedes Jahr sollen hier 900 Tonnen der Rauschgiftpflanze geerntet werden. Geschätzter Marktwert: 4,5 Milliarden Euro. Das entspricht beinahe einem Drittel des albanischen Bruttoinlandsproduktes. Die Razzia ist Teil einer landesweit forcierten Aktion, um gegen die zahlreichen Cannabis-Plantagen in Albanien vorzugehen. Das Balkan-Land ist eines der größten Cannabis anbauenden Regionen in Europa.

Toll. Die wehren sich. In Berlin lassen sich die Ertappten alle willenlos abführen, die Bullen können agieren, wie sie wollen. Da unten läuft das offenbar anders.

Wie bekloppt: Ein Drittel des albanischen BIP, und die „Beamten“ strengen sich mächtig an, das zu zerstören.

Man muss sich das mal vorstellen: Heerscharen von Polizisten haben nichts besseres zu tun, als ehrliche Cannabis-Züchter fertigzumachen. Wer gibt denen den Befehl? Politiker, die unbedingt in die EU wollen?

Diese Bauern sorgen indirekt dafür, dass auch in Deutschland Gras mit annehmbarer Qualität auf den Markt kommt. Jede Razzia verringert die Chance auf gutes Gras. In dem Dorf werden laut Spiegel jedes Jahr 900 Tonnen geerntet, Marktwert rund 4,5 Milliarden Euro.

Wikipedia schreibt zu Lazarat:

Das Dorf, das vermutlich im 16. Jahrhundert gegründet worden ist und später eine Kolonie von Aussätzigen gewesen sein soll, wuchs nach dem Zweiten Weltkrieg stark, als die Kommunisten unliebsame Familien dorthin deportierten. Dadurch bildete sich im Dorf eine „regimekritische Haltung“…

Das Dorf Lazarat entzieht sich der Kontrolle der albanischen Behörden, seit 2004 der Polizeiposten zerstört worden ist.

Wie sieht es eigentlich mit der Überproduktion in der EU-Landwirtschaft aus? Tiefgeforene deutsche Hühnchen, die hier niemand essen will, werden subventioniert nach Afrika exportiert und zerstören dort die heimischen Märkte. Der Anbau attraktiver und nachgefragter Produkte in Europa hingegen wird mit Bullengewalt zerstört.

Ein sympathisches Land, in dem „Spezialkräfte“ ein Dorf nicht einnehmen können, deren Bewohner einer sinnvollen Tätigkeit nachgehen. In Deutschland undenkbar.

Es erinnert mich an einen alten Wackersdorfer Bauern, der 1987 sagte: „Wenn mich ein Polizist anfasst, dann wehre ich mich, das ist doch klar!“

Viel Erfolg für die Panzerfäuste.

062(Foto: genova 2013)

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5 Antworten zu Diese Leute haben meine Solidarität:

  1. Jakobiner schreibt:

    Wenn es nur um gutes Grass ginge, dessen Legalisierung ja in den USA auf dem Vormarsch ist und dann vielleicht auch in Europa, okay. Aber man muss schon einmal sehen, dass hier nicht ein heldenhaftes Kifferdorf dahintersteckt, sondern ein albanisches Netz organisierter Kriminalität, das von Zwangsprostitution, Schutzgelderpressung, Organhandel,Waffen, harten Drogen, politischen Morden so alles vertickert, was man sonst als neoliberalen Raubtierkapitalismus bezeichnen würde.Also sicherlich keine Leute, deren höchstes Anliegen die mildtätige Belieferung der europäischen Wohlstandsbürger mit sanften Drogen ist und die in einer Art Ökodorgenkommune ein solidarisches Kollektivleben organisieren. Und zuaml auch noch militärisch organisiert.Wundert mich, dass du diesen kriminellen Abschaum als Freiheitskämpfer siehst. Dannn könnten wir auch noch die Warlords und Taliban mit all ihren Poppyfields in Afghanistan hochleben lassen, die Drusen im libanesischen Anbaugebiet der Bekaaebene,die kolumbinaischen und mexikanischen Drogenkartelle,etc. Im übrigen auch ein interessanter Punkt: Der Chefideologe des Neoliberalismus Milton Friedman war immer ein Befürworter der Legalisierung von Drogen, egal ob hart oder weich, weil der Markt die Preise dann senken würde und die Kriminalität damit ausgeschaltet würde. Ziehen Milton und Genova da an einem Strang?

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  2. Chris(o) schreibt:

    Da müssen die Berliner halt erst noch mächtig aufrüsten, ihre kriminelle Energie steigern und sich bandenmäßig organisieren.Dann klappt es demnächst auch mit der Gegenwehr.Genova scheint sich gerade sehr zu langweilen. Außer Fußball nix los in der Stadt.Da berauscht er sich gleich am albanischen „Widerstandsgeist“ und erscheint mir arg verwirrt.

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  3. Jakobiner schreibt:

    Mir kommt Genova nicht vor , als ein Linker, der sich organisieren und kämpfen wollte, sondern eher, der sagt: Partei bringt nix, die Agenda 2010demos haben nic gebracht, ich wuirde von Grünen und SPD verraten, vielleicht auch demnächst von der Linkspartei,ich verziehe mich in meinen Blog, kommentiere das Weltgeschehen nur noch und kiffe mich voll–so scheint die linke „Basis“ auszusehen. Der Neoliberlaismus scheint alle Organisiertheit mittels Blogs, Drogen, Nischenkultur (Mein Kiez, mein Bloc ala Sido)zu zertrümmenrn und zu atomisieren. Es bleiben nur noch hedonistische Bewusstseins-„Monaden“ zurück, unfähig zu irgendeiner Organisierung wie dies ein ledier zu früh verstorbener Kritker des Kapitalismus namens Robert Kurz es nannte.Der Bewusstseinsmonade ist also nicht nur ein Phänomen der Montagsdemos, sondern vieler Linker.

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  4. genova68 schreibt:

    Jakobiner,
    :-) raffinierter Versuch, muss ich schon sagen. Bitte bedenkt beide, dass das hier ein Blog ist und keine Dissertation. Ich lese den Spiegel-Artikel und beschreibe in fünf Minunten konzentriertem Schreiben genau das, was mir dazu einfällt. Mich interessiert weder Schutzgeld noch Zuhälterei etc. Die eine Stoßrichtung des Artikels ist doch klar, alles andere ist eine unnötige Problematisierung. Cannabis legalisieren und einen Markt schaffen, der das BIP erhöht. Nix Schutzgeld. Solange etwas kriminalisiert wird, weitet sich Kriminalität aus, das ist bekannt.

    Friedman hat bestimmt auch Vernünftiges gesagt; so ist das eben, wenn man viel sagt.

    Panzerfäuste in Berlin: Wäre lustig, wenn die Bullen beim Zerstören einer Indoorplantage sich für ihr Tun verantworten müssten. Kürzlich wurde eine Plantage in einer Vierzimmerwohnung gefunden, Besitzer war ein Ehepaar weit über sechzig. Die gingen einer sinnvollen Tätigkeit nach, lagen dem Staat nicht auf der Tasche, saßen nicht depressiv im Altersheim, versorgten vermutlich über fein ausgetüftelte Kanäle ihre Kundschaft. Alles war ok. Dann kam die Staatsgewalt

    Jakobiner, du machst den Fehler, mir irgendeine Aufgabe zuzuschreiben. Kein Interesse. Ich schreibe hier das, was mir einfällt, ob Neoliberalismus oder Dire Straits. Ich bin kein Aktivist, auch wenn ich hin und wieder mal bei einer Demo mitrenne, wenn sie nicht allzuweit weg ist. Bewusstseins-Monade? Wer Jakobiner heißt, braucht vermutlich dringend selbst einen Joint.

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  5. Jochen P. schreibt:

    Finde ich scheisse das hier indirekt dem Drogenkonsum das Wort geredet wird !

    Der Autor ist wohl Kiffer (?)

    Also an Drogenanbau und Vertrieb ist nichts heldenhaftes, sowas ist total daneben und stürzt viele Konsumenten ins Unglück ! Sollen die Albaner halt was anderes für ihr BIP tun, etwas was gesundheitlich unbedenklich und legal ist !

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