o.T. 173

014(Foto: genova 2013)

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7 Antworten zu o.T. 173

  1. hANNES wURST schreibt:

    Genovas Fotografien von einsamen Plätzen, von Gebrauchsgegenständen die nicht in Gebrauch sind, von architektonischen Details die keinen Sinn haben oder ihren Sinn verloren haben, sind Zeugnisse der Sinnlosigkeit menschlicher Handlung. Sein Werk ruft eine Art von tiefer Resignation hervor, und das ist auch die Stärke seiner Kunst, denn nichts anderes führen uns diese randständigen Plätze und Gegenstände vor, als die Verlassenheit und Sinnlosigkeit des eigenen Daseins. Was Hieronymus Bosch mit deformierten Körpern in apokalyptischen Szenen spürbar machte, das macht Genova erfühlbar durch seine Fotografien von Parkplätzen, Salzstreuern und Landschaften, die aussehen, als würde es die Menschen, die sie kultiviert haben, nicht mehr gegeben.

    Benannt sind die Bilder bzw. die Blogartikel, die der Künstler zur Veröffentlichung nutzt, mit „o.T.“ gefolgt von einer laufenden Nummer. Die Abkürzung wird nicht erläutert, es könnte „ohne Titel“ bedeuten, vor allem jedoch ist die Nummerierung Hinweis auf das serielle Element in Genovas Kunst. Er nähert sich iterativ einem unbestimmten Punkt, aber alles weist darauf hin, dass dieser Punkt für das steht, was nach dem Ende der Menschheit übrig bleibt. Somit ist die Serie „o.T.“ eine intensive Spiegelung eines expandierenden und vielleicht später implodierenden Universums, das aber so oder so keine Grundlage mehr für die Chimäre sein kann, deren Erlöschen „o.T.“ erforscht: die menschliche Intention.

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  2. genova68 schreibt:

    Sehr, sehr gut. Ist das wirklich von dir? Oder hast du eine Rezensionssprachensoftware entwickelt?

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  3. Chris(o) schreibt:

    Bin gleichfalls sehr beeindruckt.

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  4. hANNES wURST schreibt:

    Nein, diese Rezension ist nicht generisch und auch nicht automatisch sondern dem Gegenstand gebührlich.

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  5. genova68 schreibt:

    Cool. Es trifft genau diesen Galeristen-Stil, bei dem ich mir sofort denke, dass Papier zu geduldig ist. Auch und gerade die sich steigernde Absurdität im Laufe der Rezension, dass man also zum Schluss erfährt, dass mein Universum erst implodiert und dann explodiert, ist ganz hervorragend getroffen. Im museum kunst palast wird genauso geschrieben.

    Hatten wir hier schonmal:

    https://exportabel.wordpress.com/2011/03/27/was-der-struth-kann/

    Was der Katalog zu Struths Urwaldbildern schreibt, ist Realsatire. Man könnte dafür wirklich eine Software entwickeln.

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  6. hANNES wURST schreibt:

    Heute Abend drücke ich Conchita die Daumen, meiner Schwester im Geiste, die sich wie ich den Künstlernachnamen „Wurst“ zugelegt hat, weil sie meint, es ist doch wurst was man macht, solange man niemandem weh tut. Leider nimmt dann auch keiner mehr die Rezensionen ernst, die man schreibt.

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  7. genova68 schreibt:

    Ich drücke auch Conchita die Daumen, kannte ihn aber bis gerade nicht.

    Die Rezension nehme ich dann ernst, wenn die Spiegelung der Chimäre intendiert erloschen sein wird.

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