Derrida: von Texten und geschwätzigen Mülltonnen

Jacques Derrida livehaftig:

Ich habe aus strategischen Gründen den Begriff des Textes verallgemeinert und als Text ebenso eine Institution wie eine politische Situation, einen Körper, einen Tanz usw. bezeichnet.

(F. Rötzer: Französische Philosophen im Gespräch, 1987)

Und:

Das, was ich also Text nenne, ist alles, ist praktisch alles. Es ist alles, das heißt, es gibt einen Text, sobald es eine Spur gibt, eine differentielle Verweisung von einer Spur auf die andere. Und diese Verweise bleiben nie stehen. Es gibt keine Grenzen der differentiellen Verweisung einer Spur auf die andere. Eine Spur ist weder eine Anwesenheit noch eine Abwesenheit.

(Derrida, P. Engelmann: Randgänge der Philosophie, 1987)

Besonders gelungen finde ich das „usw.“ im ersten Zitat. Usw. bedeutet gemeinhin, die begonnene Reihe hat einen erkennbaren Sinn, aufgrund dessen der Leser die Reihe selbstständig fortführen kann. Wenn ein Text also auch ein Körper und ein Tanz ist, dann ist „usw.“ selbstredend, oder? Ich probiere es mal:

Text, Situation, Institution, Körper, Tanz, Auto, Ameise, Fahrrad, Fenstergriff, Wolkenbügel, Wanderschuhe, Brillenschachtel, Bettvorleger, Weinglas, Wanderhoden, Partei, Plastikflasche, Milchshake, Mülltonne. Habe ich etwas vergessen? Ich weiß es nicht. Aber ich hätte keine Probleme, bei Bedarf irgendwas Aufschlussreiches zur Verbindung von Mülltonnen und dem medialen Aspekt zu sagen.

Alles klar? Hoffentlich, zumindest aus strategischen Gründen.

Natürlich kann ich eine Ahnung dessen haben, was Derrida gemeint haben könnte. „Text“ als Sammelbegriff für alles, was irgendwie mit Kommunkation zu tun hat, für alles, was sich mitteilt, was eine Bedeutung jenseits der eigenen Nachttischschublade haben könnte, in welcher Form auch immer, was dann wiederum Bezüge auf anderes hat. Alles hängt mit allem zusammen. Die Bezüge nennen wir jetzt Spuren, klingt gut. „Text“ ist demnach ähnlich alles wie die Bewegung des Schmetterlingsflügels einen Orkan verusachen kann. Bezüge, Spuren. Aber wenn das so ist: Geht es noch banaler? Was wäre denn definitiv keine kommunkative Handlung oder Situation? Also kein Text? Und in welcher Kultur war das jemals anders?

Solche Sätze sind meines Erachtens vor allem Ausdruck dafür, dass die gemeinsame Sprache abhanden kommt und man nichts dagegen hat. Jede Form von Tat, die Erkenntnissen folgen könnte, wird ausgehebelt durch Schwammigkeit. Schwammigkeit, die vermutlich nur deshalb existiert, weil ein Code geschaffen wird, der ausgrenzt. In Frankreich bricht gerade so manches auseinander. Die Linie von dem zu Derridas Schwatzen ist vermutlich nicht schwer zu ziehen.

Kant hat Sprache Ernst genommen, genau wie den Aufbau seiner Bücher. Für Derrida ist Sprache Spielerei in ihrer negativen Form: nicht Ernst nehmen.

Damit habe ich nichts gegen Dekonstruktion gesagt, auch nicht darüber, ob Derrida Genie ist oder Scharlatan. Dekonstruktion von Sprache könnte auf die Diskrepanz von Form und Inhalt hinweisen, also das tun, wozu sich die herrschende Germanistik außer Stande sieht. Derrida hat sich ja mit Eisenman, Tschumi, Liebeskind und anderen architektonisch verständigt. Vielleicht sollte man sich den Parc de la Villette einmal anschauen.

Andererseits: Das Formale ist ohne das Inhaltliche nicht zu beurteilen. Sagen wir so: Wer so redet wie Derrida, kann auf alle Fälle dazulernen.

Links vorne ein Text. Rechts hinten auch ein Text:
036 (2)(Foto: genova 2013)

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Frankreich, Philosophie, Politik, Pop abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

23 Antworten zu Derrida: von Texten und geschwätzigen Mülltonnen

  1. El_Mocho schreibt:

    John Searle hat die Methode Derridas recht treffend analysiert:

    „According to Searle, the consistent pattern of Derrida’s rhetoric is:
    (a) announce a preposterous thesis, e.g. „nothing exists outside of text“ (il n’y a pas de hors-texte);
    (b) when challenged on (a) respond that you have been misunderstood and revise the claim in (a) such that it becomes a truism, e.g. ″“il n’y a pas de hors-texte“ means nothing else: there is nothing outside contexts“;
    (c) when the reformulation from (b) is acknowledged then proceed as if the original formulation from (a) was accepted. The revised idea—for example—that everything exists in some context is a banality but a charade ensues as if the original claim—nothing exists outside of text—had been established.“

    http://en.wikipedia.org/wiki/Jacques_Derrida#Dispute_with_John_Searle

    Gefällt mir

  2. Jakobiner schreibt:

    Für Derrida dürfte wohl gelten, was Karl Popper schon an Hegel und seinen Nachfolgern kritisierte:

    „Ein größerer Teil der Hegelschen Schriften sei – so Popper – zudem absichtlich unverständlich formuliert, um Kritik unmöglich zu machen. Mit diesem Versuch, durch unverständliche Sprache tatsächlich fehlende inhaltliche Substanz vorzutäuschen, habe Hegel in der Philosophiegeschichte eine neue Epoche eingeleitet, die nicht auf Gedankenaustausch und Argumentation, sondern auf Beeindruckung und Einschüchterung ausgerichtet gewesen sei. Dieser ‚Jargon‘ habe zunächst intellektuelle und dann auch moralische Verantwortungslosigkeit nach sich gezogen.“

    Gefällt mir

  3. Chris(o) schreibt:

    Für alle unverbesserlichen Weltverbesserer hatte Derrida allerdings einen Tip parat: anstelle von Wurzeln Rhizome zu bilden.Fand er offenbar ökonomischer.

    Gefällt mir

  4. Chris(o) schreibt:

    Oh, es war Deleuze (oder so ähnlich),hatte aber ähnliche Einfälle!

    Gefällt mir

  5. genova68 schreibt:

    Das Bild des Rhizoms fand ich seinerzeit hervorragend, inhaltsgefüllt, notwendig zur Beschreibung von Gesellschaft. Deleuze liest sich auch besser, seriöser, soweit ich den gelesen habe.

    Poppers Kritik finde ich zu total. Intellektuelle und moralische Verantwortungslosigkeit, dafür ist jetzt also Hegel verantwortlich. Nun ja.

    Ob die inhaltliche Substanz fehlt, kann man schlecht beurteilen, wenn der Autor nicht schreiben kann.

    Das, was Searle an Derrida kritisiert, kann ich schon eher nachvollziehen. Derrida stellt eine selbstverständliche These auf, die vordergründig interessant wird, weil er den Begriff des Textes erstmal komplett neu definiert. Es existiert nichts außerhalb von Kontexten, ja, ein klassischer Schwallersatz. Ich würde ihm aber dennoch eine Chance geben, dem Schwaller, zumindest in Bezug auf seine Aktivitäten zur Architektur.

    Grundsätzlich gilt aber schon: Wer mit Sprache so schlampig umgeht, sie geradezu lächerlich macht, muss nicht gelesen werden.

    Gefällt mir

  6. Chris(o) schreibt:

    Das, was Du oben von Derrida geschrieben hast, hat mich erinnert an Deleuzes Rhizome.Ein Beispiel für das assoziative Driften von einem Satz oder Wort hin zu einem, das für uns wesentlich ist oder war.So verstehe ich auch den Ansatz von Derrida:Nimm, was Du brauchen kannst und verbinde es mit dem, was Dir vergleichbar oder anderweitig sinnvoll erscheint.
    Eine thematisch gebundene Gesprächs- oder Diskurs- oder Lesedisziplin ist da eher hinderlich, da diese das freie Driften verunmöglicht.

    Gefällt mir

  7. genova68 schreibt:

    Assoziatives Driften. Hört sich gut an, aber man sollte schon gucken, ob man damit im Graben landet oder nicht. Oder besser ausgedrückt: Die Unschärfe bei Derrida ist so massiv, das ist, als wenn ich auf einer unübersehbar großen Teerfläche mit meinem Auto so vor mich hin drifte. Es ist egal, es hat keine Folge, außer dass die Reifen irgendwann kaputt sind.

    Amerikanische Philosphen würden so einen Schrott nicht veröffentlichen. Die haben das Bedürfnis, verstanden werden zu wollen. Leute wie Derrida freuen sich vermutlich, nicht verstanden zu werden. Das macht einen Teil ihres Ruhmes aus.

    Ganz großes Kino: Derrida und andere beschäftigten sich obsessiv mit Heidegger. Also dem Kameraden, dessen Texte Muttersprachler nur bedingt verstehen. Dann kommt ein Franzose und meint, zu verstehen. Oder er liest die Übersetzung von Heidegger, der tendenziell nicht übersetzbar ist.

    Ich habe vor ein paar Jahren hier ein paar Kameraden, unter anderem unser Kamerad Bersarin, die in eine schon länger andauernde „philosophische“ Diskussion über einen Satz von Foucault abhielten, darauf aufmerksam gemacht, dass dieser eine Satz grammatikalisch keinerlei Sinn ergab. Die Diskussion lief nur, weil sich jeder irgendwas dazu ausdachte. Die Tatsache des fehlenden Sinns ist keinem aufgefallen. Man kennt das halt schon von diesen Franzosen.

    Wenn ein Schreiner einen Tisch nach den Qualitätskriterien von Derrida bauen würde, wäre er vielleicht assoziativ interessant, man könnte ihn aber sicher nicht als solchen gebrauchen.

    Wobei ich Foucault für verständlicher halte, aber auch nicht so, wie es sein sollte.

    Gefällt mir

  8. El_Mocho schreibt:

    Dem ist nichts hinzu zu fügen.

    Übrigens findet sich der Text von John Searle über Derrida hier:
    http://free–expression.blogspot.de/2007/10/john-searle-on-derrida.html

    Gefällt mir

  9. Bersarin schreibt:

    Wenn Genova nach den üblichen Qualitätskriterien schreiben würde und wenn er ein wenig die Zeit zum Lesen sich nähme, fielen auch seine Texte zur Philosophie besser aus. Er würde vielleicht sogar etwas verstehen. Aristoteles, Kant, Hegel, Adorno, Heidegger oder Derrida zu lesen erfordert nämlich Zeit. Die aber möchten sich die Bequemlichkeitsdenker wie Genova, El_Mocho und andere Blahfaseler nicht nehmen. Alles muß immer und sofort greifbar und vernutzbar sein. Verwertungslogik eben, in der unser ach so kritischer Genova denkt. Und so gerät das kritische Gehabe zum Gehampel des wildgewordenen Handfegers: oder genauer noch: zum Wutgeschrei des mit Ressentiment geladenen Kleinbürgers.

    Der Vergleich zwischen Philosophie und Tischbau zeigt, wie schräg es im Kopf manches Bloggers aussieht und wie bei manchem nicht nur die Kategorien verrutscht sind.

    Jeder, der sich nach zwei Tagen Bauen und Basteln am Lego-Kasten anmaßen würde, ein Architekt zu sein, verfiele der Lächerlichkeit. In der Philosophie jedoch hält jeder, der meint zwei Zeilen aus jedem Kontext herausgebrochen zitieren zu können, sich für einen begnadeten Philosophen und Sprachkritiker. Sprachkritik, genova, geht anders. Sie erfordert zunächst Verständnis der Sache, der man sich überläßt, dann erst wird geurteilt und geschrieben. Bei Dir ist es umgekehrt. Du setzt Deine eigene Vorurteilsstruktur absolut und machst Deinen Mangel an Verstand zum Maß der Dinge.

    Deine Entlarvung des Foucault-Satzes, Genova, war schlichter Unsinn. Du hast ihn ganz einfach nicht begriffen. Nicht einmal das „Grammatikalische“. Daß einzig dem guten Genova, der bereits bei den Sätzen von Kleist ins Stolpern gerät und lang hinschlägt, der fehlende Sinn eines Foucault-Satzes aufgefallen sein soll, erscheint in diesem Kontext mehr als fraglich. Jener genova, der – nach eigenem Bekunden – ebenso wenig die von der Sprache her exakt gebauten, auskomponierten Sätze eines Adornos „Ästhetischer Theorie“ versteht. Das Kriterium des eigenen Nicht-Verstehens wird zum Ausweis über die Qualität eines Textes. Schon interessant, dieses Vorgehen.

    Wenn im Anschluß daran ein Kommentator , der Aristoteles für einen Naturphilosophen hält, diesem Salms zustimmt, verwundert auch das mich nicht weiter.

    Deine Ausführungen zur Philosophie, genova, erinnern an die Rede Karl Moors in den Räubern: „Kerls die in Ohnmacht fallen, wenn sie einen Buben gemacht haben, kritteln über die Taktik des Hannibals.“

    Um es noch einmal klar zu sagen: Genova, Du hast von der Sprache der Philosophie schlicht keine Ahnung. Aber immerhin gelingt Dir die Aneinanderreihung von Wörtern, und zumindest gibt es auch für Leser wie Dich einen dazu passenden Schreiber, der der Struktur Deines Denkens ebenbürtig ist: nämlich Rolf Dobelli.

    Derrida und Heidegger sind schwierig zu verstehen. Das ist wahr. Wer jedoch seine eigenen Begrifflichkeiten und seinen eigenen Horizont zum Kriterium des Verständnisses erhebt, sollte sich zunächst einmal nach den eigen Perspektiven befragen, bevor er oder sie über fremde Gedanken sich hermachen. Es gibt in der Theorie in der Tat Aspekte, die lassen sich nicht in Dreiwortsätzen unterbringen, und sie entziehen sich dem Verständnis. Und wer nach dem unmittelbaren Nutzen von Philosophie fragt, hat den Bereich der Philosophie schon lange verlassen und bewegt sich in der Verwertungslogik einer durchkapitalisierten Welt. Um so trauriger ist dies, wenn solcher Schmarrn von einem Blogger kommt, der vorgibt, diese Gesellschaft zu kritisieren.

    Gefällt 1 Person

  10. genova68 schreibt:

    Sicher, einem dauerbräsig vor sich hinplappernden Arschloch (vermutlich mit zwei Promille im Blut) wie dir ist Sprachkritik nur dann nicht zuwider, wenn sie Richtung Schwallerei geht, Richtung Formalismus. Sich einen Satz konkret anzuschauen und dazu Fragen zu stellen: Da müsstest du vielleicht mal Farbe bekennen. Das könnte peinlich werden.

    Wenn ich mir die einzelnen Sätze deines Kommentars vornehmen würde, es bliebe inhallich kaum etwas übrig außer dein bekannter Wille zum Kopftreten. Eine sinnlose Behauptung an die nächste gereiht. Ich demonstriere das an einem Beispiel (vorsicht, es wird konkret!):

    „Derrida und Heidegger sind schwierig zu verstehen. Das ist wahr. Wer jedoch seine eigenen Begrifflichkeiten und seinen eigenen Horizont zum Kriterium des Verständnisses erhebt, sollte sich zunächst einmal nach den eigen Perspektiven befragen, bevor er oder sie über fremde Gedanken sich hermachen. Es gibt in der Theorie in der Tat Aspekte, die lassen sich nicht in Dreiwortsätzen unterbringen, und sie entziehen sich dem Verständnis.“

    Was sich beim ersten Durchlesen vielleicht verständlich anhört, ist nur Bullshit (Hannes Wurst hat dazu einmal das Buch hier empfohlen: http://www.suhrkamp.de/buecher/bullshit-harry_g_frankfurt_58450.html Ich empfehle es ebenso).

    Beim zweiten Blick offenbart sich das Peinliche: Natürlich gehe ich mit meinen Begriffen an den Text, mit welchen denn sonst? So funktioniert Sprache: Man einigt sich auf Definitionen und beginnt zu reden. „Text“ ist definiert, seit Jahrhunderten. Man kann auch sachte umdefinieren, Sprache ist dynamisch. Aber wenn jemand kommt und sagt: Text ist alles; das muss ich nicht ehrfürchtig hinnehmen, sondern frage nach dem Sinn. Das ist Widerspruch, und das duldet ein Bersarin nicht, deshalb der Tritt auf den Kopf. Und er hat (zumindest in seinem Bloggerleben) bei Widerspruch noch nie etwas anderes gemacht.

    Es ist das immergleiche Vorgehen: Jede leise Kritik an Adorno wird mit Kopftreten beantwortet. Und zwar nie inhaltlich, sondern immer nur formal. Überhaupt jede Kritik an einem der großen Helden wird mit Vernichtung beantwortet.

    Kritik am Kohlhaas, an der Komposition der Handlung? Ich bin halt zu dumm.

    Kritik an allem, was Bersarin gefällt, ist nicht erlaubt.

    Auch schön der Satz, dass es Theorie gibt, die man nicht versteht. Aber kritisieren darf man das nicht. Man muss es hinnehmen, dass Leute Theorien aufstellen, die man nicht versteht. Besser noch: Es gibt Theorien, die sich dem Verständnis entziehen, die offenbar auch der Verfasser der Theorie nicht versteht. Da schreibt also jemand blind und dann stellt man fest, dass man das Gekrakel nicht versteht, weil es gar keine Sprache ist. Toll. Sowas ist kein interessanter Gedanke, sowas ist Hirnwichserei. Auch logischer Blödsinn. Aber Papier ist geduldig.

    Wie kann man nur solch einen Blödsinn schreiben? Wer das konkret benennt, hat verloren im Spiel des intellektuellen Schwanzvergleichs. Mir sind die ehrlichen Leute, die Fahrer der 3er BMWs, da lieber.

    Was muss in der Sozialisation schief gelaufen sein, dass man solche Erkenntnisse als philosophisch, als irgendwie lesenswert verkauft?

    Das eine erklärt das andere: Derrida ist laut bersarin nicht zu verstehenn, deshalb erklärt er auch nicht, was zu verstehen wäre. Wenn man sich vom Kommentar des tollen Hobbyphilosophen eine Erläuterung des im Artikel angesprochenen Problems erhofft: Fehlanzeige, wie immer bei ihm.

    Und so läuft es ja in seinem blog: Einschläferndes Vor-sich-hin-Geplapper, aus dem man vor allem nichts lernt. Ständige Behauptungen, keine Fragen. Jemand, der schon immer alles wußte, muss nicht fragen, sondern weist zurecht. Wer nachfragt, wird als Kommentator gesperrt.

    Vielleicht drückt dieser Stil ganz gut eigene Befindlichkeiten aus, wer weiß. Die interessieren mich im Fall bersarin aber kaum. Wer aus Bersarins zahlreichen Adorno-Artikeln einmal irgendwas gelernt hat, möge sich melden. Ich glaube, dass man bei dieser Sprache auch nichts lernen kann, weil es eine verhüllende ist,eine, die bei jedem Problem, wo man Farbe bekennen müsste, ins gemütliche, ins plaudernde, ins baluhafte abdriftet. Das ist nett, das kann einem gefallen, aber wenn in dieser ganzen Belanglosigkeit immer wieder der Kopftreter durchscheint, dann ist es nicht mehr so lustig.

    bersarin, schreib weiter deine Scheiße, das Netz ist groß. Aber nerv hier nicht mehr rum. Es gibt Menschen, von denen ich mich lieber fernhalte. Ein dummgesoffenes, kopftretendes und vermutlich im Kern ziemlich frustriertes Arschloch unter einer antrainierten Maske der Harmlosigkeit gehört dazu.

    Gefällt mir

  11. El_Mocho schreibt:

    Bersarin, du verstehst überhaupt nicht worum es geht. Deine große Philosophie von Aristoteles bis Derrida ist kein isoliertes Phänomen, das einen Maßstab liefert, an dem man den ganzen Rest der Welt messen kann, sondern es ist nur ein Teil der Welt und des menschlichen Lebens. Dazu gehören noch unendlich viele andere Aspekte, die du einfach mal so für irrelevant erklärst. Das ist für dich vielleicht befriedigend, aber es ist letzten Endes der Grund, warum Philosophie heute so unwichtig geworden ist. Leider.

    Gefällt mir

  12. Chinook schreibt:

    „Wer jedoch seine eigenen Begrifflichkeiten und seinen eigenen Horizont zum Kriterium des Verständnisses erhebt“

    Die Aussage an sich birgt in sich großes philosophisches Potenzial. Wie sollte es einem Individuum gelingen, seine eigene Vorstellung von Begrifflichkeiten und seines Horizontes als Grundlage des eigenen Verständnisses zu umgehen? Ist die Welt wie man sie sieht und wahrnimmt, die Welt die andere Leute wahrnehmen? Fragen über Fragen.
    Zum Glück gibt es Orientierung, z.B. die philosophisch verkürzte Herangehensweise Bersarins. Ein Instrument, strukturiert, nachvollziehbar und präzise das geschriebene Wort zu analysieren – und zu rekonstruieren, was Schriftsteller wirklich gemeint haben und sagen wollten. Herrlich. Was würden wir nur ohne „Philosophen“ wie Bersarin machen? Da hätte ja jeder Hanswurst seine eigene Interpretation und Kritik. Werke würden Diskussionen beflügeln und verschiedene Seiten würden unterschiedliche Argumente/Interpretationen aus ein und demselben Text/Satz ableiten. Nein, das geht nun wirklich nicht.
    Ich stell mir die Frage was so manchen alten Denker mehr befriedigen würde. Das auch Jahrzehnte nach der Veröffentlichung sein Werk unterschiedlich interpretiert, über Gehalt/Inhalt gestritten wird und Leute daraus irgendwie eine Erkenntnis ziehen, oder dass Leute den einzig gangbaren Weg eruieren das Werk zu interpretieren, dies Wissenschaft nennen und meinen sie haben damit auch noch Recht?

    „Das ist für dich vielleicht befriedigend, aber es ist letzten Endes der Grund, warum Philosophie heute so unwichtig geworden ist. Leider.“

    Treffend ausgedrückt. Jedoch sind die Philosophen die ich kennengelernt hab doch ganz anders drauf, in der Hinsicht. Allerdings haben sie eben ein Image, welches die akademische Philosophie in Deutschland nun wirklich über Jahrzehnte geradezu kultiviert hat und welches sie auch als problematisch wahrnehmen.

    Gefällt mir

  13. genova68 schreibt:

    Bersarin antwortet nicht mehr. Ich habe ihm gerade den Stecker gezogen. Er kann sich jetzt im Spam-Ordner mit meinem rechtsradikalen Langzeit- und Dauerkommentierer unterhalten. Es ist exakt das zweite Mal, dass ich zu diesem mir unangenehmen Mittel greife.

    Gefällt mir

  14. Jakobiner schreibt:

    „Amerikanische Philosphen würden so einen Schrott nicht veröffentlichen. Die haben das Bedürfnis, verstanden werden zu wollen. Leute wie Derrida freuen sich vermutlich, nicht verstanden zu werden. Das macht einen Teil ihres Ruhmes aus.“

    Diesen Unterschied zwischen anglosächsischen Philosophen und europäischen Philosophen macht auch folgender Text deutlich:

    Hannah Arendt, die deutsche Philosophie und der US-Pragmatismus

    Ich war heute abend im Kino “Hannah Arendt” von Magarethe von Trotha. Ich habe von MvT bisher die Filme Bleierne Zeiten (über die RAF), Rosa Luxenburg und Hildegar von Bingen gesehen. Trotha ist ein bißchen feministisch und möchte uns die grossen Frauen der deutschen Geschichte näherbringen. Diese gefielen mir aber alle mal besser als der Arendt film. Meine Kritik: Der Film bleibt oberflächlich und inhaltlich sehr fragmentarisch. Ellenlange nebensächliche Szenen aus dem Leben Arendts werden gezeigt, aber der Eichmannprozess und die Diskussion darum kamen erst im letzten Viertel und gerade als es mal interessant zu werden droht, bricht der Film gerade ab.Man hätte aber schon nach dem ersten Viertel die inhaltlichen Diskussionen um die “Banalität des Bösen” bringen sollen, dann wäre er interesant und anregend gewesen.Zumal auch mir auffiel, dass der Einfluss Heideggers auf Arendt überhaupt nicht kam, nur dass es eben mal eine Liebesaffäre zwischen beiden gab.Man erfährt nichts über Heideggers Denken und seine Philosophie und den Einfluss auf die gute Hannah.Hannah Arendth ist bekennend in die Heideggerseminare gegangen, um “das Denken zu lernen” und ihre Hauptkritik an Eichmann und dem Nationalsozialismus ist “die Unfähigkeit zu denken”. Inwieweit dies ein Seitenhieb auf ihren ehemaligen Ideengeber und Geliebten Heidegger war, bleibt ungewiss. Aber sie springt immer wieder gerne zwischen “Denken”, bzw. der “Unfähigkeit zum Denken” und “dem Bösen”, bzw.der “Banalität des Bösen”. Ein Wechselbad zwischen Moralkritik und Rationalitätskritik, die da vermengt wird, als hänge Denken und Moral so ursächlich miteinander zusammen und erschliesse die Ratio die Moralität.Zudem Arendth eben auch alle Fronten zwischen Gut und Böse, Tätern und Opfern verschwimmen lässt, wenn sie die Judenräte als für den Holocaust mitverantwortlich macht, bzw, die Ausdehnung “der Bösen” auf alle Lebensbereiche und Menschengruppen so abstrakt aufmacht. Aber hier hat Magarethe von Trotha nicht weitergebohrt. Das wäre aber die eigentliche Leistug eines solchen Filmes gewesen. Kurz: Der Film blieb weit unter meinen Erwartungen und unter dem Potential, das das Thema hat.Hannah Arendt operiert selber mit metaphsisch-religiösen Begriffen wie “das Böse”, abstrahiert den ganzen Holocaust philosophisch und verwechselt auch noch die Ursache und Wirkung, wenn sie den Judenräten eine Mitschuld am Holocaust gibt. Da kann ich sehr wohl verstehen, dass die jüdische Gemeinschaft und Israel gegen diesen krassen Vorwurf heftigen Protest artikulierte.Die eigentliche Kritik kommt von der Assistentin vom New Yorker-Herausgeber Shawn, die eben meint “Wieder so eine europäische Philosophin!”. Gemeint ist damit wohl, dass in den USA als Kernland des Positivismus und Pragmatismus die deutsche Philosophie sehr kritisch beäugt wird, da sie eben nicht so sehr fakten und ergebnisorientiert ist, sondern gerne metaphysische Modelle und Weltbilder entwirft und zur Abstraktion neigt.Karl Popper hat ja die deutsche Philosophie von Marx bis Heidegger immer daraufhin kirtisiert, dass sie mit ihren Begrifflichkeiten und Wortschöpfungen und philosophisch-abstraktem Konvult mehr verdecke, verschleiere, Begriffe und Zusammenhänge verwirre als aufklärerisch zu sein, ja daher immer unter Ideologieverdacht stehe. Und dies alles trifft eben nicht nur auf Heidegger, sondern eben auch auf Hannah Arendt zu.

    Gefällt mir

  15. El_Mocho schreibt:

    „Jedoch sind die Philosophen die ich kennengelernt hab doch ganz anders drauf, in der Hinsicht. “

    Natürlich, es gibt hochinteresante Philosophen, etwa Daniel Dennett, Mark Rowlands oder in Deutschlan z.B. Bernulf Kanitscheider: http://de.wikipedia.org/wiki/Bernulf_Kanitscheider, oder Dominik Perler: http://de.wikipedia.org/wiki/Dominik_Perler

    Die sind allerdings dadurch gekennzeichnet, dass sie 1) Über Kenntnisse verfügen, die über die traditionelle bürgerliche Bildung (Kunst, Philosophie, Literatur usw.) hinausgehen, verfügen, und 2) so schreiben, dass man verstehen kann, was sie meinen, ohne erst jahrelang studiert zu haben und unerlässlich die Bücher, X, Y und Z gelesen zu haben.

    Philosophie kann uns nichts über die Welt lehren, dass können nur die Wissenschaften. Was sie aber sehr wohl kann, ist, die Ergebnisse der Wissenschaften zu interpretieren und auf ihre Konsequenzen hin zu durchdenken. Eine wichtige und interessante Aufgabe, und um so ärgerlicher ist es, wenn da irgendwelche Gurus auftauchen und die Philosophie zum Kult machen wollen.

    Gefällt mir

  16. genova68 schreibt:

    Zu diesem Dauerkampf zwischen Leuten wie Popper und Leuten wie Adorno und ihren Anhängern will ich nichts sagen. Ich finde den Satz, wonach Philosophie uns nichts über die Welt lehren kann, sondern nur die Wissenschaften, problematisch. Ich glaube, ich habe mich solchen Positionen nichts am Hut. Es ging mir mehr um Sprachkritik.

    Ich würde eher Adorno vor denen retten wollen, die ihn instrumentalisieren zur Aufwertung der eigenen Persönlichkeit, die ihn entschärfen durch Geblubber.

    Ich war kürzlich bei einer Buchvorstellung, Adornos Ästhetische Theorie heute, eine Menge Aufsätze, junge Wissenschaftler plus ein alter Professor, Düttmann (das ist der Typ, der Derrida ins deutsche übersetzt hat), UdK, glaube ich.

    https://www.facebook.com/events/768949566468325/

    Es war ein ziemliches Geplapper. Jeder drechselte vor sich hin, die Verständigung auf dem Podium war schon zweifelhaft. Die anschließende Diskussion offenbarte das Dilemma: Obwohl dort zum größten Teil Leute saßen, die einigermaßen im Thema drin waren, ging nichts. Es gab exakt drei Wortbeiträge: Einer wollte die Relevanz von Adorno für Kreuzberg wissen, eine zweite ein aktuelles Beispiel gelungener Kunst (die Dozenten hatten nur Guernica genannt). Zu Kreuzberg fiel den Dozenten nichts ein, zur zweiten Frage meinte die Moderatorin nach einer Weile, sie habe die Schlingensief-Ausstellung im Hamburger Bahnhof gesehen, vielleicht sei das was.

    Noch mal: Das Thema der Veranstaltung war die AKTUALITÄT von Adornos Ästhetik.

    Es geht solchen Leuten in keinster Weise mehr um eine Verbindung von Theorie und Praxis, sondern ums eigene Ästhetisieren, sich schick und schwarz anziehen, leicht affektiert in der Gegend herumstehen und gucken, wo man in diesen schwierigen Zeiten eine befristete Dozentenstelle abstauben kann. Man könnte es das Bersarin-Syndrom nennen.

    Mag sein, dass Adorno mit seinem schwulstigen Geschreibe solche Leute angezogen hat, aber weder er noch die Sache haben das verdient. Die Verneinung von Konkretem, das Vermeiden von Parolen kann nicht ins lart pour lart-Verhalten führen. Und Adorno selbst hat seine Beispiele überdeutlich ausformuliert, und das auch wieder sehr lesbar, ich meine seine musikalischen Monographien und seine Zwölftonmusikbemerkungen.

    Es war eine komplette Sprachlosigkeit bei dieser Veranstaltung, und zwar von Leuten, die vor allem reden. Der dritte Wortnehmer brachte das auf den Punkt. Beispielsweise redete Düttmann zuerst vom Begriff des Begehrens bei Adorno, um umstandslos darauf zu kommen, warum er Adorno begehrt. Mag ja lustig sein, tut aber nichts zur Sache.

    Und es geht hier nicht einfach um wissenschaftliche Veranstaltungen. Ein Postdoktorandenseminar kann machen, was es will. Eine öffentliche Buchpräsentation sollte anders vorgehen. Wer bei einer avantgardistischen ästhetischen Theorie bei Guernica (1938) stehen bleibt, hat nichts kapiert.

    Zumal diese Leute (Engagierte Wissenschaft e.V. aus Leipzig) auf ihrer Webseite schreiben:

    Die AG Ästhetische Theorie beschäftigt sich mit Phänomenen der Kunst und künstlerischer Praxis, dabei im Besonderen mit deren Schnittstellen zu Politik / Gesellschaft sowie gegenwärtiger Philosophie

    Schnittstellen zu Politik und Gesellschaft, soso.

    Aber eine Menge attraktiver Frauen bei der Veranstaltung, immerhin.

    Gefällt mir

  17. Chinook schreibt:

    „Natürlich, es gibt hochinteresante Philosophen, etwa Daniel Dennett, Mark Rowlands oder in Deutschlan z.B. Bernulf Kanitscheider:“

    Das meinte ich damit nicht. Ich denke, daß aus vielen Werken „philosophische“ Erkenntnisse gezogen werden können. Und das keine (erst recht nicht akademische) Gemeinschaft die Eitelkeit besitzen sollte, eine Deutungshoheit in Anspruch zu nehmen.
    Was und wen man als „Philosophen“ betrachtet, ist an sich schon eine sehr individuelle Sache. Eigentlich hat die Philosophie das Manko, daß man ihre Vertreter als verdrehte Vollpfosten wahrnimmt, die ständig nur labern. Allerdings ist das Philosophiestudium das einzige, welches Studenten eine Logikausbildung zugute kommen läßt.
    Im Gegensatz zu Bersarin ist für mich interessant, Werke zeitgemäß zu interpretieren und auf meine persönliche Art und Weise. Meiner Ansicht nach soll jeder ein Werk lesen und das an Erkenntnis für sich selbst rausziehen, was ihm oder ihr als positiv erscheint. Wenn verschiedene Leute aus ein und demselben Werk konträre Schlußfolgerungen ziehen, hat es wohl zum Denken angeregt.
    Wenn Leute lesen und für sich selbst etwas gutes aus einem Buch ableiten können, dann ist das doch perfekt. Und man muß diese Magie, die einige Bücher für manche Menschen haben, doch nicht mit einer akademischen Hermeneutikdiskussion ala Bersarin vernichten.

    Ich persönlich finde viele theoretische Ansätze Poppers gut, aber in vielen andern halte ich ihn für genau den verkopften Idioten, der er nunmal war.
    Etwas was mich ankotzt ist, daß man anscheinend nie unterschiedliche und widersprüchliche Ansichten in verschiedenen Bereichen haben kann. Man sollte immer eine Richtung wählen – und dann das ganze Paket. Zumindest kommen die Leute nicht gut damit zurecht, wenn jemand Ansichten verschiedener Couleur vereint.

    „Alle Kunst ist zugleich Oberfläche und Symbol. Wer unter die Oberfläche dringt, tut es auf eigene Gefahr. Wer dem Symbol nachgeht, tut es auf eigene Gefahr. In Wahrheit spiegelt die Kunst den Betrachter, nicht das Leben.“ (Oscar Wilde)

    Gefällt mir

  18. Chinook schreibt:

    „so schreiben, dass man verstehen kann, was sie meinen,“

    Für mich einer der wichtigsten Eigenschaften eines „Denkers“. Kompliziert formulieren, so das Aussagen kaum verständlich und in der Folge nicht angreifbar sind, können viele. Komplizierte Sachverhalte vorerst auf das notwendige reduzieren und dadurch erreichen, daß möglichst viele Menschen das gesagte verstehen, das können/wollen nur wenige. Sachen kompliziert wiedergeben ist einfach, sie erdenken auch. Komplizierte Sachen so wiedergeben, daß sie verstanden werden, bedarf wahrer Begabung.

    Gefällt mir

  19. Chinook schreibt:

    „2) so schreiben, dass man verstehen kann, was sie meinen, ohne erst jahrelang studiert zu haben und unerlässlich die Bücher, X, Y und Z gelesen zu haben.“

    Wissenschaftliche Herangehensweise sorgt für Vergleichbarkeit der Ergebnisse die an unterschiedlichen Stellen erzielt werden. Auch jahrelang studiert zu haben und die Wissenschaft auf der „eigenen Seite“ zu haben, sorgt nicht für ein höheres Niveau an Wahrheit. Aber Akademiker lieben einfach diese abschreckende Nebelwand. In Bereichen wie Philosophie/Archäologie/Ethnologie etc. glauben die Leute sogar praktisch davon zu leben. Da gibt es viele neue Ansätze, die sich nicht durchsetzen werden solange ein Paradigmenweches einsetzt. Der erst kommt, wenn die alten Wisschenschaftler aussterben.

    Gefällt mir

  20. El_Mocho schreibt:

    Um mal zu verdeutlichen was ich meine: Judith Butler interpretiert „das Inzesttabu und das vorgängige Tabu gegen die Homosexualität als generative Momente der Geschlechteridentität, d.h. als Verbote, die die Identität gemäß den kulturell intelligiblen Rastern einer idealisierten Zwangsheterosexualität hervorbringen.“

    (Judith Butler, Das Unbehagen der Geschlechter,S. 199)

    Dabei sind ihre Quellen im wesentlichen zwei Bücher: „Totem und Tabu“ von Sigmund Freud (1920) und „Die elementaren Strukturen der Verwandschaft“ von Claude Levis-Strauss von 1947. Das man schon seit Ende des 19. Jahrhunderts das Inzesttabu als eine biologisch evolvierte Verhaltensweise zur Vermeidung von Erbkranheiten erkannt hat (und es eine Unmenge Literatur dazu gibt), übergeht Butler schlicht und einfach.

    So was ist für mich blanke Ignoranz. Wenn das moderne Philosophie sein soll, ist Philosophie eben irrelevant.

    Gefällt mir

  21. genova68 schreibt:

    Das Inzesttabu und das Tabu gegen Homosexualität sind doch vermutlich zwei Paar Schuhe oder?

    Ich kann auch zu Butler nichts sagen. Bemerkenswert fand ich bei ihr anlässlich des Streits um den Adorno-Preis vor ein paar Jahren nur, dass es auch da angeblich um Verständnisprobleme ging. Sie legte dann irgendwo nach und erläuterte ihre Ideen in einem Zeitungsartikel, aber auch den Artikel fand ich eher unklar. Vielleicht kann sie genauso wenig schreiben wie Derrida.

    Übrigens: Dein Zitat da oben kann nicht ganz stimmen, weil das Verb im Nebensatz sich auf „Identität“ bezieht, also Singular, es müsste also „hervorbringt“ heißen. Zitate aus dem Satz zu reißen, ist immer problematisch.

    Ich lese offenbar zu aufmerksam für diese Welt.

    Gefällt mir

  22. neumondschein schreibt:

    Bersarin antwortet nicht mehr. Ich habe ihm gerade den Stecker gezogen. Er kann sich jetzt im Spam-Ordner mit meinem rechtsradikalen Langzeit- und Dauerkommentierer unterhalten. Es ist exakt das zweite Mal, dass ich zu diesem mir unangenehmen Mittel greife.

    …ganz schön hart… …hat er bestimmt nicht verdient. Du ziehst Derrida mit der schweren Bratpfanne über den Schädel und jemand anderes meint, Derrida geschehe damit unrecht.

    Übrigens: Ich halte Popper für einen Demagogen. Demagogen wollen natürlich verstanden werden. Jeder, der Popper auf den Leim geht, hat sich bestimmt noch nie ernsthaft mit Mathematik und formaler Logik oder der Umsetzung derselben auf Rechentechnik, also Künstliche Intelligenz, beschäftigt. Solche Leute wissen überhaupt nicht, worum es in Logik überhaupt geht. Zu Poppers Techniken gehören absichtliches Mißverstehen, das Unterschieben von unsinnigen Meinungen und nachfolgendem Eindreschen darauf. Man sollte zumindestens noch eine Zweitquelle anführen, um etwa „Dialektik“ richtig zu verstehen.

    Gefällt 1 Person

  23. genova68 schreibt:

    Wir keilten uns seit Monaten nur sinnlos rum. Es ist Zeitverschwendung. Man lernt bei ihm auch nichts, da er ausschließlich seine eigene Meinung gelten lässt. Wer eine andere hat, wird runtergeputzt. Außerdem missachtet Bersarin basale Richtlinien menschlichen Umgangs. Er ist Sozialdarwinist, der sich mit Ästhetik und Adorno tarnt, damit das nicht so auffällt. Und habe ich ihn mehrfach gebeten, hier nicht mehr zu posten, eben wegen des fehlenden zivilsatorischen Fundaments. Hat ihn nicht interessiert. Und bei ihm darf ich schon seit Ewigkeiten nicht mehr kommentieren. Er hat seinen eigenen blog, das sollte doch reichen.

    In seinem letzten Posting stand als Entgegnung auf meinen Vorwurf, dass er eine virtuelle Kopftreterei betreibe: Wo kein Kopf sei, da könne man auch nicht treten.

    Ich möchte mich mit so jemandem nicht dauerhaft beschäftigen.

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s