o.T. 148

067 (2)(Foto: genova 2013)

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13 Antworten zu o.T. 148

  1. tikerscherk schreibt:

    Noch niederschmetternder als o.T. 147

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  2. genova68 schreibt:

    Echt? Hm. Tja, das Foto ist in der Tat in einem kleinen Dorf zwischen Berlin und Frankfurt/Oder aufgenommen. Ein ausgestorbenes Dorf bis auf zwei bettelnde und klauende Roma-Kinder. Ein Restaurant sollte es laut Schildern an einem See ganz in der Nähe geben. Das war dann ein Büdchen, das Heiße Hexe verkaufte. Gegen Heiße Hexe ist ein Hamburger von McDonald Haute Cuisine. Es ist das real life in Brandenburg.

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  3. tikerscherk schreibt:

    Nichts anderes habe ich erwartet, als ich das Bild sah.
    Das real life kann so erbärmlich sein.

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  4. Sachverständiger schreibt:

    Manchmal liegt, eine alte Weisheit variierend, das Erbärmliche aber auch im Auge der Betrachterin. Zugegeben, das Bild ist kein Stimmungsstimulanz, aber erfreuen Sie sich doch am fein gesetzten Apostroph. Kein Genitiv weit und breit, der zumindest eine falsche Vermutung nahe legen könnte. Zu solcher „Ich scheiße auf Eure Welt“-Grammatik gehört souveräne Verachtung jeglichen Regelwerks. Die Anarchie der Annette Trebs, die den einladend abstoßenden Eingang ihres Ladens stolz betont, sie zeigt wahre Stärke.

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  5. genova68 schreibt:

    Die souveräne Verachtung eines Regelwerks setzt dessen Kenntnis voraus. Ob man das bei Annette tun kann, weiß ich nicht. Aber ich muss leider berichten, dass der Apostroph da oben nicht falsch ist. Er wurde vor einiger Zeit vom Duden als nicht nötig, aber auch nicht falsch definiert. Sage ich jetzt aus dem Gedächtnis. Ist aber auch egal, weil man sowas aus einem Text rauskorrigiert. Weil man nicht mit sowas wie dem Lädchen von Nette in Verbindung gebracht werden will.

    Man kann in solchen Dörfern aber tolle Fotos machen und überhaupt viel entdecken. Immer wieder sehenswert sind die gegenläufigen Zeichen der Zeit: perfekt renovierte Bürgersteige, teuer gepflasterte Radwege, top restaurierte Hausfassaden um den Hauptplatz, ein paar öffentliche Bänke auf der einen Seite, Leere, misstrauische Menschen, verlassene Häuser, aufgegebene oder Ein-Euro-Geschäfte, mentale Düsternis die andere. Fährt man über die Oder nach Polen, ist es genau umgekehrt: Kaputte Bürgersteige, keine Radwege, Bänke mit fehlenden Latten, aber Leute auf der Straße und hinterm Gartenzaun.

    Ganz bedrückend ist es im Oderbruch. Selbst bei Sonnenschein empfehle ich keinem depressiv Veranlagten, diese Gegend aufzusuchen. Es ist noch leerer als leer. Bauhistorisch aber interessant.

    So isses da:

    https://exportabel.wordpress.com/2013/12/11/fallstudie-zur-umstrukturierung-der-wirtschaft-in-ostdeutschland/

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  6. tikerscherk schreibt:

    Das ganze Ensemble, also das (meinetwegen zulässige) Apostroph, sowie die anbiedernde *ulkige* Verwendung des eigenen Kosenamens, das schauerliche Haus mit seinen Schweinsäuglein und den Plastiklidern, die Mülltonnen auf schütterem Rasen, all das beschwört ein fast unheilbares Gefühl der Trostlosigkeit in mir herauf, wie ich es schlimmer nur im nächtlichen Freiluftmuseum Wismar, mit seinen feindseligen Einwohnern erlebt habe.
    Oderbruch ist vorgemerkt, falls mir mal die letzte Stimulation zum Selbstmord fehlen sollte.

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  7. genova68 schreibt:

    Ich kannte wirklich mal jemand,der ist von NRW extra bis in den Oderbruch gefahren, weil er sich umbringen wollte. Er hatte den richtigen Riecher. Hat es dann aber doch nicht gemacht.

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  8. tikerscherk schreibt:

    Gütiger Gott!

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  9. genova68 schreibt:

    :-) Ja, Gott war in diesem Fall wohl gütig. Ich habe die Geschichte aber erst viel später erfahren, sonst würde ich darüber auch nicht so locker schreiben. Ich hoffe, du findest die aktuelle Oderbruchgeschichte nicht pietät- oder geschmacklos.

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  10. tikerscherk schreibt:

    Icke? Woher denn!
    Mein Humor endet bei Mario Barth.

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  11. PLJ schreibt:

    Das ist der erste sogenannte Deppenapostroph, der nicht nur nicht falsch sondern durchaus äußerst sinnergebend ist, denn nett ist das Lädchen vielleicht gar nicht.

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  12. genova68 schreibt:

    Stimmt. Ist mir nicht aufgefallen. Toll, wenn man aufmerskame Leser hat!

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  13. Yadgar schreibt:

    Ostdeutschland: Nazis, Wölfe und im Winter barbarische Minusgrade… eigentlich sollte man die dortigen Taiga- und Steppengebiete als Siedlungsraum für Menschen ganz aufgeben, ferner die Stadt Berlin auflösen und auf die westlichen Bundesländer verteilen!
    .

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