Neues vom Kameraden Momorulez

Da ich gerade das spontane Bedürfnis habe, etwas zu dem pseudoempörten, regressiven Geplapper von Momorulez und Co. zu schreiben, tue ich es hiermit.

Der Tathergang (Links hier und hier): Weiße Studenten haben „Snitch Nigger“ und ein paar „Graffiti“ an eine Wand einer Kunsthochschule in Hamburg gepinselt und wollten damit offenbar schwarze Rapper imitieren. Es gab Empörung, berechtigt, die Typen haben es kurz danach überstrichen.

Damit gewann die Chose aber erst richtig an Fahrt. Ein Momorulez-Leser namens monodromie mailte die Gleichstellungsbeauftragten der Uni an:

Sehr geehrte Frau Jaeger, sehr geehrte Frau Mutter,

in ihrer Funktion als ‘Delegate für Equality’ an der HFBK Hamburg würde es mich interessieren, wie Sie sich offiziell oder inoffiziell dazu positionieren, dass die HFBK Hamburg ganz offensichtlich kein ‘safe space’ fuer nicht-weisse Studierende ist und dieses Faktum offenbar nicht in nennenswerter Art öffentlich thematisiert wird… Daher meine Fragen: wird das Vorhandensein rassistischer und
rechtsextremer Schmierereien IN den Raeumen der HFBK Hamburg auf ‘hoeherer Ebene’, das heisst auf Ebene von Lehrenden- oder Studierendengremien thematisiert? Wird über Konsequenzen dessen nachgedacht?

Antwort der Gleichstellungsbeauftragten:

Als die Lehrenden der dort verorteten Klassen die Sprühereien in ihren Klassen thematisierten, meldeten sich gleich einige der Studenten und zeigten sich dafür verantwortlich.

Am 4.12, zu dem Zeitpunkt als Sie die Fotos veröffentlichten war der Großteil der Schmierereien von den Verursachern bereits selbst beseitigt worden und seit letztem Freitag sind auch die dokumentierten Reste des Graffitis unter weisser Farbe “verschwunden”. Selbstverständlich wurden mit (allen) Studierenden der Grundklassen am Montag nochmals ausführliche Gespräche über den problematischen Inhalt des Schriftzuges geführt so dass wir davon ausgehen, dass die Studenten spätestens jetzt verstanden haben, dass es einen großen Unterschied macht, ob ein Rapper afro- amerikanischer Herkunft in seinem Lied “snitch N*” singt oder ob ein deutscher Student Fragmente dieses Liedes an die Wand der HFBK sprüht.

Beste Grüße,
Heike Mutter / Ingrid Jäger
Gleichstellungsbeauftragte der HFBK

Ganz schlimm finden die Metalust-Diskutanden es, dass Mutter und Jäger in ihrem Antwortschreiben „Nigger“ als Zitat von „snitch Nigger“ ausgeschrieben haben. Schriftführer monodromie verkürzt das dann auf N.

Stand der Dinge: Die Urheber der Schmiererei haben sich gemeldet. Sie wollten wohl schwarze Rapper imitieren. Es wurden wegen dieses Wortes an der Wand mit allen Studierenden ausführliche Gespräche geführt. Damit könnte man es an Sühne und Schuldzuweisung bewenden lassen.

Nicht aber Kamerad Momorulez und seine hysterischen Kollegen. Es folgt Eskalationsstufe Nummer zwei.

monodromie schreibt erneut an die Gleichstellungsbeauftragten. Nach allerlei Pseudoempörung kommt das:

…Vielmehr waren die Schmierereien von einer ‘Qualitaet’, die nicht den geringsten Zweifel an der ‘politischen’ (rassistischen) Haltung ihres Urhebers laesst. Meine Fragen sind also: welche Konsequenzen gibt es an der HFBK gegenueber den Urhebern der rassistischen Übergriffe? Wird offener Rassismus als Kavaliersdelikt und ‘diskursives Missverstaendnis’ an der HFBK nach angeblich ‘klaerenden Gespraechen’ mit seinen Urhebern ad acta gelegt?
Welche Geisteshaltung verbirgt sich in Wirklichkeit hinter solchen brechenden Marginalisierungen der Positionen und elementaren Interessen nicht-weisser Studierender?

Es ist offensichtlich, dass diese Leute sich an Eskalation aufgeilen. Die schmierenden Studenten, denen das alles vermutlich mittlerweile peinlich ist, werden weiter runtergeputzt. Es werden „Konsequenzen“ gefordert. Weiter unten im Thread wirft jemand die Frage auf, ob die Studenten nicht „rausgeworfen“ werden sollen.

Ad acta legen nach Lernfähigkeit geht da gar nicht. Am besten an einen Pranger stellen. Ganz konkret, auf dem Campus. Oder sollen die Typen sich ein Schild mit einem reumütigen Spruch um den Hals hängen?

Interessant auch der letzte Satz des Schreibens. Jetzt sind die Gleichstellungsbeauftragten die Rassisten. Meine Fresse.

Wer Lust hat, kann sich den ganzen Schmonz in den beiden Threads durchlesen. Es ist das immergleiche: Der schwule Momorulez definiert sich und andere als reine Opfer, die jedes Mittel des „Widerstands“ anwenden dürfen. Täter werden bei Bedarf konstruiert. Hassen wird legitimiert, das ist vermutlich die Essenz des Ganzen. Besonderer Clou: Momorulez instrumentalisiert Schwarze, indem er vorgeblich ihre Interessen vertritt und so noch besser hassen kann. Höchste Stufe der Glücksseligkeit: ein schwuler Schwarzer.

Interessant ist noch diese Bemerkung von Momorulez zum Thema:

Im anderen Thread wurde schon deutlich gemacht, dass das Nachforschen nach Motiven der Schmierenden in “entschuldigender” Hinsicht rassistische Strukturen nur stützt.

Wer versucht zu verstehen, fördert Rassismus.

Es erinnert an rechte Strukturen. Wer versucht zu verstehen, macht sich gemein. Solche Argumente kriege ich manchmal umgekehrt von rechter Verwandschaft reingebrezelt. All das läuft im Kontext der Berliner „reclaim society“ und ähnlichen Grüppchen. Es ist die Selbstentlastung durch Konstruktion von Feinden, auf die man treten darf. Natürlich als vermeintlicher Underdog.

Langjährige Exportabel-Leser kennen die, nun, sagen wir: Eigentümlichkeiten von Momorulez. Schade, dass der Junge sich immer weiter verrennt.

In Anbetracht von 2.000 Demonstranten, die in dem 15.000-Einwohner-Kaff Schneeberg dem Aufruf der NPD zu einer Demo gegen Flüchtlinge folgen (um nur ein kleines Beispiel zu nennen): Deppenlinke.

Jetzt aber Schluss mit dem Blödsinn.

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15 Antworten zu Neues vom Kameraden Momorulez

  1. neumondschein schreibt:

    momorulez Dezember 21, 2013 um 1:42 nachmittags
    Trackbacks von Exportabel gelöscht wegen ausgeschriebenem N-Wort. Man che lernen es nie.

    Aha, der liest also Deinen Blog…

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  2. Betrifft: (…) dass es einen großen Unterschied macht, ob ein Rapper afro- amerikanischer Herkunft in seinem Lied “snitch N*” singt oder ob ein deutscher Student Fragmente dieses Liedes an die Wand der HFBK sprüht. (…) – Zitat Gleichstellungsbeauftragte oben.

    Zwei aufklärende Dinge darüber, WER welche Begriffe benutzen DARF oder eben NICHT, erfuhr ich von einem „FARBIGEN“ Kollegen auf dem „Bau“ während meiner Zeit als Maler & Lackierer auf der Tower Bridge: 1. UNTEREINANDER ist der Begriff „NIGGER“ legitim – 2. und auch UNTEREINANDER wird der DEUTSCHE Begriff „SCHWARZ“ als Schimpfwort benutzt. Letzteres vermutlich der DEUTSCHEN Herkunft zu danken. „FARBIG“ (coloured) ist vermutlich auch nicht p.c., weil auf „MISCHLINGE“ gemünzt. Allein schon die Tatsache, das jemand einen Auftrag für die Gleichstellung erhält spricht für sich.

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  3. besucher schreibt:

    Anscheinend sind diese Leute dort die ersten Opfer ihres eigenen „kritischen Weißseins“ LOL. Dabei sind sie in ihrem Geschrei nach absoluter Gründlichkeit in einer „guten“ deutschen Tradition.

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  4. ! Genau wegen solcher Clichés hat man mich eingestellt: „german pünktlichkeit and effiichiency“.

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  5. genova68 schreibt:

    Was gegen eine Gleichstellungsbeauftragte spricht, habe ich jetzt nicht kapiert. Das mit der guten deutschen gründlichen Tradition stimmt wohl.

    neumondschein,
    skurril, dass MR gleich che als Objekt seiner Hassbegierde einbaut. Was unbewusst alles mitläuft…

    Passend zum Thema deutsche Gründlichkeit die Headline von Spiegel-Online:

    „Dobrindt verspricht Deutschen schnellstes Netz der Welt“.

    Drunter machts der Deutsche nicht.

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  6. „Gleichstellungsbeauftragte“ ist ein weiteres von diesen typisch deurschen Komposita. das IMHO eben auch für „gute deutsche Gründlichkeit“ steht und die Tatsache, das wir ein solches „komponieren“ zeigt, dass wir es (und wofür es steht) „anders“ gar nicht in den Griff bekommen und bitter nötig haben. Es sollte eben hier – ebenso wie seinerzeit in London erlebt – selbstverständlich sein.

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  7. genova68 schreibt:

    WENN wir es bitter nötig haben, dann hat der Gleichstellungsbeauftragte seinen Sinn, rein logisch betrachtet.

    Nochwas von MR, weils strukturell passt:

    und dass nun ausgerechnet diese “No Border Camp “-Nummer genutzt wurde, geradezu kampagnenartig auf CW einzudreschen, stützte dann auch Strukturen wie in der HfbK. Worunter dann PoC, die sich da (und nicht nur da) aufhalten, krass zu leiden haben.

    Das No-Border-Camp in Köln letztes Jahr nutzte reclaim society als Bühne, was vielfach kritisiert wurde. MR dreht altbewährt den Spieß um: Kritik daran ist sakrosankt, stattdessen werden flugs die Reclaim-Society-Kritiker als Unterstützer der Graffiti-Schmiererei an der Kunsthochschule hingestellt.

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  8. Herr Gauck bei der Matinee aus Anlass des 65. Jahrestages der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte: „Ratifizierungen allein schaffen nicht Gerechtigkeit.“
    http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Bulletin/2013/12/105-1-bpr-matinee.html
    DAS meinte ich. Ein Beauftragung allein genügt nicht.

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  9. genova68 schreibt:

    Ja, eine Beauftragung alleine genügt nicht. An der Hamburger Kunsthochschule hat die Beauftragte immerhin dafür gesorgt, dass die Schmierereien diskutiert wurden. Ist ja was, immerhin.

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  10. genova68 schreibt:

    Thank you

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  11. Garfield schreibt:

    ich hatte damals nichts dagegen, daß Kinderbücher umgeschrieben werden sollten (wenn auch alles Einzelfälle, wo dann auch je nach Fall zu entscheiden ist) …

    viele Argument der damaligen Gegner – z.B. die Erwartungshaltung an die (manchmal ganz nebenbei auch noch berufstätigen) Mütter, bei jedem rassistisch konnotierten Wort das Vorlesen der Gute-Nacht-Geschichte zu unterbrechen, um dem 4-6jährigen Vorträge über die Historie dt. Linguistik zu geben – waren MMN *leicht* realitätsfern…

    (ich weiß auch nicht, ob die Autoren wie z.B. Astrid Lindgren per se Rassisten waren – ich hab nicht näher mit AL’s Biographie/Lebenswerk beschäftigt, also lasse ich das mal offen – aber zumindest waren die Zitate die dies belegen sollten, ohne Zusammenhang; und man kann Texte grundsätzlich nicht ohne den Kontext der jeweiligen Zeit betrachten)

    Aber so langsam wird das Ganze nur noch wahnwitzig…

    zukünftig werd ich wohl auch an den rassist. Pranger gestellt, wenn ich mich drüber beschwere daß jmd meinen farbigen Cousin „Sand-Nigger“/ „Kamelficker“ o.Ä. genannt hat…
    bzw jmd eine dementsprechende Anzeige erstattet, und die entsprechenden Wörter ausschreibt – statt politisch-„korrekt“ zu formulieren: „er hat mich mit dem N- (K-, X-, Y-, Z-) Wort bezeichnet“

    für mich bleibt hier nur die Frage – haben diese Leute eigtl keine _echten_ Probleme? … Merkels Sprüche stimmen wohl doch: es geht den Menschen einfach zu gut in Deutschland…

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  12. genova68 schreibt:

    Diese Leute haben echte Probleme. Das ist ja gerade das Problem.

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  13. monodromie schreibt:

    oh mann, was ist denn hier fuer ein national-homophober Verein von ‚Linken‘ beisammen, das riecht ja richtig nach Provinz.

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  14. genova68 schreibt:

    National und homophob? Aha.

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