„Tintenwarnung“

sagt mein kleiner, zerbrechlicher und in allen Belangen instabiler Drucker, wenn der Tintenfüllstand zur Neige geht. Tintenwarnung: Werde ich vor Tinte gewarnt wie eine Sturmwarnung vor Sturm und eine Aquaplaningwarnung vor Aquaplaning warnt? Wer kommt auf einen solchen Begriff? Vermutlich Softwareentwickler, Programmierer und ähnliche Leute, die eh schon die Macht übernommen haben. Die neuen Götter, auf den Thron gesetzt aus reinem Utilitarismus. Die Zuckerbergs dieser Welt.

Überhaupt erzählt mir dieser Drucker ständig irgendwas, was ich nicht wissen will. Angeblich liegt etwas außerhalb des Druckbereichs oder es wird ein Papierstau angezeigt, der nicht existiert. Jetzt also die Tintenwarnung.

Bei meinem großen, stabilen und an sich unkaputtbaren Laserdrucker hat es vor einer Weile ganz mechanisch die Innereien zerfetzt. Da hilft keiner der neuen Götter und man stellt fest, dass es neben diesen niemanden mehr gibt. Zumindest niemanden, der einem für einen akzeptablen Preis die Innereien repariert. Das ist schade, denn der Laserdrucker hatte exakt einen Knopf und keinen Ton und also kein Mitteilungsbedürfnis. Ein echter Partner. Vielleicht hatte er aber auch zu viel in sich hineingefressen und es hat deshalb die Innereien zerfetzt. Wer weiß.

Ich setze mich ins Auto, um zwei Kilometer zu einem Druckerladen zu fahren. Dabei möchte ich unangeschnallt bleiben. Das hat den Vorteil, dass man schneller losfahren kann. Man kuppelt beim Platznehmen aus, der Wagen rollt schon ein wenig, man startet den Motor, schließt die Tür und gibt Gas. Ein einziger Fluss, eine Dynamik, die sich bei anderen Leuten erst mit Tempo 180 einstellt. Es sieht außerdem cooler aus. Ich habe die Rechnug ohne Softwareentwickler gemacht: Der Wagen piepst schrill. Je länger ich fahre, desto geringer werden die Abstände zwischen dem Piepsen. Ich vermute, dass der Wagen nach ein paar Kilometern einfach ausgeht, wenn man sich nicht anschnallt. Oder der Airbag haut einem ins Gesicht. Strafe muss sein. Aber bis zu dieser Phase schaffen es nur Taube.

Dürfen darf man unangeschnallt schon lange nicht mehr fahren. Jetzt kann man es auch nicht mehr. Vielen Dank, liebe Softwareentwickler und ähnliche Leute. Die eh schon die Macht übernommen haben.

Wir haben verhaltensgestörten Nerds die Entwicklung der Welt überlassen. Es wird sich rächen. Spätestens, wenn die Tinte alle ist.

020 (2)(Foto: genova 2011)

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14 Antworten zu „Tintenwarnung“

  1. silberfink schreibt:

    Herrgott, ist das Scheiße* was Du da schreibst. (Schuldigung…!) :-)

    *E-Book Qualität**
    ** Hausfrauen-Porno Schreibstil

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  2. genova68 schreibt:

    Das Genre des Hausfrauenpornos wird traditionell unterschätzt. Ehrliche Hausfrauen mit Schwabbelärschen, die auf ihre Körper dennoch stolz sind und sie herzeigen und sich der Lust hingeben. Ich bitte um etwas mehr Respekt.

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  3. silberfink schreibt:

    Ich respektiere jeden Arsch unabhängig von Größe und Festigkeit.

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  4. genova68 schreibt:

    Das freut mich sehr.

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  5. eb schreibt:

    Da muss ich Mitleidsbedingt eine Fahne für die Entwickler schwenken. Von sich aus, würden die nie auf diesen Hinweis- und Geräuscheterror kommen bzw. ungezwungen gar ihre Mitmenschen damit quälen. Aber die haben ihre Macht auch schon lange an Managementstrukturen, Bürokratie, Prozessoptimierungen und dem Handling mit endlosen Normen und Richtlinien verloren. Nicht wenige, müssen sogar ihren Arbeitsplatz fotografieren, damit der auch täglich anhand des Beispiels genau so aussieht. Und wenn mal nicht, dann hupt bei denen auch ständig was und mahnt mit dem ordnenden Finger. Ich kann dir versprechen, – stellenweise, gehts denen noch schlimmer, wie deinem Laserdrucker. Und ich befürchte, dass wird noch schlimmer. Die komplett funktionalisierte Überwachung, – von allem, und mit was du etwas tust. Und alles nur zu deiner Sicherheit :-) (Auch das Rückzugsgebiet in die Toilette, werden sie bekommen)

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  6. genova68 schreibt:

    Also, wenn es bei den Entwicklern auch hupt, dann muss ich meine Kritik natürlich zurücknehmen. Mein neuer Wasserkocher hupt übrigens auch: Beim einschalten und wenn es kocht. Letzteres könnte man noch so halbwegs verstehen. Ein sehr lautes Hupen. Nicht abstellbar. 80 Euro von Bosch. Beim Wasserkochen wecken also alle Schlafenden in der Wohnung auf. Wo sind die Leute bei Bosch, die sich über sowas Gedanken machen?

    „Managementstrukturen, Bürokratie, Prozessoptimierungen und Handling mit endlosen Normen und Richtlinien“

    Sind die fürs Hupen verantwortlich? Ich weiß nicht so recht. Ich habe schon oft erlebt, dass authistische Techniker, diese ganzen Computerheinis, sowas machen. Einfach, weil sie´s können.

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  7. eb schreibt:

    Sind die fürs Hupen verantwortlich?
    Schon ein wenig. Du glaubst gar nicht, in wieviel Din-Normen ne Hupe drin steckt :-) Aber gut, – dass mit den Computerheinis, kann dir jetzt auch keiner wiederlegen. Heute sind 8 von 10 Informatikern Wirtschaftsinformatiker. Und die hängen alle im Management und sinnen sich so einen Mumpitz aus. Die Arbeit müssen dann die techn. Informatiker machen, weil die wissen, wie man ne Hupe auslöst. Echt schwierige Sache, – das. :-)

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  8. genova68 schreibt:

    „Heute sind 8 von 10 Informatikern Wirtschaftsinformatiker. Und die hängen alle im Management und sinnen sich so einen Mumpitz aus.“

    Das ist doch eine interessante Aussage, die die Synthese unserer Meinungen ermöglicht. Programmierung verbindet sich mit Management.

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  9. eb schreibt:

    Programmierung verbindet sich mit Management.

    Da sind wir sogar mehr als einig. Ich seh das sogar fast schon als eine Art latent religiöse Grundeinstellung, die in allen möglichen Bereichen wütet.

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  10. hANNES wURST schreibt:

    Dass das Auto piept wenn man nicht angeschnallt ist haben wir der EU zu verdanken. Es gibt Abhilfe: „Fake“ Schnallen ohne Gurt, die immer eingesteckt bleiben. Oder einfach Gurt durchtrennen. Man kann das durch T-Shirts mit aufgedrucktem Gurt perfektionieren.

    Im Übrigen sind Genovas Anwürfe gegen die Entwickler genauso intelligent, als würde er den Paketzusteller wegen der mangelnden Qualität der gelieferten Ware anfeinden.

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  11. silberfink schreibt:

    Zudem sind sie (mehrfach und wiederholt) diskriminierend.
    Genova braucht dringend ein Schreibhilfeprogramm mit (Warn)Hupe…

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  12. genova68 schreibt:

    Soll ich jetzt etwa mit so einem hässlichen T-Shirt rumfahren? Nein, danke. Ich fordere ein EU-weites Abstellen der Pieperei. Und zwar noch vor Weihnachten. Auch für meinen Wasserkocher.

    Die Softwareentwickler sollte man nicht so einfach aus der Verantwortung entlassen, siehe die Einlassungen von eb, Informatiker und Management.

    silberfink,
    diskriminierend? Gegen wen? Die einzigen, die hier diskriminiert wurden, waren die Pornohausfrauen. Und zwar von dir. Ich musste dich zur Ordnung rufen.

    Softwareentwickler kann man nicht diskriminieren, die haben zuviel Macht.

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  13. Chris(o) schreibt:

    Bevor mein Drucker irgend etwas ausdruckt, grummelt er erstmal minutenlang vor sich hin, so als wolle er meinen Text kommentieren und sich in Ruhe überlegen, ob er diesen Auftrag überhaupt annehmen möchte.Ich respektiere die Bedenken und Meckereien meines Druckers, da mir ja auch nichts anderes übrig bleibt und ich seine Bedenken, so er sie hat, teilweise teile.Ich wage nicht, den Drucker auszutauschen, da ich fürchte, der neue könnte noch pingeliger sein.So arrangieren wir uns.

    Gegen hupende Wasserkocher hätte ich rein gar nichts einzuwenden, kenne ich doch noch den guten alten Flötekessel aus eigener Erfahrung.
    Wie sollte mich eine Hupe da noch schocken.Die jungen Leute sind aber auch rein gar nichts mehr gewohnt…..!

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  14. genova68 schreibt:

    Den alten Flötenkessel finde ich akustisch sympathischer, alleine schon wegen des technischen Prinzips, das dahintersteckt.

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