Hausbesitzer in Kreuzberg: „Ich könnte gerade sehr viel Geld verdienen.“

Eine Projektgruppe von Geografen der Freien Universität Berlin hat sich mit den Mietsteigerungen rund ums Kottbusser Tor in Kreuzberg beschäftigt, meldet die Welt. Ein Ergebnis: Die Neuvermietungen sind zwischen 2008 und 2013 um 56 Prozent auf durchschnittlich 9,50 Euro kalt gestiegen. So weit, so bekannt. Interessant ist die Aussage dieses Hausbesitzers:

Ehrlich zeigte sich auch ein Neuvermieter, der 2009 ein Wohn- und Geschäftshaus im SO36 gekauft hat: „Die Sache sehe ich langfristig, ich will das Haus auf absehbare Zeit behalten und nicht als Eigentumswohnungen einzeln verkaufen, auch wenn ich gerade sehr viel Geld verdienen könnte.“ Derzeit reichen seine Mieteinnahmen für Zinsen und Instandhaltung.

Sicher ist der Hausbesitzer ein netter Mensch, individuell betrachtet. Systemisch ist das ein Hinweis darauf, wie der Sozialstaat funktioniert: Der Vermieter entscheidet selbst, ob er sozial agiert oder ungehemmt Kasse machen will. Die Bewohner sind dem ausgeliefert. Derzeit ist er nett, aber im Briefkasten kann jederzeit die Kündigung und Ankündigung der Umwandlung in Eigentumswohnungen liegen, also das passieren, was in der Gegend dort seit Jahren massenhaft passiert. Es ist ein Hinbiegen juristischer Verhältnisse in eine der Kapitalrente lukrative Form. Sie scheint den Interessen des Vermieters auf den Leib geschneidert, der sich dann entscheiden kann, ob er gemäßigt oder „sehr viel“ Geld verdient. Der Sozialstaat tritt dann in Form des Jobcenters auf, der den Betroffenen eine Wohnung am Stadtrand anbietet.

Das Kapital tritt hier personifiziert als Kapitalist auf, als Hausbesitzer, als jemand, der in seinen konkreten Einflussmöglichkeiten auf die Befindlichkeit der Bewohner an einen Feudalherrn erinnert. Man ist Abhängig von seinem good will. Diesen Zustand propagiert seit Jahren Peter Sloterdijk: Zurück in die Zukunft mit nur noch persönlichen Bindungen an den Herrn, dem so die Möglichkeit gegeben wird, sozial zu agieren und dadurch das Selbst zu bewerben. Eine Entwicklung analog zur Selbstoptimierung, zur populären Forderung von „Chancen“, die jeder bekommen müsse. Gesellschaftliche Prozesse, Rückkopplungen werden ausgeblendet, es gibt sie nicht. Es gibt nur das Du, das einen bei Ikea ständig anspricht.

Der Markt und das Subjekt, sonst nichts.

In Paris kann man die Entwicklung der Entwicklung beobachten:

Wohnraum ist sehr rar und sehr teuer. 40 Euro pro Quadratmeter sind im Stadtzentrum üblich. Eine 100-Quadratmeter-Wohnung an guter Lage kostet also rasch einmal 4000 Euro – für eine Mittelklasse-Familie völlig unerschwinglich.

Aber auch aus eigentlich unbewohnbarem Raum schlagen Eigentümer Kapital; in Immobilienannoncen erkennt man ihre Kellerräume und Rohbauten unter Prädikaten wie „untypisch“, „interessant“ oder „muss aufgefrischt werden“.

Als Gegenmaßnahme hat die grüne Wohnungsministerin Cécile Duflot schon im September ein Gesetz präsentiert, das Wucherzinsen zu unterbinden sucht. Es sieht vor, dass die Behörden jährlich einen Durchschnittszins pro Bezirk festlegen. Die einzelnen Mieten dürften davon nur um 20 Prozent abweichen. Das Gesetz liegt derzeit im Parlament und wartet auf seine Verabschiedung. Die Immobilienbranche versucht es noch mit dem Argument zu verhindern, man könne nicht alle Wohnungen über einen Leisten schlagen. Die Rechtsopposition behauptet zudem, der Wohnbau werde durch das Gesetz abgewürgt; dies steigere die Nachfrage und kurble die Preise sowie die Schwarzmarkt-Vermietung an.

Eine skurrile Maßnahme: 40 Euro pro Quadratmeter sind in Ordnung, problematisch wird es erst ab 48 Euro. Eine Miete von 4.000 Euro für 100 Quadratmeter sind in Ordnung, 4.800 auch noch, aber da wird es für Grüne immerhin grenzwertig. Fürs Kapital ist daran grenzwertig, dass überhaupt jemand so unverfroren ist, Renditeobergrenzen einzuziehen: Der „Markt“ werde dadurch außer Kraft gesetzt. Im Klartext: 48 Euro pro Quadratmeter sind nicht genug.

Die Kreuzberger können daraus jedenfalls lernen: Es ist noch Luft nach oben.

009 (2)(Foto: genova 2011)

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21 Antworten zu Hausbesitzer in Kreuzberg: „Ich könnte gerade sehr viel Geld verdienen.“

  1. alphachamber schreibt:

    Wenn man sich von einem irrationalen populistischen Konstrukt „Sozialstaat“ (das es nicht geben kann, weil es schon dutzende-male gescheitert ist) in seinem Handeln beeinflussen lässt, kann man auch den Kapitalismus nicht verstehen.
    Stevie Wonder sang es am besten: „if you believe in something you don’t understand, than you suffer…!“

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  2. genova68 schreibt:

    Na, immerhin gebe ich mir Mühe, den Kapitalismus zu verstehen. Ich „glaube“ nicht an den Kapitalismus, sondern beschreibe in dem Artikel einigermaßen präzise, was passiert. Leiden tun wir alle, nur merken es manche nicht.

    Wie hoch ist eigentlich Ihre QM-Miete in Ihrer Residenz in Phnom Penh?

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  3. alphachamber schreibt:

    „Na, immerhin gebe ich mir Mühe, den Kapitalismus zu verstehen…“
    Dagegen suchen Ihre Artikel darzulegen, dass sämtliche sozialen Probleme auf den K. zurückzuführen sind. Aber vielleicht verbessert sich Ihre Argumentation noch.
    „Leiden tun wir alle, nur merken es manche nicht…“
    „Leiden“ ist eine metaphhysische Entität. Wenn Sie „leiden“, dann glauben Sie auch. Menschen für die das Gesetz der Identität gilt können nicht leiden.

    Betr. PhnomPenh: Ich besitze meine Residenz. Mieten verhalten sich wie in allen offenen Gesellschaften: Angebot+Nachfrage. In den besten Lagen (am Mekhong) ca. €15-18 /m2, außerhalb Zentrum: € 6-10. Kaufpreise: € 1,200/m2 (gute Lage).
    Nette Grüße

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  4. Chris(o) schreibt:

    Was ist das „Gesetz der Identität“?
    Vielleicht können wir es denen verordnen, die sich, aus welchen Gründen auch immer, im Zustand des Leidens befinden.

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  5. garfield080 schreibt:

    «“Leiden” ist eine metaphhysische Entität. Wenn Sie “leiden”, dann glauben Sie auch. Menschen für die das Gesetz der Identität gilt können nicht leiden.»

    den Spruch halte ich dann doch für *leicht* theoretisch…

    viele Leute können das sicher ehrlich behaupten – satt, und aus der Friedlichkeit des Klosters/Besitzes/wasauchimmer, mit entsprechend Ruhe zum Verstehen

    nehmen wir Besitz, Ruhe, Frieden, und das populistische Konstrukt Sozialstaat aber mal weg; und legen vllt noch 2, 3 Jobs/Schichten oben drauf, ständig übermüdet & als nervliches Wrack – oder geben einfach gar keinen, dafür aber Schmerzen vor Hunger und kein Morphium etc im Krankheitsfall (es muß ja nicht gleich ein Folterknast der Roten Khmer sein) – wieviele Leute dann noch so einen Spruch bringen würden, wage ich mal stark zu bezweifeln…
    sogar Zen-Meister können sich nicht komplett vom Körperlichen frei machen

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  6. alphachamber schreibt:

    Hallo Chris(o)
    Seit Aristoteles gilt der Satz der Selbstidentität der Dinge: A=A.
    Es ist das Axiom der Realität, Prinzip der objektivistischen Philosophie und der Knoblauch der begriffsverdrehenden altruistischen Draculas. ;-)
    Verordnen würde ich niemanden etwas, empfehlen als palliative Studie – ja
    Nette Grüße

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  7. alphachamber schreibt:

    @garfield80
    Ich hätte noch hinzuzufügen sollen: „Physische Leiden, die unter Schmerzen einzuordnen sind, ausgenommen“. Glaubte aber auch so verstanden zu werden. Habe ich jetzt hiermit getan.
    Darum ging es in dem Artikel sicher auch nicht. Denn, dass physische Leiden in totalitären Regime überproportional größer sind (schon alleine durch schlechtere klinische Versorgung, von Foltern einmal ganz abgesehen) ist hoffentlich kein Thema, nein?
    Grüße

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  8. genova68 schreibt:

    Angebot und Nachfrage, soso. Dann sind die 40 Euro in Paris auch in Ordnung. Das kann sich vermutlich das reichste Prozent der Franzosen leisten. Die restlichen 99 ziehen weg oder gar nicht erst hin.

    Das BIP pro Kopf beträgt in Kambodscha laut wikipedia rund 800 Euro jählich. Woher da die Nachfrage nach Wohnungen mit 15 Euro pro qm kommt, ist mir nicht ganz klar, abgesehen von dem einen Prozent Reiche, die es dort auch geben wird. Sie haben natürlich die Möglichkeit, sich an dieses eine Prozent zu wenden. Die restlichen 99 werden Sie damit nicht überzeugen. Die brauchen zwar auch Wohnungen, aber nach Ihrer Marktlogik vermutlich nicht, denn die fragen Ihre Wohnungen nicht nach.

    Ich kann mich mit solchen Positionen nicht ernsthaft auseinandersetzen, das ist Sozialdarwinismus pur. Dazu sollte man sich dann wenigstens bekennen.

    P.S.: Ich schreibe nirgendwo, dass alle sozialen Probleme auf den Kapitalismus zurückzuführen sind. Das wäre eine merkwürdige Analyse.

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  9. alphachamber schreibt:

    1. Jeder sollte ein klima-geschütztes Dach über dem Kopf haben als Grundrecht, nicht aber in einer “gewünschten Lage”. Warum verlangen gerade die Einkommenschwächsten ein Recht auf Wohnen in den Metropolen.
    2. „Das BIP pro Kopf beträgt in Kambodscha laut wikipedia rund 800 Euro jählich. Woher da die Nachfrage nach Wohnungen mit 15 Euro pro qm kommt, ist mir nicht ganz klar“
    Nehmen wir eine Gruppe mit 2 Menschen (damit es wirklich klar wird). Der eine besitzt € 1, der andere 10 Millionen. Ist dies nun eine reiche oder eine arme Gruppe?
    3. „Ich kann mich mit solchen Positionen nicht ernsthaft auseinandersetzen“.
    Das geht auch nur, wenn man an Stelle des emontionellen den rationalen Teil seiner Gedanken einsetzt. Jeder Mensch hat einen Verstand. Aber die Anwendung der potentiellen Vernunft bleibt freiwillig.
    Nette Grüße.

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  10. genova68 schreibt:

    Sorry, verschonen Sie mit mit diesen Schwachsinn. Dafür ist meine Zeit zu kostbar.

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  11. alphachamber schreibt:

    Warum dann dieser Blog?

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  12. Garfield schreibt:

    «Physische Leiden … ausgenommen»

    mit psychischen Leiden ist das aber auch so ne Sache. Wenn jmd z.B. gerade sein Kind verloren hat, und dann _nicht_ leidet … naja
    Egal, (ich denke) ich weiß was Sie meinen – nur will das Überwinden von Leid halt auch erstmal gelernt sein, was best. Umstände voraussetzt

    «Denn, dass physische Leiden in totalitären Regime überproportional größer sind…»

    die Frage ist nur, wie weit sich „richtiger“ Kapitalismus, auch noch minus Sozialstaat, überhaupt von totalitären Regimen unterscheidet…
    ob die Leute im Knast verrecken, oder in Freiheit – weil sie sich keine med. Behandlung leisten können; ob sie ins Lager gesteckt werden, oder dort „freiwillig“ – alternativ zum Hungertod – reingehen… unterm Strich kein so großer Unterschied.

    lange Rede kurzer Sinn: totaler Kapitalismus & totalitäre Regime kommen für mich so ziemlich auf’s selbe raus.
    Ersetze Chefetage(n) durch Regierung(en) – das war’s

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  13. genova68 schreibt:

    alphachamber,
    was sollen denn diese vielen absurden Fragen? Meinen Sie, ich betreibe diesen blog, um mich mit Ayn-Rand-Fans auseinanderzusetzen? Das funktioniert schriftlich nicht, zu aufwändig. Wenn Sie mal in Berlin sind, können wir uns gerne auf ein Bier treffen, dann erzählen Sie mir Ihre Geschichte. Ich bin sicher, sie ist interessant. Hier nicht. Sie können hier natürlich schreiben, was Sie wollen, aber erwarten Sie nicht, dass ich mich damit beschäftige. Solche Diskussion habe ich zur Genüge geführt, das bringt höchstens etwas, wenn jemand sich langweilt und Unterhaltung braucht.

    „Warum verlangen gerade die Einkommenschwächsten ein Recht auf Wohnen in den Metropolen.“

    So ein Satz zeigt, dass sie ein völlig anderes Denken haben. Sie denken nicht gesellschaftlich, sondern individuell. Es ginge hier um Stichworte wie Stadtentwicklung, soziale Stadt, Kreuzberger Mischung, Rendite, Gentrifizierung, Vertreibung, Sicherheit und Grundrechte. All das ist Ihnen vermutlich egal, weil sie gar nicht wissen, was das gesellschaftlich bedeutet.

    In Ihrem Blog schreiben Sie beispielsweise:
    Was hat uns der Altruismus gebracht und wohin führt er uns?

    Zunächst ist der Altruismus verantwortlich für den Zerfall unserer Kultur, Sitten und Traditionen und brachte die Masse näher an den wirtschaftlichen und finanziellen Ruin. Er brachte keine menschlichere Gesellschaft, im Gegenteil, er ist der Ursprung sinnloser Gewalt, Brutalität aus Langeweile, Drogenmissbrauch, Ziellosigkeit, Gefühlslosigkeit, Kontaktarmut und Verlust der Umgangsformen.

    Ich kann damit nichts anfangen, ich weiß nicht mal wirklich, was Sie meinen. Es scheint in die Richtung zu gehen, dass Sie allen Ernstes meinen, „wir“, wir Deutsche oder wir Westler seien selbstlos. Welch skurrile Ansicht nach Jahrhunderten Kolonialismus und Weltbeherrschung und Ausbeutung. Und was die aktuelle Situation angeht: Sie kennen die Vermögensverteilung und Entwicklung nicht, sonst kämen Sie nicht auf diese schlicht falschen Behauptungen.

    Für Sie gilt das Recht des Stärkeren, und wer der Schwächere ist, der hat vermutlich kein Lebensrecht.

    Dieser Standpunkt ist höchstens in seinem Extremismus interessant, so, wie man sich auch einen Film anschaut, in dem eine Phyton ein Krokodil verspeist. Der Horror hat seinen Reiz.

    Lesen Sie intensiv meinen Blog, sie können hier enorm lernen.

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  14. alphachamber schreibt:

    Ihre Antworten haben unserer Forschungsarbeit sehr geholfen.

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  15. genova68 schreibt:

    Na, immerhin etwas.

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  16. alphachamber schreibt:

    Hallo!
    Mein letzter Kommentar galt eigentlich für Garfield.
    „…sie können hier enorm lernen.“
    Das bezweifle ich: Um interessant zu schreiben, muss man zunächst einmal lesen und das Gelesene verstehen können.
    Sie nehmen zu viel über mich an. Persönlich finde ich gleiche Meinungen langweilig – aber es gibt keine größere Zeitverschwendung als ein Diskurs ohne Syllogismen.
    Es ist Ihr Blog und ich möchte nicht das letzte Wort haben.
    Nette Grüße

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  17. besucher schreibt:

    Naja, immer wenn sich die Deutschen in Richtung Weltherrschaft aufmachten bekamen sie von den Allierten eins auf den Deckel. In der Kolonialdebatte sollte man seinen Focus besser auf Frankreich, Spanien, UK und das Sultanat, Persien und Arabien richten. alphachamber scheint ein etwas verqueres Weltbild in Bezug auf den öffentlichen Raum zu haben. Bauen sie doch selber eine Stadt, dann können Sie genau bestimmen wer wo wohnen darf und zahlen soll und kann.

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  18. genova68 schreibt:

    Es wird ziemlich skurril, wenn man sich über alphachamber und sein Umfeld via google informiert. Er arbeitet mit einer Frau namens Susanne Kablitz zusammen, die sich in ihrem blog so beschreibt:

    Susanne Kablitz,
    Jahrgang 1970

    Tief verbunden mit der Österreichischen Schule der Nationalökonomie, klassisch liberal und mit Leidenschaft für die Individualität der Menschen

    Und sie schreibt Artikel wie

    „Altruismus – Kult der Neurotiker?“ Auch dort die Haltung, dass die Libertären die Rationalen sind, die anderen sind halt zu emotional.

    Nicht verwunderlich auch solche Passagen:

    Das Ausland schätzt uns für unseren Fleiß – besonders für unsere fleißige Selbstzerstörung. „Germania esse delendam“ – keine Sorge, wir haben’s bald geschafft!

    Es hätte mich gewundert, wenn solche Leute nicht doch irgendwann rechts abrutschen und sich diesbezüglich von der NPD nicht unterscheiden.

    Misesradikalenskis. Sozialdarwinisten. Gesellschaftsauflöser. Egoshooter. Aber auch Traumtänzer.

    Interessant immerhin die ausgesuchte formale Höflichkeit dieser Leute, die so merkwürdig kontrastiert mit den politischen Konzepten.

    http://susannekablitz.wordpress.com/2013/08/27/altruismus-kult-der-neurotiker-teil-drei/

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  19. El_Mocho schreibt:

    Da zeigt sich wirklich erstaunliches Unwissen. Ohne Altruismus hätte de natürlich Auslese uns längst beseitigt, s. Hier:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Reziproker_Altruismus

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  20. genova68 schreibt:

    Danke für den Hinweis. SO stelle ich mir sinnvolles bloggen vor :-)

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  21. genova68 schreibt:

    Interessant, dieser Mises. Vielleicht ist das hier eine Lösung des Rätsels, warum man von solch einer Lehre fasziniert sein kann:

    Mises übernahm die Idee des synthetischen Apriori von Immanuel Kant, dass es wahre Aussagen über die Realität gebe, die man aus einfachen Axiomen und der Logik ableiten kann und deshalb nicht mehr getestet werden müssen … [Mises] Ansicht, man könne wirtschaftliche Gesetze a priori durch rein deduktive Schlüsse und ohne empirische Beobachtung feststellen, wird von fast allen heutigen Wirtschaftswissenschaftlern abgelehnt

    Und:
    [Sein Buch Human Action] sollte eine vollständige Wissenschaft vom menschlichen Handeln liefern, die von Mises Praxeologie nannte. Als einzige korrekte Methode dieser Praxeologie, die die Wirtschaftswissenschaft als Teilgebiet umfassen sollte, sah von Mises logisch-deduktives Schließen. Die Praxeologie könne so objektive, a priori wahre Gesetze feststellen. Das Buch wurde in weiteren Auflagen noch erweitert und umfasste schließlich knapp 1.000 Seiten.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_von_Mises

    In „Human Action“ wollte er angeblich „eine allgemeine Theorie menschlichen Handelns“ liefern. (http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/rezensionen/2.1716/der-letzte-ritter-des-liberalismus-1485962.html) Friedman bezeichnete er, so die FAZ, als „Sozialisten“, haha.

    Wer meint, es gebe wahre Aussagen über die Realität ohne Anschauung, erliegt einem verständlichen Faszinosum, der Möglichkeit der Machtausübung über die Welt, ohne sich mit ihr auseinanderzusetzen. Sozusagen eine Vulgarisierung Kants.

    Und Mises wird vermutlich immer Fans haben, weil er in der Praxis nie widerlegt werden wird. Welche Gesellschaft wollte sich sowas dauerhaft antun?

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