Ein Volksverhetzer wird Berlin-Chef beim Spiegel

Mal abgesehen von moralischen Erwägungen, einen Nikolaus Blome, der für die Griechenland-Berichterstattung der Bildzeitung verantwortlich ist, zum Spiegel zu holen: Was streckt strategisch hinter einer solchen Entscheidung? Der Spiegel ist eine populäre Marke, die gälte es doch zu schützen, gerade in einer Zeit, in der die Printmedien in der Krise stecken. Dazu gehörte, dass man einen leitenden Springer-Mann nicht zum Spiegel holt.

Stattdessen verscherzt es sich der neue Spiegel-Chefredakteur Wolfgang Büchner mit fast der kompletten Redaktion.

Vor ein paar Jahren nannte der Spiegel die Bildjournalisten in einer Titelgeschichte noch „Brandstifter“. So könnte man mittlerweile auch Jakob Augstein nennen, der Vorzeigelinke. Er plappert seit Jahren mit Blome im TV und sorgt damit für Akzeptanz eines Volksverhetzers im sogenannten linken Lager. Er sprach sich jetzt klar für Blome als Spiegelmann aus. Seine Schwester Franziska findet das einen „Skandal“. Recht hat sie.

Jürgen Leinemann – Gabor Steingart – Nikolaus Blome

So lauten chronologisch geordnet die Namen der Leiter des Hauptstadtbüros des Spiegel. Mehr muss man zum Niedergang eigentlich nicht schreiben.

Vielleicht ist die Antwort auf die strategische Frage nicht vernunftgesteuert zu bekommen:

So finden sich in der Führungsetage von Unternehmen dreieinhalb Mal mehr Psychopathen als in der durchschnittlichen Bevölkerung. Dies äußerte Psychologe und Forensiker Rober Hare aus New York. Dies wurde in Hunderten von Interviews herausgefunden.

086(Foto: genova 2013)

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11 Antworten zu Ein Volksverhetzer wird Berlin-Chef beim Spiegel

  1. Das geschrei um Nikolaus Blome ist überflüssig – das ist endlich eine konsequente entscheidung, den zum »Spiegel« zu holen. Wer lesen kann, weiß ohnehin seit jahren, wo er dies blättchen einzuordnen hat. Vielleicht fällt es jetzt mal ein paar mehr leuten auf, was für ein doofes propagandablatt das ist.

    Wenn Augstein mit Blome redet, ist man keinesfalls gezwungen, deshalb den Blome zu akzeptieren. Es steht einem völlig frei, stattdessen den Augstein als maulhure zu betrachten.

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  2. genova68 schreibt:

    Ach Mechthild, wer lesen kann, sollte das erstmal tun. Ich vermute, du hast den Print-Spiegel noch nie gelesen, sonst wüsstest du, dass dort immer noch guter Journalismus geboten wird. Es stimmt, dass die einen neoliberalen Schwenk gemacht haben und Leute wie Steingart oder Matussek sind rechts und vor allem dumm, aber das ist nicht alles. Es gibt gute Reportagen, hin und wieder gute Titelgeschichten. Nicht einfach nur doofes Propagandablatt.

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  3. Stimmt, wer etwas gegen dieses meisterwerk des Deutschen journalismus sagt, hat es selbstverständlich nie gelesen. Ich gebe offen zu, daß ich in den letzten ca. fünf monaten tatsächlich nie einen gedruckten »Spiegel« gelesen habe, weil ich mir überlegt habe, daß mir die im schnitt ein bis zwei guten artikel im heft, deren existenz ich überhaupt nicht bestreiten möchte, mir keine 4€20 wert sind.

    Man kauft mit dem »Spiegel« rund 160 seiten bedrucktes papier. Im schnitt sind ca. 40 davon mit werbung bedruckt, das muß wohl so sein, und ungefähr 10 bis 15 seiten auf denen einem guter journalismus geboten wird. Den rest kann man als füllmaterial betrachten. Ich empfinde es als zumutung, einen haufen mist angedreht zu bekommen, aus dem man sich dann eine perle raussuchen soll.

    Ob man nun ein prozent guten jounalismus zu lesen bekommt oder null, macht ehrlich gesagt keinen übermäßig großen unterschied.

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  4. besucher schreibt:

    Blome zum Augstein, das passt doch super. Das linke Lager möge bitte nicht den Fehler machen den Spiegel als einen der ihrigen zu betrachten. Der Spiegel ist mal pro Merkel, mal pro Steinbrück, Anti-Israel (Augstein) und immer ohne Charakter.

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  5. genova68 schreibt:

    Mechthild,
    was für dich ein Haufen Mist ist, würde mich interessieren. Nicht alles, was nicht in dein extremes Weltbild passt, ist Mist. Vielleicht wäre dein Weltbild nicht so extrem, wenn du nicht so viel als Mist bezeichnen würdest.

    Der Spiegel hat nur zu einem Viertel Werbung? Das wäre doch ziemlich wenig.

    besucher,
    ich glaube auch, dass der Spiegel massiv nachgelassen hat, neoliberal gewendet ist. Das zeigt schon die Liste der Hauptstadtbüroleiter. Aber es kann bei einem guten journalistischen Produkt nie um die Zugehörigkeit zu einem Lager gehen, sondern um guten Journalismus. Und der ist tendenziell immer links, weil aufklärend.

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  6. Garfield schreibt:

    ich denke das Haupt-Problem beim Spiegel ist wohl, daß die Artikel der Online- kaum von denen der Print-Redaktion zu unterscheiden sind.

    zumindest was SpOn angeht, hat Mechthild jedenfalls absolut Recht – was anderes als „Propaganda“ kann man das beim besten Willen nicht nennen.
    Nicht nur pro neoliberal oder Regierung – sondern v.A. pro Nato & Krieg.
    In Lybien, wie jetzt auch Syrien, war SpOn bisher noch keine Meldung zu haarsträubend, sie sofort unreflektiert in der Welt zu verbreiten… und wo sich die Wahrheit nicht komplett verschweigen läßt, wird sie halt *leicht* zurechtgebogen – z.B. daß von den Waffenlieferungen an die Rebellen „v.A. die Gemäßigten“ profitieren würden
    v.A. was das Forum angeht, hat SpOn schon längst mit Welt etc gleichgezogen.

    nur ist für „nicht-Medien-Insider“ halt nicht offensichtlich, daß die Print-, eigtl recht wenig mit der Online-„Zeitung“ zu tun hat… z.B. als ich das (ziemlich spät) mal mitgekriegt hab, war ich durch SpOn schon so abgeschreckt – ich hätte das Heft nicht mal mehr geschenkt genommen…
    Für SpOn wär Blome aber auf jeden Fall die perfekte Besetzung. Dann stimmt das Etikett wenigstens mit dem Inhalt überein.

    was Augstein angeht – „im Zweifel links“ ist Programm.
    MMN der typische „Mode-Linke“ – „links“, weil er es für cool hält, links zu sein – und findet dementsprechend auch alles gut, was im Mainstream grad als „links“ gilt, ganz egal wie sinnbefreit – z.B. EuroBonds.
    vllt macht er deshalb auch, was ein _echter_ Linker nie machen würde: ein ‚Scripted Reality‘ Format mit nem Bild-Chef. Aber solang er dabei den „Linken“ geben darf, ist er sich halt auch dafür nicht zu schade.

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  7. genova68 schreibt:

    „ich denke das Haupt-Problem beim Spiegel ist wohl, daß die Artikel der Online- kaum von denen der Print-Redaktion zu unterscheiden sind.“

    Das hält einer Überprüfung nicht stand, würde ich sagen. Von den Printartikeln erscheinen schätzungsweise fünf bis zehn Prozent online.

    Das Spiegel-Bashing ist beliebt, aber billig. Die neoliberale Linie des Blattes kann man kritisieren, ähnlich bei der Zeit. Dennoch sind beide jede Woche lesenswert, auch aus journalistischen Gründen. Kritik sollte in diesem Fall wirklich konstruktiv sein.

    Noch eine konstruktive Kritik: Augstein ist Arsch und Erbe, sonst nichts.

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  8. Garfield schreibt:

    „Von den Printartikeln erscheinen schätzungsweise fünf bis zehn Prozent online.“

    mag ja sein – aber daß die Leute das SpOn-Geschmiere für „echte“ Spiegel-Artikel halten. ist ja gerade das Problem…
    (in der Masse der im Minutentakt rausgehauhenen Artikel, die über Sensation Klicks generieren sollen. können die Print-Artikel ja auch nur untergehn)
    Das Verhalten der Foren-Moderation gibt der Marke „Spiegel“ dann den Rest – wenn ein Thread erst 40 kritische, aber _sachliche_ Kommentare hatte, nach einmal neu laden sind’s auf einmal aber nur noch 25 – naja…

    Ohne Internet-Präsenz kommt heute keine Zeitung mehr aus, mit dieser Lösung hat sich der Spiegel MMN aber absolut keinen Gefallen getan.

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  9. genova68 schreibt:

    „mag ja sein – aber daß die Leute das SpOn-Geschmiere für “echte” Spiegel-Artikel halten. ist ja gerade das Problem…“

    Ja, deins zum Beispiel! lol

    Spon ist eine Art Bildzeitung, völlig klar, deine Zustandsbeschreibung halte ich für völlig richtig, aber Spon ist nicht Printspiegel. Der Printspiegel geht nicht unter, nur weil im Internet viele Artikel von Spon erscheinen. Der Printspiegel geht unter, wenn seine Marke, sein Image zerstört wird. Darum ging es oben in dem Artikel. Es hat natürlich auch etwas mit Anzeigenerlösen etc. zu tun.

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  10. Garfield schreibt:

    die Frage ist halt ob es nur mein’s ist, oder das vom Spiegel…

    aber Spon ist nicht Printspiegel … Der Printspiegel geht unter, wenn seine Marke, sein Image zerstört wird.

    darum geht’s ja gerade.
    Vielleicht geht’s ja nur mir so, und liegt nur daran, daß ich nicht ständig auf dem neuesten Stand in der Medien-Welt bin – offensichtlich war für mich aber nicht grad, daß da 2 völlig verschiedene Redaktionen am Werk sind…

    daß die Adresse ausdrücklich „spiegel.de“, statt „spon“ oder spiegel-online“ etc lautet, tut eins dazu; unter den Artikeln findet sich auch kein Vermerk, welche Redaktion da jetzt am Werk war.
    ok, in der Adresszeile ist mal ab & an mal ein /print/ eingefügt – aber „offensichtlich“ ist für mich was anderes

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  11. Garfield schreibt:

    edit:
    bei Welt, Zeit etc erwartet man ja eh nichts anderes… aber der Spiegel war unter den großen Zeitungen halt mal _das_ alternative Blatt, wenn auch vor ner gefühlten Ewigkeit – da fällt ein Abstieg (qualitativ, nicht in Verkaufszahlen) natürlich mehr ins Gewicht.

    daß er sich weiter verkaufen wird, kann ja sein – aber wenn der Ex-Chefredaktuer schon sowas von sich gibt – von der boulevard-mäßigen Online-Präsenz ist das _soweit_ auch nicht mehr weg.

    Die Frage ist halt, als was Spiegel-Online gedacht war – „ständige Vertretung“ im Netz, oder bloß Generator für Werbeeinnahmen; aber sogar als letzteres gibt er dem Spiegel-Image eben den Rest

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