Nochmal zu Meinhof: Verhetzung, Lüge, Dreck

Noch ein paar Splitter zu Ulrike Meinhof und Co.

Der Ex-RAF-Terrorist Christian Klar im Jahr 2007 über Geschichte:

Was für ein kurzer Zeitraum ist vergangen seit dem Triumphalismus des Westens in den neunziger Jahren. Nun sind die ganzen Widersprüche zurückgekehrt, die ökonomischen Widersprüche, die Krisenanfälligkeit, die Brutalität in der Durchsetzung überkommener Modelle. Nicht nur die neoliberale Wirtschaftstheorie, auch die Militärpolitik, die sie betreiben. Das ist eine heftige Entzauberung der kapitalistischen Macht, und das wird in der Bevölkerung schon wahrgenommen. Ich denke, dass das Brachiale in dem neuen Anlauf, die RAF-Geschichte in Fälschungen und Dämonisierungen zu ertränken, sie zwanghaft zu verkleiden zum Kriminalfall, Auskunft gibt über den Stand der bürgerlichen Herrschaft. Die alte Ordnung steht schon grundsätzlicher in Frage. Und natürlich müssen dann Menschen, die um eine Öffnung in die Zukunft kämpfen, auch in ihren Impulsen, ihren Motiven und ihren Absichten restlos aus jeder Vorstellung und aus jeder Diskussion ausgelöscht werden. Das ist eine Erscheinung, die nicht am Anfang der bürgerlichen Epoche steht, sondern an ihrem Ende.

So kann man das wohl sagen, bei aller Widersprüchlichkeit, wenn man dabei nur die RAF im Hinterkopf hat. Geschichte schreiben die Sieger und es ist heute beispielsweise keineswegs Allgemeinwissen, dass Meinhof und andere staatlich gefoltert wurden. Weiße Folter ist keine Erfindung des 21. Jahrhunderts. Mord oder Selbstmord bei Meinhof, das ist ja nach wie vor ungeklärt, vor allem wegen des vertuschenden Verhaltens staatlicher Stellen.

Es hätten alleine wegen der Haftbedingungen diverse Prozesse nach den Prozessen geführt werden müssen. Wurden aber nicht. Es ist heute auch untergegangen, dass es der V-Mann Peter Urbach war, der die Vorläufer der RAF mit Waffen versorgte und sie nachdrücklich zur Gewalt animierte, staatlich gewollt. (Parallelen zu den Polizeieinsätzen von Stuttgart 21 sind unvermeidlich.) Oder die Tatsache, dass die Meinhof nach ihrer Festnahme erst vier Tage später erstmalig ihren Anwalt sehen konnte. Die Staatsgewalt hat ihm einfach vier Tage lang nicht gesagt, wo sich seine Mandantin befindet. So geht das im Rechtsstaat.

Apropos Rechtsstaat: Heinrich Böll forderte ja im Januar 1972 im Spiegel „freies Geleit für Ulrike Meinhof“. Eine bemerkenswerte Stimme im damals aufgehetzten Klima, wenn auch nicht in jedem Detail schlüssig:

Wieviel junge Polizeibeamten und Juristen wissen noch, welche Kriegsverbrecher, rechtmäßig verurteilt, auf Anraten Konrad Adenauers heimlich aus den Gefängnissen entlassen worden und nie wieder zurückbeordert worden sind? Auch das gehört zu unserer Rechtsgeschichte und lässt Ausdrücke wie Klassenjustiz so gerechtfertig erscheinen wie eine Theorie des Strafvollzugs der politischen Opportunität.

Böll im selben Artikel über die Berichterstattung der Bild zu Baader-Meinhof:

Ich kann nicht begreifen, dass irgendein Politiker einem solchen Blatt noch ein Interview gibt. Das ist nicht mehr kryptofaschistisch, nicht mehr faschistoid, das ist nackter Faschismus, Verhetzung, Lüge, Dreck.“

Böll forderte in dem Spiegel-Artikel auch, dass Axel Springer wegen Volksverhetzung der Prozess gemacht werden solle. Also Meinhof und Springer vor Gericht. Die RAF hat sich aufgelöst. Die Bild erscheint immer noch, heute mit Blome, Diekmann und anderen in den Hauptrollen.

Jemand sagte 1972 also öffentlich etwas gegen Springer und erläuterte, nicht nur am Beispiel Adenauers, die Verbindungen vom NS-Staat zur BRD: Das kann nicht gutgehen. Bild, Welt, Bayernkurier und Konsorten schlugen zurück. So wurde Böll gleichzeitig Terroristenunterstützer, ebenfalls Faschist und „Kapitalist nach Bankkonto-Maßstäben“, weil er so viele Bücher verkaufte (W. Scharnagel im Bayernkurier), und Bild wusste, dass Böll bei seiner „hasserfüllten Attacke“ „die Sprache Joseph Goebbels“ sprach.

Der Marinerichter und überzeugte Rechtsstaatler Hans Filbinger meldete sich auch zu Wort:

Die vornehmste staatliche Aufgabe ist es, Gerechtigkeit zu üben. Freies Geleit für Ulrike Meinhof ist blanker Hohn für den Rechtsstaat.

Sieben Jahre später, nach Hochhuts Intervention, trat Filbinger als Ministerpräsident zurück und gründete das rechtsradikale Studienzentrum Weikersheim.

Laut Scharnagl waren es aber nicht die Filbingers, denen er „einen erschreckenden Verfall sittlich-moralischer Vorstellungen“ vorwarf, die „den jungen Staat Bundesrepublik in kürzester Zeit ruiniert haben werden“ (Bayernkurier), sondern Böll und Konsorten. Ähnlich der Redakteur Walter Brückmann in der Berliner Morgenpost, ebenfalls Springer:

Eines Tages wird der Spuk der Baader-Meinhof-Bande vorüber sein. Doch die Bölls und die Brückners werden bleiben. Und von ihnen droht der Demokratie langfristig die größere Gefahr.

Brückmann wurde ein Jahr später Chefredakteur der Morgenpost.

Die RAF-Leute wurden gemeinhin als „Anarchisten“ bezeichnet (selbst die Tagesschau sprach in ihrer Todesnachricht von der „Anarchistin Meinhof“), Böll war nun der „Salonanarchist“. Die Nazis sprachen gerne von Salonbolschewiken.

Der wesentliche Aspekt des Böllschen Artikels war übrigens die Forderung nach Gnade für Verirrte, ein Versuch der Versöhnung. Geantwortet hat die herrschende Klasse mit Gnadenlosigkeit, siehe Haftbedingungen, siehe Berichterstattung, siehe juristische Aufrüstung. Vietnam sollte man auch noch nennen.

Es waren damals wohl Auseinandersetzungen, die man heute nicht mehr kennt. Die BRD in den frühen Siebzigern mit den vielen alten Nazis in Rang und Würden hatte mit ihrer Vergangenheit keine Probleme, nur mit denen, die dagegen opponierten. Herbert Kremp sieht in der Welt (15.1.72) Vergangenheit und Gegenwart gleich betrüblich:

Im Faschismus standen Nation und Rasse im Vordergrund, heute durchweht die westlichen Gesellschaften der Wahn der egalité. Sie ist das zentrale Motiv.

Den nachhaltigsten Kommentar schrieb 1972 die junge welt aus der DDR:

Die Baader-Meinhofs haben sich im Irrgarten ihrer pseudorevolutionären Theorie verlaufen. Sie sind mit ihrem Programm gescheitert und objektiv Verbündete von jenen geworden, gegen die sie vor zwei Jahren in den Graben sprangen. Das Nachdenken über die politischen Tendenzen in der Bundesrepublik haben sie in den Jahren ihrer Existenz kaum gefördert. Dafür hat die im Dezember erfolgreich beendete dreiwöchige Streik-Klassenschlacht der westdeutschen Metallarbeiter mehr getan. Beispielsweise.

So ist es. Den reaktionären Kreisen der Bundesrepublik kam die RAF gerade recht. Das Stadtgeruilla-Konzept war hierzulande sinnlos, der jüngst gewonnene relative Wohlstand der Massen war da vor; dafür konnte man die Bölls und Brückners aus der deutschen Volksgemeinschaft ausschließen. Die Methode ist fruchtbar noch, nur, dass sowas heute schon passiert, wenn man zehn Euro Mindestlohn fordert. Man versündigt sich dann an der Wirtschaftsgemeinschaft. Auch das ist eine Auskunft über den Stand der bürgerlichen Herrschaft. Aber das führte jetzt zu weit.

004(Foto: genova 2013; alle Zitate aus Heinrich Böll: Freies Geleit für Ulrike Meinhof, Köln 1972)

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31 Antworten zu Nochmal zu Meinhof: Verhetzung, Lüge, Dreck

  1. MondoPrinte schreibt:

    „Es hätten alleine wegen der Haftbedingungen diverse Prozesse nach den Prozessen geführt werden müssen. Wurden aber nicht. “ Für Baader, Mienhof und Co. wurde eigens ein neuer Knast errichtet. Im Falle der heute vor Gericht stehenden Überreste des NSU gibt man sich allenfalls betroffen…

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  2. genova68 schreibt:

    Ja, merkwürdig, dieses Stammheim. Ich kenne gar nicht die damalige offizielle Begründung für den Bau. Es wurde wohl nach außen hin ein wahnsinniger Popanz aufgebaut, der zumindest der ersten Generation der RAF gegenüber völlig unverhältnismäßig war. Der Staat wollte eine Situation einrichten, in der er sich selbst als existenziell gefährdet einstufen konnte, woraufhin man auch zu außergewöhnlichen Mitteln greifen konnte.

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  3. Bersarin schreibt:

    Gut ist der Verweis auf Böll.

    Eines von vielen Büchern zu dieser Zeit, die eine andere Weise des Herangehehens als die RAF zeigt: Bommi Baumann, Wie alles anfing, u.a, wie die Bewegung 2. Juni entstand.

    Deinem Text zur Janusgesichtigkeit dieses Rechtsstaates kann ich nur zustimmen. Typen wie Filbinger, Strauß oder Schleyer hätten morgen unter einem anderen Regime keine Probleme damit, Menschen an die Wand zu stellen. Filbinger, jahrzehntelang gedeckelt von der CDU als Mitwissergruppe, besaß darin ja eine gewisse Erfahrung.

    Und der Herr Karl Carstens als Bundespräsident und Wandersmann: früher bei der Reiter-SA. Vornehm geht die Welt zugrunde.

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  4. genova68 schreibt:

    Baumann ist mir suspekt, seit er bei dem verrückten Elsässer aufgetreten ist und sich von dem manipulieren ließ. Aber vielleicht ist sein Buch wirklich interessant, der hat ja jedenfalls eine Menge dazu gesagt, dass der Staat eine wesentliche Rolle bei der Entwicklung der RAF gespielt hat. Er meint u.a., dass die RAF in der Gladio-Geschichte instrumentalisiert wurde. Es ist ja auch so unglaublich verlogen, dass im Nachinein bei jedem RAF-Ermordeten so auf die Tränendrüse gedrückt wird, reine Heuchelei von Leuten, denen Tote egal sind und die politisch jederzeit tausende von Toten in Kauf nehmen, mittlerweile auch wieder bei Kriegen.

    Dass Böll so angegriffen wurde, ist aus heutiger Sicht kaum noch verständlich, weil der doch immer so zahm und freundlich rüberkam, zumindest in den 80ern.

    Andererseits: Die Hysterie bei den Linken ist heute auch kaum noch nachzuvollziehen. Die Notstandsgesetze beispielsweise sind heute immer noch gültig. Und der sicher kommende Faschismus in Deutschland ist bis heute ausgeblieben, dafür haben wir den Komplex Neoliberalismus, der ja auch von 68 erst möglich gemacht wurde, indem sie den flexiblen Menschen auf eine bestimmte Art schufen, der dann kapitalistisch zugerichtet werden konnte.

    Die 68er als Voraussetzung für neoliberale Politik: Dazu sollte man was schreiben.

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  5. El_Mocho schreibt:

    „Die 68er als Voraussetzung für neoliberale Politik: Dazu sollte man was schreiben.“

    S. etwa hier: http://jacobinmag.com/2011/01/let-them-eat-diversity/

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  6. genova68 schreibt:

    Mocho, in einem muss ich dich enttäuschen: Der Blog hier hat im Schnitt 200 bis 300 Klicks pro Tag und eine sehr begrenzte Reichweite, was Links in den Kommentarbereichen angeht. Wenn du nun ein ellenlanges Interview auf Englisch verlinkst, dann sei dir sicher, dass das niemand zur Kenntnis nimmt. Du müsstest dir also schon die Mühe machen und uns erzählen, was die Quintessenz des Interviews ist.

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  7. Jakobiner schreibt:

    Die RAF war ein Produkt des Kalten Krieges und des Nachkriegsdeutschlands, in dem es noch vor laten Nazis wimmelte.Aber was ich mich mal gefragt hätte: Wie hätte Meinhof und die RAF sich wohl zum Islamismus positioniert oder zum Iran. Klassisch antiimperialistisch, antizionistisch und gegen die USA oder hätten sie nicht im politischen Islam eine neue Variante des Faschismus als Islamofaschismus ausgemacht.Die LInke hat sich über diese Frage gespalten, auch in ihrem Verhältnis zu Israel. Dazu kann ich mich noch an eine Äußerung Genovas erinnern, in dem er meinte, er könne es verstehen, wenn Israel den Iran bombadieren würde.Damit steht er eher auf der Seite eines Guttenbergs und über diese Frage ist die CDU/CSU auch gespalten.Man stelle sich einmal vor, in welcher Lage wir wären, wenn der damalig allseits gefeierte Jungstar der Konservativen Guttenberg Verteidigungsminister geblieben oder gar Kanzler geworden wäre.Hierzu nur einmal aus dem heutigen Münchner Merkur (6./7.April 2013, S.4):

    “Guttenberg fordert Vorbereitung eines Angriffskiregs

    Mit Empörung hat der Buchautor und frühere Medienmanager Jürgen Todenhöfer auf die Kritik von Ex-Verteidigungsminister zu Guttenberg an der deutschen Nahostpolitik reagiert.Guttenberg hatte in einem Beitrag für das “Wallstreet Journal”gefordert, “Berlin sollte beginnen darüber nachzudenken, wie man Israel angesichts eines potenziellen Luftangriffs auf Iran unterstützt.”Es sei besser, einen Plan jetzt zu erarbeiten, als sich hektischen ad-hoc-Entscheidungen hinzugeben, wenn die Krise ausgebrochen sei.Damit, so Todenhöfer rufe Guttenberg die Bundesregierung dazu auf, einen völkerrechtswidrigen Angriff gegen den Iran mit vorzubereiten. “Die deutsche Verfassung und das deutsche Strafrecht scheinen ihn dabei nicht zu interessieren”,schreibt Todenhöfer auf seinem Facebook-Account.”

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  8. garfield080 schreibt:

    Todenhöfer ist kein schlechter Mann, aber er sagt viel wenn der Tag lang ist.
    Guttenberg ist schwer einzuschätzen, aber er war bloß ein Schauspieler MMN. KTZG hätte den Krieg vllt besser verkaufen können, aber er war nur eine Marionette (von wem auch immer, wenn auch bloß des Trend-Barometers), erst Wehrpflicht ja, dann Wehrpflicht Nein…

    DeMaiziere ist ein ganz anderes Kaliber. Während Guttenberg an seiner copy&paste-Affäre gescheitert ist, ist der als sächsischer Innenminister schon aus ganz anderen „Sümpfen“ rausgekommen, ohne daß das seinem Ruf als seriös-kompetenter Guttenberg-Ablöser geschadet hätte

    Jedenfalls weiß ich nicht wann ich mich jemals so für mein Land geschämt hab, wie an dem Tag, als der entschied nicht mehr als 2(!) Unschuldige(!!) aus Guantanamo zu erlösen, weil die Sicherheitslage das nicht zuließ(!!!).
    Eine BW in Pakistan & Jemen ist für ihn auch ganz selbstverständlich. Aber nicht daß es darauf nennenswerte Reaktionen gegeben hätte…

    Kunduz & 180 verglühte Zivilisten ist dagegen wohl noch ein Begriff. Die ausführenden US-Piloten wurden ja bestraft – was ist eigtl mit dem befehls-gebendem Oberst passiert – entlassen, strafversetzt?
    Weit gefehlt – der brave Mann wurde von DeMaiziere zum General gemacht ;)

    Der tragische Vorfall spricht jedenfalls klar für technologische Aufrüstung, mit Drohnen wäre das nie passiert – bewaffneten jedenfalls!

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  9. genova68 schreibt:

    „Der tragische Vorfall spricht jedenfalls klar für technologische Aufrüstung, mit Drohnen wäre das nie passiert“

    Tolle Antwort. Wie wäre es mit Beendigung des Krieges? Guttenberg war auch keine Marionette, sondern ein hardcoreneoliberaler und von den bürgerlichen Medien gepushter und beliebter Politiker, bei dem wir nur Gott danken können, dass er abgeschrieben hat. Unkomplizierte Entsorgung. Es gab aber einen Vorgeschmack darauf, was möglich ist, wenn Kapital und Medien sich einig sind.

    Jakobiner,
    “ Dazu kann ich mich noch an eine Äußerung Genovas erinnern, in dem er meinte, er könne es verstehen, wenn Israel den Iran bombadieren würde.Damit steht er eher auf der Seite eines Guttenbergs“

    Das falsche Zitieren ist in diesem Fall fatal. Ich habe sinngemäß gesagt, dass ich für die Zerstörung der iranischen Atomanlagen wäre, wenn das so ginge wie in Syrien: Nachts ein Flugzeugangriff auf die Anlage, keine Tote, kein Krieg. Auch sowas ist natürlich problematisch, aber bevor diese verrückten Faschoreligiösen eine Atombombe bekommen, fände ich das in Ordnung. Einen Krieg habe ich nie befürwortet. (Lass dich nicht zu sehr von dem verrückten Elsässer beeinflussen, für den ist jeder Kommentator nur ein Instrument für seinen Populismus.)

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  10. Jakobiner schreibt:

    „Ich habe sinngemäß gesagt, dass ich für die Zerstörung der iranischen Atomanlagen wäre, wenn das so ginge wie in Syrien: Nachts ein Flugzeugangriff auf die Anlage, keine Tote, kein Krieg. Auch sowas ist natürlich problematisch, aber bevor diese verrückten Faschoreligiösen eine Atombombe bekommen, fände ich das in Ordnung. Einen Krieg habe ich nie befürwortet.“
    Wenn es so einfach wäre wie 1981 im Irak oder 2012 in Syrien hätte ich da auch keine Probleme. Aber: Es handelt sich aber im Falle Irans nicht um einen Reaktor, sondern um eine Vielzahl von nuklearen Anlagen, die zumal teilweise auch noch unterirdisch geschützt sind. Die ganze Logistik ist auch ein Problem und es gibt ja auch Experten, die meinen ohne die USA könne Israel dies gar nicht allein schaffen.Desweiteren ist die Frage, ob der Iran dies unbeantwortet lassen würde (konventionelle Mittelstrecken nach Israel oder aber Sperrung der Strße von Hormuz und dann eben ein Krieg mit den USA).
    „Tolle Antwort. Wie wäre es mit Beendigung des Krieges?“
    Sebst wenn der Westen, bzw. die NATO rausgeht, ja, auch wenn er die Drohneneinsätze einstellt, beginnt ja erst der eigenliche Krieg in Afghanistan und das Land wird wieder zum Schlachthaus zwischen Taliban, diversen Warlords, ethnischen Clans und den Rudimenten der Zentralregierung und ihrer Armee.Keine NATO, kein Krieg und alles paletti in Afpak ist da eine falsche Vorstellung.

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  11. Jakobiner schreibt:

    Die Frage an einer deutschen Beteiligung bei einem Militräschlag gegen Irans Atomanlagen kann schon bald aktuzell werden.
    Westerwelle redet zwar noch von der “Politik der militärischen Zurückhaltung”. Guttenberg skizziert, was wohl von US- und israelischer Seite bei einem Militärschlag gegen Irans Atomanlagen mindestens an deutscher Unterstützung fällig wäre:

    “Berlin should also start thinking about how to support Israel in the wake of potential air strikes on Iran. It is better to develop a plan now than to engage in hectic ad-hoc decision making once the crisis has erupted. Germany’s first priority should be to offer Israel civil and military assistance to defend against potential counterattacks. This could be by offering medical equipment or reconnaissance specialists for weapons of mass destruction, or by shoring up the Bundeswehr’s naval presence in the eastern Mediterranean. The deployment of Patriot antimissile batteries, though logistically challenging, should also be considered.”

    Medizinische Aüsrüstung, ABC-Aufklärungstrupps, Aufstockung der Bundesmarine im östlichen Teil des Mittelmeers und deutsche Patriotraketen für Israel.Mal sehen, wie sich Merkel verhalten wird, wenn die Krise sich im Jahresverlauf 2013/14 zuspitzt, nachdem ja jetzt die P5+1-Gespräche mit Iran in Kasachstan geplatzt sind.Guttenberg lanciert seinen Beitrag just im Umfeld des Platzens der Gespräche, da er weiß, dass die militärische Option jetzt wieder auf den Tisch kommt.

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  12. Jakobiner schreibt:

    Vielleicht würde eine heutige RAF sich eher gegen die Friedensbewegung wenden und für einen „aggresiven Humansimus“eintreten.In der grünen Taz fordert jetzt ein Aktionskünstler namens Phillip Ruch einen „aggressiven Humanismus“und kritisiert die Ostermarschierer und die Friedensbewegung, da Demonstrationen keine Handlungen seien.Der gute Mensch will, dass sich die Friedensbewegung eigene Drohnen für Genozidgebiete zulegt.Aber wie er zu den Kriegen in Afghanistan, Lybien, Syrien, Irak oder etwaig auch gegen Iran steht, dazu sagt er nichts und da fragt die taz auch nicht nach.“Auschwitz“darf mal wieder nicht fehlen–das ist für alles instrumentalisierbar.
    30.03.2013
    Kritik an der Friedensbewegung
    „Pazifismus ist feige“
    Aktionskünstler Philipp Ruch erklärt sein Konzept des „aggressiven Humanismus“, eine geplante Aktion gegen Heckler&Koch und warum er Ostermärsche unmoralisch findet.Interview: Konrad Litschko

    taz: Herr Ruch, am Samstag gehen wieder Ostermarschierer in 80 deutschen Städten auf die Straße. Für Sie als Friedensaktivist ein Pflichttermin, oder?

    Philipp Ruch: Nein. Ich halte es für unmoralisch, auf Demonstrationen zu gehen, wenn ich gleichzeitig etwas tun kann. Wer auf Demonstrationen geht, hat nicht wirklich vor, etwas zu ändern. Da geht es um alle möglichen Motive, nur nicht um den Frieden in Syrien oder im Kongo.

    Da werden die Ostermärschler vehement widersprechen.

    Bei den Ostermärschen geht es um abstrakten, nicht um realen Frieden. Ich glaube, diese Einsicht spiegelt sich auch in den marginalen Teilnehmerzahlen. Wo war die Friedensbewegung, als 1992 ganz Sarajevo zusammengeschossen wurde? Wer ist zu den Millionen Menschen gereist, die in den letzten zwanzig Jahren aus Somalia flüchten wollten? Wer hat ihre Pässe gefälscht und Schiffe organisiert, so wie Varian Fry 1941, der die halbe intellektuelle Elite Europas vor den Fängen Hitlers rettete?

    Wie soll zeitgemäßer Anti-Kriegs-Protest dann aussehen?

    Wir leben in einem der reichsten Länder, mit Rechten für politische Künstler, von denen frühere Jahrhunderte nur träumten. Es wäre angebracht, nicht nur gegen den eigenen Tiefbahnhof zu protestieren, sondern für die Rechte derer, die leiden.

    Und da hilft ein Kopfgeld von 25.000 Euro auf die Eigentümer des Panzerherstellers Krauss-Maffei Wegmann, das Sie jüngst ausgesetzt hatten?

    Wir nennen solche Aktionen „aggressiven Humanismus“. Der Humanismus soll sich nicht als Masse freundlich durch irgendwelche Straßen schleppen, sondern Pässe fälschen, Beamte bestechen und Büros besetzen. Der Kampf um die Menschenrechte geht im 21. Jahrhundert in eine neue Runde. Er muss wehtun. Das hat er mit der Kunst gemein.

    Sie wollen demnächst die Waffenfabrik von Heckler & Koch im baden-württembergischen Oberndorf mit Zement zuschütten. Ist das Ihr Ernst?

    Wir wollen von Helikoptern aus das Flüssigzement abwerfen, so wie in Tschernobyl. Die G36-Sturmgewehre dürfen Oberndorf nie wieder verlassen. Es ist unser moralischer Bankrott, dass wir zugesehen haben, wie diese Waffen illegal in diverse Bürgerkriege gelangten. Durch Heckler & Koch starben nach Schätzung des Rüstungskritikers Jürgen Grässlin mindestens 1,5 Millionen Menschen. Wie erklären wir das unseren Kindern?

    Das ist doch nicht mehr als eine symbolische Aktion.

    Nicht unbedingt, wir haben mehrere tausend Euro Spenden gesammelt. Da Heckler & Koch aber hoch verschuldet ist, warten wir den April noch ab, ob sie nicht vorher in die Insolvenz rutschen. Wir wollen uns nicht unnötig in Unkosten stürzen.

    Auf den Ostermärschen wird vor allem gegen unbemannte Drohnen protestiert. Zu Recht?

    Es wäre wichtig, ein Zeichen gegen den unverhältnismäßigen Einsatz von US-Drohnen im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet zu setzen. Ich hoffe, dass die Opfer irgendwann vor US-Gerichten stehen und die USA auf Schadenersatz in Milliardenhöhe verklagen. Ich will Ihnen aber gerne verraten, dass unser Zentrum für Politische Schönheit darüber nachdenkt, eigene Drohnen zur Überwachung von Genozidgebieten anzuschaffen.

    Sie sind gar kein Pazifist?

    Ich halte den rigorosen Pazifismus von Menschen, zumindest wenn sie Krieg nicht erlebt haben, für eine Form von Verantwortungslosigkeit oder Feigheit. Zwei Wochen vor dem Genozid von Srebrenica rief die Grüne Marieluise Beck im Bundestag dazu auf, die Zivilbevölkerung militärisch zu verteidigen. Dabei sprach sie einen Satz, dessen Weisheit die meisten Pazifisten nie verstanden haben: ’Auschwitz wurde von Soldaten befreit.‘

    http://www.taz.de/Kritik-an-der-Friedensbewegung/!113649/

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  13. Jakobiner schreibt:

    Wenn Leute wie Phillip Ruch Einfluss entfalten würde, wäre es durchaus vorstellbar, dass die zukünftige Friedensbewegung dann lautstark für „humantiäre Interventionen“auf die Strasse geht und von der NATO und ihre jeweiligen Regierungen Invasionen und Kriege einfordert.Times are changing.

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  14. garfield080 schreibt:

    “Der tragische Vorfall spricht jedenfalls klar für technologische Aufrüstung, mit Drohnen wäre das nie passiert”

    Tolle Antwort. Wie wäre es mit Beendigung des Krieges?

    ich weiß Ironie ist im Internet schwer rüberzubringen, aber auf den Link hast du schon geklickt?

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  15. genova68 schreibt:

    Aha, Ironie :-)

    Jakobiner,
    was ist denn gegen den Ruch zu sagen? Diesen radikalen Pazifismus halte ich auch billig, der Mensch hat Aggressionen in sich, das kann ich nicht einfach ignorieren. Der Standpunkt der Linken ist diesbezüglich auch populistisch. Gleichwohl ist die BRD imperialistisch und wird es immer mehr und das Militär sichert das ab, klar. Aber dennoch kann ich, beispielsweise jetzt in Mali, nicht einfach gegen den Einsatz sein, angesichts der islamischen Nazis, die sich da breitmachten.

    Die Haltung von Ruch finde ich da sympathisch, das hätte sich Ulrike Meinhof hinter die Ohren schreiben sollen.

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  16. Jakobiner schreibt:

    Ich halte diese abstrakte Prinzipienreiterei: Ich bin für Kriege oder dagegen für blödsinnig.Ich bin kein Pazifist, da ich der Auffassung bin, dass unter gewissen Umständen eine militärische Antwort gegeben werden muss,aber ich befürworte auch nicht jeden Krieg.Das sollte man von Fall zu Fall unter Abwägung der moralischen, realpolitischen und militärischen Aspekte vornehmen.Machen wir es einmal konkret: Ich war für den ersten Golfkrieg unter Bush senior, für den Jugoslawienkrieg, aber gegen Afghanistan (hier jedoch nicht aus moralischen Gründen, sondern weil dieser Krieg nicht gewinnbar ist angesichts der Erfahrungen der Briten und der Sowjetunion in diesem archaischen Land), sowie gegen den Irakkrieg (hier aus moralischen Gründen, da ich ihn für einen US-Agrressionskrieg hielt, wenngleich kurzfristig gewinnbar, jedoch: Man gewinnt den Krieg, aber nicht den Frieden). Und dann mal konkret und aktuell: Wäre Ruch und Genova dafür, dass die NATO oder die Türkei in Syrien direkt interveniert?
    Und wie gesagt: Wie sieht es mit einem Militärschlag gegen Irans Nuklearanlagen aus–da kann man ja auch die Gefahr für Israel und ein neues „Auschwitz“ als moralisches Argument ins Feld führen. Ich bin aber trotzdem dagegen, da es sehr risikoreich ist und eine eminente Eskalationsgefahr in sich birgt.Wobei ein Teil von Ruchs Kritik an den Ostermarschierern und deren Pazifismus durchaus berechtigt ist.

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  17. genova68 schreibt:

    „Wäre Ruch und Genova dafür, dass die NATO oder die Türkei in Syrien direkt interveniert?“

    Keine Ahnung, ich kenne mich da unten nicht aus. Ich habe mich für diese Kriege nie interessiert. Grundsätzlich natürlich gegen die NATO und die USA.

    Mir sind eher Leute suspekt, die sich ständig mit solchen Themen befassen, du und IG, beispielsweise. Ihr habt das Problem, dass ihr eure Grenzen nicht kennt, eine typisch männliche Selbstüberschätzung, zu meinen, man könne zu allen Problemen dieser Welt Stellung beziehen, gerade zu den kompliziertesten. Die Krönung dessen ist Elsässer. Dessen Agieren ist so peinlich, das ist mittlerweile schon pathologisch zu nennen. DAS halte ich für interessanter als solche komischen Analysen. Darum kümmere ich mich, wenn ich mal Außenminister bin. Es gibt in der Tat praktisch keine Frauen, die solche Analysen anstellen. Die kennen ihre Grenzen offenbar besser.

    Was in Syrien passiert, weiß kein Mensch. Alle diesbezüglichen Wortmeldungen sind parteiisch, sonst nichts. Die Verantwortung ehemaliger Kolonialmächte wäre schon eher ein Thema, gerade die Briten haben jede Sauerei mitgemacht. Dass ausgerechnet dort jetzt die City of London ihre Erfolge feiert, ist wohl auch kein Zufall. Lang lebe der Imperialismus.

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  18. garfield080 schreibt:

    Aha, Ironie :-)

    ich weiß nicht, ob ich mich jetzt verschaukelt fühlen soll… der komplette Satz war (nicht wörtlich) die absurde Argumentation des BW-Beauftragten. Internetkommunikation ist jedenfalls absolut nix für mich

    mit dem Kosovo-Einsatz hatte ich damals auch kein großes Problem, auch wenn ich Scharpings KZs mehr als übertrieben fand und mir klar war das 90% Propaganda war. Ich war zur Zeit selbst beim Bund und wäre auch hingegangen, allerdings im Wissen daß der Krieg damals eh vorbei war.
    heute sehe ich diesen Einsatz ganz anders. Nicht daß Milosevic ein guter Kerl wäre, aber die Fakten wurden damals wohl mehr als nur ein bißchen verdreht. Nach der Aktion mit den niederländischen UN-Trupppen wäre ein Einsatz MMN gerechtfertigt gewesen, das war ein Genozid. Vllt war diese „offene Rechnung“ auch mit ein Grund…
    im Endeffekt wurde Jugoslawien aber nur dafür bombardiert, daß sie sich gegen Terroristen verteidigt haben. Und auch wenn man anderes (halt gar nix) hört, wurde der Frieden auch dort nicht gewonnen. Der Kosovo ist jetzt ein von der UCK geführter Mafia-Staat, mit Kriegsverbrechern im Parlament. Auch der Ex-Regierungschef stand unter Verdacht, hat sich aber der UN gestellt und wurde freigesprochen. Also muß der Mann ja unschuldig sein, Die Welt berichtet wie begeistert die Kosovaren gefeiert haben:
    „Die Menschen lagen sich weinend und lachend in den Armen.Vereinzelt schossen sie aus Freude in die Luft.“.
    Daß der Freispruch Ramush Haradinaijs auch daran gelegen haben könnte, daß irgendwie 19 Zeugen ums Leben kamen, erfährt man im Artikel nicht, dabei findet man die Info sogar bei Wikipedia schon im 1. Absatz.

    Auch wenn der Kosovo-Krieg noch relativ harmlos verlaufen ist, schlimmer ist, daß seitdem weder Grundgesetz noch Völkerrecht was wert sind, solang man genug Stimmungsmache betreibt. Und die Verantwortlichen haben damals nicht aus „Nothilfe“ gesagt „Papier ist geduldig“, sondern bewußt gelogen.
    Die Piloten, die damals den Einsatz verweigert haben, wurden unehrenhaft entlassen; gleichzeitig hat man uns im Politischen Unterricht beigebracht, völkerrechtswidrige Befehle eines Vorgesetzten werden auf keinen Fall befolgt.

    Inzwischen ist der Damm komplett durch. Man kann Waffen nach Syrien liefern, und einen Krieg damit erst richtig zum Kochen bringen – wen haut das noch vom Hocker…
    Journalisten können sogar erwähnen, daß auch die Al-Qaida da mitmischt – während zur gleichen Zeitin Mali die Al-Qaida der Grund ist, dort einzumarschieren… sowas war sogar Orwell zu „unrealistisch“. Da waren die jeweiligen Parteien wenigsten nacheinander schon immer im Krieg, bzw befreundet miteinander.

    Ich finde diese Hardcore-Pazifistische Einstellung auch billig, v.A. wenn man selbst in der bequemen Lage ist, sich nicht den Kopf über Entscheidungen zerbrechen zu müssen.

    Aber jeder Krieg trifft zuerst und zu 90% die Falschen, deswegen sollte man wenigstens nicht leichtfertig damit umgehn.
    Mittlerweile muß sich ein dt. Minister aber schon verteidigen, wenn er keinen Krieg führen will, obwohl die Informationslage über Lybien ja mehr als dünn war.
    Und die Befreiung von Auschwitz war wohl auch eher ein „Kollateralschaden“, z.B. die Bombardierung der Gleise war’s jedenfalls nicht wert.

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  19. garfield080 schreibt:

    Genova, kannst du Kommentare editieren?

    …der Freispruch Ramush Haradinaijd <– da sollte der Link hingehn

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  20. Jakobiner schreibt:

    „Mir sind eher Leute suspekt, die sich ständig mit solchen Themen befassen, du und IG, beispielsweise. Ihr habt das Problem, dass ihr eure Grenzen nicht kennt, eine typisch männliche Selbstüberschätzung, zu meinen, man könne zu allen Problemen dieser Welt Stellung beziehen, gerade zu den kompliziertesten.(…)Darum kümmere ich mich, wenn ich mal Außenminister bin. Es gibt in der Tat praktisch keine Frauen, die solche Analysen anstellen. Die kennen ihre Grenzen offenbar besser.“

    Mit sind eher moralische Rigoristen wie Genova suspekt, die Militärschläge gegen Irans Atomanlagen oder Militäreinsätze gegen „Naziislamisten“in Mali befürworten und sich nicht genauer mit der Situation beschäftigen wollen–nach bestem Wissen der zugänglichen Quellen, wie dies IG und ich halt machen.Motto: Wasch mir den Pelz, aber mach´mich nicht naß! Gröhlend für Militäreinsätze stimmen, aber sich über die Konsequenzen keine analytisches Urteil zutrauen. Dann wäre konsequenter zu sagen: Ich weiß es nicht oder ich will davon nichts wissen und sage nichts dazu.Und meiner Ansicht nach sollte man sich als politisch denkender Mensch mit Weltpolitik beschäftigen, auch wenn man nicht Außenminister ist.Und zuletzt: Die Thinktanks sind voll mit Frauen, die weltpolitische Analysen stelen und der Politik Ratschläge geben. Und Thatcher, Condoleza Rice,etc. sind auch Frauen, die genauso wie Männer handeln.Was soll also dieser Gendermainstreamingscheiß?

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  21. genova68 schreibt:

    „Dann wäre konsequenter zu sagen: Ich weiß es nicht oder ich will davon nichts wissen und sage nichts dazu“

    Da gebe ich dir recht. Allerdings habe ich solche Themen in diesem Blog noch nie gesetzt. Die werden immer auf wundersame Weise hereingetragen ;-)

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  22. Jakobiner schreibt:

    Naja, wenn man ständig Artikel über Neoliberalismus, Ulrike Meinhof und die RAF reinsetzt, dann kann man nicht sagen: ich will von Antiimperialismus, Kapitalismuskritik, NATO, Kriegen, Imperialismus, Weltpolitik nix wissen oder darüber zur Diskussion anregen.Wie man in den Wald reinruft, so schallt´ßs eben zurück und dann das Echo als „Hereintragen“ zu diffamieren, ist ja feige oder zumindestens schizophren.Sollen wir dann nur noch über deine städtearchitektonischen Bildchen reden? Da sind wir dann eher auf einer mehr unpolitischen. geschmäcklerischen Diskussion!!!

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  23. Jakobiner schreibt:

    Und wenn Ulrike Meinhof deine opportunistisce Argumentation hier gehört hätte, hätte sie sich wahrscheinlich für dich in den Arsch geschämt!

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  24. Jakobiner schreibt:

    Und die Beschäftigung mit Weltpolitik als Mann nur pseudoselbstkritisch als Machotum am Stammtisch diffamieren zu wollen (die bösen Testerongorillas–ein geliebtes und von Feministinnenseite gezüchtetes Stereotyp), ist ja auch recht billig.Dazu: Ulrike Meinhof war eine FRAU, wie Gurdrun Enslin und viele andere RAF-FRAUEN und haben sich locker sehr weitreichende Analysen und Schlussfolgerungen in Sachen Weltpolitik zugetraut.Bis hin zum politischen Mord.

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  25. Jakobiner schreibt:

    „Was in Syrien passiert, weiß kein Mensch. Alle diesbezüglichen Wortmeldungen sind parteiisch, sonst nichts“

    Dann muss man sich eben mal die ARBEIT machen, die verschiedenen Quellen zu anlaysieren und ein Gesamtbild aufzustellen. Und es ist auch nicht richtig, dass wir nicht wissen, was in Syrien abgeht. Die Frage ist eher: Wen unterstützt man da oder hält man sich besser raus. Ulrike Meinhof, Gudrun Enslin und die RAF-Frauen hatten ja auch nur parteiische Quellen und zogen daraus ihre Schlussfolgerungen–sei es nun Schwarzer September/Olypmpia, Lufthansa oder Entebbe. Warum verherrlichst du Ulrike Meinhof und versuchst im selbsen Zug IG und mich so herabzusetzen, wo wir zwar darüber diskutieren, aber nicht so weitreichende politische Aktionen wie die RAF machen?

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  26. genova68 schreibt:

    „Und wenn Ulrike Meinhof deine opportunistisce Argumentation hier gehört hätte, hätte sie sich wahrscheinlich für dich in den Arsch geschämt!“

    Das halte ich für eine Fehleinschätzung. Ich bin mir sicher, die sympathische Querulantin hätte mich in einem schicken Alfa zum Pamphleteschreiben abgeholt. Laut Ditfurth war sie eine gute Autofahrerin.

    „Sollen wir dann nur noch über deine städtearchitektonischen Bildchen reden?“

    Ja, eine gute Idee.

    „Da sind wir dann eher auf einer mehr unpolitischen. geschmäcklerischen Diskussion!!!“

    Nein, gerade nicht geschmäcklerisch, sondern politisch und gesellschaftlich fundiert. Geschmacksfragen sind soziale Fragen. DAS begreifst du nicht und willst stattdessen über die ganze Welt reden. Das ist die typisch männliche Crux.

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  27. genova68 schreibt:

    Ich verherrliche nicht die Meinhof. Du solltest meine Texte einfach mal lesen. Unterleg deinen Nickdoch einfach mal mit deinem blog oder gib den hier offen an und weise auf deine wichtigen Texte zu Syrien, der NATO und der Weltpolitik hin, wenn es interessiert, klicken die Leute dahin und beteiligen sich an Diskussionen. Mir ist das zu weit weg. Ich schreibe über Kairo, wenn ich dort hin fahre, aber ich schreibe nicht über Syrien, ich habe auch kein Interesse daran, irgendwelche Texte auf ihre Authentizität zu prüfen, das kann ich gar nicht. Wenn du das kannst, mach es halt, in Gottes Namen.

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  28. Jakobiner schreibt:

    Du bist für mich ein PC-Gutmensch der übelsten Sorte–noch schlimmer als dieser neorechte Querfront- Antiimp Jürgen Elsässer: Nie verlegen um moralische Verabsolutierungen, ja da auch Kriege für befürworten, sich dann aber vor der eigenen Verantwortung drücken, argumentativ und analytisch sein Weltbild und die daraus folgenden Aktionen zu rechtfertigen. Ein Gutmensch, der „humantitäre Kriege“ und „aggressiven Humanismus“ ala Philip Ruch ABSTRAKT befürwortet und sich nicht näher damit beschäftigen will, was das für die Realwelt bedeutet. Einer, der symbolisch die bösen Drohneneinsätze und die NATO verurteilt, aber sie dann wieder eingesetzt wissen will.

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  29. Jakobiner schreibt:

    Dazu: Die städtearchitektonischen Biklder werden ja immer nur mit dem Subtext unterlegt, dass dies alles neoliberal sei. Wenn man aber wie in 1950 nachfragt, was denn Genova selbst städtearchitektonisch als konstruktiven Gegenvorschlag hätte, wird diese Frage sofort abgebügelt. Das ist diese ganze Konzept von diesem Blog: Irgendwie rummotzen, schön ABSTRAKT bleiben und bei Nachfragen, wie man dies KONKRET sieht schnell den Schwanz einziehen und sich nur auf Sophismus zurückziehen–ob dies nun Städtearchitektur, Imperialismus, Weltpolitik,etc, ist.Vielleicht aber auch mal umgekehrt gedacht: Vielleicht waren sich Ulrike Meinhof und Genova doch wieder ähnlicher, da sie den Imperialismus ABSTRAJT ablehnten, ohne eben eine konkrete Kritik daran aufmachen zu können. Aber nicht einmal daran glaube ich.

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  30. genova68 schreibt:

    Das mit dem Krieg ist so eine Sache. Ich befürworte keinen Krieg, aber es ist problematisch, wenn man sich beispielsweise Mali anschaut. Was tun? Die Verhältnisse dort sind sicher präformiert durch außerafrikanische Ansprüche, aber in dem konkreten Moment, in dem Islamisten versuchen, den gesamten Staat zu übernehmen und es so aussieht, als ob sie das schaffen könnten, erliege ich der Versuchung, einen Militäreinsatz zu befürworten. Vielleicht ist das falsch. Deshalb äußere ich mich dazu auch nicht, es geht eben um Krieg.

    Mir ist es egal, ob ich mich in Widersprüche verstricke, so ist der Mensch halt. Der blog ist für mich die Möglichkeit, Meinungen, Ansichten auszudrücken, that´s it.

    Was du weiter oben von diesem Ruch gepostet hast, fand ich ok. Heckler und Co. aggressiv anzugehen, beispielsweise. Mehr weiß ich von Ruch nicht. Wo ist da das Problem? Warum soll ich mich überhaupt zu allem äußern? Ich bin kein Politiker, der Entscheidungen treffen muss.

    Meine Architekturbilder sind nicht mit dem Subtext unterlegt, dass das alles neoliberal sei. Wäre das so, würde ich jedesmal diese Kategorie bei wordpress einfügen. Tue ich aber nicht. Diese Bilder sind von dem ungefähren Gedanken getragen, dass ich vielerlei städtebauliche Perspektiven einfach interessant finde, es ist gebaute Umwelt, also das, was Menschen veranstalten. Wenn du da Neoliberalismus einbaust, kannst du das tun, solltest es aber mir nicht unterstellen. Das ist dein Blick.

    Dass ich dich bei 1950 abgebügelt habe, hat vielleicht etwas Arrogantes, das kann sein und das würde ich dann gerne relativieren. Mein Motiv ist eher, dass es anstrengend ist, mich mit Statements zu beschäftigen, die mich nicht weiterbringen. Ich habe in 1950 konkrete Fragen gestellt zu einer konkreten Sachlage. Dass ich damit in diesem Blog keine Antworten kriege, dachte ich mir schon, habe das aber um meinetwillen niedergeschrieben, weil Schreiben für mich Klarmachen, Erklären bedeutet, für mich selbst. Wenn jemand dazu etwas zu sagen hat: schön. Wenn nicht, dann nicht.

    Du kommst in dem Zusammenhang mit Aussagen wie der, dass du den Römer schön findest. Das ist in Ordnung, mir aber egal, weil das tausende so sehen und mir schon klar ist, warum. Schöne, heile Welt. Das ist diese Haltung von Leuten, die nebenbei an einem Gebäude vorbeigehen und den Daumen heben oder senken. Lies dir doch die Fragen in dem Artikel genau durch: Es geht darum, wie die 50er Jahre-Architektur einzuordnen ist. Ich weiß es nicht wirklich, aber deine Ansichten zum Römer haben damit wenig zu tun.

    Ich habe keine festen Antworten auf die drängenden Fragen unserer Zeit, glaube aber, dass es wichtig ist, Fragen zu stellen. Das ist doch gerade die Crux von Leuten wie Elsässer und allem was vorpostmodern ist: Die wissen immer, wo es lang geht, wo es hin muss und wer welche Verschwörungen betreibt. Eine komplette Selbstüberschätzung aus vermutlich narzistischen Gründen. Das ist doch alles bullshit. Nur gemeinsam kann man etwas entwickeln, Stück für Stück.

    Du bist sehr engagiert bis hin zur Hitzköpfigkeit. Das finde ich nicht schlimm, aber warum soll ich mich darauf einlassen. Akzeptiere doch bitte, dass es verschiedene Anschauungen zu allen möglichen Themen gibt und vor allem unterschiedliche Herangehensweisen.

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  31. Jakobiner schreibt:

    „Schlimmer als Elsässer“–das nehme ich mal zurück.Schlimmer als Elsässer geht nimmer–nicht zu toppen!!!

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