Kurze Überlegung zum Verhältnis der Deutschen Bahn zu Lüge und Schikane

Gibt es einen Zusammenhang zwischen den unseriösen Planungen der Deutschen Bahn AG bezüglich Stuttgart 21 und der schikanös kurzen Frist von maximal 14 Tagen, in der man den Betrag zurückerstattet bekommt, den man im Zug beim Schaffner zahlen muss, wenn man seine gültige Bahncard vergessen hat?

Kann es sein, dass diese 14-Tage-Frist demselben Ziel dient wie die Lügen, die Bahnchef Rüdiger Grube und sein Team, wie man das nennt, seit Jahren in Bezug auf S21 verbreiten? Nämlich dem Ziel der Gewinnmaximierung? So wie vermutlich viele Kunden diese Frist nicht einhalten, weil sie sie entweder nicht kennen oder in diesem 14-Tage-Zeitraum noch auf Reisen sind, lügt die Bahn taktisch seit Jahren herum und dem Schlichter Heiner Geißler ins Gesicht, um dann Fakten zu schaffen, die den Bund zwingen sollen, immer mehr Geld nachzuschießen. Juristisch wäre der Tatbestand, wonach zu ermitteln wäre, wohl vorsätzlicher Betrug.

Dieses Verhalten dient in beiden Fällen der Renditemaximierung und somit der Kapitalakkumulation, also dem einzigen Ziel der Deutschen Bahn AG. Mit Erfolg: Grube hat ja kürzlich verkündet, dass der Gewinn der Deutschen Bahn von 2012 2,7 Milliarden Euro bis 2017 auf vier Milliarden jährlich steigen soll.

Das Bemerkenswerte dabei ist allerdings gar nicht, dass ein Unternehmen im Kapitalismus bemüht ist, Monopolstrukturen zu schaffen und öffentliche Gelder abzugreifen, sondern dass die Staatsvertreter sich als Erfüllungsgehilfen des kapitalistischen Gebahrens eines monopolistischen Konzerns begreifen. Diese Frist von 14 Tagen, die man ohne weiteres in eine von, sagen wir: drei Monaten verlängern könnte, wird als offensichtliche Schikane von den Volksvertretern, den einhundertprozentigen Eigentümern der Bahn, geduldet wie auch die Zuzahlungen zu S21. Das Verhalten der Bahnverantwortlichen in Sachen S21 seit Jahren kann man ohne weiteres als kriminell bezeichnen: Mittels Lügen sollen Staatsvertreter gezwungen werden, Milliarden Steuergelder nachträglich ins Projekt und somit in die Akkumulationsmaschine zu pumpen. Bei Bedarf werden als flankierende Maßnahme Polizisten zu Prügelmaschinen umfunktioniert, wie man seinerzeit sah. Die Immobilienlobby in Stuttgart freut sich sicher auch. Die Pläne für ein neues teures Innenstadtviertel sind bereits fertig.

Doch offensichtlich tut sich etwas. Offensichtlich hat Grube den Bogen überspannt. Ein gewöhnliches Verhalten für einen neureichen Emporkömmling. Verkehrsminister Ramsauer will nicht noch mehr Milliarden zuschießen, wenn denn die Medienberichte stimmen.

Als nächstes ist die 14-Tage-Frist dran.

Werbeanzeigen
Dieser Beitrag wurde unter Deutschland, Gesellschaft, Kapitalismus, Neoliberalismus, Politik, Wirtschaft abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

11 Antworten zu Kurze Überlegung zum Verhältnis der Deutschen Bahn zu Lüge und Schikane

  1. landbewohner schreibt:

    wenn ramsauer nicht mehr zahlen will, egal dafür gibts ja denn kretschmann und kuhn. und die üblichen verdächtigen haben längst ihren reibach gemacht und etliche millionen oder milliarden auf ihren konten in der schweiz oder auf den caiman islands.

    Gefällt mir

  2. garfield080 schreibt:

    was mir zum Stichwort „14-Tage-Frist“ spontan einfällt – Fahrkarten-Automaten…

    nicht selten hab ich schon gute 10 Minuten an diesen Dingern gestanden, und der verf*** Automat hat meinen Geldschein trotzdem immer wieder ausgespuckt.
    Kommt der Schein nicht grad frisch aus der Presse, oder man hat zufällig ein Bügeleisen in der Tasche, kann man da „glatt-streichen“ als ob’s kein Morgen gibt – keine Chance.
    Manchmal hat man aber dringende Termine, eine Stunde auf den nächsten Zug zu warten kann man sich nicht immer leisten – in der Hoffnung auf einen halbwegs kulanten Schaffner springt man dann in den Zug…

    gewöhnlich fackelt der aber nicht lange, und vergibt dann ein „Ticket“ im Gegenwert von 40 €*. Wenn die eigtl Fahrkarte nur 5 € gekostet hätte, immerhin eine 800%ige Umsatzsteigerung.

    ist es möglich, daß die Bahn mit solchen „anspruchsvollen“ Automaten eigtl ganz gut fährt, und vllt gar kein so großes Interesse daran hat, diese zu überholen – oder ging das schon in Richtung Paranoia…?

    *) außer man leistet sich den Zuschlag, und hat schon im Vornherein die Fahrt im IC/ICE geplant, wo der Kauf im Zug schon vorgesehn ist

    Gefällt mir

  3. genova68 schreibt:

    Ja, ein schönes Beispiel. Da wird vermutlich nur betriebswirtschaftlich abgewogen: Ein Apparat ist billiger als ein Angestellter und die Kundenverärgerung über das Nichtfunktionieren nimmt man in Kauf.

    Juristisch habe ich mich das auch schon gefragt: Der Apparat erzählt einem, dass man Falschgeld eingeführt hat und verweigert die Kooperation. In den Zug darf man ohne gültiges Ticket nicht einsteigen. Vermutlich ist das abgesichert: Man ist dann verpflichtet, irgendwo Geld zu wechseln, zu spät zu kommen etc. Wobei das auch immer Präzedenzfälle sein können, die nur mal vor Gericht verhandelt werden müssen.

    Es ist jedenfalls ein weiteres Beispiel für die Mafiosität der Deutschen Bahn bzw. von Teilen des bürokratischen Apparates. Die Entscheidung über die Aufstellung dieser Apparate wird von SAP-Software getroffen. Und die hat immer recht.

    Beim IC/ICE ist es so, dass der Fahrkartenkauf im Zug mehr kostet als am Automaten. Insofern kann es der Bahn recht sein, wenn der Automat nicht funktioniert. Und das Verweigern des Bezahlens des Aufpreises im Zug würde in letzter Konsequenz vermutlich dazu führen, dass nette Polizeibeamte einen am nächsten Bahnhof aus dem Zug werfen. Der Apparat, dieses Mal nicht konkret, sondern politisch gemeint, steht hinter solchem Gebaren.

    Gefällt mir

  4. garfield080 schreibt:

    laut AGB setzt die Bahn bei ihren Kunden voraus, bereits „5 Minuten vor Fahrtantritt das passende Wechselgeld bereit zu haben“.

    Jetzt versuch aber mal, am Bahnhof einen Laden zu finden, der wechselt… viel Erfolg. Reines Glücksspiel, weil oft schon von der Geschäftsführung verboten. Ohne Kaufen ist nüscht. Und teurer sind die Karten nicht nur beim IC(E) im Zug, sondern auch für Regionalverkehr, RB, RE, am Bahnhofs-Schalter.

    wenn man nicht grad in ner größeren Stadt wohnt oder am HBF einsteigt, ist der Automat sowieso die einzige Möglichkeit.
    (nur mal nb: mal auf die Größe der nebenstehenden, leerstehenden Gebäude achten – dann kriegt man ne Ahnung, wieviele Arbeitsplätze diese Automaten gekostet haben)

    Wer also sicher gehn will, keinen (im Zweifel saftigen) Aufpreis zu zahlen, muß theoretisch den vorherigen Besuch der nächsten Sparkasse gleich mit einplanen.

    Die absolute Arschkarte hat man natürlich, wenn die nur mit dem Zug erreichbar ist…

    Gefällt mir

  5. genova68 schreibt:

    Das steht in den AGB? Interessant, das zeigt ja, dass die genau wissen, wohin ihre Politik in der Praxis führt. Aber man braucht nur ein gutbezahltes Rechtsantwaltsbüro, die biegen das schon hin und schreiben es wohl wasserdicht in die AGB. Wobei es mich interessiere würde, ob so ein Passus vor Gericht Bestand hätte. Dass Kunden überhaupt vorgeschrieben werden kann, das passende Wechselgeld bereit zu haben.

    Hast du einen Link zu den AGB?

    Das alles zeigt, dass eine Gesellschaft entweder ein hintergeschaltetes System braucht, das für Solidarität und Vernunft oder dass man überall den Markt braucht mit den Siegern und Verlierern. Die Bahn nutzt ihre Monopolstellung aus und wird gedeckt von einem Staat, der sich mehrheitlich als struktureller Erfüllungsgehilfer kapitalistischer Renditebestrebungen sieht.

    Ich bin schon x-fach schwarz gefahren, weil der Automat in kleinen Städten meine Kreditkarte oder Bargeld nicht genommen hat. Es kam nie ein Kontrolleur.

    Die Bahn wird offiziell kontrolliert vom Verkehrsausschuss des Bundestages und vom Bundesverkehrsminister. Letzterer ist da erwartungsgemäß der Totalausfall und was der Ausschuss macht, würde mich interessieren.

    Aber man sieht ja bei S 21, dass der Vorstand der Bahn nicht weit von kriminellem Verhalten entfernt ist. Die Lügen bezüglich der Kosten,die jetzt nach und nach nach oben korrigiert werden und der Versuch, die Politik damit zu erpressen.

    Gefällt mir

  6. garfield080 schreibt:

    ich bin aus ähnlichen Gründen ebenfalls schon x-mal schwarz gefahren, hatte aber meistens Pech…
    dafür kommt aber nie ein Kontrolleur, wenn ich ne Fahrkarte hab ;-)

    einen Link zu dieser 5-Minuten-Sache find ich jetzt spontan nicht. Hab das auch nur mündlich mitgeteilt bekommen, aber schon x-mal und von verschiedenen Angestellten, Kontrolleure wie Rotkäppchen, fast wörtlich derselbe Satz. Wird also nicht bloß irgendwelches Dahergerede gewesen sein.

    Zumindest für eine Privat-Gesellschaft hier weiß ich das sicher, Trans-Regio, da gelten aber auch die „Beförderungsbedingungen der Bahn“, nochmal extra hier.

    Gefällt mir

  7. garfield080 schreibt:

    aha! Bestimmungen der Eisenbahn-Verkehrsordnung (EVO):

    (2) Der Anspruch auf Ausgabe eines Fahrausweises erlischt fünf Minuten vor Abfahrt des Zuges.

    von „passend gewechselt“ steht da zwar nichts, ergibt sich aber mehr oder weniger zwangsläufig daraus…

    d.h. wenn der Automat meinen gültigen Schein nicht anholt, und ich im letzten Moment in den Zug springe, kann ich die „Schuld des Automaten“ theoretisch nicht mal gültig machen, weil ich schon 5 Minuten vorher alles parat gehabt haben müsste (irgendwo gewechselt etc)

    Gefällt mir

  8. genova68 schreibt:

    Danke!

    Gefällt mir

  9. Chinook schreibt:

    Jammern auf hohem Niveau. Wer den deutschen ÖPNV nicht mag, sollte doch evtl. mal überlegen, ob der in anderen europäischen Staaten ihm lieber wäre.

    Gefällt mir

  10. garfield080 schreibt:

    @Chinook

    ich nehm mal an bei „ÖPNV“ reden wir von Strecken bis 100 km; der regionale/ innerstädtische Nahverkehr ist sowieso jedesmal ein Fall für sich… um da unterschiedliche Welten zu erleben, brauchst du gar nicht raus aus D.

    du scheinst ja Erfahrung auf dem Gebiet zu haben. Wie ist der ÖPNV in den eur. Nachbarländern denn so?
    Zumindest was die Niederlande angeht hab ich eigtl nur positive Erfahrungen gemacht, auch mit dem Bus kann man noch Strecken > 50 km preiswert und mit relativ gutem Streckennetz zurücklegen.

    Daß wir hier bald Verhältnisse wie in Griechenland & Spanien haben, wo gar nix mehr geht, ist mir auch klar… (wobei ich eigtl gar nicht weiß, wie weit die Verkehrsbetriebe da betroffen sind)

    aber wie siehts denn mit dem Regionalverkehr Bus/Bahn in Italien, Frankreich, Polen etc so aus? Also was Verbindungen, Preise, Personal (wie kulant/ penibel sind v.A. die Kontrolleure) angeht…
    zumindest höhere Preise als in D kann ich mir ehrlichgesagt kaum vorstellen.

    @Jammern auf hohem Niveau – wenn ich als Hartz-IV-Empfänger eine 40 € Strafe reingedrückt kriege, weil die Bahn nicht in der Lage ist, anständige Automaten aufzustellen, kann mein „Niveau“ schon mal ziemlich auf Touren kommen…

    Gefällt mir

  11. Chinook schreibt:

    „Wie ist der ÖPNV in den eur. Nachbarländern denn so?“

    Meist nicht mit dem deutschen ÖPNV vergleichbar, wenn man sich mal außerhalb von größeren Agglomerationsräumen bewegen will.
    Netzabdeckung und vor allem Organisation sind in Deutschland gar nicht so schlecht. Diese beiden Faktoren zusammengenommen, wird man nicht viele Länder finden, die es besser machen. Und man wird kein Land finden, was eine vergleichbare Größe und damit gegebene infrastrukturelle Komplexität aufweist. In dem speziellen Fall generiert ein größeres Netz komplexere Strukturen, in denen economies of scale nicht mehr zum tragen kommen, sogar negiert werden. Anders als in kleineren Staaten.
    Auch Frankreich ist da kein positives Beispiel mehr, weil die Netzabdeckung in vielen Räumen praktisch kaum gegeben ist. Deutschland verfügt über ein ziemlich gutes Netz von Fern- und Regionalbahnen. Vor allem ist es vergleichsweise gut organisiert.
    Polen, Frankreich, Italien kann man damit nicht wirklich vergleichen, wenn es darum geht auch überall hinzukommen. Mal ganz abgesehen davon, dass wenn man die monatlichen Abonnementpreise in Prozent des pro Kopf-Einkommens der örtlichen Bevölkerung berechnet und in den Staaten bestimmte Verteilungen desselbigen miteinberechnet, ich nicht davon überzeugt bin, dass es dort günstiger sein sollte. Nichtmal im Vergleich mit Berlin, wo der ÖPNV tatsächlich sehr teuer ist.
    Ich bin der Ansicht, dass es in Deutschland bisher gelingt, ein vergleichsweise gutes Angebot bereitzustellen. Welches auch dazu beiträgt, den Tipping Point, an dem die Menschen das Angebot nichtmehr nutzen, nicht zu erreichen. In südeuropäischen Ländern, außerhalb der Hauptsaison oder abseits tourisitsch erschlossener Gebiete, fahren eben morgens um sieben Diejenigen ohne Auto zur Arbeit und um 16/17 Uhr nach Hause. Und auch da sind die Busse selten voll, weil das Angebot so unzureichend ist, dass kaum jemand es mehr nutzt, sondern sich die Leute anders versuchen zu organisieren. Was eine sich selbst verstärkende Abwärtsspirale des ÖPNV darstellt. Die Fahrten werden weniger, das Angebot schlechter, weshalb er wiederum seltener genutzt wird und die Kosten pro Fahrt explodieren.
    Alles zusammengenommen, Abdeckung, Organisation und Preis, halte ich den deutschen ÖPNV nicht für so schlecht, wie er oftmals gemacht wird.
    EIn weiterer Punkt ist, dass heute teilweise die Meinung vorherrscht Distanzen müssten „für Lau“ zu überwinden sein. Wenn sie in Großstädten einige Stationen fahren, können das schnell 10-20 zurückgelegte Kilometer für einen Weg sein. Fährt man dies mit dem Auto, ist das auch alles andere als kostenlos.

    „Personal (wie kulant/ penibel sind v.A. die Kontrolleure)“

    Es hätte nun wenig Sinn „kulante“ Kontrolleure anzustellen. Entweder Sie haben ein Ticket oder sie haben keins. In südeuropäischen Staaten werden Sie da auch kaum verhandeln können. Da ist der Unterschied, daß man das Ticket oft beim Busfahrer erwerben/vorzeigen muß und man nur vorne einsteigen kann. Kurz vor Abfahrt steigen dann zwei Kontrolleure mit stolzgeschwellter Brust ein und „überprüfen“ nochmals die eben erworbenen Tickets der Passagiere. Vollkommen sinnbefreit. Nachdem sie das getan haben, gehts dann ab zur nächsten am Weg gelegenen Espressobar, mit den Passagieren im Bus natürlich, wo die „Buscrew“ erstmal gemütlich Kaffe trinkt, während zig Leute im Bus warten. Wobei ihnen klar wird, warum der Bus an den Ersten Haltestellen immer zu früh fährt, während er an den Letzteren zu spät ankommt.
    Zu den Ticketautomaten: Ja, manchmal streiken die. Hatte ich auch schon. Bei der Bahn löst man das Problem einfach dadurch, daß man direkt zum Schaffner geht und diesem das Problem mitteilt. Der müsste dann einen Nachzahlbeleg für „blablabla“ ausstellen. Die Rechnung kommt eh nie, allein der Versuch das zu überprüfen wäre teurer als es einfach „liegen“ zu lassen. Ich hatte damit auch in Regionalbahnen bisher kein Problem. Auch wenn da teilweise der Automat weniger das Problem war, als die nicht vorhandene Zeit zum Ticket lösen.
    Wobei ich glaube, dass die Angestellten mittlerweile evtl. wirklich so viel Druck bekommen, daß sie jede Lappalie nach seltsamen, auf den konkreten Fall kaum anwendbaren, Vorschriften abhandeln.
    So hatte ich vor nicht allzu langer Zeit zwei nette Email-Konversationen mit dem Bahnservice. Einmal hatte eine Bekannte einen Anschluß fast verpasst, weil der Zug über zwei Stunden Verspätung hatte. Kein Ersatzverkehr oder sonstwas. Also Taxi etc. Im Nachhinein versucht das Geld für das nicht billige Ticket wenigstens zurück zu bekommen. Da hat der Bahnservice was abgezogen, was ich schon sehr stark/amüsant fand. Nachdem eine Kopie des Tickets zugeschickt wurde, kam nach zwei Wochen die Aufforderung das originale Ticket einzuschicken. Ok, gemacht, an ein Anschreiben getackert. Wieder zwei Wochen später die Erklärung, man hat mit dem Schreiben vom „blabla“ kein Ticket erhalten, solle eine Kopie einschicken. Aha, wie haben sie das Schreiben erhalten können und dabei das rangetackerte originale Ticket übersehen? Sehr lustig – wenn das originale Ticket weg ist, lassen sich so leicht Kopien anfertigen. Allerdings zufällig noch abgespeichert gehabt. Eine erboste Email hat das dann im Grunde geklärt.
    Im anderen Fall war ein Problem, daß jemand ein Ticket über Kreditkarte für eine andere Person bezahlt hatte. Die Kontrolleurin war sehr hilfsbereit und erklärte etwas von, sie nimmt es auf, man bekomme eine Abmahnung und solle das ignorieren, die gehe standardmäßig raus. Nunja, bei der zweiten Abmahnung mit recht teuren Drohungen drin und dem Verweis auf eine das zukünftig regelnde Anwaltskanzlei – erboste Email geschrieben, Hotline kontaktiert und nach 5 Minuten irgendwohin weiterverbinden lassen. Danach war das Problem innerhalb von drei Tagen gütlich gelöst.
    Allerdings denk ich mir, wieviele Leute rufen nicht die Hotline an und scheißen rum, oder verschicken Emails mit irgendwelchen Erklärungen bis hin zu Fristsetzungen – und zahlen deshalb wirklich für so manchen ungerechtfertigten Mist?
    Trotz allem ist jedoch die Bahn und der ÖPNV in Deutschland gut organisiert. EIn Land wo das in der Fläche besser organisiert ist, muß mir erstmal jemand zeigen.

    „wenn ich als Hartz-IV-Empfänger eine 40 € Strafe reingedrückt kriege, weil die Bahn nicht in der Lage ist, anständige Automaten aufzustellen, kann mein “Niveau” schon mal ziemlich auf Touren kommen…“

    Tja, da können sie bei der bahn auf den Zugbegleiter zugehen. Im Öpnv entweder mit dem Busfahrer reden, zehn Minuten zur nächsten U/S-Bahn Station laufen, oder die Störungshotline anrufen müssen.

    Ob Hartz IV-Empfänger/Niedrigverdiener sich die aktuellen Tarife wirklich leisten können, oder man da nicht teilweise andere Tarifstrukturen anbieten könnte/sollte, daß steht auf einem andern Blatt. Die Frage könnte man sich aber bei so manchem stellen. Energiewendensubventionen für Hausbesitzer, GEZ, ÖPNV, Krankenkassen, Mehrwertsteuer.

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.