Vorbildlich: Dänemarks Umgang mit gesellschaftlichen Randgruppen

Die Dänen sind ein sympathisches Völkchen, die – den Holländern ähnlich – eigentlich nur mit einem Manko zu kämpfen haben: ihrem Sprachfehler. Sie bemühen sich um ordentliches Deutsch, schaffen es aber leider nicht richtig. Das tut ihren modernen, pragmatischen Lebenseinstellungen jedoch keinen Abbruch.

Ein anschauliches Beispiel bieten die Regelungen im Verkehr, die auch Minderheiten Raum zur Entfaltung bieten.

092 Im „Europark“ beispielsweise dürfen nur ledige Menschen parken. Für Verheiratete sind andere Parkhäuser vorgesehen. Das hängt damit zusammen, dass sich Ledige beim Parken näher kommen sollen, auf dass sie nicht mehr lange ledig sind. Vermutlich ist der eine oder andere Parkrempler in diesem Parkhaus ein absichtliches Anbumsen zur Kontaktherstellung. Würde der Ledige das Auto einer Verheirateten anbumsen, käme ihn das nur teuer.

Ein sehr praktisches Land, dieses Dänemark.

Und selbst zwischen Ledigen wird nochmals unterschieden:

301Rechts im Bild das Hinweisschild auf einen Parkplatz für Ledige, die öfter einmal patzen (pladser, etymol. patzen, ungeschickt arbeiten, lautmalende Herkunft, 19. Jhdt.), also die Kontaktaufnahme zu anderen Ledigen ordentlich vermasselt haben. Sie stellen die Problemgruppe unter den Ledigen dar und sind auf Sonderparkplätze angewiesen.

 
 

Dänemark ist ein soziales und ein pragmatisches Land. Probleme werden ohne ideologische Scheuklappen angegangen. Die erwähnte Problemgruppe erhält sofort individuelle Hilfe, bevor sie Schlimmes anrichtet:

302

Wenn ein Lediger der Problemgruppe „Patzer“ während des Parkvorgangs im Ledigenparkhaus „Europark“ akuten Mangel empfindet und sich trotz heftigen Anbumsens keine befriedigende Parksituation einstellt, ringt er einfach bei der sympathischen Blondine Cindy an. Ihre feuerroten Augen und ihre vermutlich hervorragenden Einparkkünste lassen den Ledigen seinen traurigen Zustand schnell vergessen.

Wir wünschen dem sympathischen Land mit dem Sprachfehler  auch für die Zukunft alles Gute.

(Fotos: genova 2012)

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6 Antworten zu Vorbildlich: Dänemarks Umgang mit gesellschaftlichen Randgruppen

  1. hanneswurst schreibt:

    Beim nächsten Treffen kriegst Du von mir einen sympathischen Dänemann

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  2. genova68 schreibt:

    Geilomat.

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  3. kadekmedien schreibt:

    Und jene, bei denen das erfolgreiche Anbumsen in eine Ehe mündete, haben sich dann erLEDIGt. Aber ob das noch ein Sprachfehler ist?

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  4. genova68 schreibt:

    Zumindest müssen die dann ein anderes Parkhaus ansteuern.

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  5. Jakobiner schreibt:

    Wer kontrolliert das eigentlich? Was wenn Verheiratete unter Ledig parken, um mal für einen Seitenprung anzubummsen? Gibt´s dann eine extra Parkgebühr für?

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  6. genova68 schreibt:

    Im protestantischen Dänemark verhalten sich alle streng vorbidlich. Fremdparken ist nicht vorgesehen.

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