Kommunisten in Graz erzielen bei Wahlen 20 Prozent

Aus der Rubrik „skurrile Meldungen“:

Die Spitzenkandidatin der Kommunistischen Partei Österreichs (KPÖ) ist die eigentliche Siegerin der Gemeinderatswahlen in Graz, der zweitgrößten Stadt des Landes. 20,1 Prozent Zustimmung bescherten der KPÖ am Sonntag den zweiten Platz hinter der regierenden ÖVP, die Neuwahlen vom Zaun gebrochen hatte und massiv verlor.

Elke Kahr heißt die Spitzenkandidatin der KPÖ.

Noch skurriler:

Grüne und SPÖ wären sogar bereit gewesen, Kahr zur Bürgermeisterin zu wählen. Doch daraus wird nichts, weil diese beiden Parteien zu viel verloren haben.

Am skurrilsten: Am stärksten schnitt die KPÖ bei den Selbstständigen ab. Die Arbeiter wählten mehrheitlich FPÖ.

Außerdem:

75 Prozent der KPÖ-Wähler sahen die KPÖ bei der Wohnungspolitik als kompetent an, 60 Prozent bei der Bekämpfung von Korruption und 40 Prozent bei Zuwanderung und Integration.

Kommunisten in Graz werden vor allem von Selbstständigen gewählt und Sozialdemokraten wählen deren Spitzenkandidatin zur Bürgermeisterin. Es geschehen noch Zeichen und Wunder.

Wohnungsbaupolitik: Ein heißes Eisen auch in Berlin, und da wurden die Linken vergangenen September abgestraft. Zurecht, weil sie sich der SPD angebiedert hatten und – unter anderem – in der Wohnungsbaupolitik versagten. Die Kommunisten in Graz sind offenbar nicht so dämlich.

Die Kommunisten sind in Graz traditionell stark. 2003 kamen sie sogar auf 29 Prozent. Es liegt, soweit ich weiß, vor allem an Persönlichkeiten. Mir fällt ein, dass es in Graz eine ganze Menge guter, innovativer, mutiger Architektur gibt, Grazer Schule und Domenig.

Es hängt ja bekanntlich alles mit allem zusammen.

Zum Thema „sozialer Wohnungsbau“ in Österreich:

http://taz.de/Sozialer-Wohnungsbau/!105262/

Interessant, was alles geht, wenn man das Kapital einfach auschließt. Wohnungsbau für 4,78 Euro den Quadratmeter. In Deutschland behaupten offizielle Stellen ja, dass Wohnungsbau unter acht Euro nicht mehr drin sei. Und Sozialwohnungen in Berlin, bei denen die Förderungshöchstdauer ausgelaufen ist, kosten mittlerweile auch mal neun Euro. Nettokalt.

Deuschland ist scheiße. (Nur, falls ich das noch nicht erwähnt habe.)

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