Parkplätze I

Ein unterschätztes Thema der fotografischen Aufmerksamkeit sind bekanntlich nicht beparkte Parkplätze, Parkflächen und Parktaschen moderner Machart, also alles mit Grün umrankt und schön ordentlich. Um diesem Manko abzuhelfen, veröffentliche ich ab sofort in losen Abständen besonders schöne Exemplare dieses Typus.

Da das Thema in der modernen Gesellschaft ein naturgemäß wichtiges ist, bemühe ich mich mithilfe von wikipedia um die Verwendung der korrekten Fachsprache.

Wir haben also im Folgenden Parkhäfen (auch Parkharfen genannt), deren Stellflächen durch hochbordige Inseln in Buchten gegliedert sind, die mehrere Stellflächen umfassen.

Wichtig ist auch, dass für den Boden mehrere Materialien verwendet werden. Nur ein Material würde dem Deutschen als Ausdruck von Langeweile und Spießertum gelten, man will ja modern sein, trotz allem. Deshalb verwendet man mittelgroße Granitsteine, kleine Granitsteine, die die Begrenzung der Parkfläche andeuten, und richtigen Teer.

Falls unter den Lesern ein der Botanik Kundiger weilt, kann er sich gerne im Kommentarbereich über die abgebildeten Pflanzen auslassen.


 

 

 

(Fotos: genova 2012)

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5 Antworten zu Parkplätze I

  1. hanneswurst schreibt:

    Kraftvolle Bilder der Apokalypse, die Du uns hier ganz beiläufig zur Verfügung stellst, lieber Genova. Ja, so sieht Deutschland in der Endzeit aus, die Menschen haben erst ihre Automobile und anschließend sich selber (im Krematorium auf Bild drei) entsorgt, übrig bleiben die Parkplätze, die in 1.000, 10.000 Jahren vielleicht als Landeplätze für außerirdische Flugobjekte dienen werden, wer weiß. Diese Fotos scheinen so sinnentleert, und schürfen doch so tief, denn sie beschreiben nicht mehr und nicht weniger als die traurige Verfasstheit des Daseins.

    Bei der Bestimmung der Pflanzen bin ich leider keine große Hilfe, zu sehr hat mich der Bildeindruck von allem Konkreten entrückt. Lediglich auf Bild drei meine ich einen ausgebrannten Dornbusch zu erkennen – was wohl als Symbol dafür ausgelegt werden kann, dass mit uns auch unser Gott zugrunde geht. Die Außerirdischen können den Busch jedoch wieder entzünden, aber es würde zu weit gehen, dies hier zu extrapolieren.

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  2. genova68 schreibt:

    Vielen Dank für das Lob. Ich stimme durchaus zu: Diese Bilder gehören mit zum Besten, was je den Weg in die Veröffentlichung fand.

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  3. hanneswurst schreibt:

    Als ich jetzt noch einmal über die Fotographien meditierte, wurde mir schlagartig klar: „Gott ist nicht tot, Gott befindet sich in der Kryptobiose!“ Wie eine Larve der Polypedilum vanderplanki, die nicht nur den genetischen Code und damit den Bauplan, sondern gleich den ganzen Baukasten konserviert, so konserviert der Parkplatz alles, was dem Menschen heilig ist. Wir benötigen nicht den Prozess, wir benötigen nur eine geeignete Prozesskonservierung, und das erklärt nebenbei die Produkte des Prozesses, den wir „Kultur“ nennen. Nehmet und esset alle davon!

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  4. genova68 schreibt:

    Ich stimme vorsichtshalber nochmal zu.

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  5. Motherhead schreibt:

    Super, die 32.000 Euro gehören hanneswurst! Denn Dornbusch ist … richtig!! Der Rest ist Gras. Und ich weiß, wovon ich rede: Schließlich war ich 27 Jahre lang mit einem – mittlerweile verstorbenen – Friedhofsgärtner verheiratet.

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