Was heißt Kiez auf englisch?

Der Tagesspiegel in einer Bilanz über das Guggenheim-Lab im Prenzlauer Berg, über das ich bereits hier und hier berichtet habe:

Im Guggenheim Lab sollten andere zu Wort kommen – Anwohner mit eigenen Erfahrungen und individuellem Blick. Gern im Dialog, damit beide Seiten voneinander lernen …. Nicht bei allen funktioniert die Strategie der Umarmung, schon weil die verbindliche Lab-Sprache Englisch war. Das schloss viele aus.

Mit Anwohnern in Berlin über ihren Kiez diskutieren wollen, aber bitte nur auf englisch. Ich hätte nicht gedacht, dass BMW und Co. ihr Desinteresse so offensichtlich zeigen.

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10 Antworten zu Was heißt Kiez auf englisch?

  1. Chinook schreibt:

    Warum Desinteresse? Ich weiß, in Berlin ist das Lab eine große Sache. Praktisch ein Kulturkampf und folgerichtig, weil die Bewohner meist andere Probleme haben als sich darüber Gedanken zu machen, ein konzertierter „Propagandakampf“ gegen Gentrifizierung. Und das Lab ist natürlich ultimativer Ausdruck davon. Die Mehrzahl der Bewohner interessiert das Lab doch gar nicht. Warum auch? Die normale Umgangssprache im Lab bei Veranstaltungen ist natürlich Englisch. Die Idee ist doch, Akademikern eine Plattform zu geben sich zu treffen, Ideen auszutauschen und neue Anregungen zu bekommen. Das Neue an jenem Projekt, und auch der Grund warum es in anderen Städten gut ankam (und in allen anderen außer Berlin gut ankommen wird), ist der, daß versucht wird es vergleichsweise offen zu gestalten. Bürgern soll die Möglichkeit gegeben werden dieses Projekt mitzuerleben. Das mag ja ein naiver, dummer, nicht in die Gegend passender oder falsch umgesetzter Ansatz sein. Aber wie und wo genau schadet dieses Lab eigentlich?
    Man mag sich über das Programm lustig machen und darüber, daß jenes wenig mit den aktuellen Problemen der Bewohner zu tun hat. Gut. Aber 99% der Kritik sind verfehlt, denn es war und ist nicht Ziel des Lab aktuelle Probleme detailliert zu besprechen, sondern allgemeine Zukuntsvisionen zu entwerfen. Es ist das Guggenheim Lab, nicht das Programm Soziale Stadt. Das Problem ist nicht das Lab. Es wird lediglich als Stein des Antoßes instrumentalisiert. Preissteigerungen erzeugen in vielen Arealen Berlins Probleme. Diese werden dann auf höhere Nachfrage durch Gentrifier zurückgeführt. In einigen Regionen trifft das zu. In anderen stellt sich eine normale Entwicklung ein, weil durch die „angestammten“ Mieten schlicht die Bausubstanz nicht erhalten werden kann. Was vor allem auf „Altbau“-Viertel zurtrifft und durch „Stadtplanung“ der ehemaligen DDR noch verschärft wird. Der Mietspiegel in Berlin, gemessen am Rest der Republik, ist geradezu paradiesisch. Man kann doch nicht ernsthaft davon ausgehen, daß dies auf ewig so bliebe. Insbesondere in einer über alle Maßen gehypten Stadt. Mal ganz davon abgesehen, daß nicht klar ist, ob in vielen Vierteln Berlins überhaupt Gentrifizierung in dem Sinne stattfindet, daß Menschen in großem Ausmaß verdrängt werden, oder ob nicht viel mehr eine Veränderung der Milieus und Verhaltensgewohnheiten eingesetzt hat. Nach dem Motto, arme Studenten erlaubt, aber wehe sie bekommen einen Job und Kinder. Dieses eine Schlagwort „Gentrifizierung“ ist in Berlin sehr wirkmächtig, aber fast nirgends hat es weniger mit objektiven Sachverhalten und mehr mit Symbolik zu tun als dort. In der Diskussion hört man immer nur Carloft und Kronprinzengärten etc.Als ob diese Projekte die Regel wären und das Leben im Kiez maßgeblich beeinflußten. Natürlich gibt es Projekte wie das „Carloft“, die aktuell nur in Berlin funktionieren. Wobei man sich die Frage stellen sollte, wenn das so ein tolles Projekt ist, warum will man die Wohneinheiten verkaufen und vermietet sie nicht? Klar, viele Leute sind bereit Wohnungen über „Marktwert“ zu bezahlen, in Berlin. Weil Käufer nicht davon ausgehen, was die Immobilie aktuell wert ist, sondern davon, was sie mal wert sein könnte, wobei sehr hohe Erwartungswerte angelegt werden. Insofern für projektorientierte Inverstoren eine Zeit des Gold-Rushs. Aber was sind denn die Auswirkungen für die angestammte Bevölkerung, welche brächten ausbleibende Inverstitionen in „abgebrannte“ Viertel mit sich? EIn Großteil der Preissteigerungen ist einfach eine Anpassung an ein Niveau, auf welchem eine gewisse Ausstattung und Erhaltung der vorhandenen Substanz gewährleistet werden kann.
    Gentrifizierung als bestimmender rationaler Rahmen und das Guggenheim Lab als Symbol dafür. Mit einer solch verkürzten Sichtweise wird man der Thematik nicht gerecht. Deshalb werden die in dem Bereich engagierten Gruppen mit ihrer Agenda auch scheitern. Weil sie sich um irgendeinen Schmu kümmern, um Symbole und daran ausgerichtete Kämpfe, die den einfachen Bewohner genausowenig kümmern, wie die Arbeiterschaft sich ’68 um die studierten Klugscheißer kümmerte. Man kann ja gern über Stadtentwicklungen reden, aber diese schert sich nicht unbedingt um Ideologie.

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  2. genova68 schreibt:

    Chinook,
    ich habe mir jetzt kurz überlegt, ob ich auf deinen Kommentar eingehen soll. Er ist aber durch die Bank Blödsinn, rechter reaktionärer Quark, er widerspricht sich in jeder zweiten Zeile und du hast von Berlin und Gentrifizierung keine Ahnung. Ich finde es eigentlich schade, dass ich dir das so deutlich sagen muss, aber schau mal: Schreiben kostet Zeit, und um all das auseinanderzunehmen, was du da behauptest, bräuchte ich jetzt schätzungsweise eine halbe Stunde. Das lohnt sich für mich nicht.

    Nur ein klitzekleines Beispiel: In dem Tagesspiegel-Artikel da oben steht, dass die Labbetreiber „mit den Anwohnern“ ins Gespräch kommen wollen, deren Perspektiven erfahren wollen. Sind Anwohner nur Akademiker? Na, siehst du.

    Ich empfehle dir, folgende Artikel zu lesen:

    https://exportabel.wordpress.com/category/gentrifizierung/

    Noch besser: Der Gentrification-Blog in meiner Blogroll.

    da lernst du einiges zum Thema. Wenn du dann noch Fragen oder Anmerkungen hast, melde ich, in Ordnung?

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  3. Chinook schreibt:

    „Er ist aber durch die Bank Blödsinn, rechter reaktionärer Quark“

    Blödsinn, OK. Rechts und Reaktionär? Die alten Platitüden sterben eben niemals aus.

    „und du hast von Berlin und Gentrifizierung keine Ahnung…da lernst du einiges zum Thema“

    Ich bin da ganz gut informiert, und vertrete diesbezüglich trotzdem Ansichten, mit denen man definitiv keine höheren „bourdieuschen“ Kapitalniveaus in bestimmten „intellektuellen“ Gesellschaften erreicht.

    Noch besser: Der Gentrification-Blog in meiner Blogroll.“

    Naja, der Blog von Holm halt. Wenn er seine Ideologie beiseite läßt, dann schreibt er teilweise wirklich lesenswerte Sachen und bietet gute Ansatzpunkte. Einzelne Texte sind sogar unbedingt lesenswert. Bourdieus Konzepte sollte er allerdings nicht versuchen tiefergehend zu inkorporieren, selbst ansatzweise. Meiner Ansicht nach hat er für diese kein gesteigertes Verständnis.

    „Ich finde es eigentlich schade, dass ich dir das so deutlich sagen muss“

    Sie müssen das nicht schade finden.

    „In dem Tagesspiegel-Artikel da oben steht, dass die Labbetreiber “mit den Anwohnern” ins Gespräch kommen wollen, deren Perspektiven erfahren wollen. Sind Anwohner nur Akademiker?“

    Nein, Anwohner sind nicht nur Akademiker und das Konzept sah Raum vor, mit den Anwohnern ins Gespräch zu kommen. Es war also nicht für jedes Angebot notwendig, der englischen Sprache mächtig zu sein. Aber was ist eigentlich der Punkt? Das Lab-Projekt wurde von Akademikern geplant. Natürlich soll es jenen Raum geben Ideen zu entwerfen und „Visionen“ zu präsentieren. Es liegt in der Natur der Sache, dass dies an der Lebensrealität der Menschen heute vorbei geht. Partizipation der örtlichen Bevölkerung soll befördert werden. Das muss kein Widerspruch sein. Im Gegenteil, gerade hier wurde der Versuch unternommen, das Projekt offen zu gestalten. Vielleicht stümperhaft, vielleicht naiv. Gut, aber mit einer Reaktion wie in Kreuzberg war kaum zu rechnen. Ziel des Labs war es nie, ganz praktische Verbesserungen zeitnah durchzusetzen. Wie gesagt, an die Fördertöpfe von „Soziale Stadt“ und co. kommt man anderweitig ran.
    Und das ist meine Frage. Wo liegt eigentlich das Problem? Was ändert das Lab? Man kann hingehen oder auch nicht. Es ist ein Angebot, niemand ist gezwungen jenes anzunehmen, und es wird keinen meßbaren Einfluß auf Gentrifizierungsprozesse haben. Anders als das in Horrorszenarien ausgemalt wurde, von einer lauten Minderheit.
    Es steht halt BMW und Guggenheim im Namen, vor allem BMW. Wäre dasselbe Projekt unter dem Banner einer örtlichen Bürgerinitiative durchgeführt worden, was wäre wohl die Reaktion gewesen? Und in dem Punkt stellt sich dann eben doch die Frage, was soll die Aufregung? Um was geht es? Ein Projekt, oder DAS Prinzip?
    Meiner Ansicht nach wurde das Lab als Symbol instrumentalisiert. Instrumentalisiert um mit den Ängsten von Menschen zu spielen. Ein gefährliches Spiel.

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  4. Chinook schreibt:

    „Wenn du dann noch Fragen oder Anmerkungen hast, melde ich, in Ordnung?“

    Ok. Warum war es wichtig das Lab aus Kreuzberg zu vertreiben? Ist es als Erfolg zu werten, dass es nun woanders gastiert; und wenn ja, warum?

    Das würde mich wirklich interessieren. ich denke auch nicht nur mich. Mir sind einige Städte bekannt, in denen wird jenes Verhalten nurnoch als Berliner Dekadenz und Intoleranz bewertet, nicht nur in hohen Einkommensklassen. Die würden das Lab mit Handkuß nehmen.

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  5. genova68 schreibt:

    Chinook, nochmal:

    In dem Tagesspiegelartikel steht:

    „schon weil die verbindliche Lab-Sprache Englisch war.“

    Du schreibst:

    „Nein, Anwohner sind nicht nur Akademiker und das Konzept sah Raum vor, mit den Anwohnern ins Gespräch zu kommen. Es war also nicht für jedes Angebot notwendig, der englischen Sprache mächtig zu sein.“

    Du stellst eine sinnlose Kausalbeziehung auf nach dem Motto: Es kann nicht sein, was nicht sein darf.

    Zu deinen anderen Fragen: Du solltest dich ja erst melden, NACHDEM du die Artikel gelesen hast. Ich schreibe mir jetzt nicht die Finger wund. Wenn es dich tatsächlich interessiert, lies das, dann wird dein großer Wissensdurst gestillt sein.

    Nur noch zur Berliner Dekadenz und Intoleranz: Klar, wer sich gegen Mieterhöhungen und Gentrifizierung wehrt, ist dekadent und intolerant. Das ist das gleiche neoliberale Geplapper wie seinerzeit in Sachen Agenda 2010 und neoliberale Reformen. Wenn Gewerkschafter keine Lohneinbußen hinnehmen wollten, waren sie Besitzstandswahrer. Diejenigen, die durch die Mietsteigerungen reich und reicher werden, sind nicht im Fokus. Das ist wohl „der Markt“ und deshalb nicht angreifbar.

    Auf das Niveau habe ich keine Lust.

    Sorry, Chinook, du versuchst hier, den Intellektuellen, Informierten rauszuhängen,aber aus jedem deiner Sätze tropfen Ahnungslosigkeit und Ressentiment. Mal kurz Bourdieu erwähnt, kommt sicher gut, mal kurz erwähnen, dass dir „einige Städte“ bekannt sind, die das Lab nehmen würden, das ist doch alles leicht durchschaubar. Alleine diese sinnlose Formulierung: Was ist eine Stadt, wer will da was, wer ist das Subjekt?

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  6. genova68 schreibt:

    Auch ein Aspekt der Gentrifizierung:

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/zahl-der-sozialwohnungen-sinkt-dramatisch-a-847784.html

    „Zahl der Sozialwohnungen seit 2002 umd ein Drittel gesunken.“

    Und das hier ist die Realität, deren Kritiker Chinook dekadent und intolerant nennt:

    „Eine Mieterhöhung von fast 30 bis 50 Prozent, angekündigt zum 15., wirksam ab 1. des Folgemonats und dann entweder 200 Euro mehr Miete zahlen – oder sich eine neue Bleibe suchen. Vor dieser Entscheidung stehen in Berlin immer mehr Mieter von Sozialwohnungen. Bewohnern der Schöneberger Str. 5 im Kreuzberger Fanny-Hensel-Kiez droht seit Jahresbeginn schon die zweite kräftige Mieterhöhung: Ab 1. Mai sollen sie 9,62 Euro pro Quadratmeter zahlen – zu Jahresbeginn waren es noch 5,33 Euro; fast eine Verdoppelung und mehr, als der Mietspiegel hergibt. „Dieses Beispiel belegt noch einmal, wie schutzlos Mieter im sozialen Wohnungsbau Mieterhöhungen ausgeliefert sind“, sagt Reiner Wild, Hauptgeschäftsführer des Berliner Mietervereins.“

    http://www.tagesspiegel.de/berlin/wohnungen-sozialmieter-muessen-draufzahlen-oder-ausziehen/1805326.html

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  7. Chinook schreibt:

    „Du stellst eine sinnlose Kausalbeziehung auf nach dem Motto: Es kann nicht sein, was nicht sein darf.“

    Nein, es wurde im Rahmen dieses Projekts beides versucht. Sowohl eine Austauschplattform für in dem Bereich engagierte Personen (international), meist Akademiker, als auch eine offene Ausgestaltung. Inwiefern das gelungen ist, darüber kann man streiten. Ebenso über die Inhalte. Viele Veranstaltungen wurden in englischer Sprache angeboten. Natürlich. Was ist die Alternative? Was hätte das Lab denn anbieten müssen, um die protestierenden Gruppen zu befriedigen? Was, damit es von diesen Gruppen ignoriert worden wäre? BMW und Guggenheim hätten halt nicht im Namen stehen dürfen, bzw. es ausrichten. Denn BMW ist ein Konzern und hat mit den Quandts zu tun, Guggenheim kommerzialisiert Kunst.

    „Du solltest dich ja erst melden, NACHDEM du die Artikel gelesen hast.“

    Wer sagt denn, dass ich das nicht habe. Zunächst mal eine Anmerkung. Der Begriff „neoliberal“ wird mittlerweile inflationär benutzt, hat ungefähr noch dieselbe Aussagekraft wie „nachhaltig“. Eines ist jedenfalls sicher. Es gibt die Neoliberalen, den Neoliberalismus und „das Kapital“. Das sind die Gegner, die eigenen Ansichten sind sozial, weil halbwegs sozialisitisch. Und wie man ja weiß, sind daran orientierte Organisationsstrukturen nicht nur gerechter, nein, Kapital ist im Überfluss vorhanden. Ich habe eher den Eindruck, dass wenn der Begriff neoliberal genutzt wird, es weniger darum geht etwas zum Verständnis verschiedener Prozesse beizutragen, sondern Fronten zu konstruieren und selbst einer klaren Benennung von Entwicklungen und ihnen ablaufenden Prozessen auszuweichen.

    „Nur noch zur Berliner Dekadenz und Intoleranz: Klar, wer sich gegen Mieterhöhungen und Gentrifizierung wehrt, ist dekadent und intolerant.“

    Ich kann jeden Menschen verstehen der rebelliert, wenn er Angst hat seine Miete im nächsten Monat nicht mehr zahlen zu können. Dekadent und intollerant ist die Haltung einzelner Gruppen, die das Lab aus Kreuzberg vertrieben haben. Die den Konflikt suchten und erst konstruierten. Das war eben keine Bewegung aus der Masse der Bürger heraus, sondern indiziert von einer kleinen Gruppe, die sich meint als Sprachrohr und inoffizielle Vertretung aufspielen zu müssen. Da wurde eben das Vertreiben des Labs zu einem Schritt auf dem Weg des Kampfes gegen „das Kapital“, „den Neoliberalismus“ und die Gentrifizierung.

    „Diejenigen, die durch die Mietsteigerungen reich und reicher werden, sind nicht im Fokus.“

    Klar, die Vermieter sind alle reich und beuten die Mieter aus. Alles Millionäre. Also Vetreter des Kapitals und böse, vor allem schuld.
    Wie wollen Sie die denn in den Fokus bringen? Ist es denn nun schon verbrecherisch ein Haus zu besitzen und mehr als 250 Euro kalt für 50qm in einer Gunstlage zu nehmen? Sie spielen sich hier als Vetreter armer Leute auf. Allerdings lediglich der Leute, die in Gebieten wohnen, wo sie „das Kapital“ verorten. Was ist mit den Bürgern, welche keine hohen Einkommen verdienen und nicht innenstadtnah wohnen. Könnte man ja mal nachfragen, ob die darauf erpicht sind, einen Teil ihrer Steuern für innenstadtnahes Wohnen anderer auszugeben? Aber ok, dann besteuern wir die Reichen, sollen die es zahlen. Das Problem ist, damit ließe sich weit weniger finanzieren, als sich so mancher erträumt.
    Was ist die Alternative zu einer Aufwertung in einigen Vierteln? Mietobergrenze? Wie lange würde es dauern, bis mangelnde Investitionen offensichtlich würden und sich innenstadtnahe von prekären Verhältnissen geprägte Räume, wie in den USA zu besichtigen, herausbilden würden? Aber an sowas braucht ein extremer Linker natürlich nicht zu denken. Dafür findet sich dann schon eine Lösung. Bei Ihnen ist Gentrifizierung insgesamt ein negativer Prozess, Sie behandeln ihn absolut vereinfachend und lediglich als Baustein im Kampf gegen „das Kapital“. Der Prozess hat für viele Einwohner negative Auswirkungen, nämlich für Diejenigen, die sich die Mieten nichtmehr leisten können. Findet man allerdings Mechanismen ihn zu beeinflussen, kann er einer Degradation von Vierteln entgegenwirken und eine bessere soziale Mischung generieren. Ihr Programm ist räumliche Konstanz der Einwohnerschaft und sozialen Milieus. Soziale Milieus verändern sich auch unabhängig von Gentrifizierungsprozessen. Und eine „Konstanz armer Einwohnerschaft“, kann einen durch zunehmend prekäre Lebensverhältnisse geprägten Raum generieren.
    Zudem, irgendwann sollte Berlin nicht einen guten Teil seines Haushalts aus Tranferleistungen bestreiten müssen. Auch das ist eine Realität. Berlin hat insgesamt wenig Spielraum und schlimmer, kein Konzept. Aber selbst wenn es ein wirksames Stadtentwicklungskonzept hätte, positive Gentrifizierungskonsequenzen zu nutzen, würden Nachteile für einen Teil der Einwohner kaum kompensiert werden können.

    „Was ist eine Stadt, wer will da was, wer ist das Subjekt?“

    Meine Aussage war, dass es eigentlich kaum einen urbanen Raum in Deutschland gibt, in welchem das Lab nicht willkommen gewesen wäre. Und sei es mit einer gewissen Ignoranz. Nehmen wir das Frankfurter Westend. Meintewegen Wuppertal Wichlingshausen. Ginge da noch deutlich stärker an den Problematiken alltäglichen Lebens vorbei. Aber hätte das Lab dort solche Reaktionen hervorgebracht? Hätten Bewohner, die damit nichts anfangen können, deswegen einen Aufstand angezettelt. Nein, wobei sie das in Kreuzberg ja auch nicht getan haben! Na also, Genova. Es ist egal wie arm die Bevölkerung ist, welche Härten diese im alltäglichen Leben zu meistern hat. Ob so ein Lab für würdig befunden wird in einem Stadtteil zu gastieren, hängt wohl davon ab, ob bestimmte Gruppen dort die „öffentliche“ Meinung vertreten. Die Ansichten dieser Gruppen gehen grundlegend meist ebensoweit an den Lebensrealitäten der Menschen vorbei, wie die im Lab behandelten Thematiken. Einfach ab und an das Wort „Neoliberaler“ in den Mund zu nehmen, das mag zu einer Reputation in gewissen Kreisen führen. Führt aber gewöhnlicherweise nicht zu gesteigertem Interesse exkludierter Menschen. DIe sind vielleicht nicht fähig ihre Ansichten hochgestochen und öffentlichkeitswirksam zu vertreten, meist fühlen sie allerdings keine Notwendigkeit von einer selbsternannten Vertretung in Beschlag genommen zu werden. Die Mehrzahl hat ein ganz gutes Gefühl dafür, wann sie Manchen als Instrument dient. Und eines weiß sie auch. Niemand interessiert sich tiefergehend für ein Instrument. Egal ob linke oder rechte politische Einstellung.
    Und genau das kommt auch in Ihren Artikeln zu „Gentrifizierung“ raus. Ein politischer Kampf, der sich eher rudimentär mit Prozessen und dessen Konsequenzen/Alternativen beschäftigt. Ziel ist eine regulierende Gesetzgebung. Zweck eine im Kern sozialistische Gesellschaftsordnung. Mittel/Instrument sind Bewohner mit geringen EInkommen. Aber was präsentieren Sie eigentlich für Alternativen zu aktuellen Entwicklungen? Nicht im „Großen Ganzen“. Sondern realisierbar? Das ist doch eine Kritik am Lab. Das es nichts mit den Problematiken und Lebenswirklichkeiten der Bürger zu tun hat. Der Kritik, die die Linke am Lab äußert, stellt sie sich selbst nicht. Die ganze Energie die man in diesen Sachverhalt gesteckt hat, genauso fehlgeleitet wie nutzlos. Wenn die Linke mit ihrer ganzen „intellektuellen Tatkraft“ helfen will, dann geht das „ganz einfach“. Anfangen könnte man mit Nachhilfeunterricht, dem Aufbau von Netzwerken bzgl. nachbarschaftlicher Hilfe, damit die Leute auch mal eine Waschmaschine repariert bekommen und nicht wochenlang Geld für Waschsalons ausgeben müssen, plus die Zinsen für einen Kredit um eine neue zu kaufen, etc. Aber wenns um sowas geht, dann wirds aus der Ecke ganz ruhig. Man engagiert sich ja für die Gemeinschaft, was sich irgendwann, wenn der Mensch 2.0, der Sozialismus 47.0 entwickelt wurde, auszahlen wird.

    „Auch ein Aspekt der Gentrifizierung:“

    Nein, der von Ihnen genannte Artikel zeigt eigentlich keinen Aspekt von Gentrifizierung auf, sondern das die Zahl von Sozialwohnungen sinkt.

    Im zweiten Artikel werden im Grunde die Ergebnisse der gestrichenen Anschlussförderung beschrieben und Subventionen, die nicht weiterhin finanzierbar waren. Insgesamt ein Ergebnis verfehlter Förderungspolitik und infolgedessen harter und für die Bewohner letzlich kaum antizierbarer Übergänge. Die Förderungspraxis war in mehrfacher Hinsicht problembehaftet. Sie einzustellen war grundsätzlich richtig.
    Dazu hätte ich eine Anmerkung. Sie unterstellen grundsätzlich, steigende Mieten hätten mit Gentrifizierungsprozessen zu tun. Was so pauschal nicht zutrifft.

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  8. genova68 schreibt:

    „Der Prozess [Gentrifizierung] hat für viele Einwohner negative Auswirkungen, nämlich für Diejenigen, die sich die Mieten nichtmehr leisten können. Findet man allerdings Mechanismen ihn zu beeinflussen, kann er einer Degradation von Vierteln entgegenwirken und eine bessere soziale Mischung generieren.“

    Solche sinnlosen Sätze wurden sicher auch im Lab gesprochen.

    Dein Stil ist ein merkwürdiger. Fast, wie ein Roboter. Lauter sinnlose Sätze aneinandergereiht, aber es hört sich ganz vernünftig an. Wahrscheinlich arbeitest du im PR-Bereich, dann hast du meinen Respekt.

    Ansonsten kann ich nur wiederholen, dass du bitte die bisherigen Artikel zum Lab liest, da wird fast alles, was du hier fragst, beantwortet.

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  9. Chinook schreibt:

    „Ansonsten kann ich nur wiederholen, dass du bitte die bisherigen Artikel zum Lab liest, da wird fast alles, was du hier fragst, beantwortet.“

    Habe ich. Und da wird meine Frage nicht beantwortet. Nämlich, warum das Lab schädlich in Kreuzberg gewesen wäre, was das grundsätzliche Problem damit ist, und ob es von den Gegnern desselbigen, welche Toleranz ganz dick auf ihren Fahnen stehen haben, nach eigenen Standards nicht hätte toleriert werden müssen?

    In den Texten wird grundlegend nicht auf das Lab an sich eingegangen, sondern auf irgendein undefiniertes „das Kapital“, auf BMW, auf die Sprache, das Programm, das es nicht geeignet ist Antworten auf aktuelle Problematiken (auf die auch nicht wirklich näher eingegangen wird) zu liefern, und eine Differenzierung zwischen echter Kunst, die sich anscheinend dadurch auszeichnet so wenig Interesse unter kunstaffinen Menschen zu generieren, daß sie nicht in der Weise kommerziell „verwertbar“ ist, die Mietkosten einer „Galerie“ zu finanzieren. Dieser Mix aus aktuellen Problematiken, Symbolen und Prozessen, wird dann in einen Kontext von „Gentrifizierung“ gestellt. Und dann macht man eben das Lab zu mehr als es ist. Nämlich zu einem Symbol, wobei man noch unterstellt der Kampf dagegen wäre „common sense“. Aber eine klare, auf das Projekt bezogene Begründung das Lab zu verhindern, haben Sie nie geliefert. Auch wenn Sie das wahrscheinlich in einer Beria/Castro/Chavez-Rationalität anders sehen.

    Meine Motivation die Frage an dieser Stelle aufzuwerfen war, ob aus dieser extremen Perspektive praktische Apsekte der Gentrifizierung und des gesellschaftlichen Konflikts angesprochen, eventuell verdeutlicht würden.
    Allerdings, alles wie gehabt und die Vorgehensweise seit Jahrzehnten unverändert:
    Die Legitimation das Lab abzulehnen liefern die Unterprivielegierten, für die man meint einfach so und generell, sprechen zu können. Mir fehlt da die Reflexion und vor allem Argumentation. In den Texten wird sich über das Lab mokiert, es wird sich darüber lustig gemacht. OK, liefert je nach Perspektive genügend Gründe. Aber Argumentation warum es schädlich ist, vetrieben gehört, Fehlanzeige. Ist das nicht paradox? Toleranz und Pluralismus zu fordern, aber gleichzeitig solch ein Lab zu verhindern und sich im Grunde bei nützlichen Idioten, den Linksextremisten, zu bedanken, daß diese ein Lab verhinderten? Klar, es ist nicht paradox, solange man eine Ansicht als die Richtige hinstellt, die alle Antworten liefert und jede Handlung im Rahmen einer bestimmten Rationalität legitimiert. Aber wie naiv ist es zu glauben man könnte Toleranz, Pluralismus und Offenheit durch Intoleranz und Aggression sichern? Es ist nichtmal naiv, es ist schlicht absurd. Ich erinnere mich da an ein Interview mit einem Linksextremisten (im Rahmen des Carlofts), der meinte, wenn mal das Auto einer Krankenschwester brennt, sei dies ein hinzunehmender Kollateralschaden. Super!!!!!!!!!!!!!! Da stellt sich doch die Frage, um was geht es? Darum praktisch etwas zu verbessern, oder darum einen Kampf zum Selbstzweck verkommen zu lassen, der einer Egozentrik der Akteure Rechnung trägt? Ideologische Sichtweisen entbinden, meiner Ansicht nach, nicht von der Notwendigkeit generell rational und vor allem praktisch zu argumentieren. Es geht nicht darum wogegen man ist, sondern wofür. Genau da fängt das Problem der extremen Linken an. Heute wie vor ca. 50 Jahren. Man hat Spaß daran gesellschaftliche Mißstände, und solche des Systems, zu benennen. Sobald allerdings Lösungen gesucht werden und es mehr ins praktische Detail geht, hat man nur wieder die alten „Systemphrasen“ auf Lager. Detaillierte Problematiken kann man, und will man, nicht angehen. Es wird geradewegs als „unfair“ empfunden nach praktischen Ansätzen gefragt zu werden, denn bestimmte Konzepte funtkionieren eben nur theoretisch, und auch dann nur unter bestimmten Annahmen und in bestimmten Systemen. In der Praxis wurden diese schon oft getestet, gab allerdings immer „kleinere Betriebsunfälle“ mit großen Auswirkungen.
    Mit anderen Worten: Das „Proletariat“ weiß ziemlich genau, was es von der extremen Linken zu erwarten hat. Genau so viel wie von allen anderen auch, nur weniger. Nehmen Sie die einstigen „Banlieues rouges“. Die extreme Linke in Frankreich macht Stimmung mit Problemen von Menschen, die ihr oft extremes Misstrauen entgegenbringen, sie im Grunde als privilegierte Profiteure abstempeln und keineswegs leiden können.
    Die Realität ist komplexer als Sie sich diese ausmalen. Da gibt es nicht die eine Schablone, welche alle Probleme zu lösen vermag. Die extreme Linke hat immer alle Antworten, mehr noch, sie kennt sogar alle relevanten Fragen, für jedermann. Nur, mit den Leuten für die man vorgibt zu kämpfen, mit denen hat man wenig zu tun. Insofern „old coke in a new bottle“, wobei, so neu ist die Flasche nicht. Wo sind denn die ganzen Kiez-Initiativen der extremen Linken in Berlin? Nachhilfe, Nachbarschaftshilfe, Organisation, Netzwerkstrukturen bereitstellen und deren Nutzen/Anwendung Menschen vermitteln, Möglichkeiten der Förderung ausloten, vier Tage die Woche für 2 Stunden ehrenamtliche Tätigkeit (neben einem Job). Nee, ich vergaß. Dafür sind die Herren und Damen sich dann doch zu fein. Quatsch, natürlich nicht zu fein, sondern mit anderem beschäftigt, nämlich dem Kampf für „das Proletariat“ gegen „das Kapital“. Das ist natürlich auch unglaublich wichtig, gerade für Menschen in prekären Lebenssituationen. Bei dem ganzen Aktivismus muß man eben Prioritäten setzen. Flugblätter drucken, diese an Autos heften, oder diese gleich abbrennen, weil manche könnten „das Kapital“ repräsentieren. Farbbeutel an Häuserwände werfen. Scheiben zerstören und über Graffiti die Message an den Mann/die Frau bringen. Ethno-Festivals mit weiterer Diskussion, Pamphlete an Unterstützer die des Kampfes müde werden. Ab und an nochmal eine Vorlesung in Ethnologie oder Soziologie besuchen. Indymedia lesen, Zeitgeist „Doku“ schauen. Kunst fördern, durch moralische Unterstützung, also den Kaffee um halb 2 in einer antikommerziellen Location mit den „Kunstschaffenden“, oder eben denen die sich dafür halten. Überlegen ob man nicht ein Haus besetzen könnte, wie in alten Zeiten, spart Miete. Oder überlegen, ob man nicht eine Auszeit vom ganzen Stress nimmt und in Südamerika mit Indianern ums Feuer sitzen oder in Sao Paolo Straßentheater mit Kindern aus den Favelas machen könnte.
    So oder so, der Kampf gegen „das Kapital“ und „die Neoliberalen“ füllt den Tag. Da bleibt natürlich keine Zeit für alltägliches Klein-Klein. Es geht schließlich darum das System zu ändern, und den Menschen an sich. Am Ende gewinnen dadurch ja sowieso alle, warum also sofort organisiert aktiv werden, für Menschen die einen nicht gerade ernst nehmen, wenn man mit seinem hochgestochenen Weltverbesserungs-Elitenmist anfängt? Man muß allerdings einräumen, die meisten extremen Linken ziehen das noch nichtmal durch, sondern begnügen sich damit Diejenigen anzuheizen, die das alles wirklich als Hauptbeschäftigung machen, sozusagen die Avantgarde. Was hat das mit dem Lab zu tun? Ganz einfach, es beschreibt sarkastisch und provokant die Herangehensweise der extremen Linken, sich lediglich mit Steckenpferdchen zu beschäftigen welche ins ideologische Muster passen. Praktische Gesichtspunkte spielen dabei keine Rolle, reale Möglichkeiten auch nicht. Klar, man kann das Lab vertreiben, dadurch Gentrifizierung verhindern, ein offenes, tolerantes Bild beibehalten und eine Aufwertung erreichen für die niemand umziehen muß. Das geht genauso, wie man die Energiewende bewerkstelligen kann und gleichzeitig niedrigere Stromkosten realisiert. Man kann Betriebe verstaatlichen und trotzdem produktiver sein. Mietobergrenzen einführen und trotzdem Investitionen in Bausubstanz verwirklichen. Eine altruistische Außenpolitik machen und doch günstige Preise verschiedener Input-Faktoren erzielen. Schon seltsam, daß die Glaubwürdigkeit der extremen Linken noch unter jener von Münchhausen angesiedelt ist, und zwar bei den Menschen für welche diese meint sich einzusetzen. Schränkt allerdings das Selbstbewußtsein nicht ein, was nur noch mit Ignoranz zu erklären ist.

    Es hätte mich wirklich einfach interessiert warum das Lab auf solche Ablehnung einzelner Grupen stieß. Und ob es dafür wirklich „handfeste“ Gründe gibt, außerhalb des „Kampfes gegen das Kapital“, der scheinbar umso härter geführt wird, je weniger Menschen insgesamt Gegenentwürfen noch folgen. Sie haben sehr engagiert über das Lab geschrieben, also dachte ich, ich frage einfach mal nach.
    Ihre Antwort darauf ist, daß ich mich informieren solle. Klar, wenn ich erstmal „informiert“ bin, dann werde ich Ihre Ansicht nicht nur verstehen, dann bleibt mir sicher keine andere Wahl als diese zu übernehmen.
    Sie haben offensichtlich kein Interesse mir zu erläutern, warum genau das Lab für Sie persönlich ein Problem darstellte, insbesondere im Fokus von Gentrifizierung. Ich kann Ihnen versichern, es liegt mir fern Ihre Zeit zu vergeuden. Mit sinnlos aneinandergereihten und vernünftigen Aussagen. Sie brauchen nicht ausweichen. Es besteht in dem Punkt kein Interesse das Sujet zu vertiefen, weshalb ich Sie nicht weiter „verführen“ werde Ihre Zeit mit Ansichten zu vergeuden, die für Sie absolut unverständlich sind.
    Allerdings sollte in keinem Blog, der sich mit Gentrifizierung beschäftigt folgender Link fehlen:

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  10. genova68 schreibt:

    „Und da wird meine Frage nicht beantwortet. Nämlich, warum das Lab schädlich in Kreuzberg gewesen wäre, was das grundsätzliche Problem damit ist, und ob es von den Gegnern desselbigen, welche Toleranz ganz dick auf ihren Fahnen stehen haben, nach eigenen Standards nicht hätte toleriert werden müssen?“

    Ich versuche es jetzt mal in aller Kürze:

    Dein erster Absatz:

    BMW und Guggenheim interessieren sich nicht für „soziale Stadt“, sondern für Rendite. Insofern ist es schon absurd, dass die nach Kreuzberg kommen und das Thema diskutieren wollen. Genausogut könnte ich mich in den Urwald zu Indianern setzen und mit denen über Jagdtechniken diskutieren. BMW will sein Image im alternativen Mileu aufbessern und mehr Autos verkaufen, das sagen die auch so. Und das Lab soll Kreuzberg schicker machen und angesagter bei potenziellen BMW-Käufern, bei kaufkräftigen akademisierten Mittelschichtlern. Das sorgt dafür dass die Häuser teurer werden, Investoren kommen, die Mieten steigen, Leute ausziehen müssen etc. Das ganze Programm. Das Lab will nicht diskutieren und will auch keine Lösungen, sondern das Lab will steigende MIeten und Gentrifizierung. Das ist deren Job. BMW ist ein Aktienunternehmen, wenn die mit irgendwem über Gentrifizierung reden wollten, um sie zu verhindern, müssten die Aktionäre gegen den Vorstand klagen wegen Veruntreuung. Tun sie aber nicht, weil BMW ganz im Sinne des Systems handelt. Guggenheim braucht man, weil moderne Kunst immer gut kommt, zumindest seit Leute wie Westerwelle und Joop sie sammeln.

    Mit anderen Worten: Wenn BMW und Guggenheim sich einmischen, ist Gentrifizierung garantiert.

    Toleranz: Den Begriff hat nicht der Mächtige gegenüber dem Machtlosen einzufordern.

    Dein zweiter Absatz:

    Es ist unnötig, auf das Lab einzugehen, weil das eh keiner ernst nimmt, was die da diskutieren. Es geht nur um die Form, um die coolness, die sich dadurch einstellen soll: BMW diskutiert soziale Stadt, das ist doch gut, dass die sich um das soziale kümmern. Es hat natürlich keinerlei Auswirkungen auf die Lebensrealität, soll es ja auch nicht, sondern es soll die Gentrifizierung weitergehen, ganz im Sinne von BMW und Guggenheim. Sich mit diesen Themen und den Leuten, die sich dort prostituiert haben, auseinanderzusetzen, hieße, denen auf den Leim gehen.

    Von Kunst war nicht die Rede, und ich diskutiere mit dir nun nicht, was „echte“ Kunst ist. Moderne Kunst, wie sie das Guggenheim propagiert, ist ein Aufwertungsfaktor für das Individuum und fürs Viertel, in dem sie gezeigt wird, das wird direkt in Rendite umgesetzt. Das ist übrigens in unzähligen Vierteln dieser Welt zu sehen, wie das läuft, man muss nur die Augen aufmachen.

    Du verstehst die Welt nicht, weil du hochgradig ideologisch rangehst. Klar fallen dann auch Namen wie Chavez, um mich zu diskreditieren.
    So, das reicht jetzt mal.

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