Robert Kurz ist tot

Ich fand den zwar zu verbissen, aber die Lektüre seines Schwarzbuch Kapitalismus 2002 hat mich nachhaltig beeindruckt. Der hat darin schon Ende der 1990er Jahre so klar beschrieben, was mit Finanz- und Banken- und Sonstwaskrise auf uns zukommt. Was systemisch wirklich heißt. Zu einer Zeit, als sich alle noch an steigenden Aktienkursen als neues Ei des Kolumbus besoffen haben. Einer, der seinen Marx gelesen hatte und der deshalb die vielen Plapperer im Land jederzeit entlarven konnte. Es hörte ihm nur kaum einer zu.

Laut seiner Witwe starb Kurz (mit 68) wegen Ärztepfuschs in einem privatisierten Krankenhaus. Obduktion folgt.

Auf solche Ironie der Geschichte könnte man verzichten. Und die Plapperer plappern weiter.

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5 Antworten zu Robert Kurz ist tot

  1. Jakobiner schreibt:

    Erfreulich, dass überhaupt ein Blog überhaupt noch einen der letzten Kapitalismuskritiker Deutschlands erwähnt und nicht Importe ala Zizek als Pop-Linken hypt.Das „Schwarzbuch des Kapitalismus“ von Kurz ist ebenso lesenswert wie das „Manifest gegen die Arbeit“, wo Kurz einmal mit der Arbeitsvergötterung durch die Linke aufräumt und diese kritsiert. Von Lenins „Wer nicht arbeitet, soll nicht essen“ zur SPD „Arbeit, Arbeit, Arbeit“ zu „Arbeit macht frei“der Nazis ist es kein langer Weg. Das hat Kurz immer wieder klargemacht und ist für ein selbstorganisiertes Leben jenseits des Kapitals eingetreten.ER hat sich auch einseitgen ökonomtsichen und kulturlaistsichen Erklärungen der 70er Jahre ML oder ben der Postmodernisten strikt entzogen und diese kritiosert, ja hnen ein holitsiches, ökonomisch-ideologsches Ganzheitliches geboten.Seine Abhandlungen waren manchmal sehr abstarkt und marxiologisch (wenn es etwa über die Werttheorie ging), aber dann hatte er auch wieder die Momente, wo er seine Inhalte klarveständlich rüberbringen konnte.Genova sollte noch einmal „Das Manifest gegen die Arbeit“ auf seine Seite stellen–ansonsten nachlesbar unter:

    http://www.krisis.org/1999/manifest-gegen-die-arbeit

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  2. Jakobiner schreibt:

    Korrektur:

    „Von Lenins “Wer nicht arbeitet, soll nicht essen” zur SPD “Arbeit, Arbeit,
    Arbeit” zu “Arbeit macht frei”der Nazis ist es kein langer Weg. Das hat Kurz immer wieder klargemacht und ist für ein selbstorganisiertes Leben jenseits des Kapitals eingetreten.“
    Korrekt müsste es heissen:
    „..ist für ein selbstorganisiertes Leben jenseits des Kapitals und des Arbeitsfetischismus eingetreten“

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  3. Jakobiner schreibt:

    Vielleicht sollte man auf diesem Blog mehr veröffentlichen als die geschichtliche Ironie, dass ein Hauptkrtiker des Neoliberalismus, des Kapitalismus und der Arbeit ausgerechnet dem Neoliberlaismus zum Opfer gefallebn ist in Form eines Ärztepfusches in einer privatisierten Klinkik. Robert Kurz verdient mehr der Würdigung als dieses geschichtlich-zynischen Moments!!!

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  4. Jakobiner schreibt:

    „Verbissen“ muss man wohl sein, um die Stürme des Neoliberalismus kontern zu können.Das würde ich einem Robert Kurz als letztes als Vorwurf machen. Alle Unverbissenen sind im Lager des Seeheimer Kreises, der Linkspartei, der Grünen oder der individualistischen Blogger gelandet oder halt Volksfront zwischen deutschem Arbeiter und Kaptalisten als Jürgen Elsässer–the worst case!!!

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  5. Pingback: Robert Kurz ist tot — keimform.de

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