Ein Euro zwanzig plus Erdbeeren

Ferdos Forudastan in der Berliner Zeitung über deutsche Zustände:

Menschenhandel hat viele Gesichter. Sexuelle Ausbeutung wird von Medien und Politik wahrgenommen, doch Menschenhandel zum Zweck der Arbeitsausbeutung ist hier kein Thema. Erntehelfer erhalten höchstens 1,20 Euro. Zu essen bekommen sie nichts als Erdbeeren. Und das leider ist kein Einzelfall.

Ein User kommentiert den Artikel treffend:

Erdbeeren müssen billig sein. Also können die Pflücker nicht teuer sein. Das nennt man Marktwirtschaft.

Der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB), die größte Arbeitnehmerorganisation der Schweiz und mit dem DGB vergleichbar, sammelt derzeit Unterschriften für einen Volksentscheid. Ziel: ein Mindestlohn von 22 Franken die Stunde bzw. 3.800 Franken monatlich bei einer 40-Stunden-Woche. Das sind 18,32 Euro bzw. 3.164 Euro. Nur, damit man mal wieder daran erinnert wird, wie scheiße dieses Land hier mittlerweile ist. Die Linkspartei gilt ja mit ihrer Forderung von zehn Euro die Stunde als kommunistisch.

 

Dieser Beitrag wurde unter Deutschland, Kapitalismus, Neoliberalismus abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

11 Antworten zu Ein Euro zwanzig plus Erdbeeren

  1. Chris schreibt:

    „Erdbeeren müssen billig sein.“
    Der SGB fordert 22 Franken,bzw. 18,32 Euro/Stunde.

    Für beides müssten jetzt noch schlüssige Begründungen her.

    Gefällt mir

  2. genova68 schreibt:

    Begründungen? Die Begründungen für einen Mindestlohn sind bekannt, oder? Und der erste Satz ist eine ironische Antwort auf die Zwänge der sogenannten Märkte und des Königs namens Kunde.

    Gefällt mir

  3. Chris schreibt:

    Mit „Begründungen für einen Mindestlohn“ lassen sich nicht 18,32 Euro für´s Erdbeerpflücken begründen, oder vielleicht doch?

    Gefällt mir

  4. genova68 schreibt:

    Das wärer ja der Schweizer Mindestlohn, das gälte dann dort auch für Erdbeerpflücker. Aber wieso auch nicht? Nach einer Stunde Erdbeerpflücken täte mir wahrscheinlich schon der Rücken weh, der Lohn wäre in Ordnung.

    Was hast du denn gegen Erdbeerpflücken?

    Gefällt mir

  5. Chris schreibt:

    Gar nichts,ich pflücke immer selbst.Sollte der „Mindestlohn“ von 18,23 Euro Realität werden und zudem noch „Schule machen“, wird wohl jeder selbst zupacken oder auf die leckeren Früchte verzichten wollen oder müssen.

    Gefällt mir

  6. genova68 schreibt:

    18,32 Euro gilt als Vorschlag für die Schweiz, bitte seriös bleiben. Und dort fordern das Massenbewegungen, auch die Sozialdemokraten, vielleicht die Mehrheit. Um deren Erdbeerkonsum brauchst du dir keine Gedanken zu machen.

    Ausgangspunkt waren die real gezahlten 1,20 Euro. Das scheint dich nicht zu stören. Stattdessen polemisierst du gegen die Bemühungen des Schweizer Mindestlohns.

    Der höchste Mindestlohn, der in Deutschland gefordert wird, sind zehn Euro. Du scheinst ein Beispiel zu sein für die neoliberale Verseuchung der Hirne, gegen alle verfügbaren Zahlen für Deutschland.

    Gefällt mir

  7. Motherhead schreibt:

    Und wer denkt an einen Mindestlohn für Mütter?

    Ich wäre seinerzeit schon froh gewesen, wenn man mir die täglichen Taxikosten zum Friseur erstattet hätte.

    Gefällt mir

  8. Chris schreibt:

    „Seriös“? Muss ich Deinen Text „wiederholen“, um klar zu machen, dass ich ihn zur Kenntnis genommen habe?
    Selbstverständlich sind 1,20 Euro ein Witz. Muss ich das eigens „betonen“?
    Was regst Du Dich über meine Gedankenspiele so auf?
    Die Vorstellung, dass in Zukunft ein Heer von Städtern die Hofläden und – Felder stürmt, um Erdbeeren selbst zu ernten, finde ich persönlich sowohl erheiternd, als auch bedenkenswert.
    Selbst, wenn in Deutschland weniger gezahlt würde, kann ich imaginieren, wie wir den Wert sowohl der Produkte als auch der investierten Arbeit, die wir „billigst“ zu er-ramschen suchen,neu erfahren könnten.
    Die Eile, die Du bei Deinen „Bewertungen“ an den Tag legst, finde ich übertrieben.Liest Du eigentlich, was Deine Leser schreiben oder gibst Du Dich mit „Überfliegen“ zufrieden?

    Gefällt mir

  9. genova68 schreibt:

    Ein sehr guter und notwendiger Beitrag, motherhead, danke dafür!

    Chris,
    das Kommentieren auf Blogs funktioniert eh nicht, zumindest nicht dauerhaft, das ist meine Erkenntnis nach zehn Jahren Foren- und Blognutzung. Traurig, aber wahr. Nur rein mit Text, ohne Gestik, Mimik, Stimme und ihren Schwankungen, Atmosphäre, Blicke, Gerüche und so weiter sind Unterhaltungen nicht möglich. Das ist in allen Blogs so. Früher oder später knallt es, weil man via Text keine ernsthafte Beziehung zu jemandem aufbauen kann, Missverständnisse kommen so sicher wie der heutige Sonnenuntergang. Man kann das auch nicht intellektuell verhindern, das ist meine Erfahrung.

    Deine Beiträge hier waren bislang eher kurz, Zweizeiler, mit denen ich nicht so wirklich etwas anfangen kann, weil sie keine Aussage haben, sondern offenbar mich zu Arbeit anregen sollen (Begründungen müssen her). Das halte ich für so eine Art Anfischen, die mir zu anstrengend ist.

    Das spricht nicht gegen dich, das ist einfach so, und ich habe die Tendenz, da dann irgendwann draufzuhauen, dann muss ich mich nicht länger damit beschäftigen.

    Diskussionen in Blogs, das ist meine Erfahrung, sind nur sinnvoll, wenn alle einer Meinung sind, dann diskutiert man die Nuancen. Alles andere ist Zeitverschwendung.

    Gefällt mir

  10. Chris schreibt:

    Stimme Dir voll zu.Die Kürze meiner Beiträge ergibt sich bereits aus dieser Erfahrung.Dann gibt es nicht so viel zu entwirren, dachte ich.Auch diese Strategie greift zu kurz, wenn es nur um „Gleichklang“ im Allgemeinen und „Nuancen“ im Speziellen geht.Gut, dass Du es einfach und unmissverständlich bekennst.

    Gefällt mir

  11. genova68 schreibt:

    Na, du kannst hier schreiben, was du willst. Aber wenn hier jemand neu aufkreuzt, dann können Zweizeiler auch zu Verwirrung führen.

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.