Zur Sozialpsychologie des Fußballpatriotismus – Deutschland in Form

Aus aktuellem Anlass: die Psychologin Dagmar Schediwy zum Thema Der Neue deutsche Fußballpatriotismus aus sozialpsychologischer Perspektive. Schediwy hat Besucher der Fanmeilen der vergangenen Turniere befragt. Über die Ergebnisse berichtet sie im Interview mit Publikative:

Sie schreiben auch vom „Bedürfnis nach Selbstverständigung“, also dem Wunsch, zu erläutern, was man tut. Wie ist das zu deuten?

Das Bedürfnis, die eigene Praxis zu erklären, trat vor allem bei der Frage nach der persönlichen Bedeutung der schwarz-rot-goldenen Kostümierung auf. Die meist jugendlichen Interviewpartner_innen hatten offensichtlich ein großes Verlangen, dieses Verhalten zu erklären. Die Aussage „Wir stehen zu unserem Land“ hat dabei mitunter fast etwas Trotziges. Das ließe sich so deuten, dass die Demonstration von Nationalgefühl für sie eben doch nicht so selbstverständlich und entspannt war, wie in den Medien beschrieben.

Gab es eine Veränderung über die Turniere von 2006 bis 2010 hinweg?

Zwei Veränderungen sind mir aufgefallen, die sich beide auf die Motive für das Zur-Schau-Stellen von Nationalgefühl beziehen. Zum einen nahm die „eventbezogene“ Begründung mit den Turnieren zu. Als Antwort auf die Frage, warum sie in Deutschlandfarben herumlaufen, sagten die Fans: „Es ist EM/WM. Da trägt man so was.“ Zum anderen wurde Nationalstolz immer mehr als natürlich und normal empfunden. So antworteten Fanmeilenbesucher_innen während der EM 2008 und der WM 2010 nicht selten „Wir leben in Deutschland. Da ist man stolz auf sein Land.“

Sozialpsychologisch ist der Stolz auf die eigene Gruppe jedoch immer mit der Abwertung anderer Gruppen verknüpft. In der Forschungsgruppe um Wilhelm Heitmeyer, die an der Langzeitstudie „Deutsche Zustände“ arbeitet, wurde als Ergebnis des gestiegenen Nationalstolzes rund um die WM daher auch eine Zunahme gruppenbezogener Menschenfeindlichkeitausgemacht. Daran ändert auch eine multi-ethnische Zusammensetzung der Nationalelf nichts. Die Gefühle, die der Nationalelf während des Fußballevents entgegengebracht werden, verbessern im Alltag nicht notwendigerweise das Verhältnis zu Menschen mit Migrationshintergrund. Zur Erinnerung: Wenige Monate nach der WM 2010 wurde Thilo Sarrazins „Deutschland schafft sich ab“ mit rassistischen Thesen zum Beststeller.

Neben dem subjektiven Erleben analysieren Sie auch gesellschaftliche Veränderungen. Warum und wie entstand der „Neue deutsche Fußballpatriotismus“ gerade zu diesem Zeitpunkt?

Die Einführung von Hartz IV ein Jahr vor der WM 2006 markierte einen Paradigmenwechsel in der Sozialpolitik. Wie die empirische Sozialforschung nachweist, wurde das in der Bevölkerung quer durch alle Schichten als tiefer Einschnitt empfunden. Die WM im eigenen Land bot eine Steilvorlage, um den sozialen Sprengstoff, den die Hartz-Gesetze enthielten, zu entschärfen. Nationalismus hatte schon immer die Funktion, soziale Gegensätze zu befrieden. Wir haben hier ein Zusammenspiel zwischen sozioökonomischen Verhältnissen und öffentlichen Diskursen. Die Ideologie des naturalisierten Nationalismus lieferten die Medien dazu. Das Bekenntnis zum Land wurde in den Medien mit Attributen wie „cool“, „geil“ und „unverkrampft“ verknüpft. Dass das kein notwendiger Bestandteil einer WM im eigenen Land sein muss, sieht man im Vergleich mit dem Turnier von 1974, das ja sogar gewonnen wurde. Da gab es keine vergleichbare Entwicklung.

Wie genau sieht der spezifische Zusammenhang zwischen dem Fußballpatriotismus und der „Hartz-IV-Gesellschaft“ aus?

Die Bezugnahme auf die Nation – und das gilt meiner Meinung nach nicht nur für den Fußballpatriotismus – hat in einer solchen Gesellschaft eine kompensatorische Funktion. Je bedrohter die eigene wirtschaftliche Situation erscheint, je mehr man einen Statusverlust befürchten muss, desto mehr wird die Identifikation mit dem eigenen Land zum Ventil, das von existentiellen Ängsten und Exklusionsbedrohungen entlastet. Die Nation als Basis der Selbstdefinition hat den psychologischen Vorteil, dass die Zugehörigkeit zu ihr nicht verloren geht. Während eine Stelle gekündigt werden kann und ein Vermögen schwindet, bleibt die Zugehörigkeit zur Nation für die bereits Zugehörenden bestehen. Das macht in Krisenzeiten die Attraktivität des Nationalen aus. Dieses Bedürfnis nach Zugehörigkeit und Gemeinschaft haben meine Interviewpartner_innen auf den Fanmeilen selbst thematisiert. Je größer die Prekarisierung und je stärker der Konkurrenzdruck in den neoliberalen Verhältnissen, desto größer ist die Sehnsucht nach dem schichtenübergreifenden Gemeinschaftserlebnis, das die Fanmeilen und der Fußballnationalismus versprechen.

——————————–

Alles prima beschrieben. Schichtenübergreifendes Gemeinschaftserlebnis – der Volkskörper wird neu geformt via nationaler Eventisierung. Je eventiger desto besser lässt sich diese merkwürdige Masse später manipulieren. Diese Form des Schichtenübergreifenden sorgt gerade dafür, dass die Schichtung, die Separierung sich festigt, das Gegenteil dessen, was offziell propagiert wird, ist beabsichtigt. Es ist auch kein Wunder, dass sich solch unangenehme und banale Zeitgenossen wie Johannes B. Kerner in Sachen Fußball-EM so ins Zeug legen. Die Pflicht zur Freude wird in den kommenden Wochen dominieren – und wer sich nicht freut, steht außerhalb des Volkskörpers. Exportweltmeister reicht nicht. Alles vor dem Hintergrund, dass Deutschland seit geraumer Zeit mal wieder das Land der Täter ist.

Und wie alle zwei Jahre spreche ich hier die Erwartung aus, die naturgemäß alle Leserinnen und Leser dieses Blogs teilen: Hoffen wir, dass nach der Vorrunde Schluss ist mit Deutschland. Spätestens.

(Foto: genova 2011)

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29 Antworten zu Zur Sozialpsychologie des Fußballpatriotismus – Deutschland in Form

  1. Yunus schreibt:

    Na warten wir mal ab wie es am nächsten Sonntag nach 22:30 Uhr aussieht :-)
    Ich als BVB-Fan bin jetzt auf alle Fälle erst einmal für Polen. Gleich geht es los. Der schwarz-gelbe Schal wurde umgeschlungen.
    Mal sehen wieviel Platz da noch für Chauvinismus bleibt…

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  2. Yunus schreibt:

    Möchtest Du nicht doch lieber dass Polen in der Vorrunde ausscheidet?

    „“Das ist keine typische polnische Mannschaft mehr, sondern der Mülleimer Europas“, schlägt die polnische Torwartlegende Jan Tomaszewski (64) arg nationalistische Töne an. Polanski und Boenisch nannte er „gefärbte Füchse“, weil sie einst das deutsche Trikot trugen.

    Aus Verärgerung darüber will es Tomaszewski bei dieser EM mit den Deutschen halten. Die hätten mit Lukas Podolski und Miroslav Klose „wenigstens richtige Polen statt eingefärbte in ihren Reihen“.“

    http://www.welt.de/sport/fussball/em-2012/article106370881/Gefaerbte-Fuechse-Polen-als-Muelleimer-Europas-verspottet.html

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  3. Chris schreibt:

    Gibt es neben dem Fußball-Großereignis eigentlich noch weitere Events, die den „Volkskörper“ via Adhäsionskraft (oder eher doch Cohäsions…) formen?
    Vielleicht noch der „Weltjugendtag“.
    Wie auch immer, die Events sind ein flüchtiger Zustand von Pseudogemeinschaft, von dem am Ende nur noch die Müllberge Zeugnis ablegen.
    Der Volkskörper zerfällt in seine individuellen Segmente, verstreut in alle Winde.Da einen Fuß in die manipulierbare Zone zu bekommen, dürfte schwierig sein, zudem das Adaptionsvermögen der Körperchen nach dem x-ten Bierchen gen Null tendiert.Dröhnung schützt vor Manipulation, die morgen noch erinnert werden könnte.

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  4. Yunus schreibt:

    ähh…Volkskörper? Wo bin ich denn hier gelandet?
    Reichsparteitag?

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  5. Chris schreibt:

    @Yunus, Du musst auch das „fettgedruckte“ lesen!
    So, und jetzt ab auf die Piste oder das Sofa oder…..!

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  6. Yunus schreibt:

    @chris welches fettgedruckte? Mein volkskörper wurde gerade vom hefeweizen verformt. Oder lag es vielleicht eher an hansi Flicks Stahlhelm?

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  7. Chris schreibt:

    …….die Frage zu beantworten, hat wohl im Moment keinen Sinn……..

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  8. genova68 schreibt:

    Die Eventisierung des Portugalspiels in den Tageszeitungen heute ist zum kotzen. Die eventisierte deutsche Volltrottelgesellschaft in ihrem Element. Sieg heil. Und nicht neu, aber immer wieder schön zu beobachten: Je abgehängter die Stadtviertel, desto mehr Deutschland-Fahnen. Die Praxis folgt der Theorie.

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  9. Chris schreibt:

    Auf welche Weise könnte denn eine Fußball-EM angemessen „ausgetragen“ werden, so dass Deine Befürchtungen besänftigt oder ausgeräumt werden könnten?Oder gehört jedes „Massenevent“ abgeschafft, um allen Gefahren aus dem Weg zu gehen?

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  10. genova68 schreibt:

    Es geht nicht um das Event, sondern um die Eventisierung. Das betrifft ja mittlerweile so ziemlich alles, das Internet trägt seinen Teil dazu bei. Keine drei Stunden, in denen Spon nicht eine neue Sau durchs Dorf jagt, höchste Erregung inklusive. Irgendwann ist dann alles ein einziger Erregungsbrei, eine einzige große Game Show. Die eigentlichen Strukturen bleiben so verborgen.

    Mich nervt beispielsweise eine Überschrift wie die heutige in der Westdeutschen Zeitung: „Deutschland feiert Sieg über Portugal“ oder so ähnlich. Das Spiel war am Samstag, das ist also am Montag keine wirkliche Nachricht mehr. Und wer ist Deutschland? Wer feiert? Ich nicht, es feiert eine kleine Minderheit, das war´s. Es geht mir nicht um die Fußballer oder um das Spiel, es geht um die Eventisierung, und sowas wird in neoliberalen Zeiten garantiert missbraucht.

    Dazu dann die sehr bemühte Versuch, Gomez wegen seines Törchens zum Superheld hochzuschreien und den Scholl, der ihn vorher kritisiert hat, zum Staatsfeind.

    Es ist diese idiotische nationalistische Haltung, die so merkwürdig reserviert und aufgeklärt rüberkommt und deshalb um so aggressiver ist. Kommentatoren, Leitartikler und andere Deppen der Nation. Der Rest steht ja oben in dem Interview.

    Wenn ich während eines solchen Turniers zufällig in Portugal bin, hoffe ich übrigens auf das schnelle Ausscheiden der Portugiesen. :-)

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  11. Yunus schreibt:

    Was Du hier als Vorwurf bringst halte ich für reichlich kurzsichtig.
    Du vermischst hier verschiedene Ebenen.
    Einerseits kann man sagen dass eine Eventisierung im Fußball stattgefunden hat und dass dies ziemlich viele Deppen anzieht.
    Andererseits machst Du den Zeitungen zum Vorwurf dass sie anhand prägnanter Schlagzeilen wie “Deutschland feiert Sieg über Portugal” einer dumpfen Eventisierung das Wort reden.
    Glaubst Du denn in anderen Sportarten und zu anderen Zeiten (Was sind neoliberale Zeiten? Haben wir nicht immer neoliberale Zeiten?) die Schlagzeilenbildung anders war? Ich hab auch schon 1978 „Deutschland Handballweltmeister“ gelesen und ich glaube 1954 war es auch nicht anders.

    Und das alles unter dem Deckmantel einer sogenannten „Nationalisierung“.
    Blödsinn ist das: Ist Dir nicht z.B. mal aufgefallen dass immer nur um die Spieler vom FC Bayern München so ein Bohei gemacht wird?
    Das hat nichts mit Nationalismus zu tun, da ballt sich halt der Kommerz und die ganzen Beraterhorden und Medienhofschranzen dort wollen mitreden und mitverdienen.

    „Wenn ich während eines solchen Turniers zufällig in Portugal bin, hoffe ich übrigens auf das schnelle Ausscheiden der Portugiesen.“

    Dann hoffe ich mal für Dich dass Du nicht im Stadion mal im falschen Fanblock stehst :-)

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  12. Chris schreibt:

    Kölner Stadtanzeiger: „Ohne Glanz wunschlos Glücklich“,“Gomez´Treffer besiegelt den hart erkämpften 1:0-Sieg über starke Portugiesen“

    Dann gibt es noch Fotos von Gomez und Fanmeilen und und und.Na und?
    Es ist auch um so mehr „Eventisierung“ aufzuspüren, je mehr man vielleicht danach sucht?
    Ich reduziere gerne ganz bewusst und vorsätzlich meinen täglichen Lesestoff und greife stattdessen lieber zum Buch, das ebenso sorgfältig ausgewählt wurde.Und das konkrete Gegenüber hat oftmals auch mehr zu sagen, als die noch so vehement diskutierende virtuelle Runde.
    Der Hype kann also auch ganz unbemerkt an uns vorüber schwimmen……….

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  13. genova68 schreibt:

    Yunus,
    lies einfach mal den Artikel.

    chris,

    ich habe am Montag Vormittag in Düsseldorf einen Zeitungsständer gesehen.

    Aufmacher Rheinische Post: „Wo waren Sie, als Gomez traf?“

    Aufmacher Westdeutsche Zeitung: „Ganz Deutschland feiert Sieg über Portugal.“

    Aufmacher Express und Bild sinngemäß: „Der unverschämte Scholl wagt es, unseren Gomez zu kritisieren.“

    Letzteres Thema ging nun tagelang durch die Medien, Scholl wurde in unzähligen Anspielungen fertiggemacht, es wurde ihm deutlich gezeigt, dass sein Verhalten nicht toleriert wird.

    Diese Überschriften in den Zeitungen einer Großstadt finde ich bezeichnend, und darauf habe ich mich bezogen.

    Und du widersprichst dir selbst, leider auf eine unangenehm obrigkeitshörige Weise: Du behauptest erst, ich habe zuviel nach Eventisierung gesucht und dann, du würdest jetzt deinen Medienkonsum reduzieren. Man darf also nur noch vereinzelt Zeitung lesen, um der Eventisierung zu entkommen, die es deiner Meinung nach gar nicht gibt.

    Wenn ich aus dem Haus gehe und unverhofft auf den besagten Zeitungsständer treffe, dann finde ich das unangenehm. Unangenehm, in einer Gesellschaft zu leben, die zumindest von den vier erwähnten Zeitungen als eine verstanden wird, in der die Vollidioten in der Mehrzahl sind. Sonst wären die Überschriften geschäftsschädigend.

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  14. Chris schreibt:

    Aha, dann weiß ich ja jetzt, wie ich ticke.Danke für die Aufklärung.Ich wäre glatt an Deinen „gesammelten“ Schlagzeilen vorbeigegangen.Jetzt sorgst Du dafür, dass ich nicht uninformiert bleibe.Soll ich jetzt auch noch darüber nachdenken? Gib´mir Bescheid! Nur nicht heute, da habe ich schon über anderes nachzudenken.Aber, Danke schon mal, im voraus.

    Doch ein Gedanke lässt sich schon jetzt nicht mehr verdrängen.Muss ich mich als Vollidiot betrachten oder als Ignorant? Größere Auswahl hab´ich ja nach Deiner Analyse nicht.

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  15. Chris schreibt:

    Regenpause im Fußball.
    Nun hab´ich meinen eigenen Kommentar nochmals gelesen.
    Sprache kann auch zu lässig sein:“Ich reduziere gerne….“,soll heißen: ich mag es (nicht erst seit heute), eine bewusste Auswahl zu treffen.Zeit ist kostbar, und es gibt einfach zu viel „Information“, die verzichtbar ist.

    Eventisierung spielt erst dann ein Rolle, sobald ich sie wahrnehme.
    Ansonsten „sehe“ ich sie nicht, kann mich also auch nicht ärgern.Es scheint mir zu gelingen,Schlagzeilen, Berichte und das, was sie erzeugen, zumindest auf ein „bekömmliches“ Maß zu schrumpfen.

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  16. genova68 schreibt:

    Eventisierung spielt erst dann eine Rolle, wenn du sie wahrnimmst, ja. Ich habe das Zeitungsständerbeispiel bewusst gewählt, weil ich bis zu dem besagten Montag im Ausland war, es war also der erste deutsche Zeitungsständer seit dem EM-Beginn. Ich habe den Ständer also wahrgenommen, weil ich jeden Ständer wahrnehme, an dem ich vorbeigehe. Du kannst natürlich einen Ständer ignorieren, die Voraussetzung wäre an besagtem Montag in Düsseldorf jedenfalls gewesen, einigermaßen blind durch die Stadt zu rennen.

    Es ist schwer in Worte zu fassen, aber ich finde diese Stimmung sehr unangenehm, die da transportiert wird. Von RP und WZ über Waldis Fußballdebattierrunde, es ist alles deutschtümelnd und extrem niveaulos, und das nicht, weil es Fußball ist, sondern weil sich deutscher Humor, deutsche TV-Verantwortliche und der deutsche Boulevard zusammengetan haben. Die tagelangen Angriffe auf Scholl zeigen die Richtung: Wehe, einer schert aus, und dann noch einer, der Mehmet heißt.

    Es ist ein billiges, nationalistisches Geplärre. Ein Hoch auf die Bundesliga.

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  17. Chris schreibt:

    Ja,alles klar!
    Und Mehmet Scholl? Er ist Co-Moderator bei der ARD-EM-Berichterstattung.
    Mehr weiß ich nicht über ihn,mehr brauche ich nicht zu wissen.
    Ist es notwendig die „Wissenslücke“ zu schließen?Nein, denn Mehmet Scholl ist Co-Moderator,ist Co-Moderator ist……….und das „Dazwischen“ völlig unerheblich – natürlich nur nach meiner Einschätzung, die auf „Nichtinformation“ beruht.
    Jetzt habe ich aber immerhin meine Begrifflichkeiten um „Eventisierung“ erweitert.Das Lesen Deines Artikels hat sich also gelohnt!

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  18. genova68 schreibt:

    Das Lesen meiner Artikel lohnt sich immer und ausschließlich.

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  19. Yunus schreibt:

    Ja wenn er dann auch noch Mehmet heißt. Dass Mehmet, dem im auch so deutschümelnden Forum der WELT zu 90% zugestimmt wurde, aber der Mario Gomez is ja ooch son ausländer… oder? Naja, lange rede kurzer Sinn: wer hat wieder nichts zu feiern? Der fc Bayern . Aber der fc Bayern ist in den Deutschland-Trikots im Viertelfinale. Zu deiner Beruhigung genova, da spielt der grosse FC Bayern, nicht die Nazionalmannschaft. Man konnte diesen gruselfußball heute wieder gut gegen Dänemark studieren…

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  20. genova68 schreibt:

    Das ganze Thema ist kompliziert und ich sage ja, dass mir das eher gefühlsmäßig komplett auf den Senkel geht. Irgendwelche blonden Frauen, die keine Ahnung von und kein Interesse an Fußball haben, jetzt aber total euphorisch sein, weil es halt in ist, patriotischer Fußballfan zu sein. Als jemand, der gerne offen sagt, dass er auf eine schnelle Niederlage der Deutschen hofft, kriege ich wesentlich schneller als früher verbal eins aufs Maul. „Pubertär“ ist da noch der harmloseste Vorwurf.

    Die Konstruktion, es gehe um den FC Bayern, halte ich für sehr bemüht. Was bei Welt-Online abgestimmt wurde, ist egal, das ist nicht repräsentativ, die Umfragen werden massiv manipuliert, also bitte ignorieren. Der Gomez gehört natürlich zu Deutschland, wenn er für Deutschland trifft, man feiert sich da ja gerne als modern und international.

    Ich war 2006 nur die letzte Woche der WM in Deutschland und war entsetzt über die Fahnenträger. Ich bin es immer noch, aber die richtigen Worte zum Thema habe ich noch nicht gefunden. Es ist, grob gesagt, die Konstruktion von „Nation“ in neoliberalen Zeiten, in denen der Nationenbegriff nur noch dem Kapital dient, das ihn benutzt und für sich selbst schon lange aufgehoben hat. Und natürlich die Masse, die sich mit billigen Plastikartikeln schmückt, aber irgendwie immer schön im Rahmen bleibt. Das Niveau dieses Deppenpatriotismus sieht man sehr schön an de Sendung mit Waldemar Hartmann, gestern abend gesehen, eine einzige Katastrophe.

    Dann doch besser gleich Benidorm und Ballermann, halt ohne Flagge. Deutsche Flaggen sind immer ein Problem.

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  21. che2001 schreibt:

    „Deutsche Flaggen sind immer ein Problem.“ — Eben!

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  22. genova68 schreibt:

    Man könnte auch eine Verbindung zu den jüngsten Entgleisungen von Gauck ziehen. Während auch in an sich hörbaren Berliner Radiosendern junge Frauen mit attraktiven Stimmen wie selbstverständlich ins Mikro hauchen, dass „wir“ nur noch dreimal schlafen müssen, bis „wir“ gegen „die Griechen“ spielen und hoffentlich gewinnen, erzählt uns Gauck, dass „wir“ leider zu glückssüchtig sind, um noch anständig zu sterben und anständig zu morden.

    Die Suche nach Glück ist Sucht, also etwas pathologisches. Sein Glück sucht man wohl besser auf der Fanmeile, das sollte genügen.

    Dieser Typ ist noch schlimmer als befürchtet. Interessant aber auch, dass seine jüngste Rede keinen Aufschrei provoziert hat.

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  23. workingclasshero schreibt:

    Traut man sich ja kaum zu sagen, aber selbst gegenüber Wulff ein eindeutiger Rückschritt. Herzogs Ruck-Rede war ja nur die Einforderung des dann unter Schröder erfolgenden neoliberalen Umbaus, hier geht es darum, wieder Wehr und Waffen zu werden.

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  24. Yunus schreibt:

    Wie wäre es mit „Flaggen sind immer ein Problem“?

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  25. Chris schreibt:

    Wie wäre es mit:“ Flaggen sind nicht das Problem!“

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  26. MondoPrinte schreibt:

    Mir scheint, in der medialen Berichterstattung wird genau das versucht, in den Hintergrund treten zu lassen, was doch, so heißt es, die Essenz ist: Fußball. Ich bin leidenschaftlicher Fußballfan und kann mich geradezu versenken in die Betrachtung eines Spiels. Vor zwei Jahren, bei der WM in Südafrika, gefiel es mir, Spiele der DFB-Auswahl anszuschauen, weil diese, anders als man es aus den 80ern, 90ern und kurz zuvor gewohnt war, wahnsinnig schönen Fußball zauberten. Ich mochte das Team nicht, weil es Deutschland repräsentierte, sondern wegen des Fußballs, das es spielte. Das sieht bei dieser EM anders aus, auch wenn man alle Gruppenspiele in der „Todesgruppe“ hat gewinnen können. Und so setzt man wieder auf Altbewährtes – eben, weil Fußball nicht mehr als Rauschmittel funktioniert.

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  27. genova68 schreibt:

    Ja, solange es um Fußball geht, ist alles ok :-)

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  28. Pingback: BlauerBueffel » Blog Archive » Zur Sozialpsychologie des Schlands

  29. genova68 schreibt:

    Sorry, workingclasshero, ich habe deinen Kommentar (19. Juni, 14.23 Uhr) erst eben im Spamordner entdeckt.

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