Wenn Nazis Gas geben

Aus einem Artikel des rechtsradikalen Internetblogs pi-news über einen Bericht, der sich mit den neonazistischen Hintergründen einiger PI-Mitstreiter beschäftigt:

„Wir kreuzbraven Islamkritiker aus der Mitte der Gesellschaft von BPE und der FREIHEIT kennen diese linksradikalen Diffamierungskampagnen zur Genüge. Sie prallen mittlerweile von uns ab wie Regentropfen von der Windschutzscheibe eines immer schneller fahrenden Autos.

Was passiert mit einem Auto, das bei Regen immer schneller fährt? Genau. Diese Leute fahren nicht nur schneller, als die Polizei erlaubt, sie tappen auch immer wieder in die selbstgestellte Falle. Denn letztlich ist dieses merkwürdige Bild gar nicht so falsch. Pi und Co. hoffen unterbewusst auf das große gesellschaftliche Aquaplaning. Hauptsache, es passiert was. Schuld sind dann eh wieder die linksgrünversifften Moslems.

Aber nehmen wir die Jungs einfach wörtlich: Der Pi-Artikel handelt im Weiteren von einer Fahrt dieser Hanseln zu einer rechtsradikalen Kundgebung nach Dänemark. Heute.

Soll es heute nicht Regen geben? :-)

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17 Antworten zu Wenn Nazis Gas geben

  1. Yunus schreibt:

    Gab es nicht auch ne NPD-Wahlwerbung bei der man „Gas geben“ wollte? :-)

    Aber zum Artikel: Ich befürchte Du machst einen begrifflichen Fehler wenn Du die PI-ler als Nazis bezeichnet. Leute mit der Affinität zur NPD und zum nationalen Widerstand landen eher bei Elsässer und unter gewissen Umständen sogar beim Muslimmarkt als bei PI, weil da als großes Hindernis Israel dazwischensteht.

    Die PI-ler sind meistens ehemalige Linke die ihren revolutionären Impetus jetzt in eine andere Richtung lenken: „Macht alles kaputt was mit dem Islam zu tun hat.“

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  2. Nihilist schreibt:

    Falsch. Die Fundis in allen Religionen arbeiten zusammen. Egal ob Jüdisch, Christlich oder Muslim, die wollen den Untergang um ins Paradis zu kommen. Die GLAUBEN eben alle gemeinsam an das selbe Ziel.

    Armageddon.

    (Hat Schramm in seiner Rede zum Fromm-Preis treffend geschildert)

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  3. Yunus schreibt:

    Es mag einen Anteil von Fundamentalchristen bei PI geben aber es wäre mir neu wenn die dort die Agenda vorantreiben. Die Agenda ist eindeutig PRO-Israel und Pro-Neokonservatismus (was immer man dafür halten mag).
    Es ist jedenfalls ein anderer Konservatismus als man ihn bei der Jungen Freiheit z.B. findet.

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  4. genova68 schreibt:

    Yunus,

    die PI-ler sind meistens ehemalige Linke? Aha…. Du bist wohl auch Politikwissenschaftler?

    Nazis sind das in einem strengen Sinn nicht, deshalb habe ich hier den Begrif Nazis 2.0 geprägt. Also diesmal nicht die Juden, sondern die Moslems, das ist der wesentliche Unterschied. Wer eine deutliche Trennungslinie zwischen NPD, Pro Köln, Freiheit, PI und ähnlichem Gesockse zieht, macht sich nur zum Helfershelfer dieser Gestalten. Nennen wir sie der Einfachheit halber Nazis, das passt schon.

    Und die PI-ler als pro-israelisch zu bezeichnen, zeigt nur, dass du die Sache leider nicht verstanden hast. Das ist doch alles nur rein äußerlich, die sind nur dann pro-Israel, wenn es um die Unterstützung durchgeknallter rechtsextremer Siedler geht.

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  5. chriwi schreibt:

    „Wir kreuzbraven Islamkritiker aus der Mitte der Gesellschaft von BPE und der FREIHEIT kennen diese linksradikalen Diffamierungskampagnen zur Genüge.“

    Wenn ein Günther Grass Isreal kritisiert, dann ist er gleich ein Antisemit.

    http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,825718,00.html

    Dabei sollte sich Isreal einfach mal seine Amnesty International Bericht von 2011 ansehen. Der sieht nich so rosig aus. Es ist auszuschließen, dass alle Kritiker Antisemiten sind. Mir ist die Religion herzlich egal. Die Taten sind das was zählt. Da rühmt sich Isreal in den letzten Jahrzehnten keiner friedvollen Politik.

    http://endlessgoodnews.blogspot.de/2012/04/auszuge-aus-dem-amnesty-international.html

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  6. genova68 schreibt:

    Mag ja alles sein. Dennoch fände ich es angemessen, wenn Grass bei diesem Thema einfach mal seine Klappe halten würde. Der hängt da biographisch zu sehr drin, mit vielen Unwahrheiten, Verklärungen etc. Das bricht immer wieder aus ihm raus, wohl ein wenig wie bei Walser. Aber Israel ist nicht dazu da, um deutsche Täter zu entlasten, indem sie jetzt Kritik üben, natürlich immer streng an der Sache.

    Warum kümmert sich Grass nicht um die vielen anderen Auseinandersetzungen weltweit, beispielsweise aktuell um Mali oder den Südsudan? Da könnte er seine Prominenz sinnvoll einbringen, da wird viel zu wenig hingeguckt. Bei Israel kann man das nicht behaupten.

    Und du fragst bei dir im Artikel zum Thema allen Ernstes:

    „Warum darf man die Politik Isreals nicht kritisieren.“

    Das ist die typische Frage von Antisemiten, sorry. Wessen Staates Politik wird in Deutschland eigentlich öfter kritisiert als die von Israel? Und seit wann darf man das nicht?

    Und wenn du wirklich wissen willst, was an Grass´ Beitrag antisemitisch sein könnte, dann informier dich halt ein wenig, du findest sicher Antworten. Wenn du an denen wirklich interessiert bist.

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  7. genova68 schreibt:

    Hier ist ein ganz interessanter Kommentar zum Thema Grass von Brumlik:

    http://taz.de/Guenter-Grass-ueber-Israel/!90951/

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  8. Nihilist schreibt:

    1966 – 1969, meine Lehrzeit. Jom Kipur Krieg damals. Die Verteidigung und den Sieg fand ich richtig. Aber die Vertreibung und Unterdrückung der Palästinenser dann nicht mehr. Eine Unterdrückung die immer noch andauert.

    Polen, die waren auch mal unterdrückt. Mal von Deutschen, mal von Russen. Die haben sich auch nicht damit abgefunden.

    Unterdrückte Menschen wehren sich irgendwann auch mit Gewalt. Dann, wenn sie erkennen, sie können nur ihr Fesseln verlieren.

    Wer also andere unterdrückt, darf sich nicht wundern, wenn die Unterdrückten aufstehen. Leider, da denke ich auch an die Zeit als die damalige EU versuchte eine Verhandlung anzuleiern, was von den USA verhindert wurde (Nixon) sind in der „Gegend“ viele Fehler begangen worden. Von allen möglichen Seiten.

    Die Politik Israels muss man sogar kritisieren. Andererseits aber nicht nur die Politik Israels, sondern auch die der USA, der Bundesregierung, Der Briten, der Franzosen usw.

    Da habe ich keine Hemmungen. Ich kritisiere ja fast alles. Auch die fehlende Demokratie (also die fehlende echte Demokratie) weltweit. Denn die Methode der Abstimmung mit Mehrheitsentscheidungen ist keine echte Demokratie, das ist nur die Diktatur der Stimmenmehrheit.

    Da die Stimmenmehrheit in Russland damals mit „Bolschewiki“ benannt wurde, ist also auf russisch jede Demokratie mit Mehrheitsentscheidungen eine Bolschewikenrepublik. Wenn die das geahnt hätten, wie man mit einfachen Worten eine „Weltrevolution“ als erfolgreich beenden könnte.

    Meines Erachtens ist eine echte Demokratie allenfalls dann möglich, wenn NUR einstimmige Ergebnisse erzielt werden, denn dann hat jede Seite nachgeben müssen und es entstand ein echter Kompromiss, mit dem alle leben können (müssen), denn sonst hätten sie nicht nachgeben dürfen.

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  9. genova68 schreibt:

    Denn die Methode der Abstimmung mit Mehrheitsentscheidungen ist keine echte Demokratie, das ist nur die Diktatur der Stimmenmehrheit.

    Schau an, das sind ja ganz neue Töne. Wie war das nochmal mit Joints und der Frage, ob man deren Genuss erwachsenen Menschen nicht selbst überlassen kann? Ich freue mich, dass du einsichtig bist.

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  10. Nihilist schreibt:

    Also da stellt sich die Frage was ist Genuss?

    Hab ich da Glück gehabt, dass ich nie angefangen habe zu rauchen oder Alkohol zu konsumieren. Und mein Dickkopf hat da auch geholfen, wenn man mir unbedingt den Konsum von grünen Türken oder so aufschwatzen wollte. Ja, ich kannte genug Leute die Drogen nahmen, da war ich die Aussnahme, wenn der Joint kreiste. Und beim Bund, da war ich, weil ich zu feige war zu verweigern, wegen der Zivildienstleistungen, wo man ja nicht wusste was einem da blüht.

    Andererseits – ich gestehe – hatte ich dann in meiner Discozeit immer Zigaretten bei mir, denn man wurde von hübschen Mädchen angebaggert ob man mal eine Zigarette hätte … so kamen auch ein paar Bekanntschaften zu stande. Asche auf mein Haupt, ich habe Drogenkonsum (Nikotin) gefördert und auch mal ein Bier ausgegeben, selbst immer auf mein Auto verwiesen, dass ich nicht trinke weil ich noch fahren muss. Ja wie hinterlistig ich doch in meiner „Sturm- und Drangzeit war.

    Ich betrachte Drogenkonsum als Suchterkrankung. So wie ich Spielsüchtig bin. Ich kann aber inzwischen in eine Spielhalle gehen, eine Runde drehen, die wieder verlassen ohne auch nur einen Cent auszugeben.

    Selbstbeherrschung! Klar, körperliche Abhängigkeiten sind schwerer zu überwinden als so psychische. trotzdem sollte man seine Süchte beherrschen.

    Kritisieren darf ich das aber doch? Und wenn jemand sich den Schuh anzieht … ist das doch nicht mein Problem

    ;-P

    Ach ein_sehen kann ich viel … ich bin Brillenträger – lol

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  11. genova68 schreibt:

    Es geht nicht um dich, sondern darum, was man anderen vorschreiben soll oder nicht. Du verwechselst mal wieder die Ebenen. Du darfst natürlich „kritisieren“, was du willst, aber darum geht es nicht. Du willst – oder wolltest seinerzeit – verbieten. So wie der Ex-Alkoholiker, der allen den Alkohol verbieten will. Hat was von Konvertitentum, das sind ja oft die Rigidesten.

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  12. Nihilist schreibt:

    Hm, da ich nie Nikotin oder Alkohol …

    Aber in meiner Familie wurde gepafft und gesoffen – ich wollte immer anders sein als diese „Vorbilder“.

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  13. che2001 schreibt:

    @Nihilist „1966 – 1969, meine Lehrzeit. Jom Kipur Krieg damals.“ — Der Jom-Kippur-Krieg, auch 6.October War genannt war 1973 und stellte nach dem erfolgreichen Angriff Ägyptens aus arabischer Sicht die arabische Ehre (Al Karamah) wieder her, was Anlass zu einer Vervielfachung des Ölpreises gab und neben der Dollar-Talfahrt die große Wirtschaftskrise der 70er („Stagflation“) einleitete. Und er leitete noch etwas ganz anderes ein, die Normalisierung zwischen Ägypten und Israel, die nun auf Augenhöhe verhandelten. Israel erhielt Frieden gegen Land (Rückgabe des Sinai) und Ägypten gab der Weltwirtschaft die Durchfahrt durch den Suezkanal zurück. Diese Ereignisse sind bis heute für die in der arabischen Welt vorherrschenden Sichtweisen paradigmatisch.

    Am Denkmal für diesen Krieg wurde Sadat erschossen.

    @PI: Wo die genau verortet sind zeigt das Layout ihres Blogs als Stefan Herre es gerade aufgemacht hatte. Das zeigte ein paar Cowboys mit großen Hüten. Was die vertreten ist die Weltsicht von christlichfundamentalen gewaltaffinen Rednecks aus dem Bible Belt. Was beim Proisraelismus bei gewissen neokonservativen oder marktradikalen Kreisen, die zu PI zumindest Berührung haben bedacht werden sollte: Die übernehmen einfach das faschistische Abziehbild vom „Geldjuden“ und drehen es, da sie den Kapitalismus wie eine Religion feiern, mit positiver wertung um 180 Grad um. truktureller Antisemitismus bleibt das trotzdem.

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  14. Nihilist schreibt:

    Ach, sorry, das war der Sechs-Tage-Krieg, leichte Erinnerungslücke bei mir.

    Ich habe 1989 eine jüdische Soldatin, die an dem Kreig teilnehmen musste, kennengelernt. Sie hatte Israel verlassen, weil sie nich noch einmal in einem Krieg auf „Kinder“ schiessen wollte. Auch wenn es „nur“ zur Verteidigung gegen den Angriff war.

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  15. che2001 schreibt:

    Und ich habe zusammen mit Gadi Algazi studiert, heute Prof. für Geschichte in Tel Aviv und Organisator der Friedensinitiätive Ta Ayush. Tolles Projekt!

    http://www.taayush.org/

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  16. Nihilist schreibt:

    Frieden ist immer gut.

    Leider kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenns dem bösen Nachbarn nicht gefällt.

    Und da ich in gewisser Hinsicht auch als „Böser“ angesehen werde ,,, in Foren oder Bloggs …

    … das ist wiederum von Hüsch gut beschrieben, mehrfach von mir erwähnt.

    … und kochen sich auf dir ihr feines Süppchen, und wenn du nicht der Löffel für sie bist, schmeissen sie dich auf den Mist.

    Nur weil ich der Ansicht bin, direkte Demokratie kann nicht funktionieren, da Mehrheitsentscheidungen immer eine Minderheit unterdrückt. Denn eine Mehrheit bei Abstimmungen besteht ja schon bei 50,1 %. Ein VETO-Recht als Minderheitenschutz wäre demokratischer. Nur wer selten verliert kann damit einverstanden sein, dass Mehrheitsentscheidungen als demokratisch empfunden werden.

    Ach, zu Hüsch:

    http://www.huesch.info/huesch00.html

    So wieder spät geworden – gute Nacht.

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  17. genova68 schreibt:

    Pi, die Cowboys mit den großen Hüten. So wie du, che, das beschreibst, ist das sicher alles richtig. Aber m.E. wird der Sinn solcher Projekte nicht wirklich klar, wenn man den psychologischen Aspekt weglässt. Also Feindbilderzeugung und -bedienung. Feinde sind immer die unten, die Davids, die zu Goliaths aufgeblasen werden, damit man sie dann mannhaft bekämpfen kann. So gesehen ist das wirklich struktureller Antisemitismus, deshalb meine Bezeichnung Nazis 2.0.

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