Neues über die aktuelle Verwendung von Waschbeton in Ex-Ostblockstaaten

Offenbar kein Einzelphänomen: Waschbeton liegt in den ehemaligen Ostblockstaaten im Trend, zumindest in designbewussten Kreisen. Ähnlich wie vergangenes Jahr in Bukarest entdeckt, werden auch in der tschechischen Provinz (hier: Ústí nad Labem) Waschbetonelemente neu her- und aufgestellt. Zwar ist die Funktionalität des Radständers eine Katastrophe, aber schön aussehen tut er doch, oder? Wie ein eingeschnittenes Brot:

Es zeigt sich auch, dass Waschbeton hervorragend mit Materialien wie Granit oder ganz simpel Sichtbeton harmoniert. Man findet in Tschechien also eine Avantgarde des Designs, die mich an einen von mir 2007 besuchten Park in Barcelona erinnert, der mit diesen Materialien noch avantgardistischer umgeht, siehe hier. Welche Gründe die aktuelle Sichtbetonproduktion im Osten hat, würde mich interessieren. Haben die Fabriken sonst nichts zu produzieren? Ist es die Gewohnheit? Angesichts der sonstigen ästhetischen Eindrücke in den Städten – Neonreklame, Werbetafeln vor Fassaden etc. – entsteht beim Reisenden nicht der Eindruck einer kollektiv massiv ausgeprägten ästhetischen Sensibilität, die die Verwendung von Waschbeton als designerische Avantgarde vermuten ließe.

Waschbeton ist in Deutschland ja seit vielen Jahren als typisches Baumaterial der architektonisch ach so schlimmen 60er und 70er Jahre massiv verpönt. Bei uns würden sofort irgendwelche Wutbürger ihren Widerstand gegen Waschbeton organisieren und vermutlich mehr Holz und Bäume fordern.

Es gibt also noch Oasen für ästhetiksensible Menschen, abseits der großen Baumarktkotze, die sich überall ausgebreitet hat. Dank dafür.

(Fotos: genova 2011)

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Eine Antwort zu Neues über die aktuelle Verwendung von Waschbeton in Ex-Ostblockstaaten

  1. HF schreibt:

    Dieser Fahrradständer sollte in das Manufactum-Programm aufgenommen werden!

    Gefällt mir

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