Dreamteam Lafontaine/Wagenknecht

Oskar Lafontaine wird ja die Tage als wiederkehrender Parteivorsitzender der Linken gehandelt. Zusammen mit Sahra Wagenknecht wäre des meines Erachtens eine echte Chance für nachhaltige linke Politik. Zwei hochprofessionelle und kundige Politiker, die über umfassende nationalökonomische Kentnisse verfügen, ihren Marx gelesen haben, sie vor allem theoretisch massiv fundiert, er mit Kenntnis der Praxis ausgerüstet. Beide verfügen gleichzeitig über populistische Qualitäten, ohne die es im Politikbetrieb nicht geht. Gleichzeitig wäre allzu pragmatischen Linksparteifunktionären das Leben schwerer gemacht.

Das alles aus schlicht realpolitischer Sicht: Was ist aktuell möglich? Das wäre schon das Maximum und die ostdeutschen Pragmatiker innerhalb der Linkspartei werden sich mit Wagenknecht wohl kaum abfinden. Aber man darf ja mal kurz träumen.

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16 Antworten zu Dreamteam Lafontaine/Wagenknecht

  1. Fritz schreibt:

    Marx gelesen? Lafontaine ist Physiker, vielleicht denkt er deshalb etwas klarer.

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  2. genova68 schreibt:

    Mag sein, aber warum sollte ein Physiker nicht Marx lesen?

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  3. Nihilist schreibt:

    @ Fritz – zum lesen!

    Tja ich hab auch alles mögliche gelesen. Sogar die Mao-Bibel, das „kleine“ rote Buch. Aber Henry David Thoreau – über die Pflicht zum Ungehorsam gegen den Staat – war interessanter. Und noch interessanter war – Strindberg – Lesebuch für die niederen Stände.

    Orwell dagegen war ein Wahrsager – nur mit der Jahreszahl hat er sich verschätzt. Sein Buch – Farm der Tiere – trifft den Nagel ja auch auf den Kopf.

    Castaneda s – Don Juan ;-) – nicht der andere grins – war nicht so mein Fall.

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  4. Arno Nühm schreibt:

    Mag sein, ich habe ein Verständnis von „nachhaltige[r] linke[r] Politik“, das mit formal-demokratischem Parlamentarismus nicht vereinbar ist. Komme jedenfalls nicht drauf, wie das (hochprofessionell!) im Bundesgesetzblatt aussehen könnte…

    Ansonsten möchte ich aufrufen, sich nicht voreilig oder fahrlässig der aufgeherrschten Begriffsverdrehung zu unterwerfen: Wir sollten nicht „populistisch“ nennen, was wir wahrhaftig, und nicht „pragmatisch“, was wir prinzipienlos finden.

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  5. genova68 schreibt:

    Politik ist eine Frage des Pragmatismus. Sicher hat der formal-demokratische Parlamentarismus seine Nachteile, theoretisch wie praktisch, aber eine starke linke Partei halte ich dennoch für sinnvoll. Das mindert nicht die Notwendigkeit starker außerparlamentarischer Bewegungen.

    Pragmatismus in der Realpolitik halte ich für absolut notwendig. Populismus ist eine Gratwanderung, weil es immer auch Vereinfachtung bedeutet. Vereinfachtung ist nur strukturell zulässig, um meinetwegen komplizierte ökonomische Vorgänge darzustellen. In der Praxis bedeutet Populismus fast immer die Abwertung bestimmter Gruppen.

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  6. Nihilist schreibt:

    Bestimmte Gruppen verdienen es auch nicht anders. Bankster zum Beispiel.

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  7. Arno Nühm schreibt:

    Pragmatismus ist (in der Realpolitik) absolut notwendig – außer unter ostdeutschen Linken, die er daran hindert, für Wagenknecht, ihre umfassenden nationalökonomischen Kentnisse, wenn auch gelegentlich strukturell vereinfacht dargereicht, sich zu erwärmen… (bzw., beim Wandern auf dem populistischen Grat zur nachhaltigen linken Politik, Marxlektüre nachzuholen).

    Ja, gut.

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  8. genova68 schreibt:

    cooles Posting :-)

    „wenn auch gelegentlich strukturell vereinfacht dargereicht“:

    Ja, genau das halte ich für eine ihrer Stärken. Sie arbeitet ja als Politikerin, nicht als Wissenschaftlerin. Das meine ich auch mit einem positiven Populismus.

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  9. Besucher schreibt:

    In bed with Oskar: Der Aufstieg der Sahra W.

    http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,173601,00.html

    Was ihr „Geschäfts“mann macht interessiert sie sowieso nicht höhö…
    lustig war auch noch die Geschichte wo sie die Fotos verschwinden lassen wollte die sie beim Hummerverspeisen beim feinen Abendessen im Straßburger Restaurant „Aux Armes“ (An die Waffen, köstlich) zeigen.

    Das sind unsere rechtschaffenen Linken die sich für den kleinen Mann (der oft auch böser Stammtischler und Nationalist sein kann) einsetzen.
    Aber wegen der Gründe die ich in Klammern genannt habe sollte die Linke eigentlich mit dem unbelehrbaren kleinen Mann „fertig haben“.

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  10. tom-ate schreibt:

    Nun, Besucher, die Wagenknecht scheint gemäß Spiegel genovas Wahlspruch „Luxus für alle“ zumindest persönlich ernst zu nehmen. Aber wahrscheinlich ist das nur eine Falschmeldung im Dienste des Klassenfeindes.

    Jede und jeder ist käuflich und jede und jeder will einfach drei Dinge: mehr, mehr und noch mehr.

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  11. genova68 schreibt:

    Tomate, da siehst du mal, in wessen Fahrwasser du gerätst, wenn du dich des Luxus´ schämst. Insofern ist es okay, dass der Klempnerkamerad hier reingeschneit ist.

    Die Wagenknecht und ich und alle, denen es schmeckt, sollen Hummer essen. Dass sowas überhaupt debattiert werden muss…

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  12. tom-ate schreibt:

    @genova: „in wessen Fahrwasser…“ immer wieder die alte Leier linker paranoider Abgrenzung. Erbärmlich. Schade, man täuscht sich allemal wieder. Insofern ist jetzt klar, was genovesische „linke“ Politik ist: Chauvinistische Günstlingswirtschaft. Ich gönne dir aber deinen Luxus. Ein dickes Steak und Hummer für dich. Mach die Erde platt.

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  13. genova68 schreibt:

    Mahlzeit.

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  14. Besucher schreibt:

    La grande bouffe pour tous, genova!

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  15. Motherhead schreibt:

    Oh, der Herr spricht französisch. Schapopo!
    Französisch fand ich immer schon gut. Griechisch aber auch.

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