Renate Künasts Position zur Drogenpolitik

Aus einem aktuellen Interview, das die grüne Kandidatin für das Amt der Regierenden Bürgermeisterin in Berlin, Renate Künast, dem Fachblatt SuperIllu gegeben hat. Es geht um Drogen.

Wie halten‘s die Berliner Grünen generell mit Drogen? Im Wahlprogramm taucht das Thema offenbar nicht auf…

Künast: Dazu sagen wir im Programm das Nötige, aber es ist nicht das wichtigste Thema…

 Aber früher war das doch sehr wichtig für die Grünen! Da wurde das „Recht auf Rausch“ postuliert, die Legalisierung von Drogen gefordert…

Künast: In welchem Jahrhundert machen Sie eigentlich dieses Interview mit mir? Diese Zeiten sind längst vorbei. Mein Ziel ist es, dass die Menschen ein möglichst drogenfreies Leben führen, weil ein drogenfreies Leben gesund und schön ist

Das ist alles, was Künast noch zum Thema einfällt. Gesund und schön und trallala. Hat schon was sektenartiges. Die frühere Drogenpolitik der Grünen und das, was aktuell immer noch Leute wie Christian Ströbele fordern, wird von Öko-Bürgern wie Künast auf dem Alter der Massenkompatibilität geopfert. Es könnten ja sonst besorgte Prenzlauer-Berg-Bionademamis das Kreuzchen am 18. September vielleicht doch bei der FDP machen. In Sachen Drogenpolitik sind mittlerweile selbst die Jungliberalen fortschrittlicher als Madame Künast und ihre Vollkornfraktion.

Wahrscheinlich schielt sie auch auf diese Klientel. Ein Bierchen geht ja noch.

(Foto: genova 2011)

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69 Antworten zu Renate Künasts Position zur Drogenpolitik

  1. hanneswurst schreibt:

    Es geht doch NUR darum, zur Erreichung höherer Ziele ein paar eher schwer vermittelbare Ideale zu opfern. Und noch ein paar, und noch ein paar…

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  2. hanneswurst schreibt:

    Ist das jetzt eigentlich der neueste Trend, der da auf dem Bierplakat vermittelt wird, und schwappt der demnächst auch nach Restdeutschland? Eine Mischung aus Cowboy- und Hippie-Romantik? Frauen, die Pilsflaschen ans Tamburin schlagen und dazu ein Flatline-Trinker, der auf „Take That“ macht? Alle drei sehen außerdem keineswegs so aus, als hätten sie nur Bier getrunken, sondern als hätten sie eine gehörige Portion Special-K konsumiert.

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  3. genova68 schreibt:

    Dieses Plakatmotiv hängt derzeit viel in Berlin, allerdings m. E. vor allem in den Vororten. Sowas in Marzahn zu sehen, umgeben von Leere und violetten Polyesterjacken mit Werbeaufdruck, ist lustig, denn man merkt plötzlich sehr genau, dass „Berlin“ eine reine Illusion ist. Die Stadt gibt es gar nicht. Es gibt nur die vielen Viertel und Ecken.

    Ja, es is ein komisches Plakat. Es soll wohl den Marzahnern zeigen, wie man aussehen muss, um hipp zu sein. Oder dass die da im Prenzlauer Berg das gleiche Bier trinken wie in Marzahn. Als Trost, sozusagen.

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  4. meryemdeutschemuslima schreibt:

    Also ich habe meine Meinung zur Drogenpolitik im Laufe der Jahre geändert. Jahre in denen ich in der Drogenhilfe gearbeitet habe. Es muss in der Tat das Ziel sein, dass Menschen suchtmittelfrei leben, denn das ist wirkliche Freiheit. Die erreicht man aber nicht dadurch, dass eine Droge als weniger schlimm angesehen wird als die andere. Cannabis ist nichts, was legal verkauft werden darf, wie man weiß, wenn man durch Cannabis psychotische gewordene Menschen gepflegt hat. Und was soll der „drugcheck“? Geht dann künftig der Straßenhändler hin und lässt seine ware checken, um sie dann mit Qualtitätssiegel zu verkaufen?
    Alles an Substitution mit Ersatzdrogen oder Diamorphin für schwerkranke Abhängige ist o.k., solange die Richtlinien eingehalten werden. Ich kenne aber keine Stadt in der das gelingt. Beigebrauch ist an der Tagesordnung und die Pillen die der Doktor zusätzlich verschreibt werden auf der Straße verkauft. Wie kann man einem Drogenkonsumenten, der nachweislich Beikonsum hat, im Druckraum erlauben sein Heroin zu spritzen? Was, wenn er dann eine tödliche Mischung intus hat?
    Viele Bereiche der Drogenprävention sind gesellschaftlich schwer umzusetzen. Dazu würde mindestens ein Werbeverbot für die Droge mit den meistens Todesopfern gehören. Mir fallen da noch eine Menge Restriktionen ein, die es unerfreulich machen würden, wie auch immer berauscht in der Öffentlichkeit aufzutreten. Und natürlich muss man ernsthaft an die Kriminalität ran – nicht nur den Straßenhändler erwischen, sondern die ganzen Vertriebswege beeinträchtigen.

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  5. genova68 schreibt:

    Meryem,
    wenn du schon Cannabis als so gefährlich betrachtest, dann müsstest du auch für ein Verbot von Alkohol eintreten. Aber ich glaube, dass so eine Verbotspolitik zu nichts führt, siehe Prohibition in den USA. Mit weichen Drogen ist es doch ähnlich: Man bekommt sie, wenn man will, ohne Probleme, schlittert dann aber in ein unangenehmes Terrain hinein: Vor allem wird gestreckter Stoff gehandelt, der ziemlich gesundheitschädlich sein kann.

    Es ist doch eher die Frage, was ein sich freiheitlich verstehender Staat verbieten darf. Meines Erachtens nur das, was er ernsthaft begründen kann. Cannabis gehört nicht dazu. Es sollte die Freiheit jedes Einzelnen sein, einen Joint zu rauchen oder nicht. Und dass man davon eine Psychose bekommen kann, hängt wohl eher mit dem hochgezüchteten Zeug zusammen, das man gemeinhin bekommt bzw. wenn man schon in der Pubertät kifft. Aber selbst wenn: that´s life.

    Die aktuelle Politik ist nur eine des Augenverschließens: Wenn jemand an gestrecktem Zeug verrreckt, ist es egal: es war ja verboten.

    Es sollte m.E. so ähnlich laufen wie in Holland: Coffee-Shops verkaufen als einzige legalisiert, staatlich kontrolliert, gerne auch mit ordentlich Haschischsteuer drauf, Abgabe nicht an Minderjährige. Das Kleindealermilieu würde sich mangels Nachfrage von selbst erledigen und die Gesellschaft hätte eine Lebenslüge weniger: Nämlich die, dass der Mensch ein rein rational gesteuertes Wesen ist. Drogen gehören zur Menschheitsgeschiche wie das tägliche Brot, das sollte man einfach mal akzeptieren. Prost.

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  6. hanneswurst schreibt:

    Ich sehe gar nicht ein, warum der Staat mir überhaupt die Einnahme von irgendwelcher Substanzen verbieten darf. Wenn ich rauchen und saufen will tue ich das, obwohl es gesundheitsschädlich ist. Wenn ich mir eine fette Wampe anfresse tue ich das, ich kann auch Terpentin trinken oder mir 200 Piercings in die Zunge stecken lassen wenn mir danach ist. Das geht den Staat nichts an, staatlicher Paternalismus ist ein Relikt aus der Zeit, als Sex vor der Ehe und Homosexualität unter Strafe standen. Nur bei den Drogen wurde diese erbärmlich spießige Gesetzgebung irgendwie aufrechterhalten.

    Die einzige vernünftige Konsequenz ist die Entkriminalisierung aller Drogen. Das würde den Geldhahn einiger Kartelle zudrehen und Ressourcen freigeben, die dann für Aufklärung und Therapie verwendet werden können.

    Drogen sollten selbstverständlich erst ab 18 Jahren und unter strenger Produktkontrolle verkauft werden dürfen. Eventuell könnte eine Apothekenpflicht diskutiert werden.

    Das im Übrigen Cannabis weitaus weniger gefährlich ist als Alkohol (wesentlich geringeres psychisches und physisches Suchtpotential, geringere Toleranzentwicklung) weiß inzwischen jeder Depp, mir wurde dieser Fakt beim Sanitätslehrgang bei der Bundeswehr beigebracht (es stand also so im Lehrbuch für Medikamentenkunde). Trotzdem wird die Kriminalisierung beinhart durchgezogen, einfach aus Angst vor dem Wählerverhalten.

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  7. genova68 schreibt:

    „Die einzige vernünftige Konsequenz ist die Entkriminalisierung aller Drogen.“

    Ich erinnere mich: Diese Forderung hast du mir gegenüber schon vor zehn Jahren vertreten. Ich finde es immer noch sehr gewagt. Crack auch?

    Terpentin trinken hab ich noch nicht gemacht. Lade mich mal zu einem Drink ein!

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  8. Bayer schreibt:

    Wer mal scharf nachdenkt, findet schnell gute Gründe, warum man Drogen keinesfalls legalisieren sollte. Dafür spricht lediglich die Tatsache, dass man dunklen Kreisen so das Geschäft kaputt machen würde. Aber den Schaden, der bei den Konsumenten entsteht (Denkweise: „legal = harmlos“), dürfte dieser Vorteil kaum aufwiegen. Nebenbei: Das die Forderung „legalize it“ für Cannabis besonders in linksgrünen Kreisen populär ist, erstaunt mich nicht… Ihr alten Kiffer :D

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  9. InitiativGruppe schreibt:

    Die Legalisierung von Cannabis in einem gewissen Rahmen (siehe Holland) liegt eigentlich nahe – es wundert mich, dass das keine Grüne Forderung mehr sein soll.

    Aber abraten würd ich trotzdem, insofern geb ich Künast und Meryem schon recht. Wir sollten nicht saufen, kettenrauchen, kiffen, koksen, Schlaftabletten nehmen, uns überarbeiten, endlos einkaufen, endlos fernsehen, 12 Stunden am Stück Videogames spielen, fressen bis man platzt … Es sollte schon klar sein, dass das alles krank ist und in der Regel krank macht.

    Das kostet dann die Gesellschaft wa; vor allem, wenn es viele machen, kostet es sehr viel, und drum bin ich ganz und gar nicht der Meinung von hanneswurst, dass das alles eine REIN private Angelegenheit ist. Wir Menschen sind Gesellschaftstiere, Staatstiere, bei jeder individuellen Handlung ist diese Dimension auch im Spiel, in ihrer Folge für Gesellschaft und Staat. Da misch ich mich (als Staat) in dein Privatleben ein, hanneswurst, ungeniert und wenn es sein muss auch schmerzhaft. Wenn du dir die Gesundheit ruinierst, geht das auch auf MEINE Kosten. Da bin ich durchaus kaufmännisch kalkulierender Sozialist.

    Würden wir die holländische Lösung für Cannabis wählen, würden wir Holland etwas entlasten, einerseits, andererseits die Kriminalität bei uns etwas reduzieren und dazu noch Geld in den Staatssäckel bekommen. Auch bei den schweren Drogen würde ich eine Lösung ansteuern, die dem kriminellen Drogengeschäft den Garaus machen würde.

    Unser Drogenproblem ist wohl im Kern ein Konsumismusproblem und ein Eskapismusproblem. Wo wir es doch so gut haben – wieso wollen so viele aus der Wirklichkeit raus, hinein ins Paradies des Rausches und der Träume?

    Was für ein Sozialisationsprogramm für ihre Kinder bräuchte eine Gesellschaft, damit diese das natürliche Leben so unendlich genießen, dass sie keinerlei Drogen brauchen?

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  10. Nihilist schreibt:

    Legale Drogen haben doch einen Zweck, sie helfen dem „Staat“ Steuern zu kreieren.

    Da Alkohol das Gehirn schädigt, sogar ein positiver Vorgang des Drogenkonsum. Wer säuft, dem fehlt irgendwann der Verstand das Unrecht zu erkennen. Und mit „BLÖD-Zeitung“ werden die „verblödeten“ ruhig gestellt, besser, die werden von den echten Verursachern abgelenkt.

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  11. meryemdeutschemuslima schreibt:

    Die Holländer sind von ihrer liberalen Drogenpolitik lange ab.Cannabis wird ernsthaft unterschätzt und da braucht man keine Vergleiche mit Alkohol anzustellen, der sowieso die Droge ist, die bei uns am meisten Opfer fordert. Auch da habe ich über Jahre viele gepflegt. Ja, ich wäre grundsätzlich dafür, alle Drogen zu illegalisieren und weiß natürlich, dass das derzeit und in dieser Gesellschaft nicht möglich ist. Es gibt auf der Welt kein drogenfreies Land. Trotzdem: wenn man Freiheit für die Menschen will, dann gehört auch Drogenfreiheit dazu. D.h. es sollte erschwert werden, sie zu erwerben und der Staat sollte alles dazu tun, dass Menschen keine Lust haben sie überhaupt anzufassen. Das geht natürlich nicht, wenn man am Verkauf verdient. Mindestens wäre angebracht, alles Steuern die dadurch eingenommen werden, für Prävention auszugeben und in das Gesundheitssystem zu stecken, das dafür enorme Ausgaben hat.
    Aber dafür herrscht hier zuviel Verlogenheit.

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  12. genova68 schreibt:

    IG,
    deine Extrembeispiele im zweiten Absatz, klar, das sollte man nicht, aber das ist nicht das Thema. Thema ist, dass Künast es in Ordnung findet, dass jemand, der einen Joint rauchen will, kriminalisiert wird und sich eventuell durch gestreckten Stoff seine Gesundheit ruiniert. Die schielt nur auf ihre Ökowähler. Eine tolle Grüne. Deine Beispiele sind somit Ablenkungsmanöver. Und zu den Kosten: Es kostet die Gesellschaft derzeit sehr viel, sinnlose Polizeibeobachtungen von Dealern durchzuführen und User zu behandeln, die ausschließlich aufgrund gestreckter Drogen krank sind. Selbst mit Heroin kannst du auf Dauer einigermaßen problemlos leben, wenn du dauerhaft reinen Stoff hast.

    „Gesundheit ruinieren“, das sind alles Totschlagargumente. Es geht natürlich um einen halbwegs vernünftigen Gebraucht von Drogen, aber wenn man Freigabe fordert, untersteht man automatisch dem Verdacht, man wolle sich und überhaupt alle „ruinieren“. Ist schon mal irgendwer auf die Idee gekommen, den Weinanbau in Deutschland zu verbieten, weil es hunderttausende Alkoholiker gibt?

    Konsumismus- und Eskapismusproblem: Tatsache ist aber, dass es erstmal die Entscheidung des einzelnen ist, was er macht. Das ist auch so eine pseudorationale, paternalistische Haltung, dass ich dem Kiffer erzähle, er habe ein Eskapismusproblem. Und die Kinder, die Drogen niemals brauchen: Natürlich sollen Kinder keine Drogen konsumieren, aber wenn sie das auch als Erwachsene nicht tun, ist in der Sozialisation in der Tat was schiefgelaufen.

    Es geht doch nur um eine vernünftige Drogenpolitik, für die die Grünen einstmals standen.

    Nihilist,
    wenn das so wäre, müsste der Staat ein intensives Interesse an der Cannabiskonsumtion haben. Friedlicher und passiver könnte er seine Bürger nicht bekommen.

    Meryem,
    du drehst das Problem auf pikante Art um: Freiheit ist jetzt plötzlich die Freiheit von Drogen. Ein komischer, ein repressiver Freiheitsbegriff. Man kann das Problem der Sucht nicht damit heilen, dass man Drogen für nicht existent erklärt.

    Du schreibst es ja selbst: Es gibt kein drogenfreies Land. Es gibt keine drogenfreie Gesellschaft, und das ist gut so. Es kann nicht um die Verteufelung gehen, sondern um den halbwegs verträglichen Umgang damit. Drogen sind nicht schlecht, sondern gut, wenn auch manchmal gefährlich. Am Ende deines Postings scheinst du das ja auch ein wenig so zu sehen: Der Staat kontrolliert den Cannabismarkt, also Produktion und Abgabe, garantiert die Güte des Produkts und kriegt Steuern, die kann er in die Prävention stecken.

    Ich finde es bedenklich, dass hier so schnell der moralische Zeigefinger kommt, von wegen Eskapismus und einem pervertierten Freiheitsbegriff. Freiheit heißt erstmal, den anderen machen zu lassen, wie er das für richtig hält. Und ihm nicht stante pedes exzessives Suchtverhalten vorzuwerfen.

    In Holland wird die Drogenpolitik immer restriktiver, weil dort jetzt Geert Wilders die Politik mitbestimmt und er die dummen Kleinbürger beruhigen will. Die Coffee-Shops abzuschaffen wäre der erneute Einstieg in die massenhafte Kleinkriminalität, sonst nichts. Dass das einen Wilders nichts stört, ist mir klar.

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  13. Bayer schreibt:

    Entweder ist der Blogautor selber Kiffer oder er hat schlicht und einfach keine Ahnung von der Materie, sorry. Cannabis ist NICHT so harmlos, wie viele glauben. Ich kenne im eigenen Umfeld mehrere Leute, die sich damit kaputt gemacht haben (schwerste mentale Probleme). Ein ehemaliger Arbeitskollege ist inzwischen sogar arbeitsunfähig. Bloß weil Alkohol und Tabak ebenso gefährlich oder noch gefährlicher sind, bedeutet dies doch nicht, dass Cannabiskonsum „schon in Ordnung“ geht. Was ist das für eine seltsame Denkweise?

    Eine drogenfreie Gesellschaft mag utopisch sein, jedoch kann und sollte man die Einstiegshürden so hoch wie nur möglich legen. Würden Cannabis und noch härtere Drogen legalisiert, wäre dies ein gesellschaftlich völlig falsches Zeichen, vor allem an die Jugend. Ziel sollte vielmehr sein, die Menschen über die Gefahren aufzuklären (ja, auch bei Alkohol/Tabak).

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  14. Apostata schreibt:

    Liebe Prohibitionsfreunde,
    genova hat’s ja oben schon erwähnt: Denkt mal dran, wie gut die Alkoholprohibition in den 20er Jahren in den USA funtkioniert hat. Das Geschäft wurde stante pede von der Mafia übernommen, inklusive Bandenkriegen, überhöhten Preisen, vmtl. auch gepanschtem Stoff. Nicht zu vergessen, dass Polizei und Gerichte sicher auch besseres zu tun gehabt hätten. Das gleiche passiert heute in kleinerem Maßstab (wg. kleinerem Markt) mit Cannabis und „harten Drogen“. Gäbe man alles (ja, alles) frei (bei gefährlicheren Substanzen sicherlich apothekenpflichtig o.ä.) und würde die gesparten Ressourcen aus der Strafverfolgung für umfassende und vernünftige Aufklärung einsetzen, hätte man dem organisierten Verbrechen auf einen Schlag einen Großteil der Geschäftsgrundlage entzogen.
    Die Menschen nehmen doch keine Drogen, weil sie ihnen angeboten werden, sondern das Angebot wird erbracht, weil die Leute nach Drogen verlangen. Ihnen dieses Verlangen auszutreiben, ist noch keiner Gesellschaft gelungen.

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  15. hanneswurst schreibt:

    Ich stimme Meredym zu: Drogen machen unfrei und wünschenswert wäre, dass niemand Drogen bräuchte. Shiny happy people. Straight edge. Wer jedoch Drogen braucht, egal ob es Alkohol ist, um der Isolation und Gehemmtheit zu entfliehen oder Cannabis, um ein paar festgefahrene Denkstrukturen zu erweichen oder Ecstasy für ein Quäntchen Euphorie – der soll diese Drogen nach eigenem Ermessen verwenden dürfen. Mein Gehirn gehört mir, die staatliche Einmischung ist obszön.

    In den allermeisten Fällen hilft die Droge nur, Schmerzen und Defizite besser zu überstehen – nicht sie zu bewältigen. Richtig ist, dass dies in eine Abhängigkeit und damit in eine Form der Unfreiheit führt und jeder muss selber wissen, ob er diese Unfreiheit und andere Nebenwirkungen riskieren möchte.

    Vom Standpunkt eines gesunden Menschen aus mag es unverständlich erscheinen, dass andere Menschen ein Leben als Junkie der bürgerlichen Existenz vorziehen. Weil das Unverständnis für dieses Bedürfnis so groß ist, werden Drogensüchtige vom Rest der Gesellschaft brutal an den Rand gedrängt. Dies ist ein Diktat der psychisch gesunden, durchschnittlichen Spießbürger.

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  16. Bayer schreibt:

    „…der soll diese Drogen nach eigenem Ermessen verwenden dürfen. Mein Gehirn gehört mir, die staatliche Einmischung ist obszön.“

    Gut, dann sollen diese Leute aber auch bitte für Ihre Behandlungskosten aufkommen. Warum sollte die Gemeinschaft für Drogenmissbrauch und dessen Folgekosten aufkommen?

    Sicher ist es ein gutes Argument, dass man durch eine Freigabe von Drogen den Kriminellen das Geschäft zerstören oder es zumindest stark einschränken würde. Aber was wäre der Preis hierfür? Wenn etwas legal ist, werden es viele als „harmlos“ betrachten („sonst wäre es ja nicht legal“) und es eher mal probieren wollen, etwa so, wie viele ja auch Alkohol und Zigratten als „harmlos“ betrachten. Diese Konsequenzen sollte man nicht unterschätzen.

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  17. M. schreibt:

    Der Gedanke einen Menschen frei darüber entscheiden zu lassen was er sich reinpfeift ist unerträglich!
    Erschossene mexikanische Polizisten, 13 jährige Drogendealer und Drogenkuriere denen der Magen aufgrund von geplatzen, mit Heroin gefüllten Kondomen ausgepumpt werden muss sind da defintiv das kleinere Übel.
    Die 16 Milliarden Pfund die die Beschaffungskriminalität von Crack- und Heroinabhängigen jedes Jahr alleine Großbritannien kostet sind Peanuts gegen die zu erwartenden Nasenspray Mehrausgaben nach der Freigabe von Kokain…

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  18. Apostata schreibt:

    Lieber Bayer,

    „Wenn etwas legal ist, werden es viele als „harmlos“ betrachten („sonst wäre es ja nicht legal“) und es eher mal probieren wollen“

    Hast Du schon mal gehört wie jemand einen Joint ablehnt mit den Worten: „Das ist doch verboten, also bestimmt gefährlich!“. Die üblichere Begründung würde doch eher lauten: „Das ist nichts für mich.“ oder auch „Ich will nicht abhängig werden.“, macht sich aber bestimmt nicht an der Legalität fest. Ich könnte mir sogar vorstellen, dass illegale Substanzen einen zusätzlichen Reiz des Verbotenen ausüben.

    „Gut, dann sollen diese Leute aber auch bitte für Ihre Behandlungskosten aufkommen. Warum sollte die Gemeinschaft für Drogenmissbrauch und dessen Folgekosten aufkommen?“

    Erstens bin ich mir gar nicht sicher, ob Drogenabhängige mehr Kosten verursachen, als jemand der – nach Künasts Wünschen – ein „drogenfreies“, gesundes Leben führt und damit steinalt wird. Ich verweise mal auf die holländische Studie, nach der Raucher die Sozialkassen insgesamt weniger kosten, als gesunde Nichtraucher, weil diese eher versterben und dadurch weniger Rente beziehen, die ganzen Krankheiten auslassen, die eben erst im hohen Alter auftreten und auch nicht zum Pflegefall werden. Das macht die Behandlungskosten für Lungenkrebs und andere rauchertypische Krankeheiten mehr als wett. Sollte das auch bei Drogenabhängigen der Fall sein, wärst Du dann dafür, denen einen Bonus auszuzahlen, weil sie unter Einsatz ihrer Gesundheit dem Sozialsystem Kosten erspart haben?
    Zweitens finde ich es eine merkwürdige Herangehensweise an ein solidarisches System, jedem die Kosten vorzurechnen, die er verursacht. Wie willst Du denn ein allgemeingültiges „gesundes Leben“ definieren? Und wer soll das kontrollieren? Wöchtentliche Bluttests beim Arzt und Anwesenheitskontrolle im Fitnessstudio? Und was ist, wenn jemand trotz Drogen“missbrauchs“ (eigentlich ist es ja ein ordnungsgemäßer Gebrauch) keine Behandlungskosten verursacht? Wenn wir so herangehen, könnte sich auch jeder gleich kapitalgedeckt selbst versichern.

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  19. InitiativGruppe schreibt:

    Die alten Griechen hatten zwei zentrale Punkte in ihrer Lehre vom weisen Leben: Erkenne dich selbst! + Nichts zuviel!

    Das wendet mal auf meine Extremliste an:
    Wir sollten nicht saufen, kettenrauchen, kiffen, koksen, Schlaftabletten nehmen, uns überarbeiten, endlos einkaufen, endlos fernsehen, 12 Stunden am Stück Videogames spielen, fressen bis man platzt … Es sollte schon klar sein, dass das alles krank ist und in der Regel krank macht.

    Wieso nicht in Maßen Alkohol trinken, rauschen, kiffen, koksen, arbeiten, essen, einkaufen, fernsehen, auch mal ein Videogame spielen und auch mal eine Schlaftablette nehmen …

    Ich nehme diese Tätigkeiten bewusst auf EINE Liste. Es ist ein Fehler der Gesellschaft, einzelne dieser Tätigkeiten auszusondern, es ist ein Fehler dieser Gesellschaft, die Menschen so zu sozialisieren, dass viele Menschen einzelne dieser Dinge im Exzess tun – womit die Sache dann fürs Individuum wie für die Gesellschaft schädlich wird.

    Soviel dazu.

    Zu Künasts Problem.
    Solange man um 10 Prozent der Wähler ringt und sich freut, wenn man diese 10 Prozent schafft, ist es nicht so problematisch, von anderen als problematisch angesehene Standpunkte zu vertreten.
    Wenn man um 20 Prozent der Wähler ringt, MUSS man einigen „Ballast“ abwerfen, was heißt, einige vernünftige, aber in der Debatte eventuell schwierige Positionen entweder aufgeben oder nicht mehr thematisieren.

    Ob das nun in der Cannabis-Frage nötig war? – Keine Ahnung. Müsste ich mit Berliner Grünen diskutieren.

    Das geht dann weiter … Bei 50% wird der Inhalt zwangsläufig sehr sehr dünn ausfallen müssen, bzw. überwiegend ersetzt werden müssen durch Scheininhalte, Show, Charisma.

    Ich sehe den Fehler nicht bei den Politikern, sondern bei der Gesellschaft, bei den Wählern, bei den Medienkonsumenten, beim Kapital, das die Gesellschaft seinen Interessen gemäß manipuliert. Die Gesellschaft, die sich manipulieren LÄSST, kommt ihm dabei entgegen.

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  20. InitiativGruppe schreibt:

    „Bayer“ will den Sozialstaat für diejenigen abschaffen, die irgendwie selber schuld sind daran, dass sie Transfermittel brauchen.

    Was machen wir da?

    Also, wenn wir Bayer jetzt brutal zusammenschlagen, weil der den Sozialstaat angegriffen hat, dann ist er selber schuld dran, denn er hat uns mutwillig provoziert – ergo muss er die Behandlungskosten selbst tragen …

    Nein, das machen wir lieber nicht.

    Aber würde die Gesellschaft Bayers Ratschlag folgen, würden sehr viel mehr Menschen verwahrlosen, würde es schnell sehr viel krimineller zugehen in Deutschland. Wegen Bayer müssten wir mehr Geld in Polizei, Justiz, Versicherungen, Sicherheitsmaßnahmen stecken, unser Bewegungsradius in unserer Stadt wäre eingeengt, das Gefühl der Sicherheit reduziert … Alles wegen Bayer. HInzu käme, dass die Produktivität der Gesellschaft sinken würde – es gäbe mehr Menschen, die auf ihrem Lebensweg scheitern, geringere Arbeitsqualifikation, damit weniger Qualität in der Produktion, weniger Steuern …

    Und immer müssten wir denken: Bayer ist schuld. – Wie bestrafen wir ihn dafür?
    Mein Vorschlag: indem wir ihm ein Brett vors Hirn nageln. Damit jeder gleich sehen kann: Vorsicht! Depp!

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  21. Bayer schreibt:

    @Apostata

    „Hast Du schon mal gehört wie jemand einen Joint ablehnt mit den Worten: „Das ist doch verboten, also bestimmt gefährlich!““

    Nein, wer will denn – gerade in jungen Jahren – als besonders gesetzestrau, in manchen Kreisen also als „uncool“ gelten? Jeder weiß aber, dass es verboten ist. Und wer nicht ganz auf den Kopf gefallen ist, weiß auch, warum dies höchstwahrscheinlich so ist. Würde man Cannabis nun legalisieren, wäre das für viele das Signal: „Ach, ist also gar nicht so gefährlich – dann probiere ich’s auch mal…“. Und schon ist der Einstieg geschafft.

    „Erstens bin ich mir gar nicht sicher, ob Drogenabhängige mehr Kosten verursachen, als jemand der – nach Künasts Wünschen – ein „drogenfreies“, gesundes Leben führt und damit steinalt wird.“

    Das mag sogar stimmen. Aus moralischer Sicht aber kein guter Ansatz, oder?

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  22. Bayer schreibt:

    @InitiativGruppe

    Die Jungs bei Madrasa of Time haben Recht. Sie sind total durchgeknallt. Ohne Worte.

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  23. Nihilist schreibt:

    Das Problem ist eben immer die Sucht. Jede Droge mach abhängig, ob physisch oder psychish ist egal.

    Die Prohibition und die Folgen lagen meines Erachtens daran, das VORHER genügen Menschen von der Droge Alkohol abhängig waren. Deren Sucht wurde dann bedient, illegal.

    Also dann eine „Stellungnahme“ von mir in Form einer Erörterung:

    Die Realität des Lebens ist für viele Menschen nicht zu ertragen. Als Ausweg wird das Konsumieren von Drogen, welche für kurze Zeit die Flucht vor dem normalen Wahrnehmungen ermöglicht, benutzt.

    Ein Argument der Befürworter der Freigabe von Drogen ist doch, dadurch würde die Beschaffungskriminalität verschwinden. Die Dealer würden dadurch um ihre Einnahmequelle gebracht. Auch würden Drogendealer neben den „weichen Drogen“ andere, härtere Drogen anbieten, das würde entfallen. Es würde somit der Einstieg in „härtere Drogen“ erschwert werden.

    Ich befürchte dagegen, wenn die „weichen Drogen“ freigegeben werden, ist der Reiz des Verbotes nicht mehr gegeben. Und dieser Reiz ist meines Erachtens durchaus als Auslöser zu sehen. Mein Glück war, mir wurde das Rauchen (Tabak) und Trinken (Alkohol) nie verboten. Denn in meiner Familie wurde beides konsumiert. Ich dagegen wollte nicht so sein und habe nie angefangen, denn um sich von den „Alten“ zu distanzieren, greifen viele mal zu, wenn ihnen Drogen angeboten werden. Ich distanzierte mich durch die Verweigerung jeglicher Art von Drogen.

    Auch denke ich, wenn Drogen jederzeit frei verfügbar sind, liegt darin die Gefahr der Gewöhnung. Das wiederum würde vermutlich dazu führen das immer härtere Drogen oder eben eine höhere Dosis konsumiert würden. Und da „nur“ weiche Drogen legalisiert wären, würde nun der Markt der „harten Drogen“ doch nur wieder eine Beschaffungskriminalität bewirken.

    Meiner Meinung nach brauchen nur „schwache“ Menschen Drogen. Mein Hauptargument gegen Drogen ist der Realitätsverlust der Konsumenten. Nicht die Flucht in eine wie auch immer geartete Abhängigkeit des Süchtigen, sondern die Auseinandersetzung mit den unbequemen Realitäten ermöglicht einen „Reifeprozess“. Wenn ich vor der Realität fliehe, indem ich mich in eine „Scheinwelt“ der Drogenauswirkungen begebe, bleibt alles wie bisher.

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  24. InitiativGruppe schreibt:

    Also auch Bayer meint (analog zu Madrasa of Time), der Islam müsse vollständig VERNICHTET werden? 1,5 Millionen Muslime = 1,5 Millionen Wahnsinnige. Etcetera.

    Ja, da bleiben einem die Worte im Halse stecken …

    Genova68, siehst du, du hast auch einen von diesen „Knallköppen“ hier.

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  25. Apostata schreibt:

    Lieber Bayer,

    „Aus moralischer Sicht aber kein guter Ansatz, oder?“

    Aus moralischer Sicht (Deiner moralischen Sicht, wohlgemerkt) jemandem den Konsum von irgendetwas verbieten zu wollen, halte ich für vermessen.
    Du scheinst der Meinung zu sein, dass Drogen allesamt abzulehnen sind und geächtet gehören, dass man bereits den „Einstieg“ verhindern müsse. Die Menschen haben sich aber immer – in jeder Gesellschaft und zu allen Zeiten – ihre kleinen und auch großen Fluchten aus der Realität verschafft. Wenn man es schaffen würde, Produktion und Vertrieb aller gängigen Drogen effektiv zu unterbinden, würden die Leute eben anfangen Pilze zu essen oder Klebstoff zu schnüffeln.

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  26. genova68 schreibt:

    Apostata und M. gehen das Thema von der, besser gesagt: von einer richtigen Seite her an. Einig sind sich interessanterweise alle darin, dass bei einer Drogenfreigabe Kriminalität eingedämmt würde. Harte Drogen vielleicht auf Rezept an Abhängige, das würde ich auch nicht so locker sehen wie Hannes.

    Ansonsten läuft die Diskussion hier in Teilen merkwürdig, offenbar noch Christiane-F.-geschädigt. Dass Kiffen grundsätzlich schlimm sein soll, ist schon eine abenteuerliche These von Leuten, die ihr Wissen aus diesem Film und ähnlichen Konstellationen beziehen. Drogen sind des Teufels und wir alle sollen bitte dauernüchtern sein, am besten schön effizient im Dienste des Kapitals. Das hat schon etwas zu tun mit der neoliberalen Logik der Dauerverfügbarkeit über Menschen, die bitteschön immer auf dem Sprung sein sollen. Ausklinken ist demnach Versagen, was hier noch ganz billig moralisch aufgeladen wird. Man darf also nicht vor der „Realität flüchten“, nicht mal einen Abend lang. Das sind im Neoliberalismus eingeübte Praktiken, kein Zweifel. Man sieht auch hier, wie erfolgreich diese Ideologie ist.

    Skurril ist auch das Argument mit dem „schwachen Menschen“, der Drogen braucht. Hier tritt zu dem moralinsauren noch ein menschlich abwertendes, was ja nur zur Aufwertung der eigenen Person führen soll: Seht her, ich bin drogenfrei und somit ein starker Mensch. Was ist eigentlich ein schwacher Mensch?

    Dass Drogen „abhängig“ machen, ist auch so ein Argument, dass sich aus schlauen Dokumentationen speist, aber keinerlei Authentizität besitzt. Der Mensch ist von allem möglichen abhängig, das Ideal wäre also die totale Unabhängigkeit, oder? Ich empfehle den bewussteren Gebrauch von Begriffen, nicht alles nachplappern, was einem von erfahrungsfreien Moralaposteln so vorgesetzt wird.

    Dass Drogen ein Genussmittel sind oder sein sollten, wird hier fast gänzlich ausgeklammert. Dass es zu sehr angenehmen Bewusstseinsveränderungen kommt, ebenfalls. (Die Frage, ob Bier oder Cannabis, ist da doch zweitrangig.) Dass Drogen in manchen Lebenssituationen helfen können, darf man wohl gar nicht mehr erwähnen, sonst ist man ja ein schwacher Mensch, und wer will das schon sein? Dass Drogen auch schlicht ein Kulturgut sind, spielt auch keine Rolle.

    Man muss sich das mal vorstellen: In diesem Land stürmen einem Bullen den Privatbalkon, weil man dort eine Nutzpflanze anbaut. Natürlich im Dienste der Volksgesundheit und der Realitäten und der starken Menschen und der Moral. Prost.

    P.S.: IG, dreimal darfst du raten, wer sich hinter „Bayer“ verbirgt. Ich lösche ihn bislang nicht, weil er mir leid tut. Trotz seiner inständigen Beteuerungen, hier nicht mehr auzutauchen, kann er es nicht lassen. Es ist pathologisch. Aber als Beobachungsobjekt ist er ganz interessant: So wie er vom Islam keine Ahnung hat, hat er von Cannabis keine Ahnung. Er erfindet in beiden Fällen irgendwelche Geschichten, um von seinem Klonsein abzulenken und authentisch zu wirken. Böse Türken und narkotisierte Arbeitskollegen. Bloß keine Erfahrungen machen.

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  27. hanneswurst schreibt:

    @genova: Wenn Ihr den Bayern nicht füttert oder wenigstens auf die Teile seiner Postings stur nicht eingeht, die nicht zur Diskussion beitragen, dann erledigt sich das Problem erfahrungsgemäß von selber.

    Dass zum Beispiel Cannabis auch einfach nur ein Genussmittel sein kann, ist richtig. Cannabis kann jedoch ebenfalls schwerwiegende Persönlichkeitsstörungen fördern. Cannabis kann meiner Erfahrung nach einen Menschen stark und nachhaltig verändern. Die Risiken würde ich – genauso wenig wie beim Alkohol – nicht kleinreden. Der Staat sollte es sich zur Aufgabe machen, darüber möglichst neutral aufzuklären. Ob er sich den Risiken aussetzt, muss ein erwachsener Mensch dann selber entscheiden – ohne Kriminalisierungsgefahr, ohne sich unter Menschen begeben zu müssen die er sonst meiden würde, ohne die Gefahr (gefährlich) schlechten Stoff zu kaufen.

    Ich halte es für die falsche Argumentation immer wieder die Ungefährlichkeit bestimmter Drogen hervorzuheben. Auch mit einer Heroinsucht kann ein Mensch alt und glücklich werden, wenn der Stoff rein ist und der Konsument nicht zur Beschaffungskriminalität gezwungen ist. Aber das glaubt in der bürgerlichen Gesellschaft sowieso niemand.

    Deswegen finde ich das Recht auf Autonomie in Belangen die fast ausschließlich das Subjekt selber betreffen argumentativ sinnvoller. Eine Art Umkehr der Beweislast: der Staat soll mir beweisen, dass ich dem Staat schade, wenn ich kiffe. Wenn ich vollgedröhnt Auto, dann muss ich schon damit rechnen, dass der Staat begründete Einwände hat. Wenn ich es zuhause tue, dann soll der Staat gefälligst seine VERDAMMTE PATERNALISTISCHE SCHEISSHALTUNG AUFGEBEN.

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  28. genova68 schreibt:

    Hannes,
    wir sind da ja nicht weit auseinander. Natürlich können Drogen gefährlich sein, das wollte ich auch nicht kleinreden. Interessant, was Wikipedia zur Kriminalisierung von Heroin schreibt:

    „Der Hauptgrund für die Illegalisierung von Heroin ist jedoch bei der damaligen (1910) Stigmatisierung chinesischer Einwanderer zu finden, die häufig Opium rauchten und später auch Heroin konsumierten. Dadurch wurden diese Substanzen vermutlich mit den ohnehin unliebsamen Chinesen assoziiert…“

    http://de.wikipedia.org/wiki/Heroin

    Ich würde aber schon einen Unterschied zwischen einem Joint und Heroin machen. Bei letzterem bist zu zur weiteren Einnahme gewzungen, wenn du dir den körperlichen Horror des Entzugs ersparen willst. Ich habe mich vor eine Weile mit ein paar ca. 60jährigen Junkies unterhalten. Die beklagten den gestreckten Stoff und die Illegalität, weswegen sie auch in Apotheken einbrechen usw. Die argumentierten ähnlich wie du, allerdings sagten die nicht, dass es eigentlich total toll sei, Heroin zu konsumieren. Das war bei denen, wenn ich das richtig verstanden habe, schlicht die Angst vorm Entzug. Und es ist ein Unterschied, ob ich wegen Entzug alle zwölf Stunden Nachschub brauche oder die Möglichkeit habe, die Drogeneinnahme abseits dieser extremen Folgen (also bei weichen Drogen) selbst zu bestimmen – eine gewisse Selbstdisziplin vorausgesetzt.

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  29. Bayer schreibt:

    Keine Ahnung, was das soll.

    1. Es geht hier nicht um den Islam, sondern um das Thema Drogen bzw. die Ansichten der Grünen hierzu. Was „InitiativGruppe“ mit Vernichtung usw. meint, erschließt sich mir nicht. Offenbar ein Fall für den Doc.
    2. Kennen wir uns nicht, soweit ich weiss.
    3. Gefällt mir der Umgangston hier nicht.

    Auf Wiedersehen.

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  30. Bayer schreibt:

    Nachtrag:
    Man merkt Ihr Leutchen kifft zuviel :D
    Deshalb setzt Ihr Euch wohl auch für eine Legalisierung ein… nun wird alles klar. Bye bye.

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  31. genova68 schreibt:

    Julia Seeliger, grüne Politikerin und derzeit Redakteurin bei der taz, widerspricht ihrer Chefin auf überzeugende Art und nennt Künast eine „Ökospießerin“, höhö. Lesenswert auch die Kommentare:

    „Auf einen Joint mit Renate Künast“

    http://www.taz.de/!75477/

    Interessant, wie schnell die Grünen verspießern, kaum ist ein Regierungsamt in greifbare Nähe gerückt. Analog zur neoliberalen Politik vor zehn Jahren im Bund.

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  32. meryemdeutschemuslima schreibt:

    Merkwürdig, wenn Drogenfreiheit ein pervertierter Freiheitsbegriff ist, aber Drogenkonsum Verweigerung von kapitalistisch-gewünschter ständiger Verfügbarkeit. Da würde ich mich also im Extremfall ständig volldröhnen um meine antikapitalistische Haltung zu demonstrieren?
    Zum Cannabis: ich hab früher auch mal geglaubt, es sei relativ harmlos, außer was die Auswirkungen auf die Atmungsorgane angeht. Das ist aber nun mal nicht der Fall, wie jeder weiß, der mit Abhängigen arbeitet. Persönlichkeitsveränderungen wie Trägheit – klar, so jemand verweigert sich der Arbeitswelt ist also frei – Psychoserisiko: ganz klar gesteigert bei vermutlich vorhandener Anfälligkeit (wer weiß schon, ob er da vorbelastet ist?) – im Entzug massive Schlafstörungen und andere Beschwerden.
    Vermutlich gibt es dazu kaum Studien, hab mich diesbezüglich nicht umgetan und kann nur auf jahrelange Erfahrung verweisen.
    Natürlich ist sauberer Stoff „besser“ als gestreckter. Deshalb haben die Iraner auch gute Erfolge mit ihren Substituions- und Entzugsprogrammen (ja, die haben sie und zwar auf aktuellem Stand). Denn so nah an der Grenze zum Produktionsland ist der Stoff halt noch gut. Was den Beigebrauch vermindert und die Behandlung erleichtert.
    Wir hier mit unseren Polytoxikomanen sind dagegen so gut wie gescheitert. Substitution funktioniert nicht wie gewünscht, wegen des Beikonsums. Würde man die Standards anwenden, würde wohl kaum ein Süchtiger die Kriterien für Substution erfüllen. Und frei werden die Leute davon auch nicht, wenn man sich die Existenzen anschaut. Ganz wenige schaffen den Absprung in ein bürgerliches Leben. Aber wenn das dann gar nicht erwünscht ist, weil kapitalismusfreundlich, dann dürfen sie ja gerne „frei“ ihr Leben zwischen Arztbesuch, Biereinkauf, Cannabis- und Pillendealersuche gestalten.
    Mir ist schon klar, dass ich hier nicht über Gelegeheitskonsumenten rede, die es natürlich auch gibt. Aber soll man etwas anpreisen, das die Gefahr solcher Erkrankungen in sich birgt?

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  33. genova68 schreibt:

    Meryem,
    wir haben da offensichtlich unterschiedliche Perspektiven. Du als jemand, die Drogenabhängigen hilft, ich als Gelegenheitskiffer, der die angenehmen Effekte dieser Droge schätzt, so wie ich auch ein Bier schätze.

    Du kommst offenbar nur mit den negativen Seiten von Drogen in Kontakt. Dennoch argumentierst du m.E. nicht so wirklich seriös. Von „Drogen anpreisen“ hat niemand geredet, und wenn es um die „Gefahr“ schwerer Erkrankungen geht, musst du, wie erwähnt, ziemlich viel verbieten. Der entscheidende Punkt ist aber: Du nimmst dir das Recht heraus, allen anderen vorschreiben zu wollen, was sie konsumieren und was nicht. Und das mit dem Hinweis, dass Cannabis abhängig machen kann. So stelle ich mir in der Tat keine Gesellschaft vor, die gerne von Freiheit redet.

    Eine mögliche Gefahr ist ein Argument, das heute gerne gebraucht wird, aber nur Ausdruck unserer angstbestimmten Zeit ist. Cannabis kann Psychosen erzeugen, ja. Ja und? Deshalb soll man Cannabis für alle verbieten. Alkohol macht manche Menschen aggressiv. Ja und? Deshalb Weinanbau verbieten und alle Brauereien schließen? Was ist das den für ein Gesellschaftsbild?

    Es geht nicht um anpreisen, sondern um die Erkenntnis, dass es Drogen schon immer gab und der Versuch des Verbots einfach das Feld der Illegalität mit allen Folgen erweitert. Vernünftige Aufklärung und Produktionskontrolle wären ein ehrlicher Versuch, dem Thema Drogen beizukommen.

    Du, Meryem, würdest dennnoch nicht arbeitslos, in der Tat. So ist das nunmal.

    Alkohol und Gefährlichkeit und Legalität: Jeder weiß, dass Alkohol gefährlich sein und abhängig machen kann. Dass Menschen alkoholabhängig werden, liegt nicht am Nichtwissen, sondern an allen möglichen gesellschaftlichen und individuellen Voraussetzungen.

    Was du zu Substitution schreibst, gilt vermutlich für Heroin. Das ist eine andere Nummer als Cannabis.

    Und das mit der kapitalistischen Verfügbarkeit: Ich meine, dass ein Grund für die gesellschaftliche Ablehnung von Cannabis der ist, dass Cannabis träge und relaxed macht und dass das schlecht mit dem neoliberalen Menschenbild zusammenpasst, wonach das Individuum eine Selbstvermarktungsmaschine ist, die allzeit bereit und aktiv sein soll.

    Freiheit von Drogen kann nur dann als Freiheit bezeichnet werden, wenn sie selbstgewählt ist. Vom Staat verordnete Freiheit in Form von Entzug ist Zwang.

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  34. InitiativGruppe schreibt:

    Ist die Flucht aus der Realität kein Problem?`(individuell und für die Gesellschaft?)

    Natürlich nicht, wenn es bei kleinen Fluchten bleibt. Die können entspannend, vergnüglich und sogar gelegentlich kreativitätsfördernd sein. Die gehören zum Menschsein wie das Tanzen und das Spielen.

    Aber über diese kleinen Fluchten (die nicht nur, aber auch mittels Alkohol, Cannabis, etc. unternommen werden) brauchen wir uns jetzt mal nur mit Renate Künast und denen zu streiten, die dafür seltsamerweise Alkohol und Tabak erlauben, aber Cannabis verbieten.

    Das eigentliche Problem sehe ich in den großen Fluchten, mit und ohne Drogen.

    Realität scheint generell nicht sehr beliebt, dafür aber um so mehr gefürchtet zu sein. Auch im Alltäglichen. Im Politischen sowieso.

    Für mich ist DAS das große Thema. Das beginnt bei meiner Person – ich hab mich selber immer in Verdacht, vor der einen oder anderen Realität und sogar vor der Realität insgesamt zu flüchten; das geht über die gesellschaftskritischen und politischen Betrachtungen der Realitätsflucht in unseren modernen Gesellschaften bis zu anthropologischen Überlegungen – ob da nicht vielleicht unsere „Natur“ einen „Fehler“ haben könnte.

    Die Realismusfrage direkt angewendet auf die Debatte hier: Hab ich sie angemessen (= „realistisch“) repräsentiert in meinem Hirn? Gibt es da nicht zuviel Leo-Ego im Blick auf das, was ihr (genova, meryem, hanneswurst, apostata, nihilist) geschrieben habt? Lenke ich nicht (destruktiv?) vom eigentlichen Thema in Genovas Artikel ab, wenn ich das Thema meinem Bedürfnis gemäß und meiner Vorstellung von Wichtigkeit gemäß zu erweitern versuche?

    Realitätskritischer Dialog mit mir selbst:

    „Mein Gott, Leo, wir reden hier über die grüne Spießerin Künast und über Cannabis, nicht über die Realitätsflucht!“ –
    – „Ich weiß. Aber Drogen haben nun mal mit Realitätsflucht zu tun, und mit dem Problem des Zuviel, wodurch Drogen dann dreifach schädlich werden: gesundheitlich, kriminalitätsbezogen und was die Fähigkeit betrifft, sich der Realität zu stellen. Zur Debatte kommt auch noch die Frage der individuellen Freiheit gegenüber Ansprüchen von Staat und Gesellschaft.“
    – „Mag ja sein. Trotzdem, du blähst das Thema auf. Das ist auch eine Form der Themaverfehlung.“
    – „Findest du? Ich denke, wir diskutieren über das Thema deshalb, weil wir es wichtig finden, und wir finden es wichtig, weil es in die Dimensionen hinaufreicht, von denen ich bevorzugt spreche. Auch die andern erweitern das Thema immer wieder mal auf die genannten Bereiche.“
    – „Wenn man, so wie du es gerne machst, sofort und total entschwebt in die Sphären der gesellschaftlichen und philosophischen Betrachtung sub specie aeternitatis, sieht man diejenigen nicht mehr so genau, die im wirklichen Leben ihr Gespräch führen. Du verlierst den Kontakt zu diesem Gespräch.“
    – „Das möchte ich natürlich nicht. Ich sehe schon, ich muss mal in mich gehen …“
    – „Mach das mal, und bedenke dabei, dass du jetzt über das Reden selbst und nicht über die Sache, von der wir hier reden, redest. Ist das nicht auch eine Flucht, ganz ohne Drogen, aus der Realität?“
    – „Zur Sache haben wir doch schon einigermaßen alles gesagt.“
    – „Aha! Was folgt daraus?“

    (Ich könnte das Selbstgespräch endlos fortführen, aber wie ich in einer früheren post schon gesagt habe: „Nichts zuviel!“)

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  35. hanneswurst schreibt:

    Zum Thema Realität verweise ich ausnahmsweise auf mein Wörterbuch:

    http://hanneswurst.wordpress.com/2011/06/17/wursts-philosophisches-worterbuch-realitat/

    Eskapismus kann auch mit Literatur- und Computerspielkonsum oder durch einen Wellness-Urlaub betrieben werden. Realität hat auch überhaupt nichts mit Natur oder Natürlichkeit zu tun, sondern viel mehr mit Alltag und Norm. Realität ist ein Konstrukt. Das ist natürlich nur meine Meinung, bei dem Thema scheiden sich bekanntermaßen die Geister.

    Richtig ist, dass Drogen, so wie tausend andere Dinge auch, die Wahrnehmung verändern können. Eine Droge, die einfach nur depressiv oder dumm macht, hat geringe Erfolgsaussichten. Es muss schon irgendetwas sein, was die Konsumenten so schätzen, dass sie auch das Risiko des Konsums auf sich nehmen. Das Märchen vom „süchtig nach dem ersten Schuss – Leben kaputt“ glaube ich nicht, Kompanien von Vietnam-Heimkehrern haben nach ihrer Rückkehr in die USA einen kalten Entzug durchgestanden. Natürlich kann eine Droge auch für den Selbstmord auf Raten benutzt werden. Diese Folgen auf sich zu nehmen liegt einzig und allein im Ermessen des mündigen und aufgeklärten Konsumenten.

    Die eigentliche Frage ist, was die grundsätzlich die Bedingung für die Möglichkeit eines staatlichen Verbots von bestimmten Handlungen sein soll.

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  36. Bayer schreibt:

    „wir haben da offensichtlich unterschiedliche Perspektiven. Du als jemand, die Drogenabhängigen hilft, ich als Gelegenheitskiffer…“

    Aha, da haben wir’s also. Jetzt wird klar, warum Sie so argumentieren (hatte bereits diesen Verdacht). Vereinfacht gesagt: Ein Säufer würde auch den Alk verteidigen, ein starker Raucher den Tabak, ein Spieler die Spielhallen usw. usf.

    Mit Kiffen haben sich schon sehr viele Leute ihr Leben kaputt gemacht. Genauso wie mit Alkohol, nur auf andere Weise. Diese Verharmlosung von „Gras“ ist skandalös. Ich kann nur alle davor warnen! Cannabis wirkt auf das zentrale Nevensystem und kann bei wiederholtem Konsum definitiv Psychosen auslösen. Das ist ein Fakt. Besser also gleich die Finger von dem Zeug lassen.

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  37. genova68 schreibt:

    Hannes,
    ja, so ist es.

    IG,
    auch diesen Beitrag finde ich sehr angenehm. Wer flieht vor der Realität, was ist das? Und wer schreibt einem vor, das nicht zu tun? Jeder Kinobesuch kann so gesehen als Realitätsflucht gedeutet werden. Dieses unbedingte Verbieten von allem, was nach einem gesetzten Standard nicht „vernünftig“ ist, blendet schlicht die Menschheitsgeschichte aus. Das kommt mir vor wie eine Idealisierung von Herrn Kaiser von der Humbug-Mülleimer. Immer adrett, immer mitten im Leben. Die Unterscheidung in große und kleine Fluchten finde ich auch sinnvoll, wo die Grenzen sind, kann man diskutieren. Aber nicht von vornherein alles verbieten.

    Und Bayer,
    du sorgst dich also um Cannabispsychosen. Hm. Ich weiß nicht, was deine Psychose ausgelöst hast, aber dass du nicht ganz dicht bist, ist offensichtlich und mittlerweile allgemein bekannt. Vor ein paar Monaten hast du mich noch per Mail angefleht, nicht die Polizei einzuschalten, als du in meinem Namen anderswo übelstes Zeug umhergepostest hast (u.a. wurde ich angeblich von einem Türken überfallen), und mir versprachst, hier nie wieder zu kommentieren. Jetzt bist du wieder die gesellschaftsbesorgte Dumpfbacke und überdies auch noch PI-Autor. Die Frage ist also nicht, ob du bekloppt bist, sondern warum. Ich weiß es nicht. Geh zum Arzt. Vielleicht hat es was mit fehlender Selbstachtung zu tun, sonst würdest du nicht immer wieder gegen eine Wand anrennen.

    Aber du hast ja recht:

    Mit Internetstalking haben sich schon sehr viele Leute ihr Leben kaputt gemacht. Genauso mit Alkohol, nur auf andere Weise. Diese Verharmlosung von „Internetstalking“ ist skandalös. Ich kann nur alle davor warnen! Internetstalking wirkt auf das zentrale Nervensystem und kann bei wiederholter Anwendung definitiv unangenehme Folgen haben. Das ist ein Fakt. Besser also gleich die Finger von exportabel lassen.

    Tschüssikowski

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  38. Bayer schreibt:

    Sind Sie verrückt geworden? Ich, ein Stalker? Ich kenne Sie doch überhaupt nicht! Außer hier, als „genova68“. Und ich habe Sie weder per E-Mail kontaktiert, noch in Ihrem Namen „übelstes Zeug umhergepostest“ – was soll dieser absurde Vorwurf? Wollen Sie mich verarschen?

    Ihre äußerst seltsame Antwort beweist, wie berechtigt meine Sorgen in Bezug auf angebliche „harmlose“ Drogen sind: Man kann sich den Verstand wegkiffen. Sehr traurig!

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  39. Bayer schreibt:

    Oh und keine Sorge: Ich werde Ihr Blog, wenn Sie das so sehr wünschen, nicht mehr betreten. Das ist mir dann auch irgendwie zu blöd bei solchen Verrücktheiten.

    Eine konstruktive, faktenorientierte Debatte zum Thema Drogen scheint hier sowieso nicht möglich zu sein (mit Ausnahme von meryemdeutschemuslima, die offensichtlich weiß, wovon sie spricht). Tschüss.

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  40. InitiativGruppe schreibt:

    Mal sehen, ob Bayer wieder kommt.
    Er ist süchtig, das merkt man, richtig exportabel-süchtig.

    Aber vielleicht nimmt er sich dann einen anderen Namen?

    Der Ton, den er hat, ist der von Redford. Ich hab auch dieses Gefühl, entweder ist er Redford oder ein Clon von Redford.

    Bayer, wenn Sie nicht Redford sein sollten, beklagen Sie sich bei Ihrem Zwillingsbruder!

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  41. Nihilist schreibt:

    J’accuse! – kann ich auch vortragen.

    Aber den Drogenkonsum kann man ja nicht ver-, sondern nur beklagen.

    Legale Drogen bringen dem Staat direkt Geld, illegale Drogen nur, wenn die Konsumenten oder Dealer erwischt werden. Die Raucher sind ja besonders angeschmiert. Ihrer Sucht können sie kaum entkommen, also der Erfolgsgrad ist ja gering, so werden sie ständig weiter mit Steuererhöhungen auf ihren Stoff bedacht.

    Aber nicht auf einmal, das würde ja dazu führen das doch einige den Weg aus ihrer Sucht suchen würden.

    Sex and Druggs and Rock and Roll –

    auf Druggs kann ich verzichten. Auf den Rest lieber nicht.

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  42. genova68 schreibt:

    Ja, sicher ist das Redford, kein Zweifel. Es gibt simple Mittel, das herauszufinden. Der Fall ist klinisch interessant. Vielleicht würde ein Joint helfen. Aber wir sollten das Thema Redford ruhen lassen.

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  43. hanneswurst schreibt:

    Jetzt haben die Grünen den Salat. Kaum fühlen Sie sich wohl im warmen, konservativen Mainstream, kommen die Kiffer und Proleten und machen sich über sie lustig:

    http://blog.rebellen.info/2011/08/22/renate-isst/

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  44. genova68 schreibt:

    Eine Bild-Homestory mit Künast, lese ich bei den blogrebellen. Es wird ja immer übler. Ist das Bild mit der Unterhose echt?

    Mir war die als Verbraucherschutzministerin richtig sympathisch. Die Grünen haben den Salat, aber sonst nichts mehr.

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  45. Apostata schreibt:

    Hm, das ist eher ein Interview bei BamS. Noch dazu vom 6. 2. 2011. Der Currywurst-Photoshop ist natürlich trotzdem albern, aber dafür kann Künast wohl nichts.
    Wenn man das Unterhosen-Bild bei Tumblr vergrößert, kann man auf dem Gummi „Pants to Poverty“ lesen – offenbar so eine Art Fair-Trade-Unterwäsche. Aber was ist denn das für ein dämlicher Markenname?

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  46. Apostata schreibt:

    Hoppla, das Kommentarsystem hat den Link zu Bild gefressen. Hier nochmal:
    http://www.bild.de/politik/2011/renate-kuenast/ich-bin-eine-quotenfrau-15847982.bild.html

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  47. genova68 schreibt:

    Danke für die Aufklärung, Apostata, hätte ich selbst erledigen sollen :D

    Die offenbar beiden einzigen Berliner Parteien, die sich für eine Legalisierung von Cannabis aussprechen, sind die Links- und die Piratenpartei.

    http://www.cannabis-clubs.de/piratenpartei-berlin-will-cannabis-social-clubs-13-08-2011

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  48. meryemdeutschemuslima schreibt:

    Ja manchmal hat man da Freunde, wo man es nicht erwartet, :-)
    Ich wäre auch ohne Suchtkranke nicht arbeitslos, darum müsste es diese nicht geben, damit ich meine Brötchen, äh Semmeln, verdienen kann. Die Diskussion über den Freiheitsbegriff hat mich noch beschäftigt. Denn das Argument, dass die Freiheit des Drogenkonsumenten die Verweigerung der gesellschaftlichen Verfügbarkeit ist – das ist leider auch die, mit der sich die Junkies ihre Existenz schönreden. Was sind wir doch für coole outlaws und die anderen für Spießer. Auf der anderen Seite: eine durch Zwang verordnete Freiheit geht natürlich nicht. Aber man sollte schon eine Gesellschaft anstreben, in der der Wunsch nach wirklicher Freiheit wächst. Deshalb bin ich dafür, Drogenkonsum zu erschweren und nicht zu vereinfachen. Was in dieser Gesellschaft kaum geschehen wird, denn beduselte Bürger sind dem Kapitalismus lieber, da sehe ich das komplett anders als Genoveva. Wobei man sich, wie ganz richtig beschrieben, auch mit anderen Sachen beduseln kann, RTL 2 und andere kulturelle Errungenschaften zum Beispiel.
    Da fällt mir auf, dass diese Fernsehsender gemeinsam mit den „Volksaktien“ in unser Leben getreten sind und wir seither Bö(r)sennachrichten serviert bekommen. Aber das führt jetzt vermutlich zu weit.

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  49. hanneswurst schreibt:

    Ich trete endgültig aus dem ADAC aus:

    http://www.bild.de/regional/duesseldorf/marihuana/hier-raeumt-der-adac-eine-hasch-fabrik-19534662.bild.html

    (Tatsächlich wieder nur ein Beispiel dafür, wie „Bild“ sich hahnebüchene Überschriften konstruiert.)

    Ich hoffe, das beeinflusst die Versorgung in Berlin nicht, Genoveva.

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  50. genova68 schreibt:

    Meryem,
    was ist „wirkliche Freiheit“. Wer entscheidet das? Für mich ist wirkliche Freiheit, als möglichst freier Mensch (in vielen Beziehungen) mir selbst bestimmen, was wirkliche Freiheit für mich bedeutet. Und Drogenkonsum erschweren hat doch auch was mit Zwang zu tun, oder? Zumal es eh nicht klappen wird, Cannabisanbau und -konsum zu unterbinden. Da kann der ADAC machen, was er will. Das Zeug wird dann eben noch mehr gestreckt, mit allen negativen Folgen.

    Ob dem Kapitalismus beduselte Bürger lieber sind, weiß ich nicht. Eine schwierige Frage. Für meine Antwort ist das aber eigentlich egal. Vielleicht sollten wir hier doch stärker zwischen harten und weichen Drogen unterscheiden. Freigabe von Heroin etc. ist ziemlich problematisch, da führt auch Hannes´ libertärer Ansatz nicht wirklich weiter. Du kannst zwar bestreiten, dass der Entzug so schlimm ist, aber nach dem, was ich höre, geht es bei denen doch schlicht darum, alle zwölf Stunden Nachschub zu bekommen, um den Affen abzuwenden, weniger des Rausches wegen. Und zwar bei allen Heroinisten. Oder gibt es Gelegenheitsjunkies?

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  51. Nihilist schreibt:

    Dann noch einen Link:

    http://www.heise.de/tp/blogs/3/150355

    Ist das häufige Kiffen nach der jüngsten Studie also rehabilitiert? Eher nicht. Zum einen hat die Inhalation von verbrannten Pflanzenteilen nachgewiesen schädliche Auswirkungen auf die Lunge. Das ist bei Cannabis nicht viel anders als bei Tabak. Das Anbauverbot führt zur Herstellung von zwar THC-reichem, aber mit Bakterien und Schimmelpilzen kontaminiertem Gras. Stichproben des von der Universität Leiden 2005 analysierten Coffeeshop-Gras‘ waren durch die Bank weg verunreinigt. Zum anderen: Die australische Untersuchung bezog Erwachsene im Alter über 22 Jahren ein. Wie das Gehirn Heranwachsender auf häufigen Konsum reagiert, ist hier nicht untersucht worden. Die beste Übersicht bietet hierzu immer noch die Arbeit von Leslie Iversen. Danach kann man nur zur Vorsicht raten, weil irreversible Schäden zwar unwahrscheinlich, aber möglich sind.

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  52. genova68 schreibt:

    Danke für den Link. Ja, ein eindeutiges Plädoyer für eine Legalisierung. Erst die Illegalität bringt die Gefahren mit sich. Und das Argument, dass Jugendliche nicht kiffen sollen, ist ja richtig, ist aber keines für ein Verbot von Cannabis.

    Es fällt immer wieder auf, dass die Verbotsbefürworter in erster Linie darauf aus sind, anderen etwas zu verbieten, nur weil sie es selbst nicht konsumieren.

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  53. Nihilist schreibt:

    OK, dann mal einen Vergleich. Die Prügelstrafe wurde abgeschafft, nicht in allen Ländern, und in manchen wie Großbrittanien erst spät, weil es Menschen gab, die von sich aus nicht verprügelt haben.

    Nach Ihren Worten müsste das nur deshalb verboten worden sein, weil die „Gegner“ es nicht „konsumiert“ haben. Dürften nun die Anhänger der Prügelstrafe deswegen doch weiter diesem „Laster“ nachgehen?

    Ja, ein etwas weit hergeholter Vergleich, aber er hinkt nicht, sondern zeigt ein generelles Problem. Ich hätte auch Inzest oder andere Dinge als Vergleich benutzen können.

    So ist das eben, es gibt fast immer Pro und Kontra. Nur, danke Kant, wenn alle Menschen nun ihren Süchten das Feld überlassen würden, kann es eben nicht als allgemeines Vorbild angesehen werden. So könnten eben nicht alle Menschen leben. (Eine Kritik der reinen Vernunft von mir – grins)

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  54. genova68 schreibt:

    Nihilist,
    du siehst keine Unterschied, ob ich ein Kind verprügele oder einen Joint rauche? Bitte denken vor dem tippen. Da hilft auch kein Verweis auf Kant.

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  55. Nihilist schreibt:

    Ich habe nur EINEN Vergleich benutzt, wie geschrieben, ich hätte auch andere Vergleiche heranziehen können. Und wer sein Kind schlägt, hat ja auch immer die Ausrede, ein Klaps hat doch noch nie geschadet. So wie die Kiffer meinen, ein Joint so gelegentlich schadet doch niemanden. Wo liegt da ein erheblicher Unterschied in der Begründung für sein Handeln? Also für mich liegt der Unterschied nur marginal in der Schwere meiner moralischen Verurteilung.

    So wie ich es für falsch halte, Gewalt an sich anzuwenden, so halte ich es auch für falsch, jedwede Art von Drogen zu konsumieren.

    Jede Art von Abhängigkeit, eine Sucht eben, kann zu gewissen Handlungen führen, zum Beispiel Beschaffungskriminalität, und es gibt meines Erachtens nur falsche oder richtige Taten.

    Entdecke ich nun eine kognitive Dissonanz bei Ihnen? Oder auch ein unter dem Namen – Dissonanzreduktion – bekanntes Verhalten. Ist Ihr Motto: Was ICH mache und tue ist ja nicht so schlimm. Ich rauche nur ab und zu einen Joint, ich saufe ja nicht, ich bin ja nicht süchtig sondern kann jederzeit aufhören, wenn ich will, und so weiter? Da halte ich die Leute für ehrlicher, die zugeben, nicht aufhören zu können. Und jeder trockene Alkoholiker hat meinen Respekt für seine Leistung. Diese Personen achte ich höher als einen Gelegenheitskiffer. Sorry, so bin ich eben.

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  56. meryemdeutschemuslima schreibt:

    Sorry, ich hab das hier eine Weile aus den Augen verloren. Heroinabhängige brauchen öfters als alle 12 Stunden ihren Schuß, eher 4-6 Std. Es gibt aber kaum noch Leute, die nur Heroin konsumieren, Regel ist heute Polytoxikomanie mit wilden Mischungen zu denen eigentlich immer Alkohol und Cannabis und Kokain gehören, plus Methadon o.ä. vom Schwarzmarkt und diverse Pillen und synthetische Drogen, Pilze und andere Halluzinogene.
    Gelegenheitskonsumenten von Heroin gibt es schon, aber sehr selten. Man kann das Zeug auch rauchen, das machen viele am Anfang, bis es zu teuer wird, da man mehr braucht.
    Die Polytoxikomanie erschwert den Entzug allgemein und auch die Folgen des Konsums. Das Arbeiten mit Drogenabhängigen ist sehr viel härter geworden, das Aggressionspotential enorm. Ich bin ganz froh, dass ich gerade in Rente bin und ich weiß nicht, ob ich nochmal in den Bereich zurückkehren möchte.
    Ein Entzug nur von sauberem Heroin ist in der Tat kürzer und halb so schlimm (wenn überhaupt) als der von allem anderen Kram, Cannabis inklusive und Alkohol erst recht. Ich rede jetzt vom körperlichen Entzug, der Kopf macht natürlich je nach Konsumdauer und Lebenssituation mehr Probleme. Aber auch da kommt man mit einem Suchtmittel besser davon als mit mehreren. Auch wenn man nach langer Substitutionsbehandlung entziehen will ist das die Härte, das kann sich kaum einer vorstellen, der es nicht miterlebt hat.Weshalb ich auch von großzügiger Substitution nicht so viel halte. Ich finde es unverantwortlich junge Leute mit 18, die ein paar Jahre abhängig sind und noch nie eine Entgiftung gemacht haben, geschweige denn eine Therapie, zu substituieren und sei es auch mit den neueren verträglicheren Präparaten. Auch das hält sie in Abhängigkeit von Ärzten, von Ämtern, sie können nicht unbefangen verreisen usw. usw.

    Ja über den Freiheitsbegriff werden wir uns nicht einig werden, ich kann über Deinen wohl genauso den Kopf schütteln wie Du über meinen.
    Allerdings bin ich sicher, dass meine Meinung zum Kapitalismus und beduselten Bürgern, denen „Freiheit“ suggeriert wird richtig ist – braucht man die Augen nur aufmachen, aber naja, man kann es vermutlich auch andersrum betrachten, ich halte das für Selbstbetrug.

    Wir brauchen jedenfalls nicht mehr sondern weniger Drogen.

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  57. genova68 schreibt:

    Nihilist,
    der Vergleich ist und bleibt absurd. Ob ich mir einen Schaden antue oder einer anderen Person und auch noch einem Kind, ist ein qualitativer Unterschied. Du verwechselst ständig die Ebenen. Wir diskutieren hier über Gesetzgebung. Da ist es, mit Verlaub, völlig unerheblich, wen du eher respektierst und wen du höher achtest als andere und ob du nun mal so bist. Das ist Gesinnungstyrannei. Es geht hier nicht darum, was man in deinem Wohnzimmer darf und was nicht. Gegen Tyrannenherrschaft bist du doch angeblich. Dann fang am besten bei dir an. Um das ganz deutlich zu sagen: Ich fordere eine Legalisierung von Cannabis, damit jeder selbst entscheiden kann, ob er kifft oder nicht. Ich zwinge dich nicht zu kiffen. Du jedoch zwingst alle erwachsenen Menschen, die kiffen wollen, zu illegalem und risikoreichem Verhalten. Nur, weil du nicht selbst kiffst und weil du „eben so bist“. Mahlzeit.

    Meryem,
    „Ein Entzug nur von sauberem Heroin ist in der Tat kürzer und halb so schlimm (wenn überhaupt) als der von allem anderen Kram“

    Interessant, das spräche ja für eine Legalsierung von Heroin :-)

    „Wir brauchen jedenfalls nicht mehr sondern weniger Drogen.“

    Genau mit solchen Sätzen habe ich Probleme, weil du ein „wir“ voraussetzt, das es gar nicht gibt. Wer ist das? Wer entscheidet, was „wir“ brauchen? Du? Ich halte es für realistischer, dem Einzelnen die Entscheidung zu überlassen, ob er einen Joint raucht oder nicht. Zum einen, weil ich das eh nicht unterbinden kann (Cannabis gedeiht selbst in Norddeutschland, und das will was heißen), zum anderen, weil ich die Entscheidung des Einzelnen respektiere, solange er nicht andere schädigt. Der Staat hat den einen sozialverträglichen Rahmen vorzugeben (Kontrolle über Qualität, Handelsmonopol, Steuererhebung, Aufklrärungspflicht, Grenzwerte).

    Deine Erfahrungen mit Drogenabhängigen hast du übrigens ausschließlich in einem Umfeld gemacht, in dem alle diese Drogen illegal seit zig Jahren sind. Offenbar führte das nicht zu den von dir angestrebten besseren Verhältnissen.

    In Bezug auf Künast ging es außerdem nur um Cannabis und Marihuana.

    Und zum Schluss nochmal deutlich: Die Gegner der Legalisierung mischen sich in die Angelegenheiten anderer ein, die Befürworter tun das nicht.

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  58. Nihilist schreibt:

    Tja, Süchtige werden ihr Verhalten immer beschönigen. Dissonanzreduktion eben.

    Nur so lange diese Methode funktioniert, kommt man klar. Aber wehe, das fuktioniert nicht mehr. Süchtige darf man nicht in ihrer Sucht unterstützen. So lange der Leidensdruck nicht groß genug ist, so lange wird am Verhalten auch nichts geändert. Und so lange funktioniert eben auch die Dissonanzreduktion. Also, Hilfe zur Beendung der Sucht zur Verfügung stellen, OK, aber keine Hilfe zur Suchterfüllung. Eine Freigabe wäre eine Hilfe zur Suchterfüllung.

    So einfach ist das, alle Gegenargumente dienen nur der eigenen Suchterfüllung.

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  59. genova68 schreibt:

    Nihilist,
    wie schön, dass du dich so selbstlos um mich Süchtigen kümmerst. Danke dafür.

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  60. Nihilist schreibt:

    Nicht ganz selbstlos – ich hatte in der Verwandschaft Personen mit Suchtproblemen – zwar „nur“ Alkohol – und was in dem Zusammenhang alles so geschehen ist, im Suff wurde Frau und Kind misshandelt, hat meine Ansicht eben dahingehend geändert. Die konsequente Ablehnung von Drogen ist das Ergebnis.

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  61. meryemdeutschemuslima schreibt:

    Naja, auch mit der Einmischung in die Angelegenheiten anderer kann man anderer Meinung sein, weil auch Suchtkranke nicht alleine auf der Welt sind. Ich bin übrigens sehr für Substitution mit Heroin/Diamorphin, da wo es angebracht ist, eben weil die anderen Mittel viel schwerer wieder loszuwerden sind, weshalb es so viele nicht schaffen.
    Nun ja, in der Diskussion kann man sich im Kreis drehen, ich hab glaub ich nichts Neues beizutragen.

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  62. hanneswurst schreibt:

    Zu Autonomie gehört übrigens auch, dass es armen Schluckern erlaubt ist, ihre letzten Alko-Euros in die Gauselmann-Plättautomaten zu werfen, vor denen sie wie die hypnotisierten Kaninchen jede mögliche Minute verbringen, meist in Tagträumen darüber versunken, wie die Logik der Maschine zu schlagen wäre oder welche Regeln es für eine saftige Ausschüttungschance gibt (die unter 60% liegt). Ich habe noch keinen Drogensüchtigen getroffen, der ein Verbot von Drogen gefordert hat AUSSER den Spielsüchtigen, die in den Bundesverdienstkreuzträger-Gauselmann-Verbrecher-Hallen ihres Daseins fristen. Der Spielsüchtige sagt selber, dass er Opfer ist und dass er sich von Staat + Gauselmann stumpf die Euros aus den Rippen schneiden lässt, wie Vieh auf dem Schlachthof. Wie grauenhaft das ist, erfährt man erst, wenn man wie ich von dieser Sucht betroffen war und die anderen armen Schlucker getroffen hat.

    Dennoch plädiere ich auch bei dieser Droge nicht für ein Verbot, sondern für eine bessere Aufklärung und erschwerten Zugang (ich war im Alter von 16 bis 19 Jahren spielsüchtig, schon das zeigt den überaus großzügigen Umgang des Staats mit den finsteren Gauselmännern).

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  63. genova68 schreibt:

    Das ist in Berlin gerade ein großes Thema, die Spielhöllen schießen wie Unkraut aus dem Boden. Ich tippe aber auf Geldwäsche.

    Kann man denn deiner Einschätzung nach „vernünftig“ spielen, HannesWurst? So wie das Glaserl Wein am Abend?

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  64. hanneswurst schreibt:

    Das ist sicherlich möglich, so wie es auch Leute gibt, die sich nur am Feiertag einen Schuss setzen. Das Gros der Leute die in den Gauselmann-Höllen abhängt besteht jedoch aus Süchtigen.

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  65. Nihilist schreibt:

    Ok, dann eines noch:
    Es ist leichter eine Begierde zu entsagen, als in ihr Maß zu halten.
    frei nach Nietsche.

    Wo, wie und wann fängt eine Sucht an? Mit dem ersten Konsum? Drogen sind ja nur ein Bruchteil der Suchtmöglichkeiten. Aber eben die gefährlichsten Ursachen.

    Frei nach Sokrates – Es ist erstaunlich wieviele Dinge es gibt, derer ich nicht bedarf. Drogen sind nun einmal eines der Dinge, die kein gesunder Mensch bedarf. Sie sind ein Mittel der Realitätsflucht.

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  66. genova68 schreibt:

    Nihilist,
    bei deinem selbstgerechten Geschreibsel wird mir so langsam übel. Da hilft auch kein Zitieren von Sokrates.

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  67. genova68 schreibt:

    Wow! Die Linkspartei will Legalisierung aller Drogen:

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,793332,00.html

    Gratuliere!

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  68. hanneswurst schreibt:

    Ich nehme an, die Linkspartei möchte ungefähr das durchsetzen, was in Portugal seit 10 Jahren Praxis ist:

    http://www.heise.de/tp/artikel/34/34857/1.html

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  69. genova68 schreibt:

    Danke, interessanter Bericht. Wenn ich das aber richtig sehe, wird weder in Portugal noch in Tschechien und auch nicht in Holland das Problem der Qualität des Stoffes angegangen. Es wird nur nicht mehr unter Strafe gestellt, zu konsumieren. Der Anbau bzw. die Produktion ist nach wie vor nicht erlaubt. Das ist ja das eigentlich Absurde. Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass.

    Insofern hoffe ich, dass die Linkspartei da einen Schritt weiter gehen will.

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