be Berlin: Ich engagiere mich für meine Stadt!

„Berlin ist eine einmalige Stadt: kreativ, lebendig und immer in Bewegung. Die Spreemetropole überzeugt durch ihr lebendiges Kultur- und Stadtleben, als hochkarätiger Forschungs- und Wissenschaftsstandort und als florierender Standort einer jungen, zukunftsorientierten Industrie. Das Herz der Stadt sind jedoch die Berlinerinnen und Berliner selbst.“

Das sagt be Berlin, die „Hauptstadtkampagne“. Ich als eifriger Berliner möchte diese Kampagne meiner Stadt unterstützen und habe mich deshalb mit meinem Fotoapparat ein bisschen umgeschaut in der lebendigen, kreativen und bewegenden Metropole voller Berlinerinnen und Berliner.

Die Ergebnisse erheben den Anspruch auf Repräsentativität und dürfen von der Kampagnenleitung gerne verwendet werden.

Oder, um aus dem Vorspann einer Rubrik der deutschen bauzeitung zu zitieren:

„Städte werden vor allem von Bauten geprägt, die nicht in Architekturzeitschriften veröffentlicht werden. Dadurch entsteht auf dem Papier ein geschöntes Bild der Wirklichkeit. Um das wieder etwas geradezurücken, wird auf dieser Seite gezeigt, wie der Alltag wirklich aussieht.“

Bitte sehr:

Ich bin zuversichtlich, dass meine Fotos demnächst in den vielen informativen Stadtführern zu finden sind. Der Berlin-Besucher will ja wissen, woran er ist.

(Fotos: genova 2011)

Dieser Beitrag wurde unter Alltagskultur, Berlin, Fotografie, Städte abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

9 Antworten zu be Berlin: Ich engagiere mich für meine Stadt!

  1. derblindehund schreibt:

    Unverwechselbar. Dieses Hinweisschild Richtigung Schöneberger Autobahn gibt es so nur einmal in der Welt. Was für eine Stadt.

    dbH

    Liken

  2. genova68 schreibt:

    :-)

    Wobei ich genau diesen Eindruck der Unverwechselbarkeit vermeiden wollte. Mir ging es in der Serie um den anonymen suburban sprawl, den man in Berlin außerhalb des S-Bahnrings findet, besonders deutlich im Süden der Stadt. Locker bebaut, breite Straßen, wenige Menschen, überall Unkraut, sehr anonym, sehr unwohnlich, weder Stadt noch Land, keinerlei Aufenthaltsqualitäten, eigentlich ganz interessant. Insofern denke man sich das Bild mit dem Schöneberg-Hinweis bitte weg ;-) Außerdem kämen die Bilder wohl besser bei grauem Himmel. Da gehe ich aber nicht so gern raus.

    Liken

  3. InitiativGruppe schreibt:

    Was denken sich die Stadtplaner, die sowas als ganz selbstverständlich zulassen und planen?
    Der Mensch ist, außer Haus, ein Autofahrer und ein Konsument. Alles andere ist zweitrangig.

    Andererseits …
    Vor knapp 30 Jahren haben wir mal in meinem Stadtviertel ca. 15 türkischen Schülern, die allesamt noch nicht lange in Deutschland waren, Kameras in die Hand gedrückt. Aufgabe: Suche und fotografiere hier in Sendling
    a) etwas, das dir besonders gut gefällt,
    b) etwas, das dir gar nicht gut gefällt.
    Das Resultat wollten wir dann in einer kleinen lokalen Ausstellung zeigen.

    Das Resultat war … na ja, alle die Fotos, die du da oben hast, wären unter die Rubrik „a) etwas, das mir besonders gut gefällt“, geraten. Und alles, was MIR in Sendling gefallen hat – kleine zufällige Biotope, Stellen, die rund und ungewöhnlich sind, Überreste der alten Welt — das war b).

    Damals, vor 30 Jahren, war die Türkei noch Dritte Welt, und die Kinder hatten halt einen entsprechenden Stadt-Geschmack. Die Stadtplaner von heute und, wie es scheint, die Bürger, die Politiker wählen, die solche Stadtplanung betreiben lassen, sind vielleicht in dieser Dritte-Welt-Phase stecken geblieben. Oder wie kommt es, dass so vielen Leuten das Monotone, Langweilige, Tote, Leere, Endlos-Wiederholte, Nichtssagende, Aseptische, Stromlinienförmige … gefällt?
    Oder gefällt es ihnen etwa gar nicht, gefällt es nur – dem Geld?

    Liken

  4. genova68 schreibt:

    IG,
    danke für die Schilderung dieses Fotowettbewerbs. Der trifft es ganz gut, und zeigt, weshalb ich kein Interesse habe daran, die Stadtplaner von damals auf eine schwarze Liste zu setzen. Es war eine andere Zeit, mit allen Implikationen. Ärgerlich ist doch eher, dass Wowereit auch im Jahr 2011 die Stadtautobahn durch Berlin weiterbauen will, mit dem Abriss vieler Häuser und Schrebergärten verbunden. Dank Linke und Grüne wird es dazu wohl nicht kommen.

    Im Süden Berlins sieht es an unglaublich vielen Stellen so aus wie auf den Fotos. Man könnte beliebig viele knipsen. Eine Stadt, die nur aus Straßen und Grünzeug besteht. Keine Häuser, keine Menschen, nur „Natur“ und automobile Infrastruktur. Man fragt sich willkürlich, wozu diese Infrastruktur dient, wenn es doch gar keine Menschen gibt, die sie nutzen. Dass die Straßen so leer sind, ist kein Zufall. Es ist dies das ander Berlin, das in keinem Reiseführer steht, aber wesentlich mehr Platz einnimmt als jenes.

    Liken

  5. B-like-Berlin schreibt:

    Die Soziologin Martina Löw (TU Darmstadt) formuliert in ihrem Buch ‘Soziologie der Städte’, 2008, u.a.:
    “Be Berlin” präsentiert sich in Wahrheit als eine gigantische Erziehungsmaßnahme für seine Bürger, die gerade nicht versucht, die Eigenlogik der Stadt zu begreifen und die Potenziale des praktischen Wissens zu zu nutzen, sondern aufgrund ihrer Widersprüche und Teilungen unlösbare Aufforderungen formuliert.

    Liken

  6. der blinde Hund schreibt:

    Wobei mir zumindest unklar ist, was es heißen soll, „die Potenziale des praktischen Wissens zu nutzen“. Allerdings klingt es verdammt freaky und wird daher schon richtig sein.

    dbH

    PS: Schöne neue Mitte-Fotos, genova!

    Liken

  7. B-like-Berlin schreibt:

    Praktisches Wissen ist für mich das Gegenteil von theoretischem Wissen, oder wie ich bei einem Philosophie-Prof. gelesen habe: „Praktisches Wissen ist Wissen, was zu tun richtig ist und Wissen, wie man etwas richtig macht“.

    Vielleicht hätte sie auch einfach schreiben können, „die vorhandenen Erfahrungen nutzen“, hätte aber nicht so freaky geklungen.

    Liken

  8. genova68 schreibt:

    Schön, ich sehe gerade, dass Martina Löw mit anderen Worten das formuliert, was ich in dem jüngsten Kommentar zu dem anderen be-Berlin-Artikel geschrieben habe. :-) Nur, dass sie dieses be Berlin stärker auf die Berliner ausgerichtet sieht.

    Ja, schöne Mitte-Fotos, blinder Hund. Danke :-)

    Liken

  9. Pingback: Berliner Lokoschadenseiten | B like Berlin

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.