Ein Lob den Faulen

Zur Abwechslung mal was kritisches über mein geliebtes Vaterland.

Was Jakob Augstein im Spiegel schreibt, ist nicht neu, aber in einer Zeit, in der gerne behauptet wird, man dürfe jetzt nicht nachkarten, sondern müsse nach vorne schauen, notwendig:

Deutschland hat seine Löhne und seinen Lebensstandard rabiat gesenkt und sich dadurch Wettbewerbsvorteile verschafft. In Frankreich sind die Löhne in den vergangenen zehn Jahren um 14,5 Prozent gestiegen. In Deutschland sind sie um sieben Prozent gesunken. Es ist schon schlimm genug, dass die Deutschen zu dieser sonderbaren Selbstkasteiung bereit waren. Gewerkschaften, Sozialdemokraten und Medien haben hierzulande versagt, als es darum ging, die Interessen der Beschäftigten zu vertreten. Daran sind die Deutschen selber schuld. Aber es ist abwegig, im Ernst zu glauben, Deutschland könne seinen unsinnig asketischen Lebensstil ganz Europa aufzwingen. Am deutschen Wesen will die Welt nicht genesen.

So ist es. Schriebe Augstein nicht beim Spiegel, würde er es vielleicht drastischer formulieren: Die deutsche Wirtschaftspolitik ist die Fortsetzung des Krieges mit anderen Mitteln. Und wenn deutsche Ökonomen den Portugiesen Lohn- und Rentensenkungen empfehlen, sollte man ihnen aufs Maul hauen. Den Ökonomen, meine ich.

Dass Madame Merkel jetzt den faulen Südeuropäer aus dem Hut zaubert, um den Fans von Henryk Broder und anderen Hampelmännern zu gefallen, ist nicht nur deswegen eine Unverschämtheit, weil die hier angesprochenen Klischees die typisch deutsche schwarz-braune Melange sind. Angela Merkel drückt das natürlich zurückhaltend aus:

„Wir können nicht eine Währung haben und der eine kriegt ganz viel Urlaub und der andere ganz wenig“

Der, der ganz viel Urlaub hat, ist nach deutscher Logik faul, was sonst. Der faule Südeuropäer, analog zum Spaghettifresser, Kümmeltürken, Neger, heute kommen die Musels dazu.  Es ist auch dreist, weil diese aktualisierte Herrenmenschenmentalität erst dazu führte, dass andere als faul hingestellt werden können. 1,2 Millionen Menschen arbeiten in Deutschland für weniger als fünf Euro die Stunde, mehr als zehn Millionen für weniger als acht Euro, Zeitarbeiter verdienen 30 Prozent weniger als ihre festangestellten Kollegen, Krankenkassenzusatzbeiträge sollen nächstes Jahr um 60 Euro monatlich steigen undsoweiter. Alles, damit „die Wirtschaft“ läuft, was bei der Exportorientiertheit nichts anderes heißt, als anderen Probleme machen. (Dass gleichzeitig die Gehälter der Vorstände der Dax-Unternehmen 2010 um 28 Prozent gestiegen sind, ist wohl nötig, sonst sind die Chefs nicht motiviert.)

Und das in einer „Europäischen Union“, wo man immer so viel labert von gemeinsamen Ideen, Zielen, Werten. Und die Frau, die der Regierung vorsteht, die dafür verantwortlich ist, wirft anderen Ländern, die keine solch asoziale Politik betreiben, Faulenzertum vor. Dabei wäre es ökologisch und sozial angemessen, im kapitalistischen Sinn „fauler“ zu sein. Griechenland als Avantgarde.

Deutschland ist Täterland, nach wie vor. Diesmal machen die von Augstein erwähnten Gewerkschaften, Sozialdemokraten und Medien ohne viel Murren mit.

Passend dazu haben junge Spanier einen Platz in Madrid besetzt und nennen ihn Tahrir Square. Viel Erfolg!

(Foto: genova 2011)

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12 Antworten zu Ein Lob den Faulen

  1. bersarin schreibt:

    Das Motiv kommt mir doch bekannt vor. Friedrichshain vorm RAW-Gelände? (Ich bin ja nicht mehr so häufig dort, wo die jungen Leute sich so herumtreiben.) Dies fragt der Edelfauletonist Bersarin.

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  2. hanneswurst schreibt:

    Ich sehe große Chancen in einem gemeinsamen Wirtschaftsraum und wünsche mir eine globale Wirtschaftsunion. Das Wichtigste an einem solchen Wirtschaftsgeflecht, das vor allem die katastrophalen Risiken der verbundenen Staaten mindern soll, ist die gegenseitige Solidarität, die auch dann nicht versiegen sollte, wenn bestimmte Länder über längere Zeiträume in der glücklichen Position der Nettozahler sind. Am Beispiel der Bundeslands Bayern sieht man, dass es Wendungen vom Nettoempfänger zum Nettozahler gibt. Die Geldflüsse, die zur Unterstützung der kränkelnden Wirtschaft in Griechenland, Portugal, Irland usw. notwendig sind, sind eine Form der Solidarität und der Harmonisierung in Europa.

    Es ist meiner Meinung nach selbstverständlich, dass nicht nur diese Geldflüsse sondern auch die Anstrengungen dieser Länder harmonisiert werden müssen. Natürlich ist dazu eine sehr differenzierte Betrachtung notwendig. Es wäre zum Beispiel unsinnig, die langen Mittagspausen im Süden zu kritisieren, wenn die Jahresstundenleistung im Europa-Durchschnitt liegen. Kein Gewerkschafter würde es ungehörig finden, wenn die Politik zum Beispiel in der Verwaltung und im Gesundheitswesen für gleiche Besoldungsgruppen ähnliche Arbeitszeiten fordert. Das ist auch keine Form der Diskriminierung. Insofern ist Merkels Appell dann berechtigt, wenn die Lebensarbeitszeiten in den verschiedenen Ländern auseinanderklaffen.

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  3. frank peso schreibt:

    Ich stelle mir die alte Frau vor, 1945 vergewaltigt, der Mann nach Sibirien verschleppt, der Sohn mit 15 Jahren im sowjetischen Lager Ketschendorf verhungert, weil er Fähnleinführer bei der Hitlerjugend war, die jetzt über die „Nikolai-Bersarin-Brücke“ in Marzahn gehen muß.

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  4. bersarin schreibt:

    Wenn jene alte Frau über die Eisenacher Straße ginge oder in ihrem Alter besser: führe, dann müßte sie nicht über die Nikolai-Bersarin-Brücke. Auch könnte sie dort einen Abstecher in die „Gärten der Welt“ machen, was von der Landsberger Allee aus nicht ohne weiteres möglich ist. Die „Gärten der Welt“ sind sehr schön, vor allem im Frühling, gerade ist ein christlicher Garten hinzugekommen.

    Du hast in Deiner Aufzählung allerdings die Schwester jener alten Frau vergessen, Hermine Braunsteiner-Ryan, die seinerzeit eine sichere Arbeitsstelle in Ravensbrück hatte.

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  5. Nihilist schreibt:

    CDU, FDP, SPD, Die Grünen, Gewerkschaften, alle unterwandert.

    Das war doch dir Theorie der 68 – der Marsch durch die Istitutionen.

    Dumm nur, wer den „Ochsenweg“ geht, wird zum Ochsen. Die werden gemäßtet. Siehe Joschka, siehe viele andere, die eins Ideale hatten. Die noch Ideale haben, bei denen hat man nur noch nich den Preis gefunden.

    Was ich vermisse – wo bleibt der Aufschrei der Empörung über den neuen Verteidigungs- oder besser Kriesgstreiberminister. Der müsste von einer echten Bundskanzlerin doch sofort entlassen werden. Der Bruch des Grundgesetzes, der dort geplant wird, eingeleitet mit der „Aussetzung“ der Wehrpflicht, ist so offensichtlich, denn jeder Wehrpflichtige der darauf vereidigt wurde, sein Land zu verteidigen, könnte sich weigern für Kapitalinteressen in fremde Länder einzufallen.

    Ja, der hässliche Deutsche feiert seine Auferstehung. Kein Wunder, das in der Führungsebene der Rechten der Verfassungsschutz seine Leute hat. Das ist die Ablenkung. Alle schauen auf die Rechtsaussen und bemerken nicht, wie weit Rechts schon die „angeblich bürgerlichen Parteien“ sind. Und die Puppenspieler, die BEIDE Puppen lenken, lachen sich eins ins Fäustchen.

    Den Trick beherrscht jeder Magier, der sein Publikum ablenkt. Wie sang es einst – und man sieht die, die im Licht stehn, die im Dunklen, sieht man nicht.

    Artikel 20 (4) – Klopapier.

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  6. genova68 schreibt:

    Bersarin,
    ja, RAW, von der Warschauer Brücke aus geknipst.

    HannesWurst,
    das Renteneintrittsalter, Arbeitszeiten etc. sind, nach dem, was ich so lese, schon halbwegs angepasst. Und Rentenerhöhungen in Ländern mit niedrigem Lohn- und relativ hohem Preisniveau sind nicht zu kritisieren. In Portugal ist die Masse der alten Leute arm, 1000 Euro monatlich sind für die meisten unerreichbar. Und die Arbeitszeit ist letztlich auch wurst, es geht um die Produktivität, um die Lohnstückkosten. Da lag Deutschland VOR den sogenannten Reformen im Mittelfeld der EU, wir dürften jetzt zu den günstigsten gehören, und das bei dieser enormen Wirtschaftsleistung. Diese Politik bricht der EU das Genick. Dieser ganze Exportweltmeisterblödsinn führt zwangsläufig zu der Situation, wie sie jetzt da ist und wo nun, statt Analyse, der faule Südeuropäer aus dem Hut gezaubert wird.

    Interessant fände ich eher zu erfahren, welchen Anteil die Korruption in der griechischen Wirtschaft hat. Das scheint katastrophal zu sein, und wenn man den Arzt bestechen muss, um behandelt zu werden (laut ZEIT Regel, nicht Ausnahme), dann läuft da gesellschaftlich einiges schief. Es läuft meines Erachtens psychologisch auch einiges schief, wenn griechische Politiker immer wieder betonen, dass sie die Wiege der Demokratie und der Philosophie seien. Ein ziemlich hilfloser Versuch von Nationalstolz. Aber all das meinte Merkel ja offenbar nicht. Die hängt sich an den Bild-Populismus ran, bewusst natürlich.

    Ich glaube, dass in Deutschland zu wenig reflektiert wird, wie sehr der Euro „uns“ hilft. Drachme, Peseta, Lire, Escudo, diese Währungen wurden bis 2002 immer weiter abgewertet, um gegen die deutsche Stärke bestehen zu können. Jahrzehntelang. Ein probates Mittel der Nationalbanken, um die Exportprodukte konkurrenzfähig zu halten. Man konnte wissen, wo eine starre Währung hinführen wird.

    Mir ist mittlerweile ein Rätsel, warum der Euro überhaupt eingeführt wurde. Eine gemeinsame Währung setzte EINE europäische Regierung mit entsprechenden Steuerkompetenzen voraus. Wären Mecklenburg-Vorpommern und Baden-Württemberg zwei Nationen, MV würde es ratzfatz so gehen wie Griechenland. Riesen Außenhandelsdefizit, unaufhaltsam steigende Verschuldung. Die Konstruktion „eine Währung – 23 autarke Länder“ kann dauerhaft nur bei exakt gleicher wirtschaftlicher Stärke funktionieren. Es hat sich in Europa das Recht des Stärkeren durchgesetzt.

    Was mich auch noch interessieren würde: Ich habe die Entwicklung in Portugal ja seit den 1980ern mitbekommen und viele der Fehler sind offensichtlich: Es wurde Infrastruktur für einen Konsum entwickelt, der im Ausland produziert wurde, Straßen für Autos allen voran. Die Masse hat keine Ersparnisse, kauft alles auf Pump. (was, nebenbei, auch dazu führt, dass die Staatsverschuldung in Portugal zum größten Teil vom Ausland bedient wird, im Gegenteil zu Deutschland. Dementsprechend fließen die Zinszahlungen Portugals ins Ausland ab, im Gegenteil zu Deutschland.) Es wurde aber, so weit ich das sehe, nicht in zukunftsfähige Produkte investiert. Portugal wäre prädestiniert für Wind-, Wasser- und Sonnenenergie. Man hätte dort in Ruhe das technologische Grundgerüst entwickeln können, Unifachbereiche, Firmenansiedlungen etc. Nichts ist passiert. Statt dessen baute man ein paar Autofabriken (Citroen, Opel) von denen die letzte 2006 wieder schloss. Und genau hier würde meine Frage ansetzen: Warum ist das so gelaufen? War das die Bedingung der EU, damit die Gelder fließen? Wollten die das so? Oder waren die portugiesischen Politiker so dämlich?

    Das Ergebnis ist eine absurde Verkehrssituation in Lissabon, überall Staus, überall Autobahnen, und (und das ist der Unterschied zu Deutschland) die portugiesische Volkswirtschaft hat fast nichts davon. Warum ist in der Zeit seit 1986 dort so viel Blödsinn passiert? War das nur das Anfixen von Konsumenten, die sich über jede neue Autobahn in menschenleeren Gegenden freuen, weil sie glauben, das sei Fortschritt?

    Die Quittung wird jetzt geschrieben, über die Gründe erfahre ich zu wenig.

    Entlarvendes zu den Aussagen von Merkel beim Spiegelfecher bzw. nachdenkseiten:
    http://www.nachdenkseiten.de/?p=9488

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  7. hanneswurst schreibt:

    @genova68: Wenn die Zahlen auf den „Nachdenkseiten“ richtig sind – wovon ich ausgehe – dann ist Merkels Aussage tatsächlich plumpe Stammtischpropaganda. Einzig das Argument des Renteneintrittsalters wurde dort nicht so richtig widerlegt. Die Erhöhung auf 67 Jahre war in Deutschland äußerst unpopulär, und ob sie notwendig ist kann ich nicht beurteilen, ich habe aber von einigen Experten gehört, dass die höhere Lebenserwartung dazu zwingt. Ob ich die arbeitsfreien Lebensjahre 90-92 gegen die arbeitsfreien Jahre 65-67 tauschen möchte, ist eine andere Frage.

    Wenn dieses Opfer jedoch auch in anderen EU Ländern absehbar notwendig ist, dann halte ich es auch für legitim, dieses Opfer den EU-Partnern abzuverlangen bzw. es politisch, also auch öffentlich, zu fordern. Das muss ein Politiker dürfen: unangenehme Forderungen stellen, auch auf internationaler Ebene. Allerdings gebe ich zu, dass es insgesamt vielleicht doch eher so aussieht, als würde Merkel ein paar Punkte von den Stammtischen einheimsen wollen. Insgesamt finde ich die Aufregung dennoch etwas übertrieben.

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  8. genova68 schreibt:

    Unopuläre Forderungen stellen, ja. Aber ich denke, man muss da anders rangehen. Es geht um die Produktivität, um das, was man mit Lohnstückkosten bezeichnet, und nicht um die absolute Zahl von geleisteten Arbeitsstunden.

    Der Mercedes-Arbeiter in Sindelfingen produziert in einer Stunde schätzungsweise so viel „Wert“ wie ein Schuhproduzent in Nordportugal am ganzen Tag, da er für seine Ware auf dem Markt nur einen niedrigen Preis erzielen kann. Aber nicht, weil er „faul“ wäre, sondern weil Chinesen und andere für fast nichts arbeiten. Nimmt man Merkels Forderungen Ernst, müsste der portugiesische Schuhproduzent 20 Stunden am Tag für einen Hungerlohn arbeiten. Wir kommen hier zu Fragen der Logik des Systems.

    Portugal hat ein BIP pro Einwohner von 23.000 Euro, deutlich mehr als beispielsweise Tschechien oder die Slowakei. Diese Volkswirtschaft ist für sich genommen nicht unfähig, nur im direkten Vergleich mit Deutschland und anderen wird es schwierig, wenn es keine Möglichkeit der Protektion mehr gibt. Ich denke, im Stillen sehen mittlerweile viele Politiker, dass das mit dem Euro nach hinten losgeht. Aber man kann nicht mehr zurück und redet deshalb um den heißen Brei herum.

    Was war so schlecht an den früher üblichen Abwertungen von Währungen, also an relativen Anpassungen an die eigene Wirtschaftsleistung?

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  9. hanneswurst schreibt:

    @genova68: Ein flexibler Währungskurs ist ein probates Mittel zum Ausgleich von Handelsbilanzen, andererseits ist eine gemeinsame Währung der beste Garant für das Zusammenwachsen zu einem echten Europäischen Wirtschaftsraums nach US-amerikanischen Vorbild. In einem solchen föderativen System wird den Einwohner eines ärmeren Landes der Umzug in ein florierenderes Land nicht dadurch Unmöglich gemacht, dass a) eine Einwanderung nicht erlaubt ist und b) die eigenen Ersparnisse durch die Inflation gegenüber dem Zielland auf ein Minimum geschrumpft sind. Ich verstehe nicht, warum solche Errungenschaften immer wieder vergessen werden, wenn es irgendwo in Europa wirtschaftlich bergab geht. EURO- und Europa-Skeptiker sind für mich von allen Stammtischrednern die Schlimmsten.

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  10. genova68 schreibt:

    Zwischen Euro- und Europaskeptikern würde ich unterscheiden. Es gibt derzeit viele angebliche Euroskeptiker, die in Wahrheit Nationalisten sind. Die freuen sich über die aktuellen Situation. In Sachen Euro versuche ich zu argumentieren.

    Das mit dem „echten europäischen Wirtschaftsraum“ klappt ja derzeit gerade nicht, weil einzelne Teile kollabieren. Die Unterschiede zwischen armen und reichen Länder werden die kommenden Jahre aller Voraussicht nach größer werden. Die Errungenschaften will ich nicht vergessen, aber ist es nicht gerade die Politik der Konkurrenz, die zur jetzigen Situation geführt hat? Und die, angesichts der Summen, die da verhandelt werden, nicht gerade Freude aufkommen lassen? Und der Euro hat zumindest nicht dafür gesorgt, dass es weniger Nationalismus gibt. Im Gegenteil, wie die Bildberichterstattung über Griechenland beweist. Aktueller Kommentar in der Bild:
    ————–
    Kommentar
    Gleiche Währung, gleich lange arbeiten
    18.05.2011 — 23:49 Uhr
    Von DIRK HOEREN

    Eigentlich ist es eine Binsenweisheit: Wer was haben will, muss auch was leisten.
    Für die Rettung der Euro-Schuldenstaaten heißt das: Wer deutsches Hilfsgeld beantragt, muss sich anstrengen. Sparen, Rentenalter erhöhen, Urlaubstage streichen. Damit die eigene Wirtschaft wieder auf die Beine kommt.

    Wenn Angela Merkel genau das von den Schulden-Staaten fordert, kann man nur sagen: Die Kanzlerin hat recht.

    Zur Erinnerung: Die Deutschen haben sich in den vergangenen Jahren in bisher nie gekanntem Ausmaß eingeschränkt. Auf höhere Löhne verzichtet, Hartz IV eingeführt – und sollen jetzt sogar bis 69 arbeiten.

    Kurz: Der Aufschwung ist nicht vom Himmel gefallen, sondern mit harter Arbeit und Genügsamkeit bezahlt.

    Deshalb darf es nicht sein, dass die einen verzichten und zahlen, während die anderen sich schonen und kassieren!
    ————
    http://www.bild.de/news/standards/bild-kommentar/gleiche-waehrung-gleich-lang-arbeiten-17965588.bild.html

    Interessant dabei ist die Logik: Wir nehmen alle Entbehrungen auf uns, um einen Aufschwung hinzukriegen.

    Fragt sich nur, was der Aufschwung dann eigentlich soll?

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  11. denkbonus schreibt:

    Frieden ist die Fortsetzung des Krieges unter Verzicht auf militärische Mittel. Anstatt dessen feuern die Staaten dieser Welt mit wirtschaftlichen Mitteln aufeinander. Die Konzerne sind die Geschütze, die Geschosse sind Geldpakete und die Fußsoldaten, das Kanonenfutter, das sind wir, die Malocher.

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  12. genova68 schreibt:

    Ein Lob der Holzschnittartigkeit. Wobei ich mich bei dem abgebildeten Foto darüber nicht ernsthaft beschweren kann.

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