Von Versammlungen und den Interessen der Menschen

Baden-Württembergs Ministerpräsident Stephan Mappus gestern im Untersuchungsausschuss zu dem umstrittenen Polizeieinsatz am 20. September 2010 gegen die S21-Kritiker auf dem Stuttgarter Schlossplatz:

„Die Versammlung auf dem Platz war nicht legal, führte zu Verkehrsproblemen und schadete dem Interesse der Menschen.”

Hoppla, da habe ich mich vertan. Gesagt hat den Satz gestern ein Sprecher des Innenministeriums in Bahrain. Nach Protesten, die den Umsturz des Staates zum Ziel haben. In Stuttgart ging es nur um einen Bahnhof. Oder müsste man hier besser mit dem Begriff der Rendite arbeiten?

In Bahrain gab es zwei Tote, in Stuttgart nur einen Blinden. Wir sollten dankbar sein.

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18 Antworten zu Von Versammlungen und den Interessen der Menschen

  1. hanneswurst schreibt:

    Hö hö, das gefällt mir. Aber ich benutze den „Like“ Button nicht, der ist out. Schreibst Du auch mal was über Dr. zu?

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  2. Tom schreibt:

    An die Folgen des Wasserwerfereinsatzes sollte man Herrn Mappus nochmal kurz vor der Wahl erinnern. Möglichst breit gestreut und möglichst häufig.

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  3. hanneswurst schreibt:

    Ich lach mich schlapp, ich wette zu Guttenbergs politische Laufbahn endet wegen dieser dämlichen Promotion. Ich kann mir schon vorstellen, warum Du dazu schweigst, mein lieber Genova: weil Du die Diss geschrieben hast. Stellt sich nur die Frage, ob dieser Vollhorst sich den Adelstitel („zu“ ist doch ein Adelstitel, oder?) auch erschlichen hat.

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  4. frank peso schreibt:

    „Die Uni Bayreuth gibt Guttenberg nun zwei Wochen für eine Stellungnahme. “

    sowas lernt man auf dem grünen contenthügel.

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  5. genova68 schreibt:

    Tom
    ich glaube, den 41 Prozent, die CDU wählen wollen, ist der Wasserwerfereinsatz wurst.

    Hannes,
    ich habe nicht nur seine Diss geschrieben, ich habe ihm auch das „von“ ans Klingelschild geklebt. Er hat mich dafür gut bezahlt, ich hab mir davon dieses Blog gekauft. Wie hätte ich mir das sonst leisten können?

    Mal im Ernst: Ich habe zufällig vor ein paar Tagen in einem alten SZ-Magazin, das hier noch rumlag, ein Interview mit Herrn Henckel von Donnersmarck gelesen („Das Leben der Anderen“), der ist ein Cousin von v. Guttenberg. Ein Auszug daraus:

    —————-

    SZ: Noch ein Adliger, der seinen Titel meistens weglässt: Ihr Cousin Karl-Theodor zu Guttenberg. Was haben Sie ihm geschrieben, als er Minister wurde?

    Ich habe ihm nicht extra geschrieben, wir sprechen uns oft genug. Ich hatte auch nie Zweifel, dass er es in die höchsten Ämter schafft, für mich war es nur eine Frage der Zeit. Als er Minister wurde, haben mir mehrere Leute aus der Verwandtschaft geschrieben und gesagt: Du hattest recht.

    SZ:Er ist inzwischen einer der beliebtesten Politiker Deutschlands, manche sagen, das verdanke er auch seinem Adel.

    Wenn dem so wäre, gäbe es wohl noch mehr adlige Politiker. Aber ich könnte mir vorstellen, dass KT mit den gleichen Prinzipien von Ehre und Anstand erzogen wurde, die auch mir eingeimpft wurden. Deshalb habe ich schon mal ein gewisses Grundvertrauen, dass dieser Mann seine Arbeit für unser Land gut macht.

    SZ: Gibt es tatsächlich einen adeligen Ehrenkodex?

    Sehen Sie sich den Widerstand gegen Hitler an – in dieser Gruppe gab es natürlich auch viele sogenannte Bürgerliche, aber eben doch überproportional viele Adlige. Und das hat nichts damit zu tun, dass Adlige per se anständig wären, sondern dass sie einfach wissen, wie sie geprägt wurden, welche Werte und Maßstäbe in ihren Familien seit Generationen gelten. Es gibt bestimmte Dinge, die niemand aus meiner Familie je tun oder unterstützen würde.
    ————————–
    So viel zum Thema Ehre und Anstand.

    Im weiteren Verlauf des Interviews belegt Donnersmarck diese These damit, dass ein lediglich ein Adoptivsohn des Clans einmal etwas Unrechtes getan hat: Ein Erbstück, eine Handschrift Goethes, versetzt.

    http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/35115/

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  6. genova68 schreibt:

    HannesWurstens These wird hier gestützt:

    ich glaube #Guttenberg das er nicht abgeschrieben hat. sein #ghostwriter hat tierischen mist gebaut…

    http://www.netzpolitik.org/2011/fake-pm-weist-zu-guttenberg-kommerziellen-ghostwriter-nach/

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  7. Nihilist schreibt:

    Nun, Er sagt, es seien Fehler vorhanden. Es war doch nur EIN Fehler, die Arbeit nicht selber zu schreiben. Denn ich teile die Ansicht, so dumm kann der nicht sein. Also war Er unwissend über die Methode copy&paste.

    Ist sein „Schreiber“ vieleicht in Afghanistan im Einsatz, dass er deswegen so schnell da hin musste? Früher wäre der Schreiber nun sicher in einem Strafbatallion an vorderster Front gelandet.

    Wie hab ich irgendwo gelesen, die meisten Arbeiten werden eh nur von zwei Leuten gelesen und landen dann im Archiv. Wenn der „Schreiber“ von der Annahme ausgegangen ist …

    aber manche Menschen blamieren sich eben wo sie können. Erinnert an Bölls – Die verlorene Ehre der Katharina Blum – Die Stelle an der der „Journalist?“ sagt – jetzt sind Sie bekannt, da müssen Sie nachlegen – und Sie hat ja nachgelegt.

    Extra breites grinsen. Manch einem „Reporter“ würde SO ein Ergebnis für seine Arbeit eigentlich ebenso gut stehen. Vielleicht hätten wir dann auch mehr Qualitätsjournalismus.

    Frau Blum, übernehmen Sie.

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  8. InitiativGruppe schreibt:

    Wenn ich mir wirklich ganz frei einen Job aussuchen dürfte – ich würde gern Diplomarbeiten und Dissertationen für Studenten schreiben. Natürlich heimlich, illegal. Zu Themen, die mir liegen: Literatur, Politik, Philosophie, Theologie, Soziologie, Psychologie, Pädagogik, Anthropologie, Geografie, Geschichte, Publizistik.
    Das wär ein Traumjob.

    Ich kann sowas nicht für mich selber schreiben – dazu bin ich zu faul. Aber für Geld und für andere und illegal – da kumulieren die Motive Materialismus, Altruismus und Leckmichamarschismus.

    Leider hab ich mich bisher noch nicht getraut, eine entsprechende Anzeige an die Schwarzen Bretter der Uni München zu pinnen.
    So weiß niemand von meinem Angebot:

    Ich garantiere:
    – gute Note
    – pünktliche Erledigung
    – Anpassung an den Stil dessen, für den ich schreibe
    – keine Plagiate
    – kleines Tutorium im Nachhinein, damit der Nutznießer so tun kann, als ob er den Text selber verfasst hätte
    – bescheidenes Honorar (da mir die Sache hauptsächlich Vergnügen machen würde), ein Drittel des Geldes am Anfang, ein Drittel nach Abgabe, ein Drittel nach Erfolgsbestätigung. Cash. (Sind 50 Euro pro Seite ok?)

    Bitte weiterleiten an eventuelle Interessenten.

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  9. genova68 schreibt:

    Was auch immer dieser Spacko Guttenberg macht oder gemacht hat: Das Problem sind die Medien, die den erst raufgeschrieben haben und ihn jetzt runterschreiben, konsequent auf Yellowpressniveau. Um Inhalte geht es überhaupt nicht, und dass der Typ ein Blender ist, ein übelst neoliberaler dazu, ist von Anbeginn an klar, hat aber weder Spiegel noch Stern noch Beckmann noch sonstwen gestört. Ob der seine Diss. gefälscht hat oder nicht, ist eigentlich unerheblich. Genauso unerheblich wie die Frage, ob Berlusconi Sex mit einer Siebzehnjährigen hatte. Das sollte nur seine Frau interessieren.

    Es ist aber merkwürdig, dass sich jetzt alle um diese Scheiße kümmern, während in Lybien und anderswo weiter Leute erschossen werden. Ägypten war offensichtlich spannender, weil medial besser inszeniert.

    Für Gadafi et al ein klarer Pluspunkt.

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  10. genova68 schreibt:

    „Wenn ich mir wirklich ganz frei einen Job aussuchen dürfte – ich würde gern Diplomarbeiten und Dissertationen für Studenten schreiben. Natürlich heimlich, illegal. Zu Themen, die mir liegen: Literatur, Politik, Philosophie, Theologie, Soziologie, Psychologie, Pädagogik, Anthropologie, Geografie, Geschichte, Publizistik.
    Das wär ein Traumjob. “

    Das steht dir frei, über mangelnde Aufträge wirst du dich sicher nicht beschweren können.

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  11. frank peso schreibt:

    also IG, ich empfehle dir bei deinem neuen traumjob auf jeden fall erstmal in software zu investieren. die sollte dann automatisch die sätze, die du copyrst und pastest, so umstellen, das erbsenzähler keine chance haben:

    GuttenPlag Wiki

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  12. genova68 schreibt:

    Was würde wohl bei einem Sloterdijk-Wiki herauskommen?

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  13. InitiativGruppe schreibt:

    Ihr habt mich missverstanden.
    Ich will – anders als Guttenberg und all die Möchtegerns – ich WILL ja das Zeug schreiben. MIR macht das Schreiben und das Sammeln und Ordnen und Durchdenken der Probleme Spaß. Weil ich immer ein schlechter, fauler, unaufmerksamer, die Hausaufgaben bloß abschreibender Gymnasiast war, konnte mir die Schule die Freude am wirklichen Lernen nicht verderben.

    Wer also von mir seine Arbeit geschrieben bekommt, kann sich sicher sein: Sie wird GANZ von MIR sein. Nix copy paste und wiki.

    Das Problem wird dann sein, dass der Professor, der das mal anliest und prüft, sich denkt: „Ja, was ist denn das?! Ich trau meinen Augen nicht! Ein Student, der sich tatsächlich existenziell in sein Thema reinhängt? Der wirklich selber was zu sagen hat? Der seinem Thema richtiges heißes Leben gibt und sich gleichzeitig streng an die Regeln wissenschaftlichen Forschens hält? – Das hab ich ja noch nie gehabt. Mit dem Studenten muss ich mal reden.“

    Und schon sitzt mein Kunde in der Tinte.

    Es war – im Interesse meiner potentiellen Kunden – schon richtig von mir, keinen Versuch zu machen, meinen Traumjob anzustreben.

    Trotzdem, wenn ihr jemanden wisst …

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  14. InitiativGruppe schreibt:

    Guttenberg ist ein Blender.
    Wahrscheinlich.
    Aber was machen wir, wenn es genau das ist, was sich eine Mehrheit der Bundesbürger wünscht?
    Die sprechen ihn von dem Plagiatsvorwurf frei. Ganz einfach.
    Varianten für den Freispruch:
    a) Bagatelle. Interessiert mich nicht.
    b) Linksradikale oder linkspingelige Attacke unter der Gürtellinie!
    c) Wieso soll er nicht was verwenden dürfen, was andere geschrieben haben? Ich mach das jeden Tag. Sag ich bei jeder Info, von wem oder von wo ich die hab?
    d) Is da was?
    e) Ich LIEBE Guttenberg, und wenn man jemand liebt, dann muss man zu ihm halten – gerade dann, wenn er in Schwierigkeiten ist.

    So kriegen wir jetzt bald das Guttenberg-Drama „Phönix aus der Asche“ geboten.

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  15. genova68 schreibt:

    IG,
    also ich habe dich nicht missverstanden. Du hast ja oben geschrieben, dass du dich an den Stil dessen anpassen willst, für den du schreibst. Und dass der Prof die Arbeit schon unglaubwürdig findet, weil sie gut ist, glaube ich nicht.

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  16. InitiativGruppe schreibt:

    Dass ich mich dem Stil meines Kunden anpassen werde, ist doch ein leeres Versprechen. Nach dem dritten Absatz überkommt mich die Leidenschaft, und dann schreibt da nur noch der Brux.

    Außerdem steht zu befürchten, dass der Prof, wenn er 50 Studenten betreut, schon die drei oder vier kennt, die sich leidenschaftlich reinhängen, und wenn dann plötzlich ein fünfter auftaucht, der bisher das übliche lahmarschige desinteressierte desorganisierte ängstliche sprachholprige geistlose Durchschnittsprodukt geliefert hat — —

    Ich breche ab. Ich bin ZU arrogant. Ich nehme ALLES zurück. Dieser blöde Von und Zu verleitet mich, Dinge zu sagen, die ich für mich behalten sollte. Wikiblogoleaks könnte zugreifen, und dann bin ich vor der Welt blamiert.

    Ich hab, übrigens, lang lang ist’s her, schon mal ein bisschen Geld auf diese illegale Weise verdient … Ich hab auch eine Zeitlang gegen Honorar Diplom- und Magisterarbeiten von Studenten „betreut“ … Mir wird heute noch schlecht davon, wenn ich dran denke, wie schlecht die waren. Jedes Mal hätt ich mich am liebsten hingesetzt und alles gleich selber geschrieben, als den unendlichen Mist korrigierend zu retten, den man mir da zum „Verbessern“ vorgesetzt hat. Natürlich hat man mich immer erst in letzter Stunde zu Hilfe gerufen. Sag dann mal so einem jämmerlich zitternden und flehblickenden Schwein, dass sein unter Schmerzen frühgeborenes Halbprodukt einfach nur unsäglich schlecht ist …

    Einmal hab ich 100 Seiten von einer ebenso hübschen wie neurotischen Studentin bekommen, 100 Seiten, deren Informationsgehalt auf 1 einzige Seite hätte komprimiert werden müssen – so grotesk umständlich hat sie alles ausgedrückt. Und als ich das Problem vorsichtig zu Bedenken gegegeben habe, hat sie mich erstaunt angeschaut und gesagt, das sei doch der wissenschaftliche Stil! Diese 100 Seiten waren das erste Kapitel. Der Abgabetermin war etwa zwei Wochen entfernt. Ungefähr 10 weitere Kapitel hätten folgen sollen … alle dann wohl wieder mit Infosubstanz für 1 Seite, aber rein sprachlich aufgebläht auf 100 Seiten.

    Sag über den Blender Guttenberg, was du willst – es gab und gibt an der Uni schlimmeres, niveauloseres als seine Doktorerschleichung.

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  17. Yunus schreibt:

    Hmmm, woran erinnert mich dieses Gelöbnis bloß?

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