Die taz macht Rechtspopulismus salonfähig

Hat die taz einen Dachschaden? Die angeblich linke und alternative (und von mir eigentlich gern gelesene) Zeitung räumt heute Norbert Bolz viel Platz für einen Beitrag frei. Titel: Linke Lebenslügen. Nun mag es die ja geben und die zu diskutieren dürfte sich lohnen. Aber dazu braucht man keinen rechten Vollpfosten.

Wer ist Bolz? Ein „Kommunikationstheoretiker“, der aus Gründen, die zu kären wären, einen Lehrstuhl an der TU Berlin innehat. Bolz gehört, um das kurz zu machen, zu den neuen Rechten im Land, der, zusammen mit Sloterdijk und Henkel und Baring und vielen anderen, das Land neofeudalistisch organisieren will. Der Mensch zählt nur noch, wenn er konsumiert, wenn er es nicht kann, hat er Pech gehabt. Kapitalistische Grundprinzipien sollen die Gesellschaft bis in die kleinste Ritze bestimmen. Dass das Rebellische heute umstandslos vom Kapital dem Markt einverleibt und somit umfunktioniert wird, erfüllt ihn, wie die Zeit schreibt, mit einem „Ton frommer Bewunderung, wie man ihn von Renegaten kennt, die ihre neue Religion preisen“.  Diese Dialektik ist aber fortschrittlich, denn, so Bolz, „soziale Gerechtigkeit macht den Menschen unmündig.“ Das sagt er, wohlgemerkt, nach der Finanzkrise.

Dazu die in rechten Kreisen beliebte Vorgehensweise, eine Verleumdung „konservativer“ Positionen durch die deutsche Öffentlichkeit zu behaupten. Er fordert dann auch gleich eine neue „rechte Partei“ und gibt sich bei Bedarf als Kenner der Seele der schweigenden Mehrheit aus. Dass ökonomischer Neoliberalismus und gesellschaftlich reaktionäre Positionen zusammengehen, ist man von Leuten wie Henkel ja schon gewohnt.

Bolz zeichnet sich aus durch eine fast phänomenale Unfähigkeit zur Analyse. Das auszuführen, fehlt mir jetzt die Zeit. Es sei nur darauf hingewiesen, dass er im aktuellen taz-Artikel die üblichen neurechten Argumente bringt wie das ortsbezogene, dass die Linken in Kreuzberg nicht U-Bahn fahren und deshalb die Wirklichkeit nicht kennen:

„Die Linken flanieren zwar gerne durch die türkischen Gemüsemärkte in ihrem „Kiez“, aber den U-Bahnhof Kottbusser Tor oder den Hermannplatz kennen sie nicht.“

Es ist eine Variante des rechtskleinbürgerlichen „Rotweingürtel“-Vorwurfs, womit sich Bolz genau den Leuten empfiehlt, mit deren Unterstützung er rechnen kann. Für Nicht-Ortskundige: Als Kreuzberger kann man die beiden Orte nicht meiden, selbst wenn man es wollte. Sie liegen einfach zu zentral und zudem wichtige Knotenpunkte von U-Bahnlinien. Wahrscheinlich ist, dass lediglich Bolz sie nicht kennt.

Atemberaubend auch:

„Kranke Hirne unter Glatzen, Springerstiefel und Kampfhunde gibt es überall in der Welt. Aber diese Verrückten, für die wir in Deutschland aus historischen Gründen natürlich besonders sensibel sind, sollten doch nicht den Blick dafür trüben, dass wir in einem der ausländerfreundlichsten Länder leben.“

Wie hat er das gemessen? Ein ebenso typisch neurechtes Argument, das nur dazu dienen soll, die Schrauben anzuziehen. Bolz ist sicher auch Sarrazin-Fan. Denen geht´s doch viel zu gut hier.

Gäbe es in Deutschland eine Tea Party, der erklärte Verfassungsfeind Norbert Bolz wäre ihr Protagonist, via seinen Lehrstuhl staatlich üppig alimentiert.

Genug gemeckert. Meinungspluralismus in der taz ist ja ok, es ist sogar einer der Gründe für mich, sie zu lesen. Und ohne liberales Korrektiv wäre die deutsche Linke in der Tat vor Tugendterror nicht gefeit, wie ja schon Teile der Bloggosphäre zeigen. Aber bitte nicht Bolz. Ein Blick in das – zugegeben verkümmerte – linksliberale Lager könnte akzeptable Gegenspieler markieren.

Bolz hat zu Adornos 100. Geburtstag dafür plädiert, sich von der kritischen Theorie zu verabschieden (das hat er mit Sloterdijk gemein). Sein taz-Beitrag zeigt, wie gerne man ihm da folgt.

In derselben taz-Ausgabe beklagt der Soziologe Wilhelm Heitmeyer: Das Bürgertum verroht. Auch Bildung schütze davor nicht. Die taz fördert mit der Integration von Bolz die Verrohung. Er und seine Kameraden können sich freuen.

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24 Antworten zu Die taz macht Rechtspopulismus salonfähig

  1. Dietmar schreibt:

    Mein Gott, jetzt ist auch noch die taz rechtsradikal geworden, Nazis überall!! Nicht mehr lange und wir haben wie ’33 eine nazionalsozialistische Machhtübernahme und sechs Jahre später beginnt der 3. Weltkrieg und dann beginnt die Ausrottung von 1,5 Milliarden Muslimen.

    Nur ich und einige meiner alten Kumpels von KBW sind noch aufrecht und leisten hier und da Widerstand.

    Ho, Ho, Ho Chi Minh!

    Venceremos!

    No pasaran!

    Kein Mensch ist illegal!

    Keine Festung Europa! Bleiberecht für alle!

    Es gibt genug Reichtum für alle, er muss nur gerecht verteilt werden!

    Moschee, olé, olé, olé!

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  2. InitiativGruppe schreibt:

    Ich vermute mal, dieser Dietmar da oben ist ein PI-Typ. Vielleicht einer, der früher mal tatsächlich KBW war. (Das liegt ja wohl auch gar nicht so weit auseinander.) Auf jeden Fall ist das ein Fake. Vor allem die letzte Zeile ist charakteristisch.

    Aber kommen wir zu Bolz. Er schreibt:
    „Es ist eigentlich eine ganz selbstverständliche Erwartung, dass Einwanderer sich mit dem Land ihrer Wahl identifizieren. Dass Linke ein solches Bekenntnis zu Deutschland nicht erwarten, ja geradezu verabscheuen, liegt an ihrem pathologischen Verhältnis zum Patriotismus. Gerade hinter ostentativer Ausländerfreundlichkeit versteckt sich oft nichts anderes als Deutschenhass.“

    Ich hab schon ein paar Linke gekannt, die ein recht distanziertes Verhältnis zum (deutschen) Patriotismus hatten. Für mich selber war das fremd, ich habe mich als Linker und Sozialist immer leidenschaftlich mit München, Deutschland, Europa und der ganzen Welt identifiziert, ich bin immer gern Deutscher gewesen — aber ich konnte und kann verstehen, wenn dem einen oder anderen die Identifikation mit einem Deutschland schwer gefallen ist, das grade mal eine so üble Geschichte hinter sich gebracht hat. Ein bisschen pathologisch ist das, ich gebe es zu, aber doch so, wie ein Unfallgeschockter ein bisschen pathologisch werden kann, ohne dass man deshalb das Opfer deswegen gleich attackieren machen muss.

    DIE Linke ist zu vielfältig, als dass man einfach sagen könnte: DIE Linke hätte eine Identifikation mit Deutschland abgelehnt. Was sie abgelehnt hat, war eine nationalistische Identifikation, eine naive Identifikation – wie sie von rechts gefordert wurde. Right or wrong, my country — das kannst du als Engländer vielleicht (trotz Kolonialverbrechen) noch irgendwie hinkriegen, aber doch auf keinen Fall als Deutscher. Darauf muss man auch heute noch bestehen.

    Hinter einer „ostentativen“ Ausländerfreundlichkeit versteckt sich kaum je ein Deutschenhass (obwohl es das natürlich auch gibt – es gibt ja immer alles, wenn auch nur in Spurenelementen) — hinter dieser „ostentativen“ Ausländerfreundlichkeit versteckt sich gar nichts, sondern es zeigt sich offen der gesunde menschenfreundliche Typ, der sich instinktiv und/oder reflexiv gegen Menschenfeindlichkeit wendet, gegen Volksverhetzung, gegen Sadismus, gegen die Arroganz der Stärkeren, gegen das Ressentiment, … Was sich zeigt, ist Empathie. Die kann ein Bolz nicht leiden, und so nutzt er seine rhetorischen Mittel, um Menschen, die Empathie empfinden, in finstere Zusammenhänge zu rücken.

    Passend ist der Ausdruck „neo-feudalistisch“. Darauf läuft es tatsächlich hinaus. Es wäre nötig, diese Tendenz genauer zu analysieren. Ich hab mal 1998 ein paar Monate aktuelle Demokratietheorien und Demokratie-Bestandsaufnahmen studiert – da ist mir zum ersten Mal die Idee gekommen, dass sich die Aufklärungs- und Emanzipationsbewegung erschöpft haben und der Weg vorwärts zu einer neuen Arti von Feudalismus sein könnte. Wenn man sich heute umschaut, vor allem in den USA, aber eben auch bei uns, dann erkennt man diese historische Bewegung zum Feudalistischen schon recht deutlich, sowohl oben wie unten, und man merkt auch, wie unwiderstehlich sie ist.

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  3. hanneswurst schreibt:

    „Soziale Gerechtigkeit macht den Menschen unmündig.“ Dieser Satz ist ziemlich beliebig, je nach Interpretation jedoch durchaus sinnvoll. Es droht uns ständig, durch Betreuung beherrscht zu werden – erst betreut, dann abhängig, dann gebeugt. Soziale Ungleichheit ist der Preis, den wir für die Freiheit in der modernen Gesellschaft bezahlen müssen. Sie ist erträglich, so lange jedem die Möglichkeit des sozialen Aufstiegs offensteht; so lange die Konflikte zwischen den sozialen Klassen nicht in Feindschaft sondern in Partnerschaft ausgetragen werden; und so lange der Staat die Rahmenbedingungen des Daseins garantiert. Gleichstellungspolitik dagegen ist eine Anleitung zum Unglücklichsein.

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  4. Nihilist schreibt:

    @ Hanneswurst

    Soziale Gerechtigkeit ist ein MUSS in einer Gesellschaft. Das hat nichts mit Unmündigkeit zu tun. Soziale Ungerechtigkeit führte in Frankreich – sollen sie doch Kuchen essen – zum Köpferollen.

    Ungerechtigkeit ist immer unerträglich, verstößt auch gegen Artikel 1 (2) Grundgesetz. Sind sie etwa nicht in der Lage die Aussage zu begreifen?

    (2) Das Deutsche Volk bekennt sich darum zu unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt.

    Soziale Ungerechtigkeit wie Sie die akzeptieren … da stehen Sie nicht auf dem Boden der freiheitlichen demokratischen Grundordnung. Interessant, wie Sie sich da geoutet haben.

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  5. InitiativGruppe schreibt:

    Da stimme ich Nihilist immerhin halb zu.

    Niemand sollte soziale Ungerechtigkeit akzeptieren – im Sinne von „bejahen“. Genau so, wie auch niemand Korruption oder Kriminalität akzeptieren sollte. Da wir Menschen sind und unsere Gesellschaft kein Himmelsprodukt, wird es immer ein gewisses Minimum an Ungerechtigkeit, Korruption oder Kriminalität geben, man kann sowas nicht ausrotten, ohne gleich den ganzen Menschen mit auszurotten, aber in einem pragmatischen Rahmen wird man immer wissen: Soziale Ungerechtigkeit ist schlecht – können wir hier und jetzt etwas Wirkungsvolles dagegen tun?

    Ich würde also nicht so weit gehen und sagen: „Soziale Ungerechtigkeit ist unerträglich.“ Genau so wie ein kleines Maß von Korruption und Kriminalität zu ertragen ist, so auch etwas soziale Ungerechtigkeit. Ich akzeptiere hier im Sinne von „ertragen“, „aushalten“, „hinnehmen“, „tolerieren“.

    Es gibt außer sozialer Gerechtigkeit noch andere primäre Werte, zum Beispiel Freiheit, und es gibt die Unvermeidlichkeit, dass unterschiedlich interpretiert wird, was hier und jetzt gerade sozial gerecht ist und was nicht; es gilt abzuwägen, wie weit man im Konflikt- und Dissensfall in die eine oder andere Richtung gehen will. Eine Welt ohne Lüge, Korruption, Kriminalität, Ungerechtigkeit kann ICH mir jedenfalls nicht vorstellen. Es wäre eine Zombie-Welt.

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  6. „Bolz ist sicher auch Sarrazin-Fan.“
    Ja, ist er, er hat ihn in der Debatte doch verteidigt.

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  7. hanneswurst schreibt:

    @IG: Eine Welt ohne Zombies kann ich mir aber auch nicht vorstellen.

    @Nihilist: Artikel 1 handelt von unantastbarer Würde, Menschenrechten und so einem Zeug. Diesen Krempel in Wohlfahrtsansprüche zu übersetzen, ist nicht plausibel. Es hat doch nicht so viel mit Würde zu tun, ob man sich einen Handyvertrag mit Flatrate oder nur so ein billiges Pre-Paid Ding leisten kann. Und erzählen Sie mir nicht, ein ALG II Empfänger könne sich gar kein Handy leisten. Dabei ist es doch unnötig, denn warum sollte jemand der nicht arbeiten kann auf Staatskosten rumquatschen müssen? Deswegen plädiere ich für ein grundsätzliches Handy- und Alkohol-Verbot für ALG II Empfänger, was außer den zu erwartenden Einsparungen des Sozialsystems auch den positiven Nebeneffekt hätte, dass ALG II Empfänger weniger Gelegenheit zur Fortpflanzung haben – ganz im Sinne des „survival of fittest“. Es ist schlicht und einfach nicht im Sinne zukünftiger Generationen – und an die sollten wir nicht nur in Sachen Klimadebatte denken – wenn der Wohlfahrtsstaat dafür Sorge trägt, dass sich jedes noch so nichtsnutzige Genom teilweise sogar überproportional (zuhause rumhängen, telefonieren, saufen, blind date, fortpflanzen) vermehrt. Das ist ja, als würde man versuchen, die Beulenpest zu heilen, indem man den Patient mit Harzer Käse einreibt. Ich kann aber verstehen, dass eine jahrzehntelange Kulturpropaganda die Einsicht in diese einfachsten Tatsachen verstellt. Diese Mechanismen erklärt Andrew Klavan sehr anschaulich:

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  8. Nihilist schreibt:

    @ Hanneswurst

    Wohlfahrtsansprüche? Wovon träumen Sie Nachts?

    Sie sollten auch mal das Urteil des Bundesverfassungsgericht lesen – vielleicht sind Sie ja in der Lage die Aussage zu verstehen.

    Spätestens seit der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts vom 9. Februar 2010 (1 BvL 1/09, 3/09 und 4/09; Pressemitteilung Nummer 5/10) ist klar:

    Artikel 1 Grundgesetz gewährleistet ein Grundrecht auf Gewährleistung eines menschenwürdigen Existenzminimums. Das bedeutet nicht nur die Sicherung der physischen Existenz, sondern auch ein Mindestmaß an Teilhabe an gesellschaftlichem, kulturellem und politischem Leben.

    Dieses Grundrecht ist dem Grunde nach unverfügbar und muss vom Grundsicherungsträger und notfalls durch die Rechtsschutz gewährenden Instanzen eingelöst werden.

    Deswegen wird v.d.L mit ihrem neuen Versuch den ALG-2-Beziehern dieses Grundrecht zu verweigern eine Bauchlandung machen.

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  9. genova68 schreibt:

    HannesWurst provoziert gerne, und das geht halt manchmal daneben. Ich bitte um Nachsicht.

    Neo-Feudalistisch passt meines Erachtens gut zum Sloterdijk-Vorschlag, Steuern durch Almosen zu ersetzen und generell zu allen Vorschlägen aus dieser Ecke, weil sie Mitbestimmung, Emanzipation, den Versuch von Gerechtigkeit, torpedieren. Die wollen in eine vormoderne Gesellschaft zurück mit eindeutigeren Herren-Knecht-Verhältnissen als heute. Es hat was von TeaParty: Je offensichtlicher wird, dass die propagierten neoliberalen Ideologien gescheitert sind, desto extremer werden sie vertreten. Das intellektuelle Niveau ist unterirdisch, die Souffleure und ihre medialen Verbreiter arbeiten Hand in Hand, wobei es nur noch um Selbstbestätigung geht.

    Den Bolzschen Artikel ausführlich zu analysieren, ist Perlen vor die Säue. Man muss sich nicht mit jedem Scheiß ausführlich beschäftigen.

    Noch besser kommt es heute in der taz: Broder interviewt Sarrazin:

    http://taz.de/1/debatte/kommentar/artikel/1/einwanderer-sollten-sich-vermischen/

    Die Junge Freiheit lässt grüßen. Wieso machen die das? Sind die jetzt auch schon komplett aufgeweicht? Da kommt einem ja fast der Gedanke, die taz möge die nächste innerhäusliche Finanzkrise nicht überstehen. Es hat wohl was mit der Auswechslung der Chefredaktion vor einiger Zeit zu tun. Da rücken junge Indifferente nach, die verwirrt sind. Kinder ihrer Zeit. Und natürlich auch die Nähe zu den Grünen. Da kann heute offenbar nichts weiter bei raus kommen als klimabesorgte pseudoökologische Häppchen in neoliberalem Gewand.

    Wie gesagt, Debatten über linke Zustände sind nötig, gerade angesichts immerwährender stalinistischer Tendenzen dort. Aber bitte nicht von neokonservativen Sozialdarwinisten angeführt. Zumindest nicht in der taz.

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  10. fk schreibt:

    hallo,

    wie kommt ihr denn eigentlich immer auf den gedanken die neoliberale ideologie sei gescheitert? mit verlaub, aber das ist doch ähnlich unsinnig wie der immer wieder gern gebrachte kalauer „die banken hätten nichts aus der krise gelernt“, denn das genaue gegenteil ist doch der fall.
    darf ich mal daran erinnern, dass derzeit gerade das nächste bankenrettungspaket bearbeitet wird und parallel dazu die sparpakete beschlossen werden. gleichzeitig wird – weil man gar nicht anders kann um die expansionskräfte des kapitalismus weiterhin mittragen zu können – auch weiterhin auf ein wachstum der finanzindustrie und nicht etwa auf eine regulierung gesetzt.
    nur so ist zu erklären, dass wir bilanziertes wachstum generieren und trotzdem prekarisierungstendenzen beobachten können.
    zusätzlich werden weiterhin staatliche aufgaben zurück gefahren und privatisiert, etwa im bereich der sozialfürsorge. demokratische prozesse werden an übergelagerte instanzen wie den iwf begeben, so wie aktuell in irland zu beobachten. ich kann darin eigentlich kein scheitern des sog. neoliberalismus erkennen.

    eine anmerkung zu bolz und adornos geburtstag. bolz ist wohl in der tat mittlerweile wirklich eher ein mild kalauernder zeitgenosse, der es mit der affirmation doch etwas sehr weit treibt. doch ich bitte auch eines nicht zu vergessen.
    der satz „Nur solches Denken ist hart genug, die Mythen zu zerbrechen, das sich selbst Gewalt antut.“ ist für mich immer noch eine der zentralen aussagen des zugehörigen buches. von daher ist die forderung von bolz und sloterdeyk diesbezüglich nur konsequent und bewegt sich, so unbequem das leider ist, damit durchaus in der tradition eben dieses denkens.

    mfg
    fk

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  11. genova68 schreibt:

    Hi fk,

    vielleicht drücke ich mich da ungenau aus. Mit Scheitern des Neoliberalismus meine ich eher, dass der ja immer darauf pochte, fürs Allgemeinwohl zu sorgen: Lässt man das Kapital machen, geht es allen besser, und seien es auch nur die berühmten Krumen, die für die Armen abfallen. Dieses Dogma lässt sich nicht mehr aufrecht erhalten, auch für die, die beharrlich daran glaubten. In deiner Diktion hast du meines Erachtens recht, der Neoliberalismus macht weiter. Es geht mir eher darum, das parasitäre Moment des Neoliberalismus zu betonen. Denn alleine die Tatsache, dass nicht nur hierzulande mehrheitlich neoliberale Parteien gewählt werden, zeigt ja, dass die Masse die destruktive Funktion des Neoliberalismus nicht kapiert hat.

    Deine Anmerkung zu dem Satz aus der Dialektik der Aufklärung: Um welche Mythen geht es denn? Ohne deren Bestimmung macht der Satz keinen Sinn. Ein Mythos im Sinn der DdA wäre beispielsweise der „Fortschritt“ oder die Kategorie des Nationalen. In der Bolzschen Forderung nach der Verabschiedung oder Überwindung der Kritischen Theorie kann ich gerade keine Mythosritik erkennen, da ja die Kritische Theorie immanent beinhaltet, Mythen auf den Prüfstand zu stellen, sie selber also kein Mythos sein kann, wenn man sie ernst nimmt und nicht instrumentalisiert.

    Abgesehen davon: Wer so viele Mythen produziert wie Bolz in seinen Büchern, hat als Mythenkritiker eh versagt. Ein Pyromane ist nun mal ein schlechter Feuerwehrmann.

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  12. hanneswurst schreibt:

    „Ein Pyromane ist nun mal ein schlechter Feuerwehrmann.“ – Da muss ich widersprechen, die Praxis beweist das Gegenteil. Deswegen hätte ich auch einen guten Psychiater abgegeben.

    @Nihilist: Ein Mindestmaß an gesellschaftlicher Teilhabe ist selbstverständlich zu gewährleisten. Deswegen braucht ein ALG-2 Empfänger ja auch keine GEZ zu bezahlen, und der Fernseher ist unpfändbar. Aber muss ein ALG-2 Empfänger auch noch aktiv teilnehmen – Gegensprechanlage, Telefonat, Leserbrief und so? Oder gar seine Spuren im WWW hinterlassen? Nein, das fordert selbst der paritätische Wohlbundesverfassungsgerichtsbund nicht. Wasser, Reis, Fernsehprogramm, Verhütungsmittel – OK. Aber Saufen, Schlemmen, Scheiße labern? Bitte nicht auf meine Kosten!

    So, und jetzt ab zum Weihnachtsmarkt – der Glühweingeruch ist gratis.

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  13. genova68 schreibt:

    „Ein Pyromane ist nun mal ein schlechter Feuerwehrmann.“ – Da muss ich widersprechen, die Praxis beweist das Gegenteil. Deswegen hätte ich auch einen guten Psychiater abgegeben.

    Stimmt, angeblich haben die Feuerwehren einen überdurchschnittlichen Pyromanenanteil. Das Affiziertsein vom Sujet reicht. Insofern könnte Bolz auch Vernünftiges zum Thema sagen, wenn er sich nur mal Mühe gäbe.

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  14. fk schreibt:

    lieber genova,

    für mich war die pointe der dda eigentlich immer, jedes wissen, jede erkenntnis und jeder gedanke wird irgendwann zu herrschaftswissen, wenn er erst einmal akzeptanz erfährt. dabei ist es meines erachtens erst einmal unerheblich ob dieser instrumentalsiert wird, oder anders herum gefragt: wie sollte man die instrumentalisierung verhindern?
    nur so ist für mich zu erklären, dass eine gute idee irgendwann ins gegenteil verkehrt wird. bildhaftes beispiel ist dabei für mich etwa le corbusiers stadtplanungen zu einer organisation eines modernen zusammenlebens, welche heute die basis der herrschaftsarchitektur der kapitalistischen metropolen wie etwa new york bilden. eben weil eine idee, wenn sie denn gut ist, auf unterschiedliche weise genutzt werden kann und wird. es gibt eine endlose reihe solcher beispiele, der werte kollege finkeldey hatte ja mal irgendwann in seinem blog sinngemäß die rethorische frage gestellt, warum denn jede gute idee irgendwann zu scheiße wird.
    eben darum.

    ich werde jetzt nicht das ende der kritischen theorie ausrufen, wie sollte ich auch. aber man darf eben meines erachtens auch nicht den fehler machen, sich mit den dadurch definiert gedanken in sicherheit zu wiegen. obwohl natürlich genau diese paradoxie, die darin eben auch schon angelegt ist – wie du ja bereits erwähnt hast – sie dann ja auch so mächtig macht.
    vieleicht müsste man aber nun als machtsensibler und kritisch denkender mensch genau an diesem punkt – wenn man sich der mächtigkeit der kritischen theorie bewusst wird – hellhörig und mißtrauisch werden. gleich wohl ich zugeben muss, dass mich dies schlussfolgerung selber ziemlich ratlos macht und die darin beinhaltete paradoxie nur schwer zu ertragen ist.
    die schlussfolgerung könnte im ersten schritt lauten: wir müssen im denken eine hohe wendigkeit an den tag legen, und sind wohl dazu verurteilt immer wieder neue weltsichten und ideen zu entwicklen.
    aber nur so lange bis das eben auch nicht mehr funktioniert und vielleicht ist das im kontext der anythinggoes-postmoderne ja sogar die wahre aktuelle pointe. ein freund von mir formulierte diese in einem seiner letzten bücher wie folgt: füße stillhaltem, abwarten und tee trinken.

    hg
    fk

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  15. chriwi schreibt:

    „Denn alleine die Tatsache, dass nicht nur hierzulande mehrheitlich neoliberale Parteien gewählt werden“
    Welche Chance gab es denn bei der letzten Bundestagswahl? Knapp 30% gingen erst gar nicht wählen und bis auf die Linken sind alle zur Wahl stehenden größeren Parteien mehr oder weniger neoliberal. Ich glaube aber dennoch das sich bald etwas ändern wird. Spätestens wenn der Euro an die Wand gefahren wurde. Denn dann merkt Deutschland, dass Lohndumping nichts bringt.

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  16. genova68 schreibt:

    fk,
    die von dir beschriebene Pointe ist die der Dialektik der Aufklärung, aber genau die soll ja durch die Kritische Theorie unterbrochen werden, also durch eine nicht-positivistische Wissenschaftsausübung, durch kritisches Hinterfragen alldessen, was gerne als natürliche Gegebenheiten betrachtet wird, alles Normative zum Beispiel. Horkheimer hat ja gerade deshalb die Kritische Theorie der „traditionellen Theorie“ gegenübergestellt. Kritische Theorie also als Instrument.

    Das ist ja gerade das schlimme: Wenn Leute wie Sloterdijk etc. das Ende der Frankfurter Schule ausrufen, wird genau dieser kritische Ansatz zum Teufel gejagt. Was Sloterdijk willkommen ist, denn eine kritische Herangehensweise an sein Geplapper entlarvt das ja sofort als nicht ernstzunehmend oder als Esoteriker, wie das gerade auf dem Blog von Bersarin geschieht.

    Das mit den neuen Weltsichten und Ideen stimmt aber auch, aber das spricht eben auch nicht gegen die KT.

    Corbusiers Stadtplanungstheorie: Wenn eine Idee gut ist, sollte sie sich nicht so leicht missbrauchen lassen, würde ich sagen. Aber da kann ich jetzt vorschnell eigentlich nichts sagen.

    chriwi,
    ja, es sind fast alle neoliberal, aber diese Kategorie ist bei der Masse nicht präsent. Es sind die Zusammenhänge kaum zu überblicken. Was sollte sich daran ändern, wenn der Euro futsch geht? „Deutschland“ merkt nix.

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  17. fk schreibt:

    hallo,

    nun gut. also ich würde trotzdem gerne dabei bleiben: für mich darf sich nur das kritische denken kritisches denken nennen, das auch bereit ist kritisch gegen sich selber zu denken – sich also selber in frage zu stellen bzw eben gewalt anzutun.

    von daher ist eben auch die kritische theorie in meinen augen kein instrument einer höheren absoluten wahrheit, sondern eine erkenntnis die eben auch der ihr eigenen dialektik der aufklärung unterliegt. deswegen darf und muss sie angezweifelt werden, um ihr treu zu bleiben.
    ich denke diese, meine position ist relativ leicht nach vollziehbar.

    die argumente sind aber an dieser stelle eigentlich hinreichend ausgetauscht und ich sehe die große gefahr jetzt in haarspaltereien ohne weitere annäherung zu verfallen. von daher würde ich vorschlagen wir belassen es hierbei und sehen einfach ob wir diesbezüglich an anderer stelle eventuell noch mal weiter kommen.

    hg
    fk

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  18. genova68 schreibt:

    Wir sind da gar nicht auseinander. Der erste Absatz bedingt sich selbst, würde ich sagen. Und „kritische Theorie“ ist ja erstmal nicht konkret gefasst. Im Einzelfall wäre in der Tat immer wieder zu prüfen, inwieweit der kritische Ansatz auch wirklich verfolgt wird. Die unkritische Selbstbeschleunigung von Gedanken, die schnell positivistisch werden kann, ist als mögliche Entwicklung immer gegeben. Zumal da ja schnell äußere Interessen hineinspielen. Wenn ein reicher Industrieller der Düsseldorfer Uni mal eben 24 Millionen Euro schenkt mit der Auflage, das in ein neu zu gründendes neoliberales „wirtchaftswissenschaftliches“ Institut zu stecken, dann fällt es wohl schwer, kritisch zu bleiben (wenn man es da jemals war):

    https://exportabel.wordpress.com/2007/09/03/der-geldadel-bestimmt-in-der-uni-duesseldorf-mit/

    Von einer höheren Wahrheit würde ich auch nicht reden, eher von einem unbequemen Weg, einem Versuch einer Praxis, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt und keine „naturhaften Sachzwänge“. Ein, nicht nur wegen Sloterdijk, sehr unpopulärer Ansatz derzeit.

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  19. hf99 schreibt:

    Hi genmova,

    dialektisch gesagt: natürlich ist Bolz eine katastrophe. Aber gerade w e i l (wir beide haben da kürzlich wieder mal unsere Erfahrungen machen dürfen, mich nervt dumm-links seit fast einem Vierteljahrhundert) ein gewisser linker lunatic fringe tatsächlich leider genau so dumm ist, wie Bolz das beschreibt, hat Bolz gewissermaßen seine kleinen Wahrheiten neben der einen großen Lüge für sich.

    Natürlich gibt es auch Gewalt, die von Migranten ausgeübt wird (denn sie sind Menschen, keine edlen heiligen). Es gibt sogar Rassismus von Migranten, und interessanerweise sogar Rassismus zwischen diversen unterschiedlichen Migrantengruppen. Sind halt Menschen, keine Heiligen. Who cares! Dass Rassismus nicht etwa in meiner Beobachtung, sondern n der absurden projektion vom edlen Heiligen zm Ausdruck kommt…merkwürdig, bei einigen scheint es nichtmal zu dieser Beobachtung zu langen.

    Solange irgendwelche dahergelaufenen lunatic fringe Intellektuellen diese problemlosen Beobachtungen mithilfe ihrer unseligen Hermeneutik des Verdachts und der Denunziation (ich nenne es die ewige Subtext-Riecherei) unter Rassismusverdacht stellen, werden Typen wie Bolz hämisch gemießend abkassieren.

    ich habe den Versuch, diese ja nun wahrlich nicht schwer zu verstehenden Bezüge bestimmten, lediglich im eigenen Saft schmorenden linken Subdiskursen nahe zu bringen, inwzischen resigniert aufgegeben.

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  20. genova68 schreibt:

    Hi, Hartmut,
    die drei Thesen von Bolz kann man diskutieren, wollte ich aber nicht, weil ich das lieber innerlinks tun würde und weil Bolz dazu nichts beiträgt. Wer da die Gewalt ausübt, ist eine Frage, die ich nicht auf die Kategorien „Migrant“ bzw. „Nichgtmigrant“ begrenzen würde. Das ist die fast einzige Kategorie, unter der das Thema in der Öffentlichkeit Beachtung findet. Die Kategorie ist aber sinnlos, sondern rassistisch. Wieso eigentlich nicht die Kategorie „Pimmellänge“?

    Das heißt nicht, dass es kulturelle Hintergründe geben kann, die Türken oder Araber für Gewalt anfälliger machen. Aber dann bitte genau hingucken und erläutern.

    Die verrückten Linken (Hartmut bezieht sich hier auf Auseinandersetzungen in diesem an sich lesenswerten Blog (http://metalust.wordpress.com), deren Nacherzählung mir jetzt zu anstrengend ist): Mit deren Hermeneutik ist da natürlich nichts zu machen, aber deshalb braucht man keinen Bolz, sondern meinetwegen einen Burkhard Hirsch. Die von dir beschriebene und von uns erlebte stalinistische Diskussionskultur bis hin zur gewollten Vernichtung des Diskussionspartners ist einem Teil der Linken in der Tat inhärent, genau deshalb mag ich ja die taz viel lieber als die junge welt, aber, wie gesagt: Man müsste mir erstmal erklären, was Bolz, Sarrazin und Broder da aufklärend leisten könnten.

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  21. hf99 schreibt:

    Hallo,

    ich meinte selbstverständlich nicht, dass „Migrant“ eine w e s e n t l i c h e Kategorie darstellt, die Gewalt erklären könne. Mir ging es um basale Tatsachen. Tatsachen können kategorial nie „falsch“ sein, sie „sind“ einfach. Mit der kleinen Wahrheit, dass in der Tat ab und an auch Migranten Gewalt ausüben, kassiert, so meine These, der indiskutable Bolz solange ab, solange selbst Tatsachen mithilfe absurder Subtext-Riechereien unter Rassismusverdacht gestellt werden. Darauf wollte ich hinweisen. Ich denke aber, das war klar, oder? ;-)

    „Vernichtungswille“ – ich hatte ja lange Bauchschmerzies bei diesem begriff, aber wenn ich mir den Ausbund an Haß ansehe, der dorten herrschte (inklusive des sehr schicken Satzes, man imaginiere inzwischen einen rocket-launcher), dann frage ich mich schon, welche schmerzenden Zentren wir beide da getroffen haben müssen.

    Mir persönlich ists wumpe, aber politisch ist dieser linke lnatic fringe, ber den sich schon Peter Rühmkorf so geärgert hat, einfach eine Katastrophe.

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  22. genova68 schreibt:

    In der taz wurde gerade ein neues Wort für „Menschen mit Migrationshintergrund“ gesucht. Das ist der Punkt. Migrationshintergrund sagt erst mal nichts aus, außer dass da irgendwas nicht zu hundert Prozent deutsches drin ist. Wir sind uns da sicher einig, ich finde nur den Sachverhalt an sich bemerkenswert. Es geht um soziale und kulturelle Hintergründe, und da muss man endlich wegkommen von diesen ganzen national aufgeladenen Kategorien. Guck dir die Auseinandersetzungen in manchen Istanbuler Stadtvierteln an, die sich verändern, in denen Galerien und ähnlicher Schnickschnack entsteht. Konservativ gegen liberal, religiös gegen athetistisch, vielleicht auch Kunst gegen Kommerz etc.

    Was dich an der Diskussion seinerzeit gestört hat, war ja nicht, dass deine Thesen diskutiert wurden, sondern dass du als Person virtuell vernichtet wurdest durch den Hinweis auf die Wannseekonferenz. Das ist das mittlerweile breit diskutierte Phänomen von Kreisen, die ich der Einfachheit halber als linksextrem bezeichnen würde.

    Es ist auch der Ansatz zu Terror, und das vielleicht ganz in der Idee der Dialektik der Aufklärung, denn bei den Genossen wird ja auch der Fortschritt verteidigt, wo man gegen jeden vorgehen muss, der diesen scheinbar in Frage stellt. Und es kann jedes Mittel legitimiert werden, wenn man jemanden als Faschisten, als schwulenfeindlich, als Rassist, als Vertreter von irgendwas Herrschendem gebrandmarkt hat. Eben alles im Dienst der guten Sache. Man kann Gott danken, dass solche Leute real keinen Einfluss haben. Aber das habe ich jetzt oft genug geschrieben. :-)

    Wobei ich dir nach wie vor nicht abnehme, dass es dir persönlich wumpe ist. Mir war das zu Beginn persönlich nicht wumpe. Wäre ja auch bedenklich.

    Aber eigentlich ging es hier ja darum, dass die taz Reaktionäre zu Wort kommen lässt. Zwei Seiten hat das Broder-Sarrazin-Gespräch. Das ist das letzte. Breit angelegter Boykott wäre angesagt. Allerdings hat die taz ja schon vor fünf oder sechs Jahren in die Scheiße gegriffen, als sie Diekmann für einen Tag zum Chefredakteur machten. Da werden Grenzen überschritten, deren Einhaltung zivilisatorisch und aufklärerisch nötig sind und die alleine durch bestimmte künstlerische Vorgehensweisen überschritten werden sollten.

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  23. hf99 schreibt:

    Zu den „Linksextremen“ (ich würds anders nennen, gegen Linksextreme hab ich zunächst einmal nichts) ggfls demnächst an anderer Stelle.

    Mit „persönlich wumpe“ meinte ich: ich habe die Vorwürfe nie auf mich bezogen im Sinne eines „hm, könnte ich vieleicht doch ein Schwulenhaßer sein, habe ich Defizite“? o.ä. Ich habe mich also der linkssektiererischen Selbstzerknirschung nie hingegeben. Ich bin nicht sehr selbstbewusst, aber so selbstbewusst bin ich denn doch: Ein Rassist bin ich beim „besten“ Willen nicht. Kein Rassist zu sein ist übrigens nichts verdienstliches, sondern allerbasalste Selbstverständlichkeit. Eben darum ist die Insinuiererei ja auch so schäbig: Man spricht dem Kontrahenten damit basalste menschliche Qualitäten ab. habs auch nicht das erste Mal erlebt.

    Tja, zurück zur Debatte. Die taz interessiert mich schon seit längerem nicht mehr wirklich. sie sind da einfach nur konsequent, denn sie haben sich schon seit Jahren den effizienz-„zwängen“ verschrieben. um diesen effizienzdiskurs geht es eigentlich.

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  24. genova68 schreibt:

    Linksextrem ist der falsche Ausdruck, stimmt. Wie soll das „extrem“ eigentlich aussehen? Die taz lese ich gerade wegen des Meinungspluralismus gerne, das ist nicht nur alles öko-bürgerlich. Basalste menschliche Qualitäten absprechen, jo, das ist eben schäbig.

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