Radfahren in Bukarest

(Fotos: genova 2010)

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15 Antworten zu Radfahren in Bukarest

  1. Shirin schreibt:

    Hast du andere Fotos von Bukarest?

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  2. hanneswurst schreibt:

    Besser als in Düsseldorf, dort endet der Radweg gerne einmal mit einer Einmündung in die Schnellstraße.

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  3. InitiativGruppe schreibt:

    Drei klasse Fotos.

    — Das mit dem Baum ist eine Metapher. Ich weiß nur noch nicht, welche. (Vielleicht spricht der Baum: Du, Radfahrer, glaubst, du verkörperst das Natürliche. Irrtum! ICH, der Baum, bin die Natur! Steig ab vom Rad und erweise mir die Ehre!“)
    Immerhin, rechts käme man grade mal so und etwas holprig vorbei. Außer es ist nachts, und man radelt flott und ahnt nichts von diesem eigensinnigen Baum …

    — Das mit dem Fahrradstreifen mitten zwischen beidseitig schrägparkenden Autos ein Horror. Irgendwann schießt da einer mal ganz unschuldig rückwärts raus und dem Radler voll in die Seite – der Fahrer kann ja ein herankommendes Rad kaum sehen.

    — Das mit dem einbetonierten Stempen mitten aufm Radlweg ist das Produkt eines städtischen Radlfeindes. Oder war der Pfosten etwa schon vor dem Radlweg da?
    Könnte man den Pfosten in Eigenaktivität rausnehmen? Beschädigung öffentlichen Eigentums als gute Tat – eine Ambivalenz, wie ich sie schätze.
    Der unvollständige Aufdruck des Rades in Weiß deutet schon das Schicksal des einen oder anderen Radfahrers an.
    Ist das Konstrukt aus Radweg plus Pfostenhindernis sportlich gedacht? Oder als Kunstwerk? Oder philosophisch? (Glaube nie im Leben, du hättest freie Bahn!“)

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  4. genova68 schreibt:

    Na, Hannes, seit wann so Düsseldorf-kritisch?

    Ja, der Baum, ein schönes Symbol dafür, dass den Rumänen EU-Vorschriften in Teilen egal sind. Die Radfahrer fahren um den Baum rum, halb so wild. Außerdem radelt da eh niemand, wie überhaupt praktisch keine Radfahrer in Bukarest existieren.

    Der Pfosten stand vor dem Radlweg da, glaube ich. Die Bürokratie überzieht die ganze Stadt mit absurden Radwegen, sprich mit ein paar Linien auf Fußwegen. Gerne auch Bordsteine von 30 Zentimetern hoch. Aber eigentlich kennt man das alles auch aus dem grün regierten Kreuzberg…

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  5. christian schreibt:

    vielleicht sind wir deutschen ja einfach ein weniger zu verklemmt auch dem scheinbar unmöglichen raum zu schaffen. der umgang mit gefahrenquellen in bukarest ist aber wirklich erstaunlich! hier drohen unfälle ganz anderer art!
    ich würde mich ja den radfahrern in bukarest gerne mal anschließen..ist doch irgendwie spannend und schärft die sinne :-)
    …jedenfalls finde den wiedererkennungswert der einzelnen orte sehr immens (plädoyer für ein abwechslungsreichen und erlebnisreichen urbanen lebensraum) ;)

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  6. Nihilist schreibt:

    Nun Schildbürger gibt es überall mal.

    Bei uns in der Stadt sind diverse Radwanderwege ausgeschildert. Dumm nur, dass am Parkeingang, durch den auch ein Radwanderweg führt, ein Schild steht – Auch das Mitführen von Fahrrädern ist untersagt – und am anderen Ende, dem Parkausgang steht KEIN Schild.

    Und die Gegenrichtung des Radwanderweges erlaubt also das Fahren mit dem Rad durch den Park. Ich würde es gerne einmal erleben, wenn ein Radfahrer angehalten wird mit dem Hinweis auf das Verbotsschild und der sich darauf beruft, dass da, wo er in den Park gefahren ist, eben KEIN Schild steht.

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  7. InitiativGruppe schreibt:

    München ist anders. Bei uns gibt es nur vernünftige Radwege, alle mit vernünftiger Beschilderung und Kennzeichnung, nur selten mal eine gefährliche Stelle. Ehrlich. Kein Schildbürgerstreich. Ich kenne jedenfalls keinen.

    Woraus man schließen kann, dass WIR in München jetzt die Preußen Deutschlands sind. Jawolll! (Ausgerechnet wir Bayern … A Oadnung hamma jetz bei uns, gäi, do schaugz!)

    Unser Problem ist, dass manche Radwege zu eng sind, dass sie von Autos als Kurzparkzone missverstanden werden, und natürlich, dass es in vielen wichtigen Straßenabschnitten noch keine Radwege gibt.

    Bei ruhigeren Straßen zieht man es vor, mit dem Verkehr zu radeln und nicht auf einem abgetrennten Radweg.

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  8. genova68 schreibt:

    „ist doch irgendwie spannend und schärft die sinne“

    Genau. Bukarest ist eine unfertige, viele Male schlecht behandelte Stadt in einem Zwischenzeitraum. Es ist in Teilen das, was eine Stadt wie Berlin ausmacht, die partielle Nichtnutzung, Nichtbestimmtheit und die daraus entstehenden Möglichkeiten, hoch drei. Die Leerräume inmitten der Stadt, die kurzzeitig ratlos machenden Lücken, die Widersprüche, all das macht die Stadt aus. Der Duktus der Pro-21-Fraktion argumentiert ja ähnlich: Es gelte, eine spannende städtebauliche Situation zu nutzen, neues Leben blabla. Was im hiesigen Fall eine Lüge auf Basis kapitalistischer Verwertungsverhältnisse ist, könnte im Fall Bukarest bei Vorhandensein einer interessierten Öffentlichkeit funktionieren, da das Kapital dort zaghafter ist. Überhaupt liegt subkulturelle Achse Berlin-Bukarest auf der Hand.

    Ich bring demnächst noch ein paar Bilder, die das zeigen.

    Nihilist,
    werden Radfahrer überhaupt noch von der Polizei angehalten?

    IG,
    mit dem Verkehr radeln ist eh das beste.

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  9. Nihilist schreibt:

    Bei uns ja. Aber zu selten.

    Da kann ich auch eine Geschichte erzählen. Aber die ist wahr.

    Ich fuhr mit dem Rad auf der Straße und auf dem Gehweg ein gutes Stück vor mir ging eine von hinten gesehen attraktive Frau. Lange dunkle Haare bis zum Po. Ich nahm mir vor, sie beim vorbeifahren von vorne zu betrachten. Grins.

    Wenige Meter vor mir, zu knapp zum bremsen, ich hätte sie trotzdem erwischt, ich hatte sie immer fest im Blick, will sie so ca 5 Meter vor einem Zebrastreifen schräg über die Straße gehen, ohne sich umzuschauen. ICh rufe spontan VORSICHT, sie erschrickt, bleibt stehen und schaut in meine Richtung. Nun, ich sah ihr direkt ins Gesicht, was ich ja auch geplant hatte. Zu Jung, ging mir durch den Kopf, aber ich lächerlte sie an und sie entschuldigte sich, sie sei in Gedanken gewesen.

    Ich fuhr weiter, ohne zu bemerken, das diese Szene von zwei Polizisten in einem Streifenwagen das gesehen hatten. An der nächsten roten Ampel holten die mich ein. Kelle raus, damit ich merke das ich gemeint bin.

    Dann stiegen die beiden aus und wollten von mir 20 € Bußgeld wegen behinderung eines Fußgängers beim überqueren der Straße auf einem Zebrastreifen. Boah, ich bin innerlich explodiert, verbal aber ruhig und gelassen geblieben. Wenn sie die Szene richtig gesehen hätten, dann müssten sie doch gesehen haben, das die Frau VOR dem Zebrastreifen schräg über die Straße wollte ohne sich umzuschauen und das ich auf den paar Metern nicht zum halten kommen konnte, und das ich sie dann sicher umgefahren hätte. Ich weigerte mich zu bezahlen. Der erste Polizist ging dann kurz weg, der zweite nahm meine Personalien auf. Unter ständigem Widerspruch meinerseits gegen diese Vorderung. Als der erste zurück kam, stiegen beide ein und fuhren weiter.

    Ich auch, und an der Bushaltestelle stand die junge Frau und hielt mich an. Sie erklärte, sie würde keine Anzeige gegen mich machen, dazu habe der Polizist sie aufgefordert. Wir unterhielten uns dann, bis der Bus kam. Nette Frau, schade der große Altersunterschied. Ich war damals schon 50, sie gerade 22.

    Wenige Tage später flatterte ein Bußgeldbescheid ins Haus, nun sollte ich doch noch zahlen. Dagegen legte ich Widerspruch ein. Dann kam ein Schreiben vom Gericht. Der Betrag war noch größer geworden.

    Nun setzte ich ein geharnischtes Schreiben auf, ich forderte die Anhörung der „Zeugin“, als der jungen Frau, die dann die Aussage der beiden Polizisten, die nicht den Tatsachen entsprachen, so wie ich widerlegen würde, denn die Schilderung der Polizisten war gelogen.

    Wochen später kam dann die Einstellung des Verfahrens. Die junge Frau habe ich nie wieder gesehen. Eigentlich schade.

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  10. Nihilist schreibt:

    Sorry, das waren noch DM – 1999 – habe mich in der Währung vertan. An die DM dachte ich nicht mehr.

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  11. genova68 schreibt:

    Eine schöne Geschichte. Was die Polizisten wohl geritten hat? Aber was heißt denn „der große Altersunterschied“? Ich erinnere an Jopi Heesters und Simone Rethel. Da beträgt der Altersunterschied sogar 46 Jahre. Komisch ist es eher, wenn man sagt, „über 40 geht nicht“, so wie Udo Jürgens.

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  12. Nihilist schreibt:

    Altersunterschied – da braucht der Mann pro Lebensjahr mehr wohl eher einen gewissen Geldbetrag. Oder man(n) muß so ein „Künstler“ wie M. Jagger sein, lol, der ja nach den neuesten Buch wohl einen Grund hatte, zu singen:

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  13. InitiativGruppe schreibt:

    Wie man so von Bukarest auf dem Radweg zum Altersunterschied kommt …

    „Ai kännt gett no’u — sättisfäckschain!“ Also, da war ich 15 … und ich hab das monatelang aus mir rausgeschrien … Und jetzt? „Jaaa, ich bin alt und weise, mich behetrügt man nicht!“ Tempora mutantur, in der Innenwelt rückwärts, in der Außenwelt vorwärts – oder umgekehrt?

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  14. Nihilist schreibt:

    War immer ein Beatlesfan – später dann Frank Zappa und Pink Floyd

    Vom ersten Geld (Lehrling 100 DM damals) habe ich mir das weisse Album der Beatles für 35 DM gekauft. Mit dem „Plattenhobel“ Stockholm Studio 90 dann die beiden LP´s immer und immer wieder abgespielt. Kenne die Lieder noch immer auswendig.

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