Die Dummheit wird intensiver sein als heute

Leider kommt schon wieder etwas Negatives. Aber was bleibt einem bei diesem Interview, das der Tagesspiegel mit dem neuen Präsidenten der FU Berlin, Peter-André Alt, geführt hat, anderes übrig? Unter dem Titel „Das Studium wird intensiver sein als heute“ geht es darin um die Zukunft der Universität, genauer gesagt um ihren prognostizierten Zustand im Jahr 2030.

Dazu mein Alt:

„Wir müssen uns zudem jenseits der staatlichen Förderung finanzieren können … Wir werden sehr viel mehr auf das Kapital privater Stiftungen zurückgreifen. Das Geld wird von den klassischen Wirtschaftsunternehmen kommen, verstärkt aber auch aus kulturellen Einrichtungen. Ich denke nicht zuletzt an die Medienindustrie: Bill Gates ist jetzt schon einer der größten Stifter der Welt.“

Finanziert werden soll eine der wichtigsten Universitäten des Landes „jenseits der staatlichen Förderung“. Klartext: Der Staat soll sich aus der Hochschulfinanzierung komplett zurückziehen. Die Wirtschaft finanziert den Laden dann komplett, was natürlich eine vollständige und reine ökonomische Ausrichtung von Bildung zur Folge haben wird (siehe auch die Zustände an der Düsseldorfer Universität). Und Alt hofft allen Ernstes, dass Gates es schon richten wird. Vielleicht schießen Bertelsmann, Springer und Holtzbrinck noch was zu.

Die Professoren werden, so eine weitere luzide Prognose Alts, 2030 „präsenter“ sein als heute. Warum?

„Weil sie wegen neuer Kommunikationsmittel weniger reisen.“

Eine echt originelle Idee. Um welche neuen Kommunkationsmittel geht es? Vielleicht ums beamen. Und wie überzeugen die Profs die Wirtschaft, Mittel zur Verfügung zu stellen? Per SMS?

Richtiggehend unglaublich werden diese Ergüsse, wenn man sich Alts Ausbildung anschaut, die er im Tagesspiegel-Interview erläutert:

„Ich bin Präsident einer Universität mit starken Geisteswissenschaften und selbst Geisteswissenschaftler. Daher bin ich überzeugt, dass die Geisteswissenschaften 2030 noch dominant sein werden. Die Fächer werden gebraucht, weil sie Sinnfragen stellen. Sie denken über den Zweck menschlichen Handelns nach, sie wirken gedächtnisbildend. Wenn es das nicht gibt, ist die Wissensgesellschaft nicht überlebensfähig.“

In Verbindung mit Alts Finanzierungsvorstellungen sind diese Auslassungen hammerhart. Um welche „Sinnfragen“ handelt es sich? Um die, welche geistige Prostitution nötig ist, um an die nächste Geldspritze zu kommen? Was ist der „Zweck menschlichen Handelns“? Gemeinwesen aufzulösen und sich freiwillig an den zweckrationalen Tropf des Kapitals zu hängen? Wer bildet welches Gedächtnis? Eine PR-Agentur, die dann Geschichte schreibt im Sinne der Geldgeber? Was ist das für extremistisch-harmloses Geschwätz, dass der Präsident da zum Besten gibt? Worthülsen, sonst nichts.

Eine zu stellende Sinnfrage wäre ja gerade, inwieweit solch profitorientierte Uni-Finanzierungen den kompletten Bildungsgedanken der Aufklärung infrage stellen, von Humboldt ganz zu schweigen. Inwieweit diese Form der Refeudalisierung jedes kritische Potenzial ausschaltet, sofern es nicht unmittelbar instrumentalisiert werden kann.

Die Tatsache, dass so ein neoliberaler Vollpfosten Universitäts-Chef werden kann, noch dazu der einer „Elite“-Uni, zeigt die katastrophale Lage des deutschen Gemeinwesens. Die neoliberale Umgestaltung der Welt ist offenbar nicht am Ende, wie die Finanzkrise suggerierte, sondern nur auf der politischen Ebene derzeit nicht populär, das ist alles. Hinter den Kulissen geht es mit aller Gewalt weiter.

Wozu ist ein geisteswissenschaftliches Studium gut, wenn als Quintessenz, im Alter von 50 Jahren, ein Geisteszustand wie der von Alt erreicht wurde? Und wo bleibt der Protest an der FU? Der bisherige FU-Präsident Dieter Lenzen kann sich jedenfalls entspannen. Er ist Mitglied der „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“ und hat seine Nachfolge offensichtlich gut geregelt.

Der Literaturwisschenschaftler Alt hat eine lange Publikationsliste, natürlich. Zwei Titel wirken wie unfreiwillige Vorwegnahmen seines aktuellen Geplappers. Sie lauten „Tragödie der Aufklärung“ und „Schlaf der Vernunft“.

Der Mann weiß offenbar doch, wovon der redet.

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26 Antworten zu Die Dummheit wird intensiver sein als heute

  1. unbequemer schreibt:

    Das Problem der Bildung ist doch, das es keine HUMANISTISCHE Grundbildung für ALLE gibt.

    Es werden ein paar „Führerpersönlichkeiten“ benötigt, die mit einer humanistischen Enstellung nur stören würden, und dann Duckmäsuer, die lieber kriechen, um etwas von den Krümel die vom Tisch gewischt werden zu erreichen.

    Ich kann nicht so viel essen wie ich wieder ausspeien möchte, wenn ich die Entwicklung der Menschheit betrachte. Nun, wohl nicht mehr seht lange, mit 59 habe ich mein Bergfest schon hiner mir.

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  2. hanneswurst schreibt:

    @genova: Die Reisebudgets werden zusammengestrichen, weil heute viele Meetings über Videokonferenzen erledigt werden können. Da hat der Prof Recht. In jedem anderen Punkt gebe ich Dir Recht. Dass der Prof mehr Zeit für die Studenten hätte ist völliger Schmarrn, die Profs sind damit beschäftigt zu veröffentlichen und sich Budgets aus Industrie und Stiftungen zu sicher. In den USA macht nur noch der Prof Karriere, der effizient Forschungsmittel sichert, und die Deutschen Universitäten geben sich alle Mühe, da gleichzuziehen.

    Die Uni verschult außerdem total, mittlerweile werden sogar Hausaufgaben kontrolliert, die B.A. und Masterstudiengänge sind alles andere als ernsthafte Vorbereitungen auf ein eigenverantwortliches Leben danach. In einigen Fächern, z.B. Medizin, wurde schon immer ein hohes Pflichtpensum verlangt und das Studium folgte einem Stundenplan. Für Mediziner mag das OK sein, Medizin verlangt einen hohen Planungsgrad. Für Geisteswissenschaftler ist es eine Katastrophe, wenn Geisteswissenschaft „im Plan“ bleibt ist sie für die Tonne.

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  3. genova68 schreibt:

    unbequemer, so ist es.

    Hannes, wegen der Videokonferenzen: Werden Reisen wirklich eingespart? Die Zahl der Flüge nimmt zu, Bahnfahrten und Autofahrten eher auch. Ich glaube, das reale Gespräch am Tisch mit essen darauf ist nicht zu ersetzen. Das kommt mir so ähnlich vor wie die frühere Annahme, dass durch das Internet und Mails die Drucker obsolet werden. Das Gegenteil ist der Fall.

    Möglich aber, dass in finanziell schwierigen Zeiten Reisen eher gestrichen werden können mit dem Hinweis auf Mail, Telefon und Video.

    Was mir gerade noch einfällt: Der Job des FU-Präsidenten wäre es eigentlich, so ein Interview dazu zu nutzen, mehr Staatsgelder für Unis zu fordern. Statt dessen macht er das Gegenteil, was einem FDP-Bildungspolitiker als Argument dient, die Mittel zu kürzen. Er schadet somit objektiv der Institution, die ihn bezahlt.

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  4. Bersarin schreibt:

    So ist es. Ich bin unendlich dankbar, daß ich in einer Zeit studieren durfte, als es noch möglich war, sich durchaus mit abseitigen Dingen zu beschäftigen und als man ein Fach oder ein bestimmtes Gebiet um seiner selbst und um des Wissens willen studieren konnte, und zwar solange man wollte.

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  5. So führt er die Linie seines Vorgängers konsequent fort, und der wird jetzt woanders Unheil einrichten. An den Unis ist es wie überall: diejenigen, die ihr Fähnchen nach dem Wind hängen und am machtversessensten und kältesten handeln, schaffen es nach oben. Und das sind fast immer die Neoliberal(st)en.

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  6. Georg Wolf schreibt:

    Ihren Ausführungen kann ich leider nur zustimmen. Insgesamt erscheint die neoliberale Agenda ja nur temporär gebremst. An den Universitäten jedenfalls wird sie unverändert realisiert. In der Tat kann jeder seinem Schicksal dankbar sein, der in einer früheren Zeit studieren konnte.

    Sicher geht es nicht darum, den vieldeutigen Begriff der „Bildung“ oder die Verhältnisse der Vergangenheit zu idealisieren. Tatsache ist allerdings, dass die (immer geringe) Zahl eigenwilliger und eigenständiger Studenten vor 15 und mehr Jahren noch genügend Freiräume finden konnte, sich abseits ausgetretener Pfade Wissen und Fähigkeiten anzueignen, und zwar lange vor dem Gerede von der „Interdisziplinarität“. Das galt selbst für relativ stark verschulte Fächer wie die Naturwissenschaften und Medizin. Die Hauptänderung besteht darin, dass diese intellektuelle Weitung gar nicht mehr möglich ist, weil weder Zeit noch geistige Kapazitäten verfügbar bleiben. Vor 25 Jahren konnte ein, an sich schon im Studium stark verschulter, Mediziner durchaus noch zusätzlich Vorlesungen in Informatik oder Physik hören, wenn auch mit Mühen; heute ist das unmöglich. Von Philosophie, Musikwissenschaft und dergleichen ganz abgesehen. Für naturwissenschaftliche Fächer gilt Ähnliches. Und die Reorganisation des Studiengangs gemäß „mehr Praxis und Eigenständigkeit“ etwa nach dem sog. Harvard-System kaschiert nur, dass de facto Verschulung und Kontrolle weiter zunehmen. So ist es heute in der Regel hoffnungslos, noch Seminare anzubieten, die über den vorgeschriebenen Studienstoff hinausgehen.

    Dass auch die Organisation der Forschung in immer größere Verbünde oder die Involvierung von Interessenverbänden und Stiftungen nicht unbedingt der Qualität zuträglich sind, wurde durchaus von klügeren Wissenschaftsfunktionären festgestellt, auch wenn den Worten bislang keine Taten folgten. Großverbünde neigen zu konservativen Fragestellungen, ungeachtet der ihnen inzwischen regelrecht vorgeschriebenen Innovations-PR. Es fiel sogar das Wort von der „Beutegemeinschaft“ in der Einwerbung von Großforschungsmitteln. Entscheidend scheint mir, dass das Feld für eigenwillige, unkonventionelle Forscher immer enger wird und dass umgekehrt die „Exzellenz“ eine geringe Zahl vorzugsweise „Angepasster“ bevorzugt, auch und gerade publizistisch (was für die Karriere wichtig ist). Die Folge ist unter Anderem die Ausdünnung der akademisch-wissenschaftlichen „Mitte“, die aber gerade für die Breite der „Bildung“ und den Transfer von Kenntnissen „nach unten“ wichtig ist.

    Wohin das führt, sieht man in den U.S.A., wo ein ganzes System parasitär vom Import anderswo Qualifizierter lebt und jenseits der Exzellenz der Abfall in die ausgedehnten Gebiete einer schwerlich bestreitbaren Bildungsferne relativ steil erfolgt. Dass eine „alteuropäische“ Tradition ohne wirkliche sachliche Notwendigkeit über Bord geworfen und der neoliberalen Phraseologie geopfert wird, kann man nur mit Kopfschütteln zur Kenntnis nehmen. Es wird meines Erachtens auch die Existenzvoraussetzungen der Demokratie nicht unberührt lassen, denn die braucht, erst recht in einer immer komplizierter werdenden Welt, nicht „ausgebildete“, sondern „gebildete“ Menschen, soweit man unter „Bildung“ vor allem die Fähigkeit versteht, eigenständig, sorgfältig und selbstkritisch zu denken.

    Mit freundlichem Gruß

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  7. genova68 schreibt:

    Hallo, Georg Wolf,

    freut mich, von Ihnen mal wieder zu lesen!

    Der letzte Absatz birgt ein interessantes Thema. Dieser parasitäre Ansatz, der ein typisch neoliberaler ist. So wie irgendwelche Exzellensunis heute ganz ausdrücklich nur „die Besten“ haben wollen (wer immer das sein soll), um die zweit- und drittbesten und überhaupt alle anderen sollen sich andere kümmern. Im Zweifelsfall „der Staat“, der aber mit der gleichen Logik gleichzeitig kaputtgespart wird.

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  8. InitiativGruppe schreibt:

    Die Studenten scheinen es sich gefallen zu lassen. Allenfalls bei den Studiengebühren kommt genug Widerstandsenergie zusammen, um mal entschlossen zu protestieren.

    Wenn ich mir den Trend anschaue, möchte ich von einer „Re-Feudalisierung“ der Gesellschaft sprechen.

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  9. genova68 schreibt:

    Refeudalisierung beschreibt die Tendenz vielleicht ganz gut. Ähnlich verhält es sich mit dem völlig unkritischen Hype um das Stiftungswesen. Zuerst werden durch das Wesen des Kapitalismus (also Monopole plus Korruption) ungeheure Geldsummen angehäuft, die Staatswesen nicht mehr angemessen abschöpfen können, dann gründen diese Leute Stiftungen, um noch mehr Steuern zu sparen und sich dann als Philantrophen feiern zu lassen. Die Bittsteller stehen sozusagen in Schlange vor dem Monarchen, tragen ihr Anliegen vor, und der macht dann Daumen rauf oder Daumen runter. Gates hat seine Marktposition im Wesentlichen durch monopolistische Abhängigkeitskonstrukte erreicht, was immerhin zur Folge hatte, dass er alleine in der EU schon weit über eine Milliarde Euro Strafe zahlen musste. Bei einem Umsatz von 55 Milliarden jährlich ist das aber zu verschmerzen.

    Man spürt in solchen Situationen sehr deutlich das gesellschaftliche Fehlen dessen, was einmal die Kritische Theorie war. Um die hier aufgezeigte Problematik erklärt zu bekommen, muss man abseitige Publikationen lesen. Der Rest findet es ok.

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  10. M.K.V. schreibt:

    Bill Gates ist meiner Ansicht nach ein sehr anständiger Mensch und spendet seit Jahren große bis sehr große Beträge. Ich bin sicher kein MS-Fan, doch man sollte zwischen unternehmerischen Vorgängen und der Person schon differenzieren.

    Bei Dir meint man echt dass Du einfach neidisch bist.
    Auf den Erfolg und auf das Geld.

    Vielleicht hättest Du ja statt kommunistischen Träumen nachzuhängen und Dich mit ’nem Glas Rotwein in den Ungerechtigkeiten dieser Welt zu ergehen lieber was aus Deinem Leben machen sollen. Dann hättest Du heute auch Kohle, könntest wohltätig sein und müsstest nicht frustriert ’nen Blog schreiben. Jeder ist seines Glückes Schmied ;-)

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  11. genova68 schreibt:

    Redford,
    du wolltest dich doch verabschieden, oder? Mach hinne, ansonsten mach ich wirklich mal von meiner technischem Überlegenheit hier Gebrauch.

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  12. hanneswurst schreibt:

    @genoveva: Lass Dich von meinem kranken Vormieter doch nicht zur Zensur hinreissen. Du willst doch nicht wie Thomas Knüwer dastehn.

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  13. genova68 schreibt:

    Wenn dein kranker Vormieter täglich an die Tür deiner neuen Wohnung klopfen würde, würde es dir auch auf den Geist gehen. Noch dazu mit Maske vorm Gesicht.

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  14. hanneswurst schreibt:

    Klar nervt der und gegen Nervensägen gibt es zwei probate Mittel: ignorieren oder zum Schweigen bringen. Ich plädiere für Ersteres. Zensur birgt manches Problem, zum Beispiel die Frage, ab wann genau zensiert wird. Werden sich Kommentatoren noch sicher in Deinem Blog fühlen können? Sie müssen vielleicht auch befürchten einmal zu nerven und dann verbannt zu werden.

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  15. genova68 schreibt:

    Stimmt schon und eigentlich ist mir das auch wurscht, jeder kann hier ja schreiben, was er will. In diesem Fall nervt mich aber erstens die Maskerade, also der neue Nick, das ist eine Frage der Fairness, und zweitens die Tatsache, dass Leute wie Redford jede Diskussion durch Niveaulosigkeit zerschießen. Davon hat doch niemand was. Ignorieren klappt nicht, wie die Vergangenheit hier gezeigt hat.

    Dass es sich bei MKV um Redford handelt, schließe ich übrigens nicht nur aus dem ähnlichen Stil und Auftreten, sondern vor allem aus der Tatsache, dass beide in derselben Stadt wohnen und mit demselben Provider unterwegs sind. Wäre doch ein arger Zufall.

    Ab wann zensiert wird? Keine Ahnung, aber eigentlich nie. Zensur ist ja nun wirklich nicht das Problem dieses Blogs.

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  16. Nihilist schreibt:

    Nun, diese Zensurmethode – gleiche Stadt und Provider – führte bei Tacheles nicht nur zu meiner Sperre, sondern auch meine Nachbarin, von deren PC aus ich dann ein paar Kommentare schrieb, wurde gesperrt.

    Und bei Elo bin ich auch gesperrt.

    Die beiden – Harald und Martin, mögen keine Kritiker die sachlich argumentieren.

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  17. genova68 schreibt:

    Naja, MKV hat jetzt ja innerhalb von 48 Stunden mindestens dreimal angekündigt, hier nicht mehr posten zu wollen, insofern sollte sich das Problem von selbst erledigt haben.

    Andererseits frage ich mich auch, ob es nicht die Bloginhalte sind, die bestimmte Niveaus anziehen. Der gute Bersarin beispielsweise hat das Problem nicht. Vielleicht sollte ich konsequent politische Themen aussparen.

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  18. InitiativGruppe schreibt:

    MKV ist zurzeit arbeitslos und hat auch keine Lust zu arbeiten, weil er in der Schuldenfalle sitzt. Seine Frau ist ihm – verständlicherweise – weggelaufen, und ein Freund hat ihm letztens bei einem Bier durch einen Fausthieb die Nase verunstaltet, so dass MKV sich der Ästhertik halber nicht mehr aus dem Haus traut.

    Klar, jetzt hat er Zeit, Kommentare zu schreiben. Er ist etwa bei einem Dutzend tätig (auch bei mir) und wüsste im Moment auch gar nicht, wie er sonst seine Zeit ausfüllen sollte. Für Gewaltspiele ist er irgendwie zu langsam, obwohl sie ihm eigentlich schon gefallen, Pornos langweilen ihn leider seit einiger Zeit, weil er angesichts der oben geschilderten Schicksalsschläge nicht mehr so recht kann:

    — mein Gott, Genova, gönn ihm das letzte Vergnügen, das er sich in seinem trüben Dasein noch leisten kann! Wenn man so beschissen dran ist wie EmKaVau, darf man sich schon mal als Mann des gehobenen Mittelstands träumen und in der virtuellen Blogwelt so tun, als ob …

    Apropos Zensur: Ich hab vorhin einen seiner Beiträge auf meinem Blog gelöscht. Ich mache das, wenn auch sparsam.

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  19. M.K.V. schreibt:

    Verstehe, was billigeres und niveauloseres ist Dir nicht eingefallen, IG.
    Einfach nur peinlich. Und das für einen Mann in Deinem Alter.

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  20. genova68 schreibt:

    Ich schlage vor, wir beenden das Thema MKV und Redford lässt das Posten hier sein. Er hat doch seinen eigenen Blog mittlerweile.

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  21. M.K.V. schreibt:

    Boah nochmal: Ich bin nicht Dein Redford und hab auch keinen Blog….
    Ihr seid echt peinlich.
    Aber gut dann hau ich halt *wirklich* ab – jetzt wirds hier bestimmt voll langweilig ;-) Ihr habt’s so gewollt. Ciao…

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  22. Nihilist schreibt:

    Noch eine Anmerkung zur Dummheit, um auf das Thema zurück zu kommen:

    http://www.zeit.de/2010/32/Dokusoaps?page=1

    Das alles ist in meinen Augen der Versuch, sogar bei gewissen Zuschauern erfolgreich, Erwerbslose und andere Opfer einer Ich-Gesellschaft noch weiter an den Rand zu drängen und die Menschlichkeit dieser Personen zu verdrängen.

    Dann stört es auch kaum einen, wenn bei diesem Personenkreis gespart wird. Dummerweise ist die Mehrheit wohl inzwischen so verblödet, dank Pisa-Studie auch zu erkennen, dass diese Form der Beeinflussung nicht mehr wahrgenommen wird.

    Da wundert es mich auch nicht mehr, dass religiöse Fundamentalisten, egal aus welchem Lager, mit ihren Hetzparolen Erfolg haben. Wer als naiver leichtgläubiger Mensch nicht in der Lage ist, zu erkennen, warum solche Bilder auf die Zuschauer „losgelassen“ werden, der glaubt eben alles, was man ihm erzählt.

    Und da dieses „Bild“ von gewissen Kreisen so gewollt ist (auch ein nettes Wortspiel), gibt es auch „Forenschreiber“ die dieses „Bild“ bestätigen müssen. Aus Dummheit, da sind wir wieder bei dem Thema, aus Opportunismus, oder aber gegen Bezahlung – die es auch schon gegeben hat – man denke an die Bahn.

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  23. Micha W. schreibt:

    Alles in allem kann man es ja auch dialektisch sehen. Wenn Unis, wie z.B. die FU, tendenziell wirtschaftsnaher werden, wird sich das rumsprechen. Neue Studenten werden früher oder später etwas anderes suchen, oder es wird andere Bildungswege geben. Eine Uni-Studium macht noch lange nicht klug oder klüger, manchmal ganz im Gegenteil. Es manifestiert die elitäre Dummheit.
    Andererseits liegt’s ja an den Studenten selbst den Profs etc. kritisch gegenüber zu stehen. Mitläufer, Dünnbrettbohrer gab’s immer, wird’s auch noch ne ganze Weile geben … doch es gibt auch ein Leben neben der Uni.

    Letztlich ist die Uni häufig Schule … schreib, was die Lehrer/Profs lesen wollen, doch lerne ebenso, dass das Leben größer ist … nicht für die Schule lernen wir, und wenn, dann maximal um dem Affen Zucker zu geben ;)

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  24. genova68 schreibt:

    „oder es wird andere Bildungswege geben“, aha. Das ist also Dialektik.

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  25. Micha W. schreibt:

    Zumindest mein Verständnis davon ;) … die Entwicklung an den Unis wirst du nicht aufhalten. Insofern austrudeln lassen und parallel etwas neues schaffen.
    Letztlich zählt die Bildung, nicht der Bildungsweg …

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  26. genova68 schreibt:

    Austrudeln lassen?? Universitäten gibt es seit dem Mittelalter. Ein gigantisches, weltweites Bildungssystem. Sorry, aber mit deinen Ansätzen kann ich nichts anfangen.

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