Solidarität, wie der BDI sie versteht

Auch nicht schlecht: Hans-Peter Keitel, Chef des Bundesverbandes der deutschen Industrie (BDI), will, dass die Hartz-IV-Bezüge gesenkt werden. Begründung:

„Zur Sanierung der Staatsfinanzen müssen alle solidarisch beitragen.“

Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Der BDI-Chef nimmt das Wort Solidarität in den Mund (wahrscheinlich zum ersten Mal in seinem Leben), um sie sogleich von Sozialhilfeempfängern zu fordern.

Falls Ihr, liebe Leser, nun völlig zurecht denkt, dass man für solch abartige Informationen keinen Qualitätsblog aufsuchen muss, biete ich als Serviceleistung folgenden Podcast an. Die taz-Autorin Ulrike Herrmann unterhält sich im Saarländischen Rundfunk über ihr neues Buch „Hurra wir dürfen zahlen. Der Selbstbetrug der Mittelschicht“.

Hörenswert:

Hurra, wir dürfen zahlen

(gefunden bei kritik und kunst)

Die Mittelschicht wäre es auch, die angesichts des auf uns zukommmenden Wahnsinns den Arsch hochkriegen müsste. Ein wohl allzu frommer Wunsch.

Werbeanzeigen
Dieser Beitrag wurde unter Deutschland, Finanzkrise, Kapitalismus, Neoliberalismus, Wirtschaft abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

15 Antworten zu Solidarität, wie der BDI sie versteht

  1. Nihilist schreibt:

    Nun, als ALG-2-Bezieher habe ich mir seit langer Zeit eine Idee aufgehoben.

    Wir kosten also dem Staat angeblich zu viel? Ich kenne eine Methode dem Staat noch mehr zu kosten!

    Was kostet dem Steuerzahler ein „Knastplatz“? Täglich? Wie war das in alten Zeiten? Die „Landstreicher“ begingen eine kleine Straftat, um im Knast zu überwintern.

    Wenn also nun alle, aber auch wirklich ALLE, ALG-2-Bezieher nun freiwillig in den Knast gingen …

    Passend, gestern vor einem Buchladen auf dem „Grabbeltisch“ einen Titel entdeckt und für 2,- € erstanden – Marc Aurel – Wege zu sich selbst – Die Kunst des Lebens besteht mehr im Ringen als im Tanzen – dann werde ich eben weiterringen.

    Gefällt mir

  2. HF schreibt:

    Das Schlimme ist – es wird sehr viele Menschen geben, die zur Aussage von Herrn Keitel auch noch beifällig nicken – und das werden nicht nur seine Kollegen sein.

    Gefällt mir

  3. Maximilian schreibt:

    Das Buch ist -trotz vielem Überflüssigem- durchaus empfehlenswert.

    Gefällt mir

  4. Nihilist schreibt:

    nun, seine (Marc Aurel) „Selbstbetrachtungen“ habe ich jedenfalls verschlungen. Senecas „Selenruhe“ dagegen war meines Erachtens nicht so interessant.

    Gefällt mir

  5. Maximilian schreibt:

    Falls das überhaupt an mich gerichtet war: Ich meinte „Hurra wir dürfen zahlen. Der Selbstbetrug der Mittelschicht“. Marc Aurel lohnt lesen lohnt immer.

    Gefällt mir

  6. Nihilist schreibt:

    Sorry, ja Sie waren gemeint, weil ich angenommen habe, dass Sie sich auf meinen Beitrag bezogen haben.

    Gefällt mir

  7. Maximilian schreibt:

    Kein Problem! Mit Marc Aurel haben Sie mich auf eine gute Idee für die Lektüre bei meiner nächsten Zugfahrt gebracht (Kostet in der Reclamausgabe 4,60€).

    Zum eigentlichen Thema: Bei dem Politnachwuchs dieser Prägung braucht sich zumindest der BDI keine Sorgen zu machen:

    http://www.zdf.de/ZDFmediathek/hauptnavigation/startseite#/beitrag/video/1055284/N%C3%A4gel-mit-K%C3%B6pfen-machen

    (Jacob Schrot, Gewinner der ZDF Sendung „Ich kann Kanzler!“)

    Mit heiteren Grüßen!

    Gefällt mir

  8. Maximilian schreibt:

    Nachtrag: Wenn der Bloginhaber das Blog mit Flatter und Amazonpartnerlinks spicken würde, könnte er uns möglicherweise sogar kostenneutral mit weiteren Beiträgen beglücken.

    Gefällt mir

  9. Nihilist schreibt:

    Ach, eines noch – Maximilian – wenn ich den Namen lese, denke ich immer an – Das schwarze Loch – den Roboter – der neben dem „echten Maximilian Schell den Namen Maximilian trug.

    Nichts für Ungut.

    Gefällt mir

  10. genova68 schreibt:

    Jacob Schrot, Wahnsinn. Je bekloppter, desto eher kommt man ins Fernsehen. Wie selbstverständlich der seine ganze Generation in Beschlag nimmt mit dem Gefasel von Generationengerechtigkeit.

    Maximilian,
    bei Flatter habe ich mich schon angemeldet und hoffe, schnell und unkompliziert reich zu werden. Aber warum meinen plötzlich alle, dass so ein Blog Geld kostet? Bei meinen Zugriffszahlen jedenfalls nicht.

    HF,
    es wäre bedrückend, wenn das stimmt. Wobei ich das in meinem Umfeld auch schon festgestellt habe, diese Arroganz des Geldes, gerade in Bezug auf Griechenland und die Streiks. Aber die Leute werden ja systematisch verblödet, und nicht nur von der Bild.

    Gefällt mir

  11. Frage schreibt:

    Moinsen!
    Ich habe mir jetzt grade den Videobeitrag von dem Herrn Schrot angesehen und muss zugeben, dass ich ihm größtenteils zustimme und gleichzeitig seiner Generation angehöre (Ich werd aber trotzdem kein CDU-Wähler).
    Was finden Sie an seinen Aussagen jetzt bekloppt?

    Gefällt mir

  12. genova68 schreibt:

    Frage,
    zum einen der subjektive Eindruck: Das ist doch einfach ein billiges Nachgeplapper. Stößt dir das nicht auf? Ein kleiner Schleimer, der Politkarriere machen will.

    Inhaltlich ist es die übliche reaktionäre Leier, es ist durch die Bank Blödsinn, was dieser Freak von sich gibt. Allerdings ist das Thema so umfassend, dass ich dazu einen Roman schreiben müsste.

    Vielleicht stellst du einfach eine konkrete Frage.

    Ich kann mir aber gut vorstellen, dass du (wenn du in seinem Alter bist) nichts anderes kennst als diese Propaganda. Schade.

    Gefällt mir

  13. Maximilian schreibt:

    Ich bin auch in etwa in diesem Alter (unter 25 nehme ich mal an?) und fern ab vom politischen Inhalt, finde ich diesen Generalsekretärenjargon zum abgewöhnen.
    Dieses Phrasen durchtränktes Geblubber ist bei Menschen unter 40 jedoch zusätzlich unerträglich.

    Und irgendwie trifft man, egal bei welcher Partei, überall auf diese Meinungsroboter mit schlecht sitzendem Polyestersakko.

    Gefällt mir

  14. chriwi schreibt:

    Schon komisch das Hans-Peter Keitel keinerlei Aussage zu Kombilohnsubventionen, Kurzarbeitergeld, Bankenrettung, etc. sagt. Das sind die großen Posten der letzten zwei Jahre. Da sie aber dem Standort Deutschland, sprich ihm und seinen „Elite“partnern, zu Gute kamen ist es scheinbar okay.

    Gefällt mir

  15. genova68 schreibt:

    Maximilian,
    das trifft es exakt.

    chriwi,
    die Zahlen dazu würden mich interessieren, vor allem die Kombilohnsubventionen.

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.