Herbie Hancock wird 70

Herbie Hancock wird heute 70. Ein guter Grund, die alten Platten rauszukramen. Ich empfehle Thrust, Mwandishi und all die Sachen mit Miles Davis zusammen. Nach 1975 war dann Schluss, wie mit so vielem.

Nur mal so nebenbei.

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10 Antworten zu Herbie Hancock wird 70

  1. hanneswurst schreibt:

    Ja, nach ’75 ging es echt bergab, Kohl kam in den Bundestag und Hancock hat nur noch so rückwärtsgewandten Schrott wie „Future Shock“ produziert.

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  2. Jörg Kremer schreibt:

    1975 war ich 14. Da ging es erst richtig los. Und zwar genau 1975! ;-)

    Seit dem hat sich die Welt verändert. Wie sie sich ständig verändert. Und global gesehen hat sich vieles zum Guten geändert. Hätten wir so weitergemacht, wo wir 1975, Gott hab es seelig, standen, wären wir auf diesem Planeten und mit diesem Planeten schon längst vor die universelle Wand gefahren.

    Wirtschaftlich, gesellschaftlich, umwelttechnisch etc.

    Nein, es ist nichts zu 100% gut. Kann es auch gar nicht sein, weil der Mensch Mensch ist. Und alleine das ist Grund genug für massive Systemfehler.

    Und gerade die, die sich als besonders menschlich präsentierten, bewiesen und beweisen diese Haltung täglich. „Menschliche“ Politik ist gescheitert, „menschliche“ Sozialstrukturen sind kollabiert, „menschliches“ Glauben und Erziehen erweist sich als massive menschliche Fehlfunktion.

    Die, die das „Menschliche“ aber real kalkuliert haben, ohne es als Idiologie vor sich her zu tragen, sind weiter gekommen.

    Ja, früher war alles besser! Aber jetzt ist es „guter“!

    Was haben denn die Zustimmer zur „Seit 75 ist Schluss mit so vielem-Theorie“ die letzten Jahrzehnte gemacht? Gelitten? Auf welchem Niveau?

    Und jetzt bitte nicht wieder irgendein Einzelschicksal auskramen und seitenlang zum Mitweinen einladen. Ich meine das „over all“ gesehen.

    Der Beitrag ist zum Angriff freigegeben. Gründe habe ich sicher genug geliefert.

    p.s.: Herbie Hancock lief bei mir gestern – dank shuffle – noch zufällig in meinem iPod. Oder steuert Apple die Musikplayer der Welt heimlich? Sind wir doch in ganz schlechten Zeiten gelandet?

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  3. genova68 schreibt:

    Ich meinte das erstmal jazzmusikalisch. Da ist seit 1975 doch nicht mehr viel passiert. Die verinnerlicht-esoterischen Konzerte von Jarrett und ansonsten Retro ohne Ende. Aber Retro ist der Tod des Jazz. Seitdem touren die Altmeister, bis sie tot umfallen. Oder es gibt Crossover, der aber nur noch langweilig ist, ganz im Gegensatz zu dem 70er Crossover namens Fusion.

    Seit etwa zehn Jahren gibt es in der Elektroszene ein paar gute Jazzsachen, aber eben doch zuwenig. Die meisten Elektromusiker freuen sich doch, wenn sie aus ihrem tollen Applelaptop Töne rauskriegen. Tied and Tickle Trio würde ich noch nennen, oder Chicago Underground Trio oder Martin, Medeski and Wood. Aber ich bin offen für neues, wenn man mir etwas empfehlen kann.

    Das Ganze könnte man jetzt auf eine gesellschaftliche Ebene heben, wo ich dir, Jörg, natürlich auf keinen Fall zustimmen würde. Ist mir jetzt aber zu aufwendig.

    Vielleicht soviel: Es wird gesellschaftlich nur noch regressiv experimentiert, nicht mehr nach vorne, nicht mehr ohne Rendite- und Konkurrenzgedanken, alles ist durchökonomisiert. Ich will aber auch nicht so kulturpessimistisch daherkommen.

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  4. Jörg Kremer schreibt:

    Sie mal, so schlicht kann ich bei Dir schon gar nicht mehr denken ;-)

    Musikalisch hast Du Recht, wenn Du neben dem damaligen Stil und dessen konsequenter Fortsetzung nichts anderes magst.

    Jazz liebe ich auch, aber ich empfinde gerade diese Weiterentwicklung im Jazz als sehr spannend. Der „alte“ Jazz“ ist ja auch dynamisch entstanden und nicht in der Reinform vom Himmel gefallen.

    In Nordeuropa gibt es doch ein paar sehr gute Jazzmusiker. hast Du Dich da mal umgetan?

    Und wenn es der gute alte Jazz sein soll, dann müssen die Opas halt wieder an den Start. Bei Jazz ist Alter nie so unangenehm, wie es bei Rock oder Pop der Fall ist. Mit Jazz kann man akzeptiert auf der Bühne alt werden.

    Eventuell hilft das auch dem Phänomen der Alten Säcke auf Jazzbühnen.

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  5. Nihilist schreibt:

    Nun, ich bin eher ein Bluesfan – da vor allem Alexis Korner.

    Blues Inc., Snape, CCS, um nur einige der Gruppen zu nennen.

    Jazz – da fällt mir nur ein Stück ein – Take Five mit Dave Brubeck.

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  6. Jörg Kremer schreibt:

    Take Five von Brubeck ist absolut genial! Höre ich nicht täglich, aber sicher wöchentlich seit ich hören kann ;-)

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  7. Jörg Kremer schreibt:

    Willy DeVille, Gott habe Ihn selig, hat auch ein paar sehr gute Blues gemacht. Habe ihn vor zwei Jahren noch live gesehen. Eindrucksvoll.

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  8. genova68 schreibt:

    Blues ist wohl eher zeitlos, oder tut sich da was? Blues hör ich auch gerne, aber dennoch fast nie.

    Jörg,
    Jazz ist die permanente musikalische Revolution, sonst ist es keiner. Wo bitte ist die Weiterentwicklung des Jazz, die du spannend findest? Ich sehe da nur die erwähnten Elektro-Geschichten. Die Nordeuropäer sind, soweit ich das überblicke, konventionelle akustische Jazzer, die Standards spielen. Auf hohem handwerklichen Niveau, wie es heute überhaupt so viele handwerklich gute Jazzmusiker gibt wie wohl noch nie, aber das Handwerkliche ist im Jazz eben immer nur eine Seite. Die Inspiration muss woanders herkommen, im weitesten Sinne aus der Gesellschaft, und da hat sich die letzte 30 Jahre wenig getan. Ist ja auch bezeichnend, dass in diesem Zeitraum die „Weltmusik“ reüssierte.

    Jazz war immer Entwicklung, und die sehe ich nicht mehr. Ganz davon abgesehen, dass es die Kultur des Livespielens kaum mehr gibt. Es gibt keine Bands mehr, die jeden Abend in Kneipen spielen, selbst in Berlin musst du da suchen.

    Vielleicht sind die guten Sachen aber auch marginalisiert und ich kriege das nicht mit. Das, was die Jazzindustrie hypt, ist armselig. Gutaussehende Jazzsängerinnen als Hintergrundgedudel beim Sonntagsbrunch.

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  9. willy56 schreibt:

    Würd ich nicht so pessimistisch sehen. Hancock hat in den letzrten Jahren viele gute Cds gemacht, z.B. The New Standard von 1996. Akustisches Piano mit guten Musikern zusammen, dass ist eine Art Jazz-Klassizismus, vielleicht nicht sonderlich innovativ, aber super Musik.

    Man muss ja auch nicht um jeden Preis innovativ sein. Mozart gefällt ja auch immer wieder….

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  10. genova68 schreibt:

    Sicher alles richtig, aber was ich meine ist: Es gab im Jazz seitdem, also seit Mitte der Siebziger, keine Entwicklung mehr. Eine Situation, die vorher im Jazz undenkbar war. Und dementsprechend findest du bei Jazzkonzerten meist Leute 45 plus x oder ganz junge, aber das sind meist Musikstudenten, die ihre Instrumente ganz hervorragend beherrschen.

    Und nach Mozart gab es eben viele Komponisten, die die Musik weiterentwickelt haben. Das ist der Unterschied.

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