„Ich mache einfach, wozu ich Lust habe“

Franka Potente zum Thema „strategische Karriereplanung“:

„Ich plane meine Karriere gar nicht. Ich arbeite viel mehr nach dem Lustprinzip und mache einfach, wozu ich Lust habe, worauf ich neugierig bin. Ich war grade für die BBC und Teamworx drei Monate in Südafrika zum Dreh und bin dabei, mein erstes eigenes Buch fertigzustellen. Mal sehen, was als nächstes kommt. Vielleicht Urlaub.“

Beneidenswert. Und glaubhaft. Wie geht das?

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9 Antworten zu „Ich mache einfach, wozu ich Lust habe“

  1. hanneswurst schreibt:

    Genauso wie Franke Polente mache ich es auch! Mal sehen, was als nächstes kommt. Vielleicht die Privatinsolvenz.

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  2. genova68 schreibt:

    Beneidenswert. Und glaubhaft.

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  3. Jean Stubenzweig schreibt:

    Was ist daran so fragwürdig? Ich kenne einige Menschen, die ähnlich leben, nicht nur Schauspieler. Und wer von denen oder in anderen Berufen ausreichende Honorare oder Gagen kassiert – und das dürften in diesem Fall vermutlich auch noch gute sein – gehört zu denen, die sich das leisten. Und weshalb sollte jemand unbedingt eine Karriere planen sollen, wenn es auch ohne geht? Ohne Planung und ohne Karrriere. Es gibt Menschen, denen ist wohl dabei, auch bei weniger monatlichem oder gar festem Einkommen. Ich habe mein Lebtag nichts geplant. Alles ist gekommen, wie es wollte. Daß es dabei sehr gut für mich lief, ganz von alleine, das will ich nicht unbedingt dem Schicksal zuschreiben, sondern den eher günstigeren Bedingungen, die sozusagen zu meinen Zeiten vorlagen. Aber ich lese mit Wohlwollen, daß es auch noch jüngere Menschen gibt, die besseres zu tun haben, als nur nach oben zu streben, wo auch immer das liegen mag.

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  4. fk schreibt:

    grundsätzlich eine schöne haltung, sich abzuwenden vom karriere-gedanken oder der strategischen zukunftsplanung. vor allem der begriff der karriere sorgt bei mir persönlich zunehmend für ein kitzeln im gaumen. ich reagiere da ablehnend drauf und immer mehr genervt. irgendwie hat das etwas von freiwillig ab- oder zurichten.

    andererseits. der trend der beschäftigungsverhältnisse, insbesondere bei der jüngeren generation, zu der ich mich durchaus noch eine weile zähle, geht ja hin zu den prekären selbstständigen beschäftigungsverhältnissen, oder wie es so schön heißt der ich-ag.
    nun ist in der ich-ag nun mal auch jeder chef und angestellter zugleich. eine eingermaßen vernünftig geführte firma braucht aber eben strategische planung. so wird das ganze leben zunehmend zur marktwirtschaftlich orientierten, vermeintlich strategischen unternehmung. das praktikum oder der mies bezahlte job als vorleistung in der hoffnung auf besseres, oder lebensbuchhaltungstechnisch abgeschrieben als pr in eigener sache, subventioniert durch den 2.job am abend.

    das freie umherschweifen, oder eben das von mir so verehrte und geliebte situationistische derive – auch wenn ich es mir nach wie vor gönne – wird da schon sehr schwer.
    ich gönne franka potente ihre haltung und die möglichkeit dazu, würde es mir selber wünschen. wir sollten aber nicht vergessen, der dem zu grunde liegende luckypunch mit entsprechender vergütung ist die große ausnahmen, der 6er im lotto sozusagen, und leider nicht die regel.

    mit den besten grüßen
    fk

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  5. genova68 schreibt:

    Jean,
    ich finde das Verhalten von Potente nicht fragwürdig, sondern bewundernswert. Ich frage mich nur, wie man das macht. Wenn ich nur das machte, was mir Spaß macht, würde ich keinen Cent verdienen. (Beispielsweise in diesem Blog schreiben.) Und Sie schreiben ja selbst von den günstigen Bedingungen zu Ihren Zeiten, die es jetzt wohl so nicht mehr gibt.

    fk trifft das ganz gut: ein Sechser im Lotto. Ich gönne es Franka Potente natürlich auch. Sie kann ja was.

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  6. Jean Stubenzweig schreibt:

    Fragwürdig – einer Frage würdig. Nichts anderes war damit gemeint. Und ich hatte es also damit auch nicht kritisiert.

    Bei aller berechtigten Kritik an den aktuellen und auch akuten, also verwerflichen Zuständen, da sind wir wohl einer Meinung, nochmal: Ich kenne einige Menschen, darunter glücklicher- oder auch denkenderweise auch jüngere, die nicht ständig dem Geld oder der Karriere et vice versa hinterherrennen. Damit meine ich nicht Ich-Aktionäre und so weiter, sondern solche, die schlicht soviel Geld benötigen, wie es zum Leben, meinetwegen zum Überleben braucht und das sie sich erarbeiten. Sie orientieren sich lediglich anders. Ohne jeden Zweifel ist das oftmals oder auch meistens schwierig. Aber es belastet sie nicht. Sie benötigen keinen Sechser im Lotto; sie spielen schlicht nicht, nicht weil ihnen das Geld dazu fehlt, sondern weil sie sich dieser (be)trügerischen Hoffnung erst gar nicht hingeben. Es wird soviel auf die Romantik geschimpft. Aber oft überkommt mich dabei der Verdacht, daß dabei, wie in anderen Fällen, auf die Sekundärliteratur zurückgegriffen wird oder der Begriff einfach plattgemacht wurde. Oder so herum: es gibt auch eine andere Perspektive, nenne ich sie die französische. Jochen Gerz hat sie einmal treffend charakterisiert in bezug auf die Hoffnung:

    «Ich schätze die Hoffnungslosigkeit der Romantiker, die Politisiertheit der Romantiker. Ich halte Novalis für einen ausgesprochen scharfen Denker. […] Das ist auch politisch. Das entspricht einem fast französischen Begriff des Politisierten […]. Das allerwichtigste: daß sie eine relativ würdige, unexpressive Haltung eingehalten haben des totalen Fehlens von Anlaß zu Hoffnung. Die Romantiker waren total getrennt von ihrer Liebe, ihrer Sehnsucht, ihrem Verlangen nach Ursprung oder Zukunft, […] und ohne zu klagen und zu lamentieren und ohne sich zu verbohémisieren haben sie das ausgehalten.»

    Das wäre eine Freiheit, von der heutzutage kaum noch jemand sprechen mag. Das ist das, was mich, der ich selbstverständlich auch die Mehrheit kenne, an ihr so aufregt: daß sie nämlich in hohen Maße einem Konsumismus anhängt, der ihr das Leben erschwert und über das sie sich dann beklagt.

    Aber, auch dies nochmals, ich habe gut reden, weil gut gelebt. Was andere nicht daran hindern sollte, wenigstens darüber nachzudenken, wenn sie schon nicht vorausdenken, zum Beispiel zu politischen Veränderungen. Die Möglichkeiten dazu oder die Versäumnisse werde ich hier wohl kaum näher erläutern müssen.

    Entschuldigen Sie bitte die lange Weile. Eigentlich habe ich dafür schließlich meine eigene Seite …

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  7. genova68 schreibt:

    Fragwürdig, einer Frage würdig, , tja, das nennt man wohl Bedeutungswandel. Die lange Weile stört mich überhaupt nicht, sie ist ja nicht langweilig.

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  8. Jean Stubenzweig schreibt:

    Na, da hab ich’s wohl etwas übertrieben mit meiner Definition oder auch Interpretation – sie ist wohl eher etwas fragwürdig. Nein, ich möchte keinen Bedeutungswandel herbeiführen, das geschieht ohnehin allzu häufig, mit negativen Ergebnissen. Also keine unnötigen Irreführungen. Ich nehme das lieber wieder zurück und frage in diesem Fall: Was ist daran so ungewöhnlich?

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  9. genova68 schreibt:

    Nein, nein, Sie haben nichts übertrieben, Ihre Beiträge sind ja allesamt lesenswert.

    Ich halte Potentes Ansatz deshalb für ungewöhnlich, weil sich das real fast niemand erlauben kann, zu machen, was man will UND dabei so erfolgreich sein. Beispiel Schauspieler: Die meisten krebsen rum, müssen sich in schlechten TV-Seifenopern prostituieren (wenn sie das Glück haben, da ranzukommen) oder werden von Castorf und Co. körperlich ausgebeutet, ähnlich wie die Bergleute im vorletzten Jahrhundert. Wenn die einfach nur das machen, was ihnen Spaß macht, beziehen sie über kurz oder lang Hartz IV und werden zu Scheißarbeit gezwungen. Alles nichts neues.

    Das sieht natürlich anders aus, wenn man von irgendwoher Geldquellen hat und davon leben kann.

    Ungewöhnlich also schlicht deshalb, weil sich das nur ein geschätztes Promille der Bevölkerung leisten kann.

    Andererseits stimmt das mit dem Konsumismus auch, man könnte mit weniger klarkommen.

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