Jack Wolfskin: Im System zuhause

Auch auf einem Dreitausender mit der Verwertungslogik per du: Der Wanderausstatter Jack Wolfskin hat, unter anderem, die taz abgemahnt, ihre Tazze nicht mehr auf bestimmte Produkte aus dem Outdoor-Bereich aufzusticken. Der Designer Roland Matticzk hat die Pfote zwar schon 1979 für die taz erfunden, die haben sich aber – typisch Linksromantiker! – die Markenrechte nicht gesichert. Das hat Jack Wolfskin 1982 gemacht.

Die Online-Welt ist empört und Jack Wolfskin hat nun reagiert. In der Stellungnahme der Firma aus dem Taunus findet sich der lustige Satz:

„Leider ist es notwendig, auch verhältnismäßig kleine Anbieter mit einer Abmahnung und entsprechender Kostenerstattung zu kontaktieren.“

Ich empfehle Herrn Wolfskin, das Hören lauter, gitarrenlastiger Popmusik durch junge, attraktive und tadellos angezogene Menschen beiderlei Geschlechts auf baumfreien hohen Bergen auch als Marke schützen zu lassen und Zuwiderhandelnde mit entsprechender Kostenerstattung zu kontaktieren. Da könnte ja sonst jeder kommen.

Gefunden im Commonsblog, wo es eine Menge weitere Informationen zum Thema gibt.

Ich zeige nun todesmutig und lediglich aus Gründen der Anschaulichkeit die tazze und hoffe, dass mich weder der böse Herr Wolfskin noch die gute taz dafür verklagen werden. (Foto: Wikipedia)

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6 Antworten zu Jack Wolfskin: Im System zuhause

  1. Pingback: Jack Wolfskin – Tatzenklau « AISTHESIS

  2. Bersarin schreibt:

    Danke für diesen Artikel. Wenn es nicht so traurig wäre, weil diese Sache für einige mit viel Geld und Abzocke verbunden ist, so ist die Angelegenheit eigentlich und im Subtext nur noch zum Lachen. Denn: sie trägt einige Wahrheit in sich, weil sie genau zeigt, daß das System bestens funktioniert. Das Wesen kommt hier einmal wieder, gut hegelianisch gesprochen, zur Erscheinung.

    So habe ich mir, von Dir angeregt, erlaubt, auch etwas dazu zu schreiben.

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  3. rabe schreibt:

    „Jack Wolfskin – Dies ist erst der Anfang“
    Die Bären-Community hat Ärger mit JW:

    http://skorpionstich.wordpress.com/2009/10/22/jack-wolfskin-dies-ist-erst-der-anfang/

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  4. T. Albert schreibt:

    Kann man eigentlich auch Firmen verklagen, die sich mit einem nicht so häufigen Familiennamen benennen?
    Langsam fängt das Thema an mich zu interessieren, da scheint ja ne Menge Geld drinzustecken.

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  5. Stefan schreibt:

    Hm. Aber im Falle der taz ist das doch ein so genannter „prior case“. Da kann Jack Wolfskin gar nichts machen. Oder habe ich da im Markenrecht etwas missverstanden?

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  6. genova68 schreibt:

    Stefan,
    da kennst du dich sicher besser aus als ich. Ich glaube aber, dass Jack Wolfskin die Sache schon längst bereinigt hat, also nichts gegen andere Tazzen unternimmt, weil die festgestellt haben, dass der Schuss imagemäßig nach hinten losgegangen ist.

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