Eine Wurzel des Übels

Kleiner Nachtrag zu dem Kuba-Artikel vom 11. September, der davon handelte, wieso es auf der Linken immer wieder zu diktaturähnlichen Zuständen kam (und kommt?).

Zufällig habe ich dieses Zitat von Lenin entdeckt:

„Die widerspruchslose Unterordnung unter einen einheitlichen Willen ist für den Erfolg der Prozesse der Arbeit, die nach dem Typus der maschinellen Großindustrie organisiert wird, unbedingt notwendig“, das sei „im Interesse des Sozialismus, die unbedingte Unterordnung der Massen unter den einheitlichen Willen der Leiter des Arbeitsprozesses“. Diese Leiter werden „Diktatoren, seien sie nun gewählt oder von Sowjetinstitutionen ernannt, die mit diktatorischen Vollmachten ausgestattet sind.“

Widerspruchslose Unterordnung, einheitlicher Wille, diktatorische Vollmachten: Es geht hier vordergründig nur um „Arbeitsprozesse“, aber damit um einen wesentlichen Lebensaspekt. Da braucht man sich nicht mehr zu wundern. Die Chose ist offenbar spätestens bei Lenin gekippt.

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2 Antworten zu Eine Wurzel des Übels

  1. momorulez schreibt:

    Ja, sie ist in der Tat bei Lenin gekippt. Übrigens auch und gerade wegen des Theorie der „Avantgarde“ – dass also, wenn das mit dem Widerspuch zwischen Produktivkraftentwicklung und Produktionsverhältnissen schon nicht von selbst hinhaut und die Massen revolutionär werden läßt, dann muss man halt als Kleingruppe vorpreschen und die Verhältnisse so ändern, dass der „Neue Mensch“ dabei heraus springt.

    Das ist deshalb wichtig, weil die ganze Neocon-Ideologie und auch die neoliberale Agitation, die „Eltiten“ will, Leninismus ist. Und Hartz IV ist ja auch ein „Menschwerdungsprogramm“ – endlich eigenverantwortlich!

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  2. genova68 schreibt:

    Neokonservatismus als zeitgenössischer Leninismus, so habe ich das noch nicht gesehen. Ein interessanter Aspekt. Und dann wissen wir ja, was uns noch blüht.

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