Fleischhauer: Rechte haben Humor

„Linke haben keinen Humor“, behauptet Jan Fleischhauer in seinem Buch „Unter Linken“. Wenn er meint. Jedenfalls: Wie Fleischhauers Humor aussieht, kann man in seinem Blog begutachten.

Die Vorgeschichte: Die Journalistin Julia Encke hat in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS) eine Rezension über das Buch veröffentlicht, die man einen Komplettveriss nennen muss. Amazon hingegen reißt in seiner Online-Präsentation des Buches drei ironisch gemeinte Sätze aus der FAS-Rezension heraus und preist damit das Werk an:

“Jan Fleischhauer nimmt kein Blatt vor den Mund. Er nimmt sogar in Kauf, ein paar Freunde zu verlieren. Sein Mut ist unerhört.“

Julia Encke, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung

Eingebettet in andere, wirklich positive Pressestimmen wird aus dem Veriss somit ein dickes Lob für Fleischhauers Werk. Man könnte Amazons Vorgehen Rufschädigung nennen – ob absichtlich oder aus Blödheit, sei dahingestellt.

Daraufhin bittet Frau Encke Amazon schriftlich, ihren Rezensionsausschnitt von der Seite zu nehmen, da er ihrer Intention komplett zuwiderläuft.

Nun leitet Amazon Enckes Brief offenbar an Fleischhauer weiter, der ihn sogleich in seinem Blog veröffentlicht (skurrilerweise unter dem Stichwort „Linke“) und sich darüber lustig macht:

„Hmm, ist das nicht die selbe Kollegin, die von sich selber sagte, sie habe bei der Lektüre nicht ein einziges Mal lachen können? Bei der FAS scheint man ein sehr spezielles Humorverständnis zu pflegen. Man könnte auch meinen, wer die armen Menschen bei Amazon ausdrücklich darauf hinweisen muss, dass eine Rezension ein “Komplettveriss” war, “voll beißender Ironie”, hat vielleicht kein ganz zwangloses Verhältnis zur ironischen Darstellung. Nur so ein Gedanke, aber auch der wird umgehend gelöscht. Wie die Zeilen aus ihrer Kritik. Versprochen.“

Das ist also Fleischhauers Humor, stellvertretend für Rechte, pardon, Konservative: Ein Zitat wird völlig sinnentstellt samt Namen der Autorin und der Zeitung veröffentlicht, die Autorin bittet intern um Korrektur und Fleischhauer macht sich öffentlich über deren angebliche Humorlosigkeit lustig. Genauer: Er versucht, sich darüber lustig zu machen.

Rechter Humor meint offenbar Hohn, Spott. Die Linken sehen sich ja angeblich als Anwalt der Opfer, der linkengeschädigte Fleischhauer dreht den Spieß um um tritt Opfern hinterher, statt um Entschuldigung zu bitten.

Das passt auch zu Fleischhauers Meinung, der Mensch sei generell böse und es bedürfe deshalb strenger Regeln, Vorschriften, Gesetze (und wohl eines starken Führers). Der typische konservative Ansatz also. Rechte sind gerne böse, denn sie sind ja auch nur Menschen. Ihr Humor darf andere verletzen, so ist der Mensch nun mal. Worüber soll man sonst lachen? Hier bekommt auch das von Rechten so gern benutzte Schimpfwort „Gutmensch“ seine Bedeutung. Wer gut sein will, ist links, wer böse ist, ist Mensch und somit menschlich.

Fast schon lustig: Fleischhauer will die Linken demaskieren und zeichnet versehentlich sein eigenes Menschenbild. Da bleibe ich lieber humorlos.

(Anmerkung: Ich bin selbst auf die amazonsche Umdeutung der FAS-Rezension hereingefallen.)

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18 Antworten zu Fleischhauer: Rechte haben Humor

  1. bersarin schreibt:

    Hab Dank für diesen guten Beitrag, insbesondere über die Praktiken Amazons. Leute wie Fleischhauer sind, mit Verlaub gesagt, Idioten respektive Dummköpfe, die, wie Hartmut es auf „Kritik und Kunst“ so schön sagt, ihre zwei Zeilen angelesenen Nietzsche nicht so recht begriffen haben und nun herrenmenschelnd schwadronieren.

    Die Aussage, daß Linke keinen Humor haben, zeigt Fleischhauers Kenntnisstand betreffs Literatur und Karikatur. Ihm scheinen die Neue Frankfurter Schule, „Pardon“, „Titanic“ (die alte „Titanic“ aus den 80er Jahren), Tucho, Heine usw. undsofort kaum geläufig. Zudem: ich kenne keine konservative Satire, die wirklich witzig wäre. Aber nun gut, diese machen eben Realsatire, unter dieser ist auch Fleischhauer abzuhacken.

    Mein Rat zudem: Amazon wo es geht meiden, Bücher NIEMALS dort kaufen. (Allein schon wegen der vielen kleinen guten Buchhändler.)Die Buch-Rezensionen bei Amazon taugen sowieso meist nicht.

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  2. genova68 schreibt:

    Ich stimme schon wieder zu.

    Amazon meiden, kleine Buchändler unterstützen, auch gut.

    Wir sollten mal ein Thema finden, bei dem wir unterschiedlicher Meinung sind :-)

    Wobei ich in dem Artikel nicht über das Thema „Linke und Humor“ schreiben wollte, sondern über Fleischhauers Humorangebot. Linke gehen mit teilweise auch auf den Sack, und zwar in der Richtung, die Hartmut in dem Nietzscheartikel angeboten hat: Stilistisch. Man muss als Linker nicht zwangsläufig Billig-Hemden tragen. Warum sollen maßgeschneiderte Hemden nur für Konservative da sein?
    Maßgeschneiderte Hemden für alle!

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  3. bersarin schreibt:

    Was die Linken betrifft:

    Auch hier sind wir einer Meinung, insbesondere bezüglich maßgeschneiderter Hemden und Anzüge und erst recht, was den Stil betrifft: Nietzsche ist da eine gute Schulung

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  4. ThomasXY schreibt:

    „Ihm scheinen die Neue Frankfurter Schule, „Pardon“, „Titanic“ (die alte „Titanic“ aus den 80er Jahren), Tucho, Heine usw. undsofort kaum geläufig. “

    Im Gegenteil. Fleischhauer bespricht die Genannten in seinem Buch sehr ausführlich.

    „Zudem: ich kenne keine konservative Satire, die wirklich witzig wäre. “

    Tja, ich kenne keine linke Satire, die nicht krampfhaft, spießig und volkspädagogisch-oberlehrerhaft daherkäme.

    Zudem: Frau Encke gibt ja Herrn Fleischhauer indirekt Recht. Wenn ihre „beißende Ironie“ (Zitat Encke) nicht erkannt wird, dann ist sie wohl auf diesem Gebiet eine Dilletantin.

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  5. genova68 schreibt:

    Thomas, dein letzter Absatz ist Blödsinn. Wenn ich aus einem langen Artikel drei Sätze willkürlich rausziehe, dann ist die Ironie eben NICHT zu erkennen, auch wenn sie im Zusammenhang erkennbar wäre. Das liegt in der Natur der Sache. Das war einfach eine Fälschung durch Amazon. Und nur darum ging es.
    Eigentlich nicht so schwer zu verstehen.

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  6. ThomasXY schreibt:

    Wer aber sowohl Fleischhauers Buch als auch Enckes Rezension gelesen hat (und mein Eindruck ist, dass die meisten hier entweder nur eines von beiden oder aber gar nichts davon gelesen haben), dem wird Folgendes sofort auffallen: Frau Encke hat, im Gegensatz zu vielen Amazon-Rezensenten, das wechselhaft Ernste-Scherzhafte, das leicht Übertriebene, das einer Polemik nun mal zu eigen ist, nicht wirklich wahrnehmen können. Spricht nicht für sie, denn ich konnte es.

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  7. bersarin schreibt:

    @ Thomas XY

    Es reicht mir eigentlich, den Mist auf Spiegel-Online zu lesen, den Fleischhauer da verzapft und was SpOn dort als Zusammenfassung seines Buches ankündigt. Dieser Text ist ein Blah-Blah und ein Strauß von Banalitäten, die man nicht einmal im Ansatz als witzig bezeichnen kann. Es sind Platitüden, über die wir bereits in den Achtzigern gewitzelt haben. Man lese hier auch die alten Titanic-Hefte; die undogmatische Linke hat ein gewisses muffiges (linkes) Milieu immer selbst aufs Korn genommen.

    Aber diese Humorfragen, über die sich lange streiten läßt, sind eigentlich sekundäre Aspekte, denn ich vermute vielmehr, daß dieses Buch in einem ganz anderen politischen Kontext steht und etwas ganz anderes will, als sich über die Humorlosigkeit einer bestimmten Linken zu mokieren.

    Zudem: Wenn das Buch stilistisch genauso abgefaßt ist wie der Artikel, dann viel Spaß bei gepflegter und anspruchsloser Langeweile. Wer‘s braucht.

    (Und das bestärkt weiterhin und immer wieder meine These, daß kein Ressentiment schlimmer ist als das des Renegaten. Götz Aly ist hier ein weiteres gutes Beispiel. Wie gesagt: Die schärfsten Kritiker der Elche, waren früher selber welche. Natürlich bedauere ich Fleischhauers entbehrungsreiche Kindheit, aber am Ende ist das eher psychoanalytisch interessant und zudem sein privates Problem.)

    Ja, die Linke hat überall gesiegt, genau. Das mag im Ansatz für den Kulturbetrieb zutreffen, wo die wohlmeinende Empörung, die ostentativ zur Schau gestellt wird, nichts kostet. Aber das sind doch alles Nullsätze und banale Erkenntnisse, um von den Dingen abzulenken, die tatsächlich wichtig sind. In den eigentlich entscheidenden Bereichen sind wir ja wohl meilenweit von einer linken, gar sozialistischen Politik entfernt, und wir hatten in Deutschland seit 60 Jahren keine linke Regierung. (Und nebenbei gesagt, die SPD ist und war niemals links. Helmut Schmidt und G. Schröder: zwei Linke, großartig. Doch, doch, irgendwie sind die Konservativen schon humorbegabt.)

    „Tja, ich kenne keine linke Satire, die nicht krampfhaft, spießig und volkspädagogisch-oberlehrerhaft daherkäme.“

    Nun ja, da kann ich einzig empfehlen, nicht nur „Scheibenwischer“ und die Nachfolgersendung zu schauen, sondern einfach mal die alten Titanic-Hefte der 80er Jahre zur Hand zu nehmen. Im Grundton und zum Großteil ist diese Satire alles, nur nicht oberlehrerhaft, volkspädagogisch oder krampfhaft. Wer das Gegenteil behauptet, hat diese Hefte entweder schlicht nicht gelesen, oder er muß zur Strafe zusammen mit Fleischhauer an dem Anfängerseminar „Interpretationsübungen und Hermeneutik“ teilnehmen.

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  8. genova68 schreibt:

    Thomas, das war nicht das Thema. Thema war, dass Amazon drei Sätze aus dem Zusammenhang gerissen hat und DESHALB ihre Ironie nicht erkennbar war. Entweder kannst oder willst du das nicht verstehen.

    Ob das Buch von Fleischhauer ironisch ist oder nicht, dazu hat sie in der Rezension Stellung genommen. Dazu darf man wohl geteilter Meinung sein. Sie hat die entsprechenden Stellen schon erkannt, findet sie aber nicht gut. Du findest sie gut, ok, darüber könnte man dann diskutieren.

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  9. ThomasXY schreibt:

    „Wenn das Buch stilistisch genauso abgefaßt ist wie der Artikel, dann viel Spaß bei gepflegter und anspruchsloser Langeweile. “

    Interessant: Der ehemalige Hamburger SPD-Spitzenkandidat und ZEIT-Redakteur Michael Naumann hat kürzlich auf einer Podiumsdiskussion gesagt, er findet, dass Fleischhauers Buch stilistisch ganz hervorragend geschrieben ist. Natürlich um dann hinzuzufügen, dass das sozialdemokratische Schulsystem, dass Fleischhauer durchlaufen hat, doch nicht so schlecht gewesen sein kann. ;)

    Später mehr….

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  11. ThomasXY schreibt:

    So, ich sagte ja „später mehr“…

    Frau Encke beweist in ihrer Rezension einen Mangel an Lesekompetenz.

    Mit ihrer „beißenden Ironie'“, wie sie es formuliert, will sie Fleischhauer vorführen. Sie schreibt:

    „Immerzu musste er leiden wie ein Hund. Und ganz offensichtlich musste das jetzt alles mal raus, in einer Abrechnung, einer Polemik gegen all das, was ihn wider Willen so furchtbar geprägt hat. Jan Fleischhauer nimmt kein Blatt vor den Mund. Er nimmt sogar in Kauf, ein paar Freunde zu verlieren. Sein Mut ist unerhört.“

    Das Problem dabei ist: Ganz offensichtlich nimmt Frau Encke die Formulierungen von Jan Fleischhauer bierernst. Bloß ist ihr dabei etwas Entscheidendes entgangen: Fleischhauer setzt „Coming out-Rhetorik“ als Stilmittel ein, indem er Formulierungen verwendet, die zu einem Homosexuellen passen würden, der endlich mit der Wahrheit rausrückt, oder zu einem Alkoholiker, der sich endlich die Wahrheit eingesteht. Schon der Untertitel von Fleischhauers Buch „von einem, der aus Versehen konservativ wurde“, verweist in diese Richtung.

    Dass Fleischhauers ironisches Coming out ein Spiel mit entsprechenden Floskeln ist und den Charakter einer Karikatur hat, hat Frau Encke folglich nicht verstanden. Meiner Ansicht nach hat sie sich mit ihrer Rezension unsterblich blamiert.

    Die Wahrheit dürfte wohl sein: Julia Encke, die auch bei der SZ schreibt, fühlt sich von Fleischhauers Buch persönlich angegriffen. Dummerweise reagiert sie aber genau auf die Art und Weise, wie Fleischhauer die Linken charakterisiert: humorlos und biestig.

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  12. genova68 schreibt:

    Thomas,
    was du schreibst, mag stimmen oder nicht. Dazu kann ich nichts sagen, weil ich Fleischhauers Buch nicht gelesen habe und zu dieser Bildungslücke stehe (350 Seiten Polemik gegen „Linke“ interessieren mich genausowenig wie 350 Seiten Polemik gegen „Rechte“, dafür ist mir meine Zeit zu schade.).

    Ich gebe zu, dass ich bei der Stelle, wo Fleischhauer seinen erzwungenen Orangenverzicht beschreibt, gelacht habe (Auszug im Spiegel). Vielleicht ist das Buch in Teilen witzig. Aber ich habe das Gefühl, dass es in weiten Teilen ein eher niveauloses Bashing ist. Beispielsweise die Stelle, wo Fleischauer meint, die Frauen sei nicht unterdrückt, weil sie länger leben als Männer und er damit die Emanzipation erledigen will (von Encke zitiert). Das ist mir zu billig, gerade WEIL ich das Gefühl habe, er vertritt diese reaktionären Positionen wirklich und kleidet sie einfach nur in derben Humor, um sich jederzeit auf eine Position der Ironie zurückziehen zu können. Das interessiert mich dann einfach nicht mehr.

    Meine eigentlich Kritik an deinem Ansatz ist,dass du meine Argumentation aus meinem Artikel nicht verstehen willst: Ich halte die Empörung Enckes (eine sehr sachliche Empörung), dass Amazon ihre Rezension eindeutig falsch zitiert hat, für angemessen. Und genau darüber macht sich Fleischhauer lustig. Und wenn das sein Humor ist, dann verzichte ich dankend. Der Anstand hätte es ihm geboten, diese Geschichte geradezurücken, statt nachzutreten. Das wirft kein gutes Licht auf ihn.
    Außerdem nervt micht diese Märtyrerhaltung: „Alle sind links, nur ich nicht und ich bin total mutig und bekenne mich dazu“.
    Im übrigen finde ich schon, dass Encke in der von dir zitierten Stelle Fleischhauers Stil verstanden hat, nur mag sie ihn nicht. Das sollte man ihr zugestehen.

    Letzten Ende ist es wohl so: Wer Linke blöd findet, der liest das Buch gerne. Für solche Leute ist es geschrieben. Ich würde ein Anti-Linke-Buch lesen, wenn ich das Gefühl hätte, es ist Ernst gemeint.

    Vielleicht sollte ich mal zu einer Fleischhauer-Lesung gehen, die dauert nicht so lange wie die Lektüre des Buches.

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  13. ThomasXY schreibt:

    Zunächst einmal: Ich bin bei der Lektüre des Buches köstlich unterhalten worden. Ich habe allerdings Fleischhauer auch nicht in jedem Punkt zustehen können (andererseits – zwei Menschen, die wirklich zu allem dieselbe Meinung haben, wirst du wohl nur sehr selten finden).

    Es ist ein sehr witziges und intelligentes Buch. Dass es eine Polemik ist, versteht sich schon durch den Titel von selbst. Henryk M. Broder urteilte ja in seiner Rezension, er sei neidisch, dass er selbst nicht dieses Buch geschrieben habe, sondern Fleischhauer.

    Aber eines vorweg: Es ist immer schwierig, über ein Buch zu diskutieren, wenn der eine das Buch gelesen hat und der andere nicht. Beispielsweise verweist Fleischhauer auch auf den Umstand, dass dem Ehemann früher in allen Angelegenheiten das „Letztentscheidrecht“ zufiel und dass Alice Schwarzer von der BILD-Zeitung als „Männerhasserin“ diffamiert wurde. Die Mütter der Frauenbewegung bezeichnet Fleischhauer auf Seite 39 als „mutige Einzelkämpferinnen“, der „Argumente treffend waren“. Fleischhauer wendet sich nicht gegen den Feminismus, sondern lediglich gegen seine Verirrungen.

    Und zu deinem Argument: dass Frau Encke bei Amazon aus dem Zusammenhang gerissen zitiert wird, ist eine Sache. Ich will gar nicht in Abrede stellen, dass man nahezu jeden Menschen auf eine Art und Weise zitieren kann, dass das Gegenteil dessen rauskommt, was man sagen wollte. ABER: Es ist eben auch schwierig, Enckes „Lustig-Sein“ zu erkennen, wenn sie sich über was lustig macht, was von vorneherein gar nicht völlig ernst gemeint war. In diesem Sinne ist ihr Problem hausgemacht.

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  14. genova68 schreibt:

    Ok, wie gesagt, ich kann zu dem Buch nichts sagen. Dass du allerdings ausgerechnet Broder als Argument für Fleischhauers Buch anführst, nunja. Da sind wir beide wohl wirklich auf einer unterschiedlichen Wellenlänge, siehe hier: https://exportabel.wordpress.com/2009/05/14/unter-mutterkomplexlern/

    Zu deinem letzten Absatz: Es ist überhaupt nicht schwierig, Enckes Ironie zu erkennen. Ich habe ihre Rezension komplett gelesen: Sie will nicht durchgehend ironisch sein, sondern sie urteilt, begründet, argumentiert. Ironisch sind nur die von Amazon zitierten Sätze. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Amazon-Mitarbeiter so blöd sind und das nicht wussten. Denen muss man Vorsatz unterstellen. Fleischhauer weiß das alles natürlich.

    Mir ist nicht ganz klar, warum du Fleischhauers primitive Reaktion so unbedingt rechtfertigen willst.
    http://www.faz.net/s/Rub48A3E114E72543C4938ADBB2DCEE2108/Doc~EDE9E2A447DA8463D85B81DB877688F07~ATpl~Ecommon~Scontent.html

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  15. ThomasXY schreibt:

    Weil ich sie nicht für primitiv halte.

    Frau Enckes Rezension gehört für mich in die Kategorie „Getroffene Hunde bellen.“ Ich denke, damit kommt man der Wahrheit am nächsten.

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  16. genova68 schreibt:

    Wir müssen das nicht weiter ausführen. Allerdings ist dein Verhalten diskurstheoretisch interessant. Du weigerst dich, einen ganz einfachen Sachverhalt auch nur zur Kenntnis zu nehmen, weil er dir ideologisch nicht in den Kram passt. Ich ahne so langsam, was dir an Fleischhauer imponiert.
    Dennoch ein schönes Wochenende!

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  17. ThomasXY schreibt:

    Na ja, von mir aus müssen wir das auch nicht weiter ausdiskutieren. Wie gesagt: Man kann eigentlich nicht mit jemandem über ein Buch diskutieren, wenn derjenige das Buch nicht gelesen hat.

    Ich bin nicht ausgewichen, sondern habe mehrfach erläutert, warum Enckes Beschwerde für mich keine Relevanz hat.

    Auch ein schönes Wochenende! ;)

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  18. Hunza schreibt:

    pathologische Realitätsverweigerung findet sich zu beiden Seiten, Rechts wie Links.
    Es ist eine charakterpsychologische Frage und hat nur wenig mehr mit Denken und aufgeklärender politischer Arbeit zu tun.

    Beides dasselbe Gesindel in der extremistischen Ausführung. Hauen und Stechen auf Teufel komm raus. In solchen Büchern von sich elitär wähnenden Meinungsführern der jeweiligen Schmierenkomödianten von rechts oder links wird es zelebriert, der Geistesgenosse oder Geisteskamerad folgt bei Fuß.

    Reflektion, thematische Auseinandersetzung und inhaltlicher Diskurs ist bei beiden nicht möglich, weil sie sich selbst nicht reflektieren können. Insbesondere für den Rechtslastigen überschattet der tiefsitzende Hass und die Angst, jedes Gefühl und jede Toleranz. Miteinander oder Nebeneinanderher gibt es nicht, da nur in Kategorien von Macht und Unterwerfung gelebt wird, die Flucht in die Omnipotenz um der Angst und seiner eigenen Schwächen Herr werden zu können.

    Der Linksextreme tendiert zu einer Überkompensation des Miteinanders, geradezu einer neurotisch gelebten Vereinnahmung seiner Gesinnungsgenossen und doch kommt er mit der Sehnsucht danach niemals in den Genuß davon. Die zerstrittenen Strukturen Linksgerichteter Gruppen, ihre Unfähigkeit der Unterwerfung und ihre Sucht nach Rebellion gegen Herrschaft ist genauso in der krankhaften Psyche begründet, wie beim rechtsgerichteten Kameraden.

    Unter den Aspekten einer Psychoanalyse läßt sich dieses politische Durcheinander noch am leichtesten Entwirren.

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