Nachtrag zum Opel-Retter Roland Berger

Der sympathische Unternehmensberater Roland Berger will ja Opel retten. Vielleicht sollten sich die Opelaner das nochmal überlegen. Jedenfalls sagte Berger laut der Frankfurter Rundschau vom 20. August 2003 im selben Jahr:

„Ich fahre mein Auto ein Jahr länger.“

Hintergrund war die Diskussion, dass „wir alle“ den Gürtel enger schnallen müssten. Komischerweise meinten damals Experten wie Berger, dass man weniger konsumieren müsse, um die Wirtschaft zu stimulieren. Heute soll plötzlich das Gegenteil der Fall sein. Ein schönes Beispiel für die andauernde Auseinandersetzung zwischen der protestantischen Ethik und dem Hedonismus des Verprassens, der sich seit den 1980er Jahren breitmacht und systemimmanent plausibler ist.

Besorgniserregend  wie auch bezeichnend ist aber die Vermutung, dass die wirtschaftspolitische Null Berger immer noch die Handynummer von Angela Merkel hat und ihr per SMS den wirtschaftspolitischen Weg weist.

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Eine Antwort zu Nachtrag zum Opel-Retter Roland Berger

  1. hanneswurst schreibt:

    Jetzt reit halt nicht so auf dem Roland herum. Er will doch nur der Wirtschaft in Form von kostenlosen guten Ratschlägen etwas von den Sümmchen wiedergeben, die er in den letzten Dekaden aus ihr rausgesogen hat.

    Er hat auch seine Abscheu vor obszönen Berater, äh, Managerhonoraren entdeckt. Teil seiner Imagekampagne ist, dass er im Frühstücksfernsehen mehrere toxische Wertpapiere verspeist.

    Danach macht er sich ganz klein, kriecht durch ein Nadelöhr und hofft, dass er in den Himmel kommt. Dabei ist das gar nicht nötig, denn bei uns Kathölikern kommt jeder in den Himmel, sogar Roland Berger irgendwann.

    „HANDELSBLATT, 4.2.2005 fo/mwb DÜSSELDORF […] Walter Bau hatte am Dienstag Insolvenzantrag gestellt, nachdem sich die Banken nicht einigen konnten und zusätzliche Liquiditätsprobleme aufgetaucht waren. […] Nach Informationen aus Aufsichtsratskreisen hat Roland Berger für Beraterdienste bei Walter Bau in den vergangenen drei Jahren 45 Mill. Euro erhalten. Ein Sprecher der Unternehmensberatung wollte sich dazu gestern nicht äußern.“

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