Baron Horst Münchausen Köhler

Da lügt sich einer in die Tasche: Bundespräsident Horst Köhler behauptete gestern in seiner Berliner Rede, die „Entwicklung auf den Finanzmärkten“ habe ihm schon im Jahr 2000 „Sorgen bereitet“. Damals war er Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF). Doch die Politik wollte nicht so wie er: „Es fehlte der Wille, das Primat der Politik über die Finanzmärkte durchzusetzen“

Das ist dreist. Der IWF war mit seiner neoliberalen Politik mitverantwortlich für den Staatsbankrott Argentiniens. Und seit seinem ersten Amtstag als König von Deutschland wird Köhler nicht müde, neoliberale Reformen zu fordern. Noch 2007 sah er die Agenda 2010 als „grundlegende Erneuerung Deutschlands“, bei der „wir erst am Anfang stehen“. 2008 forderte er gar eine „Agenda 2020“ mit „mehr Flexibilität, weniger Kündigungsschutz“.

Kein einziges Mal dagegen kam Kritik an den Finanzmärkten, obwohl er doch angeblich 2000 schon ein schlechtes Gewissen deswegen hatte.

Bisher waren Köhlers Berliner Reden langweilig. Die gestrige war dreist. Er hätte die Chance nutzen können, sich für sein neoliberales Geplapper der vergangenen Jahre zu entschuldigen. Stattdessen tut er so, als habe er es schon immer gewusst.

Ein offenbar unangenehmer Mensch. Oder zu ängstlich, um eine eigene Meinung zu haben.

Die Rede im Wortlaut gibt es hier.

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