Graf Lambsdorff und die Radiokrise

Die Finanzkrise. Eigentlich sollte nun klar sein, dass die ganzen neoliberalen Hampelmänner keine Ahnung haben, dass sie jahrelang Sozialdarwinismus gepredigt haben, dass sie schuldig sind. Man sollte mit dem Finger auf sie zeigen, Sinn, Henkel, Steinbrück, Asmussen, INSM, Tausende und abertausende Plappermäuler. Es zeigt aber niemand mit dem Finger. Stattdessen plappern die Neoliberalen munter weiter. Heute Morgen behauptet Otto Graf Lambsdorff im WDR, die Konjunkturprogramme der 70er Jahre hätten nichts gebracht, und überhaupt hätten wir in den vergangenen Jahren ein ungeheuer tolles Wirtschaftswachstum gehabt. Beide Behauptungen bleiben vom Moderator unwidersprochen.

Wie sieht die Realität aus? 1975 lag das Wirtschaftswachstum bei minus 1,3 Prozent. Danach legte die Politik mehrere Konjunkturprogramme auf, die Wachstumsraten der folgenden fünf Jahre betrugen 5,3 Prozent, 2,8 Prozent, 3,0 Prozent, 4,2 Prozent und 1,0 Prozent. Plus, versteht sich. Im Schnitt also mehr als drei Prozent, inklusive des Rezessionsjahres 1975. Warum behauptet Lambsdorff also, die Konjunkturprogramme hätten nicht funktioniert. Es läuft nach dem Motto: Man muss eine Lüge nur oft genug wiederholen, dann wird das schon jemand glauben. Und was ist mit Lambsdorffs zweiter Behauptung, dem tollen Wirtschaftswachstum der vergangenen Jahre? 2002, im ersten Krisenjahr lag das Wachstum bei 0,0 Prozent, 2003 bei minus 0,2 Prozent, 2004 bei 1,2 Prozent, 2005 bei 0,9 Prozent, 2006 bei 2,5 Prozent. Macht im Schnitt ein jährliches Wirtschaftswachstum von 0,9 Prozent, und zwar ohne Konjunkturprogramme.

Dass Lambsdorff ohne Beanstandung diesen Unsinn erzählen darf, hängt damit zusammen, dass er bzw. die FDP immer noch als Partei mit wirtschaftspolitischem Sachverstand gilt. Zwar nicht sozial, aber sie haben halt Ahnung von Wirtschaft. Der nette WDR5-Moderator glaubt das einfach.

Sicher wäre es eine günstige Gelegenheit, ökologische Wohnungsrenovierungen zu unterstützen, gerade für das mittelständische Handwerk. Das könnte die FDP doch gutheißen. Wenn sie sich ernsthaft für den Mittelstand interessieren würde.

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