Biller, Kelek und Sloterdijk für eine Stunde integriert

Maxim Biller und  Necla Kelek zu Gast beim Philosophischen Quartett von Peter Sloterdijk (und diesem anderen Freak). Drei völlig unterschiedliche Menschen.

Thema ist die Integration der Migranten in Deutschland. Biller vertritt durchgehend vernünftige Positionen, die jedoch erschreckend wenig Widerhall finden. Erschreckend, weil diese Sendung bzw. das „philosophisch“  ja suggeriert, man könne sperrige Thesen präsentieren, die zum Nachdenken zwingen. Das Gegenteil ist der Fall. Das Publikum klatscht an den unphilosophischsten Stellen, nämlich dann, wenn es populistisch wird.

Biller ist der einzige, der auf den wichtigen Umstand aufmerksam macht, dass die jungen Problemtürken das sind, was Soziologen Modernisierungsverlierer nennen. Sie sind zudem von der Mehrheitsgesellschaft nicht erwünscht. Die Aufforderung an diese Leute, endlich richtig Deutsch zu lernen, ist deshalb bestenfalls hilflos.

Biller hat am Anfang übrigens behauptet, sich in Deutschland nicht heimisch zu fühlen, er sehe sich als Außenseiter. Kelek behauptet, sich in Deutschland heimisch zu fühlen, sie wohne gerne hier. Beide meinen wahrscheinlich das Gegenteil. Biller gefällt sich letztlich in der Rolle des Außenseiters und intellektuellen Kritikers ganz gut, er sitzt im Fernsehen und findet überhaupt mediale Beachtung. Kelek hat vermutlich oft Ausgrenzung zu spüren bekommen, als türkische Frau in Deutschland. Aber sie will dazu gehören, schafft das ja auch ganz gut. Aber ich nehme ihr nicht ab, dass sie sich wirklich geborgen und angenommen fühlt hier. Alleine ihre Rolle in Deutschland ist ja ohne ihre Herkunft nicht denkbar. Sie ist sozusagen eine integrierte Berufstürkin.

Sloterdijks Hang zum Kauderwelsch wird bei diesem eher politischen Thema überdeutlich. Er faselt, braucht ewig, um an sich simple Sachverhalte zu erklären, wird deshalb von Biller mehrfach unterbrochen, und dann ist die eine Stunde um, ohne dass irgendwas brauchbares herausgekommen wäre.

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