Alle für Afrika

Jetzt sind plötzlich alle für Afrika. Bob Geldof macht eine Bild-Ausgabe, Bono bei Sabine Christiansen, alle wollen helfen: Sieht aus, als sei DAS das wahre Gutmenschentum. Leute, die sich einen Heiligenschein basteln, Armut wird instrumentalisiert, um selber zu glänzen. Alles ungemein unpolitisch. Vielleicht ist das der typische Ausdruck einer unpolitischen Zeit, die Folge der entpolitisierten und infantilisierten 90er Jahre.

Oder ist es völlig normal, dass die konstruktiven Dialoge und Gedanken, die im linken Spektrum in den vergangenen Jahren ausgeflossen sind, massenmedial veroberflächlicht werden und schließlich bei Christiansen und in der Bild-Zeitung landen? Und was passiert dann? Wird das Gedachte, das Widerständige, das Systemkritische jetzt seiner Klauen beraubt und in ein reines Charity-Geplapper zugunsten der armen Neger verwandelt? Ist das zu begrüßen, wenn überhaupt etwas dabei rauskommt? Oder geht der Schuss nach hinten los, weil ohne Systemkritik nichts zu ändern ist? Geht es nur darum, Afrika als möglichen Markt für die Wirtschaft vorzubereiten? Es wäre ja was zu holen, wenn auch nur fünf Prozent der Afrikaner auf westliches Niveau gehievt werden könnten. Ist es den Protagonisten Ernst, wenn sie behaupten, die Probleme Afrikas seien bald unsere, wenn wir sie nicht zu lösen helfen?

Heute steht in der taz, dass vor Malta die Leichen von 21 toten Afrikanern entdeckt wurden, schiffbrüchige Flüchtlinge.

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