Marx zu Besuch bei der Telekom

Hin und wieder schreiben Journalisten richtig anspruchsvollen Klartext. Diesmal in der FTD, wo Lucas Zeise des Öfteren geradezu sozialistisch analysiert. Wobei es vielleicht einfach ökonomische Vernunft ist. Herr Obermann von der Telekom behauptet, er müsse „zwingend“ bei den Mitarbeitern sparen. Neun Prozent weniger Lohn plus zwei Stunden mehr Arbeit pro Woche ergeben bei 50.000 betroffenen Mitarbeitern 500 Millionen Euro Ersparnis. Eindrucksvoller ist die eingesparte Summe pro Angestelltem und Jahr: 10.000 Euro. Gleichzeitig schüttet die Telekom derzeit ihren Aktionären die Dividenden aus, und zwar 3,1 Milliarden Euro, ohne dass sie dazu jemand zwingen würde.

Ist das PR-Blödheit? Oder merkt das Kapital nicht mehr, dass so eine Politik früher oder später komplett gegen ihr Prinzip läuft, nämlich das der Kapitalmaximierung? Oder hat Marx Recht, wenn er von einem blinden System spricht, in dem alle mitmachen müssen und der einzelne letztlich keine Entscheidungsmöglichkeiten hat?

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