Opferkult im Kapitalismus

Das Hochhaus von William Alsoop im Medienhafen in Düsseldorf war vor und während des Baus oft in den Medien und erhielt den Spitzamen Colorium. Seitdem sind mindestens drei Jahre vergangen, es steht immer noch leer. Investitionsruine oder Abschreibungsobjekt?

colorium

Das "Colorium" des Architekten William Alsop in Düsseldorf

Hier ähnelt der Kapitalismus okkulten Kulturen, die irrationalen Opferkult betreiben. Opferte man damals ein Tier oder einen Menschen oder anderes, um die Götter zu befrieden, also um für sich selbst einen Vorteil herauszuholen, ohne dass es einen direkten Zusammenhang gegeeben hätte zwischen einem geschlachteten Tier und besserem Wetter, baut man heute ein Haus nicht etwa, weil man Wohnungen oder Büros braucht, sondern weil man dieses Gebäude rein objekthaft sieht, als Möglichkeit, Geld zu verdienen. Man richtet sich an einem virtuellen System aus, nämlich dem, in die Finanzsoftware am Computer bestimmte Codes einzugeben, womit man bürokratische Stellen dazu kriegt, Geldsummen auf Konten zu überweisen, wobei das alles immer nur virtuelle Beträge sind, Zahlen auf dem Bildschirm, die selten in vollem Umfang real als Geldscheine sichtbar und greifbar werden.

Das Tieropfer für Regen, das leere Haus für die höhere Zahl. Beides verbesserungswürdig.

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