Kairo (2)

Downtown, El-Esbekja, die Ägypter feiern heute Neujahr, aber davon ist zumindest für mich nicht viel zu spüren.

(BBC World: Superangenehmes Interview mit Tim Sebastian mit einem albanischen Verleger. Sebastian fragt kritisch, unterbricht, hat aber Ahnung von der Materie und bleibt immer konstruktiv. Es geht ihm von Anfang bis Ende um die Sache, nicht um den Auftritt. Und der Verleger geht auf ihn ein, erklärt, versucht es, es klappt.)

Kairo ist 3. Welt, die Läden, der Dreck, die kaputten Autos, die Leute, die überall rumsitzen. „In zehn Jahren sind wir soweit wie Deutschland“, meinte heute ein etwa 60jähriger Ägypter zu mir. Erstens schaffen sie das nicht, und zweitens: Warum wollen sie so sein wie wir? Ausgerechnet?

Egypt-248

Das Zulieferersystem ist archaisch und zugleich kompliziert ausgebildet und verästelt. Jungs fahren auf alten Fahrrädern riesige Ladungen auf dem Kopf umher, einzelne Motorventile, mit Fiat-Originalverpackung, oder Pleuel, die dann von tausenden von Miniwerkstätten in die uralten Motoren eingesetzt werden. Alles wird ersetzt, alles wird ausgebessert, auch ein 30 Jahre alter Fiat kommt nicht auf den Schrottplatz (wenn es hier sowas überhaupt gibt).

Das Prägnanteste: Öl. Die Straßen sind voll davon, festgefahren. Anscheinend sind die meisten Motoren so undicht, dass das Öl nur so rausläuft. Es stinkt. Im Sommer wahrscheinlich noch mehr.

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