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Nochmal zu Meinhof: Verhetzung, Lüge, Dreck

Noch ein paar Splitter zu Ulrike Meinhof und Co.

Der Ex-RAF-Terrorist Christian Klar im Jahr 2007 über Geschichte:

Was für ein kurzer Zeitraum ist vergangen seit dem Triumphalismus des Westens in den neunziger Jahren. Nun sind die ganzen Widersprüche zurückgekehrt, die ökonomischen Widersprüche, die Krisenanfälligkeit, die Brutalität in der Durchsetzung überkommener Modelle. Nicht nur die neoliberale Wirtschaftstheorie, auch die Militärpolitik, die sie betreiben. Das ist eine heftige Entzauberung der kapitalistischen Macht, und das wird in der Bevölkerung schon wahrgenommen. Ich denke, dass das Brachiale in dem neuen Anlauf, die RAF-Geschichte in Fälschungen und Dämonisierungen zu ertränken, sie zwanghaft zu verkleiden zum Kriminalfall, Auskunft gibt über den Stand der bürgerlichen Herrschaft. Die alte Ordnung steht schon grundsätzlicher in Frage. Und natürlich müssen dann Menschen, die um eine Öffnung in die Zukunft kämpfen, auch in ihren Impulsen, ihren Motiven und ihren Absichten restlos aus jeder Vorstellung und aus jeder Diskussion ausgelöscht werden. Das ist eine Erscheinung, die nicht am Anfang der bürgerlichen Epoche steht, sondern an ihrem Ende.

So kann man das wohl sagen, bei aller Widersprüchlichkeit, wenn man dabei nur die RAF im Hinterkopf hat. Geschichte schreiben die Sieger und es ist heute beispielsweise keineswegs Allgemeinwissen, dass Meinhof und andere staatlich gefoltert wurden. Weiße Folter ist keine Erfindung des 21. Jahrhunderts. Mord oder Selbstmord bei Meinhof, das ist ja nach wie vor ungeklärt, vor allem wegen des vertuschenden Verhaltens staatlicher Stellen.

Es hätten alleine wegen der Haftbedingungen diverse Prozesse nach den Prozessen geführt werden müssen. Wurden aber nicht. Es ist heute auch untergegangen, dass es der V-Mann Peter Urbach war, der die Vorläufer der RAF mit Waffen versorgte und sie nachdrücklich zur Gewalt animierte, staatlich gewollt. (Parallelen zu den Polizeieinsätzen von Stuttgart 21 sind unvermeidlich.) Oder die Tatsache, dass die Meinhof nach ihrer Festnahme erst vier Tage später erstmalig ihren Anwalt sehen konnte. Die Staatsgewalt hat ihm einfach vier Tage lang nicht gesagt, wo sich seine Mandantin befindet. So geht das im Rechtsstaat.

Apropos Rechtsstaat: Heinrich Böll forderte ja im Januar 1972 im Spiegel “freies Geleit für Ulrike Meinhof”. Eine bemerkenswerte Stimme im damals aufgehetzten Klima, wenn auch nicht in jedem Detail schlüssig:

Wieviel junge Polizeibeamten und Juristen wissen noch, welche Kriegsverbrecher, rechtmäßig verurteilt, auf Anraten Konrad Adenauers heimlich aus den Gefängnissen entlassen worden und nie wieder zurückbeordert worden sind? Auch das gehört zu unserer Rechtsgeschichte und lässt Ausdrücke wie Klassenjustiz so gerechtfertig erscheinen wie eine Theorie des Strafvollzugs der politischen Opportunität.

Böll im selben Artikel über die Berichterstattung der Bild zu Baader-Meinhof:

Ich kann nicht begreifen, dass irgendein Politiker einem solchen Blatt noch ein Interview gibt. Das ist nicht mehr kryptofaschistisch, nicht mehr faschistoid, das ist nackter Faschismus, Verhetzung, Lüge, Dreck.”

Böll forderte in dem Spiegel-Artikel auch, dass Axel Springer wegen Volksverhetzung der Prozess gemacht werden solle. Also Meinhof und Springer vor Gericht. Die RAF hat sich aufgelöst. Die Bild erscheint immer noch, heute mit Blome, Diekmann und anderen in den Hauptrollen.

Jemand sagte 1972 also öffentlich etwas gegen Springer und erläuterte, nicht nur am Beispiel Adenauers, die Verbindungen vom NS-Staat zur BRD: Das kann nicht gutgehen. Bild, Welt, Bayernkurier und Konsorten schlugen zurück. So wurde Böll gleichzeitig Terroristenunterstützer, ebenfalls Faschist und “Kapitalist nach Bankkonto-Maßstäben”, weil er so viele Bücher verkaufte (W. Scharnagel im Bayernkurier), und Bild wusste, dass Böll bei seiner “hasserfüllten Attacke” “die Sprache Joseph Goebbels” sprach.

Der Marinerichter und überzeugte Rechtsstaatler Hans Filbinger meldete sich auch zu Wort:

Die vornehmste staatliche Aufgabe ist es, Gerechtigkeit zu üben. Freies Geleit für Ulrike Meinhof ist blanker Hohn für den Rechtsstaat.

Sieben Jahre später, nach Hochhuts Intervention, trat Filbinger als Ministerpräsident zurück und gründete das rechtsradikale Studienzentrum Weikersheim.

Laut Scharnagl waren es aber nicht die Filbingers, denen er “einen erschreckenden Verfall sittlich-moralischer Vorstellungen” vorwarf, die “den jungen Staat Bundesrepublik in kürzester Zeit ruiniert haben werden” (Bayernkurier), sondern Böll und Konsorten. Ähnlich der Redakteur Walter Brückmann in der Berliner Morgenpost, ebenfalls Springer:

Eines Tages wird der Spuk der Baader-Meinhof-Bande vorüber sein. Doch die Bölls und die Brückners werden bleiben. Und von ihnen droht der Demokratie langfristig die größere Gefahr.

Brückmann wurde ein Jahr später Chefredakteur der Morgenpost.

Die RAF-Leute wurden gemeinhin als “Anarchisten” bezeichnet (selbst die Tagesschau sprach in ihrer Todesnachricht von der “Anarchistin Meinhof”), Böll war nun der “Salonanarchist”. Die Nazis sprachen gerne von Salonbolschewiken.

Der wesentliche Aspekt des Böllschen Artikels war übrigens die Forderung nach Gnade für Verirrte, ein Versuch der Versöhnung. Geantwortet hat die herrschende Klasse mit Gnadenlosigkeit, siehe Haftbedingungen, siehe Berichterstattung, siehe juristische Aufrüstung. Vietnam sollte man auch noch nennen.

Es waren damals wohl Auseinandersetzungen, die man heute nicht mehr kennt. Die BRD in den frühen Siebzigern mit den vielen alten Nazis in Rang und Würden hatte mit ihrer Vergangenheit keine Probleme, nur mit denen, die dagegen opponierten. Herbert Kremp sieht in der Welt (15.1.72) Vergangenheit und Gegenwart gleich betrüblich:

Im Faschismus standen Nation und Rasse im Vordergrund, heute durchweht die westlichen Gesellschaften der Wahn der egalité. Sie ist das zentrale Motiv.

Den nachhaltigsten Kommentar schrieb 1972 die junge welt aus der DDR:

Die Baader-Meinhofs haben sich im Irrgarten ihrer pseudorevolutionären Theorie verlaufen. Sie sind mit ihrem Programm gescheitert und objektiv Verbündete von jenen geworden, gegen die sie vor zwei Jahren in den Graben sprangen. Das Nachdenken über die politischen Tendenzen in der Bundesrepublik haben sie in den Jahren ihrer Existenz kaum gefördert. Dafür hat die im Dezember erfolgreich beendete dreiwöchige Streik-Klassenschlacht der westdeutschen Metallarbeiter mehr getan. Beispielsweise.

So ist es. Den reaktionären Kreisen der Bundesrepublik kam die RAF gerade recht. Das Stadtgeruilla-Konzept war hierzulande sinnlos, der jüngst gewonnene relative Wohlstand der Massen war da vor; dafür konnte man die Bölls und Brückners aus der deutschen Volksgemeinschaft ausschließen. Die Methode ist fruchtbar noch, nur, dass sowas heute schon passiert, wenn man zehn Euro Mindestlohn fordert. Man versündigt sich dann an der Wirtschaftsgemeinschaft. Auch das ist eine Auskunft über den Stand der bürgerlichen Herrschaft. Aber das führte jetzt zu weit.

004(Foto: genova 2013; alle Zitate aus Heinrich Böll: Freies Geleit für Ulrike Meinhof, Köln 1972)

Merkel und Niebel: zwei Meldungen

Stephan Hebel, Redakteur bei der Frankfurter Rundschau, hat ein interessantes Buch geschrieben. Es handelt von Angela Merkel und dem journalistischen Hauptstadtbetrieb:

Das Bild, das die Politiker von sich verbreiten und verbreiten lassen, hat mit ihrem Handeln wenig zu tun. Das gilt ganz besonders für Angela Merkel. In mehr als zwei Jahrzehnten Politikbeobachtung habe ich niemals einen derart eklatanten Widerspruch erlebt zwischen dem Image einer politischen Persönlichkeit und ihrer tatsächlichen Politik. Nie ist es einem Politiker in Deutschland gelungen, derart konsequent auf Kosten der Mehrheit zu handeln und zugleich die Sympathie dieser Mehrheit zu gewinnen…

Hinter der vermeintlich unideologischen, pragmatischen Attitüde versteckt sich der wahre Kern des Merkel’schen Programms. Es ist ein „Wirtschaftsliberalismus light“. „Light“ nicht in seinem ideologischen Kern – der ist eher hart –, sondern nur in seiner Geschmeidigkeit, wenn es um die Durchsetzung der wichtigsten Ziele geht, zum Beispiel die Sicherung der deutschen Vorherrschaft in Europa oder den Abbau der solidarischen Sozialsysteme. Dieses Programm kennt keine ideologischen, sondern nur taktische Grenzen: Nach außen verkauft die „Kanzlerin aller Deutschen“ ihr Handeln als „Politik für alle“ und sich selbst als Inkarnation der bürgerlich-liberalen „Mitte“. Doch hinter dieser Fassade folgt sie weitgehend dem Programm der Banken und Konzerne. Die vielbeschworene „Modernisierung“ der CDU erfüllt kaum mehr als den Zweck, diese Abhängigkeit zu kaschieren. (Hervorhebung von g.)

Eigentlich selbstverständliche Aussagen, aber in Deutschlands bürgerlicher Medienlandschaft hört sich sowas fast schon revolutionär an. Merkels neoliberale Politik im Auftrag von Banken und Konzernen, immer schön unterstützt von den zahmen Medien von Springer, Holtzbrinck, Bertelsmann und Co. Und es ist kein Ende der Agenda abzusehen. Man sollte den Leipziger Parteitag der CDU von 2003 nicht so schnell vergessen. Nie hat ein Politiker so offensiv gegen die Interessen der Mehrheit gearbeitet und ist darin von der Mehrheit der Medien unterstützt worden, das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen.

Interessant auch der Hinweis auf die Modernisierung, wenn sie dem Kapital nutzt und die Zugeständnisse, damit sie nicht abgewählt wird. Sie ist nicht dumm, die Frau Merkel. Wer sind eigentlich ihre Berater?

Immerhin schreibt das jetzt der Hebel. Leider ist seine Zeitung demnächst pleite.

Noch ein interessanter Satz, dieses Mal von Bundesminister Dirk Niebel:

„Über 800 Millionen Menschen weltweit hungern. Und auch in Deutschland gibt es leider Menschen, bei denen es finanziell eng ist, selbst für Lebensmittel. Ich finde, da können wir hier in Deutschland nicht gute Nahrungsmittel einfach wegwerfen.“

Unabhängig von dem Vorschlag: Ein Bundesminister von der FDP erklärt am Ende der Legislaturperiode, dass es in Deutschland Menschen gibt, die hungern, weil sie nicht genügend Geld haben. Indirekt fällt er damit ein Urteil über seine Politik.

Neoliberale Politik, die nur reiche Minderheiten versorgt, hungernde Menschen, um die sich ein Freidemokrat sorgt, und ein journalistischer Apparat, der sich vom Aufzeigen von Zusammenhängen verabschiedet hat: Man könnte ja fast einen Zusammenhang vermuten.

Neoliberale Nicklichkeiten I: Wer entscheidet?

Es sind ja oft die Kleinigkeiten, die den umfassenden Wahnsinn dokumentieren. Hier die erste Folge unserer neuen Reihe.

Der nette Heribert Prantl schreibt heute in der Süddeutschen auf Seite 4 in einem Kommentar, dass Stuttgart 21 immer teurer wird. Aktuell geht man von sechs statt der geplanten vier Milliarden aus, die Skala ist nach oben offen. Prantl schlägt vor, die Kosten zu reduzieren, indem nur ein Teil des Bahnhofs nach unten verlegt wird und der Nahverkehr oberirdisch bleibt. Damit könne man 1,5 Milliarden sparen.

So weit so gut. Und dann kommt der lustige Satz:

“Entscheiden muss das die Bahn.”

Aha. Wieso muss das die Bahn entscheiden? Und wie wird der Bahnchef und Quasi-Mafiosi Rüdiger Grube wohl entscheiden? Er wird sich für die teuerste Lösung entscheiden und darauf setzen, dass der Bund die fehlenden Milliarden nachschießt. Dem gehört die Bahn AG übrigens immer noch zu 100 Prozent. Man könnte ja einfach ganz demokratisch das Stadtparlament in Stuttgart oder sonstwen entscheiden lassen, der demokratisch legitimiert ist. Aber auf so eine simple Idee kommt man in neoliberalen Zeiten nicht mehr. Entscheiden tut der Unternehmer, da darf sich der Staat nicht einmischen, das würde das Spiel der freien Kräfte durcheinanderbringen.

Dazu kommt, dass auch schon vor zwei, drei Jahren allen Beteiligten klar war, dass die vier Milliarden nicht zu halten sein werden. Es war immer nur die Frage, wann die Bahn das öffentlich machen wird. Kritiker sprechen von acht oder auch zehn Milliarden Euro realer Kosten. Grube selbst sagte vor drei Jahren, dass S 21 nicht teurer als 4,8 Milliarden Euro werden dürfe, wenn das Projekt keine Verluste bescheren solle. Fragt sich nur: wessen Verluste?

Aber entscheiden tut die Bahn, wer sonst.

Wie verkleistert müssen Hirne sein, um in einer solchen Situation nicht auf das naheliegende zu kommen? Das wäre: Der Bund nimmt seine Verantwortung wahr, schmeißt Grube raus und entwickelt die Bahn als soziales und ökologisches Verkehrsmittel weiter. Wobei diese Idee schon daran scheitert, dass die aktuellen Regierungsparteien den Staat primär als Institution sehen, dessen Pfründe privatwirtschaftlich verteilt werden sollen. Es ist ja keine neue Erkenntnis, dass Kapitalismus an nichts weniger interessiert ist als an einem freien Markt. Da würde man zu wenig verdienen.

Die fehlenden zwei, vier oder sechs Milliarden, für die der Bund aufkommen soll, wären somit nur eine weitere Umverteilung von staatlichem in privates Vermögen. Deshalb muss das die Bahn entscheiden.

Was den Prantl treibt, weiß ich allerdings nicht.

Kapitalismus endgültig am Ende

Die FAZ geht ans Eingemachte. Sie lässt in einem ausführlichen und investigativ recherchierten Hintergrundartikel Kritiker des Kapitalisten überhaupt zu Wort kommen: Dagobert Duck. Damit dürfte das Ende des Kapitalismus besiegelt sein:

Das Geschäftsgebaren des Fantastilliardärs Dagobert Duck aus Entenhausen, dessen 65. Geburtstag unmittelbar bevorsteht, ist auf schärfste Kritik gestoßen. Der Wirtschaftsweise Peter Bofinger sagte dieser Zeitung: „Aus makroökonomischer Sicht halte ich die Grundeinstellung von Onkel Dagobert für höchst gefährlich.“

So ist es. Aber vielleicht geht Herr Duck nun ordnungsgemäß mit 65 in die Rente, dann wird der Kapitalismus reformatorisch erledigt, einfach durch Nichtstun bzw. sein Erbe Donald haut alles auf den Kopf. Oder haben die Amis das Renteneintrittsalter auch schon erhöht? Und kriegen die überhaupt Rente? Oder muss Obama erst eine obamapensioncare einführen?

Die FAZ wird uns auf dem Laufenden halten.

Gustav Seibt: Geschichte wird gemacht

Wer Geschichte schreibt, hat die Macht, und mir fällt seit längerem auf, dass interessierte Kreise, wie man sagt, die fatale Geschichte der Agenda 2010 umschreiben. Jüngstes Beispiel: Der Feuilleton-Redakteur der Süddeutschen Zeitung, Gustav Seibt. Er schrieb am 3. August über Deutschland und die Agenda 2010 unter der Überschrift “Faulenzer finanzieren”:

“- mit jenen Reformen, die seine gegenwärtige Stärke begründeten und die der Rest Europas damals versäumte.”

Das ist eine Lüge.

Ganz kurz und abgesehen davon, was die Agenda 2010 bewirkte: Die Notwendigkeit dieser Politik wurde seinerzeit begründet mit der roten Laterne Deutschlands. Deutschland sei Schlusslicht in allen Statistiken, die anderen seien besser, sei es bei den Beschäftigungszahlen, bei der Jahresarbeitszeit, bei der Urlaubsdauer, beim Lohn, bei der Zahl der Feiertage und so weiter. “Abstieg eines Superstars” hieß das Buch des leitenden Spiegel-Redakteurs Gabor Steingart. Unzählige andere Bücher bliesen ins selbe Horn. Die anderen würden alles besser machen: Die Polen, die Slowaken, die Chinesen. (Vielleicht wurden von manchen sogar Griechen, Portugiesen und Spanier erwähnt, wäre interessant zu erfahren.) Wenn wir nicht “reformieren”, wie man das in Orwellscher Manier nannte, sind wir bald weg vom Fenster. Dazu noch die Demografie.

Wir waren also die mit dem Nachholbedarf. So die tausendfach wiederholte Begründung.

Jetzt dreht Seibt, der tatsächlich Historiker ist, die Geschichte herum: Wir tollen und fleißigen Deutschen sind vorgeprescht, die anderen waren aber zu faul, um mitzuziehen.

Es ist das unter Nationalkonservativen beliebte Spiel: Der Deutsche ist der tolle, fleißige, aber leider zu zahme und wird deshalb aber gerne zum Opfer gemacht von den bösen Ausländern. Ob er sich von kriminellen Ausländern auf der Straße zusammenschlagen lässt oder ökonomisch von den Südländern ausnehmen: Wir wollen doch nur das Beste, führen Reformen durch, selbst die Gewerkschaften halten sich zurück, wir leiden und sind solide, und dann kommen die Anderen und nehmen uns alles weg. In dem Artikel ist von “Erpressung” der Südstaaten die Rede.

Seibt ist nicht etwa Redakteur der Bild-Zeitung, nein, es ist die Süddeutsche, bei deren Anspruch man vermuten könnte, dem Leser eine solche Propaganda nicht vorsetzen zu können. Kann man aber offensichtlich doch.

Der Artikel ist weiten Teilen eine intellektuelle Katastrophe. Er bemängelt zwar zu Recht, dass es “nationale Ressentiments”, aber keine “europäische Öffentlichkeit” gebe, kapiert aber nicht, dass es genau diese Beggar-My-Neighbour-Politik ist, die die Ressentiments produziert.

Um das zu zeigen, genügt letztlich eine Grafik:

Auch zu Zeiten der angeblichen roten Laterne erwirtschaftete Deutschland einen Außenhandelsüberschuss. Die Tatsache, dass man damals massenmedial darüber hinwegsah, zeigt das schon seinerzeitige Ausmaß der neoliberalen Verseuchung ganz gut.

Besonders skurril: Seibt erwähnt lobend Arnulf Baring, der schon vor 15 Jahren vor “einer politischen Radikalisierung in den Mitgliedsländern der Europäischen Währungsunion” warnte. Dabei ist Baring einer derjenigen, die die Rechtsradikalisierung vorantreiben. Er redet gerne vor rechtsradikalen Burschenschaften, vertritt traditionell eine äußerst rechte Geschichtsschreibung und forderte vor exakt zehn Jahren die “Bürger” in der FAZ auf, auf die “Barrikaden” zu gehen. Und zwar “für Reformen”, was dann wiederum die Agenda 2010 hervorrief, womit wir erneut bei den aktuellen ökonomischen Ungleichgewichten in Europa sind.

Diese Politik führte auch dazu:

Es ist eine Geschichtsschreibung, die mich an die SED erinnert: Rein interessengeleitet, ohne jeden wissenschaftlichen Anspruch, rein ideologisch. Baring und Seibt sind, was die Seriosität angeht, davon nicht weit entfernt.

Wobei: Die zweite Grafik zeigt, dass ein Großteil der Deutschen in der Tat trottelig ist: Man spart unter Androhung der Knute, dass der Slowake uns überholt, was das Zeug hält, um den Rest der Welt mit deutscher Qualitätsarbeit zu beglücken. Dadurch werden die Leute frustriert und aggressiv, weil sie ewig zu kurz kommen, leiten den Frust aber nicht gegen die eigene herrschende Klasse, sondern gegen die Ausländer oder Südländer oder sonstwas.

Es zeigt sich auch hier, dass Nationalismus niemals von Neoliberalismus zu trennen ist: Er wird bei Bedarf als Ressentiment gebraucht, um die Akkumulation zu erhöhen.

Es weiß ja mittlerweile jeder, der es wissen will: Die deutsche Exportorientierung lief auf Kosten des Binnenmarktes und anderer Volkswirtschaften. Es ist eine neoimperialistische Politik, die gewissermaßen die Hitlersche Eroberungspolitik mit anderen Mitteln fortsetzt. Wir haben nichts dagegen, alle in den Abgrund zu reißen, wie gehabt. Die Überspitzung macht lediglich die Strukturen deutlicher.

Seibt fällt nun öfter auf als jemand, der gerne schwadroniert, der seine historische Bildung über die römische Geschichte und sonstwas als Monstranz vor sich herträgt. Um so interessanter, dass er hier der plumpen neoliberalen Geschichtsfälschung folgt, die vermutlich sein Redaktionskamerad aus der Wirtschaft, Marc Beise, vorgibt.

Es geht da um nicht wenig: Wenn nun die Agenden 2020 und 2030 auf den Weg gebracht werden sollen, muss die 2010er Version historisch festgezurrt werden. Da sind nationales Pathos und typisch deutsches Selbstmitleid gut zu gebrauchen. Und mit Steinbrück als Kanzler wird sich diese Geschichtsklitterung auch in der Sozialdemokratie verfestigen.

Die liberale SZ-Leserschaft schluckt es, vermute ich.

P.S.: Roland Berger hat schon 2004 in Portugal Klartext gesprochen. Leider nur auf portugiesisch:

http://exportabel.wordpress.com/2009/03/23/roland-berger/

Philosoph Döpfner zu Gast bei Philosoph Precht

Die Überschrift könnte sich um den Eintrag ins Buch der Rekorde bewerben: als kürzester Witz der Welt. Ist aber wirklich so passiert: Der Chef des Axel-Springer-Verlages war gestern Abend zu Gast in Richard David Prechts neuer Sendung, die lustigerweise so heißt, wie er heißt, aber eine Sendereihe zu Philosophie sein soll. Ich habe exakt eine Minute und dreißig Sekunden reingeschaut und weiß Bescheid.

Döpfner sprach genauso sinnlos von Freiheit wie Gauck. Das verwundert nicht, alles andere als ein völlig sinnentleerter Freiheitsbegriff hätte verwundert. Selbst Meedia kommt zur der wesentlichen Feststellung schon in der Überschrift ihrer Sendeungskritik:

Döpfner, Precht und die Freiheit zu schwafeln

Wie kommt man in der Redaktion dieser Sendung überhaupt auf die Idee, einen Döpfner einzuladen? Ist der Verleger der Bild-Zeitung ein Philosoph? Traut man sich im GEZ-Fernsehen nicht, wenigstens einmal pro Monat etwas Anspruchsvolles zu senden, nachts um zwölf? Also einfach mit Philosophen über Philosophisches zu reden?

Die Fragen sind rhetorisch, natürlich traut man sich nicht. Dass man aber den Bild-Döpfner als Protagonist in eine einstündige Philsophiesendung einlädt, ist einer dieser doch eher seltenen Momente, in denen man ganz deutlich spürt: intellektuell, kulturell oder zivilisatorisch wurde gerade mal wieder eine Sicherung nach unten durchbrochen. Die Kette TV-Sendung → Philosophie → Döpfner ist ein kultureller Bruch. Die Pogrome in Hoyerswerda und Lichtenhagen waren solche Brüche zivilisatorischer Art, auch meine erste PI-Lektüre, also die zeitgemäße Erneuerung des Nazitums, habe ich seinerzeit so empfunden: da brechen Dämme.

Nun also der Herr Precht. Ein markantes Gesicht hat er, keine Frage. Und das reicht ja auch schon.

Nach den einsdreißig habe ich übrigens umgeschaltet: Auf 3sat lief Shaft, Blaxploitation. Kein Dammbruch.

P.S.: Dass kurz vor Precht Steinbrück sich bei Jauch in der ARD eine Stunde lang als Einzelgast von den Korruptionsvorwürfen reinwaschen darf, könnte man auch als Dammbruch bezeichnen. Das System funktioniert wie geschmiert.

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Und noch ein Update: Georg Seeßlen schreibt aktuell etwas zum Thema Bild, dass ganz gut in meine Ansichten eines Döpfners passt:

Die Bild-Zeitung bietet heute als „Kalenderspruch“: „Bist du wütend, zähle bis vier, bist du sehr wütend, fluche“. Aber gerne, liebe Bild-Zeitung, du Scheißblatt der deutschen Niedertracht mit deiner Amokfahrt der „nackten Mutter“ und „Suff-Beichte“ des Fußballers. Du Drecksblatt, mit dem sich kein anständiger Mensch den Hintern wischen würde. So recht, liebe Bild-Zeitung?

Neues aus Österreich

Der Standard ist eine der größten Tageszeitungen Österreichs und von der politischen Ausrichtung am ehesten mit der Süddeutschen verlgeichbar. So sah die Titelseite des Standard am 13. September aus:

Die Titelseiten aller anderen österreichischen Zeitungen sahen an diesem Tag exakt genauso aus (abgesehen natürlich vom Zeitungskopf), also beispielsweise die Titelseiten der Presse, der Kronenzeitung und der regionalen Blätter. Leider habe ich kein Foto von den Verkaufsstellen an diesem Tag gemacht. Man kann sich aber das Erscheinungsbild der Zeitungsständer grob vorstellen.

Eine interessante Zeitungskultur, keine Frage. Wenn das vorbelastete Wort Gleichschaltung sinnvolle Anwendung in neuer Perspektive finden kann, dann wohl hier. Noch interessanter ist, dass sich dazu keinerlei öffentliche Diskussion finden lässt, auch nicht via google. Ganzseitige Werbungen auf dem Titel scheinen in diesem merkwürdigen Land mit der Form eines Wiener Schnitzels selbstverständlich zu sein. In Deutschland hat das vor Jahren einmal die Welt gemacht, seitdem meines Wissens nicht mehr.

Dazu eine Bevölkerung, die zu 30 Prozent die Quasi-Nazi-Partei FPÖ wählt. Und ein Land, in dem der wichtigste politische Blog sich darüber aufregt, dass die Verwendung des Begriffs “Neger” problematisiert wird.

Österreich ist intellektuell offenbar komplett im Eimer. Ein Prosit der Gemütlichkeit.

(Foto: genova 2012)

Mietverdoppelung: “Weil wir keine Sprache haben”

Und schon wieder eine kleine Geschichte, die hilft, gesellschaftliche Realitäten zu begreifen. Derzeit kämpfen Senioren in Berlin-Friedrichshain gegen die Verdopplung ihrer Mieten. Die Berliner Zeitung schreibt:

„Unser Vermieter hat im Juni angekündigt, dass er nach dem Wegfall der Anschlussförderung des Landes im Oktober die Miete wahrscheinlich verdoppeln muss, weil er sonst seine Kredite nicht mehr bedienen kann“, sagt Joachim Konieczny (58). Die Mieten in den fünf Sozialbauten mit ihren 1,5- und 2-Zimmer-Wohnungen würden von 6 auf 12 Euro pro Quadratmeter netto kalt steigen.

Die Renten der Betroffenen liegen bei “meist unter 1000 Euro”, die Verdopplung würde den zwangsweisen Auszug bedeuten. Über eine Mieterin schreibt die Zeitung:

Als sie mit ihrem Mann 2006 in die Wohnung eingezogen sei, habe sie geglaubt, dies sei der letzte Umzug gewesen. „Wir wissen nicht mehr ein noch aus. Es gibt nirgendwo bezahlbare Wohnungen mehr.“

Doch, es gibt noch ein paar Ghettoviertel am Stadtrand.

Der eigentliche Gag ist aber der Vermieter, der die Mieten verdoppeln “muss”, weil er seine Kredite sonst nicht bedienen kann. So geht das. Ein Kapitalist erzählt solch einen blühenden Unsinn. Der Journalistin Thorkit Treichel fällt das offenbar nicht auf, doch es wäre ihre ureigenste Aufgabe, dieser absurden Behauptung nachzugehen. Und Frau Treichel ist für das Thema sensibilisiert, es ist nicht ihr erster Artikel dazu.

Eine Mietverdoppelung auf Münchner Niveau und drohende Obdachlosigkeit alter Menschen: Das ist nötig, weil ein Kapitalist behauptet, sonst pleite zu gehen. Friedrichshain ist ein angesagter, wie man sagt, Bezirk, die Mieten steigen dort überall rasant. Alte Menschen sind dort doppelt unattraktiv.

Solche Geschichten passieren in Berlin derzeit massenhaft. (Mir persönlich nicht; nur falls jemand meint, ich würde mich nur mit meinem eigenen Problem beschäftigen.) Der organisierte Widerstand verhandelt mit der Bürokratie, studiert Gesetze, versucht, sich mit dem Kapital zu arrangieren. Das kostet viel Zeit und Mühe und bringt nichts. Effektiv wäre vielleicht die massenhafte Verweigerung der Mietzahlungen, aber eben wirklich nur massenhaft.

Der Freitag bilanziert die gescheiterte deutsche Sektion der Occupy-Bewegung und meint:

Occupy hat offene Türen eingerannt und bisher dennoch nichts erreicht. Wir fühlen uns frei, weil wir keine Sprache haben, unsere Unfreiheit zu artikulieren. Dieser Mangel bedeutet, dass alle wichtigen Begriffe, die wir verwenden, um den gegenwärtigen Konflikt zu benennen, falsche sind. Es sind Slogans, die das Denken vernebeln und das Handeln unnütz erscheinen lassen.

So kann man das wohl sagen. Es fehlt das Vokabular, weil wir seit zwanzig Jahren in einem Maße neoliberal verseucht sind, das man den Strategen, die dahinter stehen, fast schon Respekt zollen muss. Die Mietgeschichten in Berlin zeigen das deutlich. Es gibt, bis auf ein paar Libertäre, niemand, der diese Entwicklung in Ordnung fände. Doch bei der Beschreibung des Phänomens geht es schnell in die Kindergartensprache und der Einfachheit halber sieht man Mietsteigerungen als Naturgesetz. Thorkit Treichel findet nicht mal erklärende Worte zu dem Vermieter und den zugrundeliegenden Strukturen.

Marxisten sind die einzigen, die noch den Durchblick haben, die erklären können, was da abläuft. Aber die sind nicht so richtig en vogue, hab ich gehört.

Der Freitag empfiehlt übrigens:

Versucht´s mal mit Gewalt.

Nicht, dass man das so einfach unterschreiben könnte. Doch wenn die Worte fehlen…

Mit welcher Duden-Ausgabe arbeitet der Journalist Andreas Unterberger?

Ein kurzer Ausflug in unser komisches Nachbarland namens Österreich. Ein Land der Extreme und deshalb interessant. Zum einen gab und gibt es dort viele ganz wunderbare Schriftsteller, Musiker, schöne Berge, guten Kaffee, tolle Torten. Zum anderen die Kronenzeitung, Volksmusik, Jörg Haider, HC Strache und Andreas Unterberger.

Es geht im Folgenden um letzteren und auch nur um ein Detail. Unterberger war früher ein wichtiger Journalist in Österreich: zwischen 1973 und 2004 Redakteur bei der Presse, einer großen konservativen Tageszeitung aus Wien, vielleicht mit der FAZ vergleichbar. Von 1995 an saß Unterberger dort sogar auf dem Sessel des Chefredakteurs. Er hat es also weit gebracht.

Was macht Unterberger jetzt? Er schreibt einen Blog, den ich schlicht als in weiten Teilen rechtsradikal bezeichnen würde. Ein kleines aktuelles Beispiel:

Es ist unfassbar, wie rasch die Diktatur der Politischen Korrektheit voranschreitet. Jetzt hat der sogenannte Presserat eine Zeitung verurteilt, weil sie den Ausdruck „Neger“ verwendet hat. Das also kommt heraus, wenn Gewerkschafter und Herausgeber sich zu Hütern der Pressefreiheit aufschwingen [...] Ein solcher Presserat und seine Ehrbegriffe sind in jeder Hinsicht neger. Dieses „neger“ wird von meinem Duden übrigens als umgangssprachlich gebrandmarkt, der „Neger“ als „Angehöriger der Rasse der Negriden“ hingegen keineswegs. Aber unsere linken Journalisten sind ja dem Duden allemal weit voraus an Korrektheit, freilich nur Politischer.

Fragt sich nur, welche Duden-Ausgabe Herr Unterberger benutzt. Meine, die 24. Auflage von 2006, erwähnt das “diskriminierende” Moment des Begriffs. Dazu kommt Unterbergers Formulierung von der “Rasse der Negriden”.

Wie viele Duden-Ausgaben muss man zurückgehen, bis man solche Einschätzungen und Formulierungen findet? Bis in die 1950er? Oder doch eher vor 1945? Was sagt man zu jemandem, der als einer der (ehemals) wichtigsten Journalisten Österreichs offenbar mit einem Duden aus der Nazizeit (bzw. massiv davon beeinflusst) arbeitet und argumentiert? Und welches Gedankengut muss man pflegen, wenn man bei der Rüge des Presserates aufgrund der Verwendung von “Neger” im Jahr 2012 über die “Diktatur der politischen Korrektheit” lamentiert? Und wieso ist so jemand einer der erfolgreichsten Blogger dieses sympathischen Landes, das mir schon auf den großen Landkarten in der Schule als überdimensioniertes Wiener Schnitzel auffiel?

Besonders pikant: Unterberger war laut wikipedia zwischen 1989 und 1998 Lehrbeauftragter im Fachbereich Politikwissenschaft an der Uni Wien und hielt unter anderem “Seminare und Vorlesungen” ab zu den Themen “Minderheitenschutz” sowie “Minderheiten- und Selbstbestimmungsfragen”. Wahrscheinlich hatte er vor allem die arme österreichische Minderheit in Europa vor Augen.

Ein recht typischer Kommentar aus dem Unterbergschen Blogartikel:

weil man nicht Neger sagen darf, sagen viele eben Bimbo

Ja, so ist das wohl in Österreich. Drangsaliert und geschunden von den politisch Korrekten. Ich erinnere mich an einen Skiurlaub vor ein paar Jahren, in dem ich die Kronenzeitung las und wirklich den Eindruch hatte, dass die Bild dagegen ein linkes Intellektuellenblatt ist. Die Kronenzeitung erreicht täglich 2,7 Millionen von 8,4 Millionen Österreichern.

Werben tut auf dem Unterberger-Blog übrigens das neoliberale Hayek-Institut. Die beschäftigen sich ja auch mit Sprache.

Update 1.8.12: Die Zeitung, die der österreichische Presserat gerügt hat, heißt “Zur Zeit” und wird herausgegeben vom FPÖ-Politiker Andreas Mölzer.

“Straffe Selektion des Humankapitals”: Neues vom Untertan

Als Spießbürger oder Spießer werden in abwertender Weise engstirnige Personen bezeichnet, die sich durch geistige Unbeweglichkeit, ausgeprägte Konformität mit gesellschaftlichen Normen, Abneigung gegen Veränderungen der gewohnten Lebensumgebung auszeichnen.

Aus der Wikipedia

Kürzlich entdeckt: Den fleißigen FAZ-User und -Kommentator Ottfried Meyer, der sich im FAZ-Forum “Gladium” nennt. Eine kleine Auswahl seiner Ansichten zu vieldiskutierten Themen der vergangenen Monate in O-Tönen, ganz lustig zu lesen und eines jeden Kommentars entbehrlich:

Abstimmung über ESM und Fiskalpakt im Bundestag und die Kläger beim Bundesverfassungsgericht:

“Sozialistische Wutbürger drohen Europa in den Untergang zu treiben
Irgendwo muss mal Schluss sein mit der Klagerei und Abstimmerei. An den Märkten ist man bereits außerordentlich verärgert und man sollte die Händler nicht zum Äußersten treiben. Die können nämlich auch ganz anders.

An den Märkten entscheiden Macher mit allerbester Ausbildung äußerst kompetent darüber, wie sich die Welt entwickelt. Durch jahrelange Erfahrung und durch ihre hervorragende Ausbildung haben nur sie den dafür notwendigen Durchblick. Hierfür brauchen sie aber Freiheit und gleichzeitig Schutz vor sozialistischen und anderen linken Experimenten.”

Oberstes US-Gericht billigt Obamas Gesundheitsreform:

“Ein fatales Urteil. Damit sind die USA von einem Land der Freiheit zu einem Land der sozialistischen Gängelung geworden. Es muss den Leuten selbst überlassen sein, ob sie sich krankenversichern oder nicht. Das ist wahre Freiheit. Jetzt werden all die Habenichtse, Faulpelze und Sträflinge dem US-Steuerzahler auf der Tasche liegen und sich für lau Luxus-Behandlungen finanzieren lassen. Das ist nicht mehr mein Amerika!”

Bürgerentscheid zum Flughafen München:

“Tja, so ist er nun einmal, der Deutsche Wutbürger: linksgrün, wirtschaftsfeindlich, technologiefeindlich und von gestern. Daß man nun auch in Bayern den Anhängern des Kommunismus und Sozialismus folgt, sollte uns bedenklich stimmen. Es ist das Ende des Wirtschaftsstandorts Bayern.

Was jetzt einfach nur noch hilft, ist einfach die Startbahn ohne Berücksichtigung solcher “Volksentscheide” zu bauen. Beim Bau gilt die normative Kraft des Faktischen. Also fangt an zu bauen!”

Hartz-IV-Empfänger muss Münzsammlung verkaufen:

“Der gute Herr selbst sollte ARBEITEN gehen, bevor er Leistungen in Anspruch nimmt. In Deutschland gibt es genug offene Stellen. Zum Beispiel als Straßenfeger oder als Reinigungskraft im Bereich der öffentlichen Toiletten.”

Katholikentag in Mannheim:

“Unsere Kirche hat die Gläubigen nicht mehr im Griff!

Wie kann es angehen, dass kaum noch Kinder geboren werden, wo doch Verhütungsmittel im Rahmen der Enzyklika “Humanum vitae” von Papst Paul VI. ex cathedra verboten sind und zwingend zur Exkommunikation führen? Bei mir als romtreuer, rechtgläubiger Christ macht sich die Vermutung breit, die Priester und Bischöfe hätten die Gläubigen überhaupt nicht mehr im Griff!”

“Mission, Mission, Mission!”

“Die von unserer hl. römisch-katholischen Kirche verbreitete Wahrheit ist nun einmal die einzig wahre Wahrheit. Unsere hl. römisch-katholische Kirche steht in apostolischer Sukzession, d.h. die Reihe der Päpste reicht bis hin zum Apostel Petrus zurück, dem unser Herr Jesus Christus dazu auserkor, der Felsen zu sein, auf dem er seine Kirche bauen wollte. Auf dieser Grundlage kann und darf es keine Abweichung geben. Es sei denn, die Menschen ziehen nach ihrem Tode nicht das Ewige Leben an der Seite Jesu Christi vor, sondern die ewigen Qualen in der Hölle. Ich meine, die Priester, Diakone und Bischöfe müssen hier klar Position beziehen und auf die Folgen sündhaften Verhaltens eindringlich hinweisen.”

“Wenn in einer rechtmäßig geschlossenen Ehe keine Kinder geboren werden, ist es eine fundamentale Aufgabe des Priesters, das Gespräch mit den Eheleuten zu suchen und zu klären finden, welche Gründe für die Kinderlosigkeit vorliegen. Dies ist Teil seiner seelsorgerlichen Arbeit.”

Urheberrechtsdebatte und Downloads:

“Was wir brauchen, ist staatlichen Schutz. Die Politik muss endlich hart gegen die Diebe durchgreifen und auch sicherstellen, dass illegale Downloads BESTRAFT werden. Und zwar mit Gefängnis. Die Politik muss hier endlich FÜHREN.”

Präsidentschaftswahlen in Frankreich:

“Mein DRINGENDER Aufruf an die Wähler von Marie Le Pen: Wählen Sie bei der Stichwahl Präsident Sarkozy. Ein Wahlsieg Hollandes würde Europa und die Welt in den Abgrund reißen und unser Abendland bedrohen. Sollten sich die Wähler in Frankreich dagegen anders entscheiden, muss die Frage gestellt werden, ob Präsidentschafts- und Parlamentswahlen auf Grund ihrer großen Reichweite überhaupt noch zeitgemäß sind.”

Piraten:

“Die Piraten sind eine Partei, deren Mitglieder nichts vom Recht auf Geistiges Eigentum halten. Sie wollen dieses Recht sogar abschaffen. Das dürfte normalerweise reichen, um gegen diese unsägliche Partei ein Verbotsverfahren einzuleiten. Die Partei ist ganz schlicht und ergreifend verfassungswidrig.”

Christian Wulff:

“In vielen Ländern dieser Erde ist es üblich, dass bürgerliche Politiker in herausragender Position für ihre Politik belohnt werden. Sie werden dafür belohnt und bekommen auch dafür etwas zugesteckt, dass sie ihr Land vor dem Linksruck und dem Mob bewahren. Lasst endlich Christian Wulff in Ruhe!”

“In allen Anderen Laendern der Erde waere das alles kein Thema. Nur in Deutschland tobt der Neidhammel. Man neidet dem Bundespraesidenten Wulff alles, sein Einkommen, seine Freunde, seine wunderschoene und gleichzeitig auch sehr intelligente Frau. Deutschland sollte stolz auf solch ein schoenes Praesidentenehepaar sein!”

Super-GAU in Fukushima:

“Jetzt ist Ruhe oberste Bürgerpflicht!”

“Ich warne vor Panikmache, denn japanische Ingenieure gehören zu den Besten der Welt. Sie werden einen richtig guten Job machen und das Problem schon lösen.
Japan kann genausowenig wie Deutschland nicht ohne Kernenergie auskommen. Es gibt zu ihr einfach keine Alternative.”

Gesetzliche Frauenquote:

“In den Unternehmen ist man sich aus tagtäglicher Anschauung über einen Grundsatz klar:
Frau am Steuer, das kommt teuer.
Von der Leyen ist das beste Beispiel.”

“Frauen sind nach meinen Erfahrung schon aus biologischer Sicht nicht in der Lage, herausragende Vorstandsposten zu besetzen, weil sie nicht die Männern angeborenen Jagdinstinkte, für Spitzenjobs erforderliche Brutalität haben. Die Wirtschaft braucht knallharte Männer, die in der Lage sind, im großen Stile Wirtschaftskriege zu führen. Die Wirtschaft braucht Siegertypen und keine Gutmenschen oder Glucken. In der Wirtschaft erweisen sich Frauen ganz einfach als das, was sie sind: das Schwache Geschlecht. Und in der Wirtschaft gilt:
FRAU AM STEUER, DAS KOMMT TEUER.”

Stuttgart 21 und Bundeswehreinsatz im Innern:

“Der Fall Stuttgart 21, bei dem gewalttätiger Aufwiegler versuchen, eine Landesregierung zu zwingen, bereits geschlossene Verträge zu brechen zeigt doch, wie dringend der Bundeswehreinsatz im Innern nötig ist. Deutschland braucht Freiheit und Sicherheit für Unternehmen und Dienstleister und keine sozialistischen Experimente oder andauernd wechselnde Regierungen. Die Terroristen, die unser Vaterland nun bedrohen, wissen ganz genau, wo die Schwachstellen in unserem System sind. Und sie wissen ganz genau, wie sie die sogenannte Öffentlichkeit manipulieren können. Ich möchte nicht wissen, wie viele Islamisten sich zu den Aufwieglern und Revoluzzern in Stuttgart zählen.
Ach ja – und an alles Nörgler: in Ägypten herrscht seit 1981 Ausnahmezustand. Und trotzdem ist Ägypten ein Freies Land für Unternehmer und Investoren, in das es sich lohnt zu investieren, EBEN WEIL dort Armee UND Polizei eine Einheit bei der Inneren Sicherheit bilden und nach klaren Vorgaben handeln.”

“Ich glaube kaum, dass man Herrn Ministerpräsident Mappus in Saudi-Arabien und in den Emiraten am Golf freundlich empfangen würde, wenn der Bahnhofsneubau von einem Mob auf der Straße gekippt wird. Es ist bekannt, dass asiatische und arabische Investoren schnell sehr verärgert reagieren und sich zurück ziehen.”

“Jeder weiss, dass die sogenannten Proteste in Stuttgart in Wirklichkeit von linksextremen Kräften in unserem Land gesteuert werden, die die Bevölkerung mit abartiger Propaganda gegen zukunftsweisende Projekte aufwiegeln.”

“Und den Demonstranten kann ich nur zurufen: GEHEN SIE NACH HAUSE! Sie haben kein Recht, Deutschlands Zukunftsfähigkeit und Deutschlands guten Ruf im Ausland für immer zu beschädigen!”

“In den USA und Israel sowie an den internationalen Finanzplätzen werden die Entwicklungen in Stuttgart mit großer Sorge und zunehmendem Zorn beobachtet. Kommt Stuttgart 21 nicht, dann ist Deutschland nicht zukunftsfähig, weil es nicht in der Lage ist, Verträge und verbindliche Zusagen einzuhalten. Das Deutsche Volk wird schon sehen, was es davon hat, wenn die Revoluzzer und Berufsaufwiegler nicht nach Hause gehen.”

Reihenuntersuchungen für Arbeitnehmer:

“Wirtschaft und Sport sind keine demokratischen Veranstaltungen, sondern Haifischbecken, in denen knallharter Wettbewerb hersscht. Nur dieser Wettbewerb mit seiner straffen Selektion des Humankapitals sichert dauerhaften Erfolg und stärkt den Standort Deutschland.
Geisteskranke Mitarbeiter tragen durch ihr krankheitsbedingtes unberechenbares Verhalten in einem erheblichen Maße mit dazu bei, dass Unternehmen gravierende finanzielle und ganz besonders große Imageverluste erleiden. Andere müssen dann für die Geisteskrankheit eines Einzelnen büßen und zahlen. Schon allein aus diesem Grunde erscheint mir als Unternehmer eine medizinische Früherkennung in Form von gesetzlich vorgeschriebenen Reihenuntersuchungen bei Arbeitnehmern als außerordentlich wichtig.”

Sozialstaat:

“Die Leistungsträger werden zur Notwehr gezwungen”

“Allen, die mehr Geld für Arbeitsscheue und Faulenzer fordern sei gesagt, dass niemand auf der Welt das Recht hat, sich zu Lasten anderer den Wanst voll zu fressen und das Geld und Eigentum anderer zu verprassen. Dies passiert in Deutschland jedoch Millionenfach. Das Land der Dichter und Denker ist ein Land der Arbeitsscheuen und Faulenzer geworden und wird es immer mehr.
Dass Leistungsträger, wie Klaus Zumwinkel und viele andere inzwischen zur Notwehr greifen, sollte die Deutschen zum Nachenken anregen. Täglich verlassen immer mehr Leistungsträger unser Land, täglich bringen immer mehr Leistungsträger Deutschlands ihr sauer verdientes Geld ins Ausland, um es vor der Umverteilung an Arbeitsscheue, Gammler und Faulenzer zu bewahren.
Es wird Zeit, dass in Deutschland gegen Gammler, Faulenzer und Arbeitsscheue rigoros durchgegriffen wird. Notfalls mit harten Mitteln.”

Amoklauf in Lörrach:

“Das Recht, Waffen zu besitzen und sie als Sportschütze oder Jäger zu gebrauchen ist ein Kennzeichen FREIER LÄNDER. Nur in sozialistisch-stalinistische Diktaturen gibt es diese FREIHEIT nicht. Jäger und Schützen sind Bestandteil der deutschen Traditionspflege und gehen mit ihren Waffen verantwortungsvoll um. Der Deutsche Schießsport ist bei internationalen Wettbewerben absolute Weltspitze und sorgt dafür, dass Deutschland als freiheitliche Sportnation in den olympischen Medaillienspiegeln Spitze ist.
Deutschland ist ein FREIHEITLICHES Land, Deutschland ist eine Nation, in der Schützenverein TRADITIONS- und BRAUCHTUMSPFLEGE in Stadt und Land betreiben. Ohne die Träger des Grünen Rocks wäre die Deutsche Traditions- und Kulrupflege längst untergegangen.
Manche fragen nun, was denn die Opfer des bedauerlichen Vorfalls in Lörrach für den Vorfall könnten. Sie waren zur falschen Zeit am falschen Platz. Der Mensch denkt eben – Gott, als allmächtiger Herrscher über Himmel und Erde, Leben und Tod lenkt. Auch das ist Kennzeichen der Freiheitlichkeit. Möge unser Herrgott der Seelen der Toten gnädig sein. Wir wollen sie in unser Gebet einschließen.”

“Die Waffe ist des Mannes Zier. Wider den sozialistischen Ungeist.”

HRE-Manager bekommen 25 Millionen Bonuszahlungen:

“Sonst werden Top-Manager in Zukunft einen großen Bogen um das sozialistisch-stalinistische Deutschland, wo man meint, Verträge nicht einzuhalten, machen.”

Tarifverhandlungen:

“Wann sieht die Politik endlich ein, dass die Gewerkschaften ein Überbleibsel des Kommunismus-Stalinismus sind? Mit ihren andauernden Forderungen pressen sie die Leistungsträger dieses Landes bis aufs Mark aus. Unternehmer haben nun einmal nichts zu verschenken, sie brauchen FREIHEIT. Das Kartell der sogenannten “Arbeitnehmer” droht ihnen jedoch den Todesstoß zu versetzen. Hier kann nur eines helfen: Verbot der Gewerkschaften und dafür Einführung der bedingungslosen VERTRAGSFREIHEIT zwischen Unternehmen und “Arbeitnehmern”. So etwas hat sich den USA bestens bewährt. Dort treffen Unternehmer und Humankapital in Augenhöhe aufeinander.”

Studenten:

“Wenn ich mir die deutschen Bummelstudenten an den sogenannten deutschen Universitäten so anschaue, dann wird mir richtig schlecht. Mit dem Stipendienprogramm fördert der Staat Faulenzerei und Kommunismus-Stalinismus, Revoluzzertum und Aufsässigkeit. All das kann sich Deutschland nicht mehr erlauben, all das schadet dem Ansehen Deutschlands an den internationalen Finanzplätzen, in den USA und in Israel.”

“Nicht jeder kann und darf studieren, sondern nur derjenige, der sich vollständig zu Freiheitlichkeit und Marktwirtschaft bekennt, der weiß, wo sein Platz ist und der DIENT und nicht immer nur dumme Fragen stellt. Es wird ja nicht umsonst inzwischen davon gesprochen, die 68er hätten ein akademisches Proletariat geschaffen. Um erfolgreich zu sein, bedarf es weitaus mehr, als einen Hochschulabschluß. Man braucht erlesenste Manieren und eine erlesenste Herkunft. Ein Unternehmensführer repräsentiert nicht nur das Unternehmen, das er leitet, sondern auch seine Familie. Und ein Prolet bleibt immer ein Prolet. Er kann niemals führen. Das hat auch etwas mit familiärer Abstammung zu tun.”

Produktionsstandort Nordkorea:

“Nordkorea steht mit den Kims an der Spitze für Stabilität und Kontinuität bei konkurrenzlos günstigen Lohnkosten und einem Höchstmaß an unternehmerischer Freiheit und Sicherheit in den dortigen Produktionsstätten. Ich persönlich habe kein Problem damit, wenn dort produzieren zu lassen, denn in Nordkorea habe ich als Unternehmer EINEN Ansprechpartner für alle Produktionsstandorte im gesamten Land. Vor allem, seitdem sich China durch steigende Löhne als Produktionsstandort vom Weltmarkt verabschiedet, wird Nordkorea für Unternehmen und Anleger zunehmend interessant”

NRW-Wahl 2010:

“In Deutschland gehen mit dieser Wahl im wahrsten Sinne des Wortes die Lichter aus.
Man muss sich als Bürgerlicher der christlich-konservativen Mitte inzwischen wirklich fragen, ob man das Deutsche Volk überhaupt noch wählen lassen kann.”

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So ist es :-)

Quelle

P.S.:

Kurt Tucholsky seinerzeit über Manns Untertan:

“Hier ist er ganz — in seiner Religiosität, seiner Erfolgsanbeterei und namenlosen Zivilfeigheit”