Es ist jeden Sommer das Gleiche: Der deutschlandweite Verkehrsfunk meldet lange Staus auf den Autobahnen Richtung Norden. Hinter Hannover und hinter Osnabrück wird das Autoaufkommen dichter. Es handelt sich hierbei – das haben meine Recherchen zweifelsfrei ergeben – um sogenannte Urlaubsstaus. Es gibt offenbar viele Menschen, die nach Norddeutschland fahren, um dort Urlaub zu machen. Das wirft Fragen auf.
Der Gedanke ist an sich flüchtig und kaum denkbar: Urlaub in Norddeutschland. Die schönsten Wochen des Jahres, wie man sagt, in Norddeutschland verleben. Wozu ist Urlaub gut? Erholung, Sonne, Wandern, Landschaft, Köperertüchtigung, Kultur, regionale Küche: All das können Anliegen für einen Urlaub sein. Aber in Norddeutschland? Was also bringt erwachsene und bislang nicht für unmündig erklärte Menschen dazu, hunderte von Kilometern in eine Landschaft und in eine Kultur zu fahren, wie sie dumpfer, wie sie öder, wie sie einschläfernder und wie sie also menschenfeindlicher nicht sein könnte? In eine Katastrophenlandschaft und in eine Katastrophenkultur mit einem durch und durch katastrophalen Wetter zu reisen? Dröseln wir die Problematik auf.
Was heißt Landschaft? Was man in Norddeutschland außerhalb von Städten antritt, nennt man behelfsmäßig “Landschaft”. Doch der Begriff widersetzt sich der gewohnten Verwendung: Landschaft im herkömmlichen Sinn existiert dort nicht, alles ist nur zweidimensional. Alles, was man sieht, wenn man in Norddeutschland umherfährt, sind entfernt ein paar Baumkronen, davor Acker, dahinter Acker. Es gibt keinen Raum, es gibt nur das Nichts. Und zwar aus der Perspektive des Reisenden nicht etwa mal eine Viertelstunde, in der man eine Ebene durchquert. Nein, Stunden, Tage, immer. Der Süddeutsche verliert im Norden sein Gefühl für Raum und somit für Zeit. Der Norddeutsche hat beides wahrscheinlich nie bessessen.
Die Erfahrung von Topographie geht dem Norddeutschen zwangsläufig ab. Die Erfahrung von Raum, von Verhältnissen in ihm, ebenso. Das glücksbringende Gefühl, einen Talkessel zu durchfahren, ihn auf der anderen Seite leicht ansteigend zu verlassen und eine Natur- und Kulturlandschaft dadurch erfahren zu haben, also im buchstäblichen Rückblick auch einen Bruchteil des eigenen Lebens zu sehen, eine Ahnung von Nähe und Distanz zu bekommen, die Frucht der Arbeit in Form der geleisteten Bewegung, inklusive einem Gefühl von Geborgenheit, die ständigen Perspektivwechsel, die buchstäblich den Horizont erweitern: All diese Erfahrungen sind in Norddeutschland noch nie gemacht worden. Es ist traurig. Ich denke, dass in Norddeutschland Sozialisierte diese Erfahrung im Erwachsenenalter auch nicht mehr machen können, selbst wenn sie nach Süddeutschland ziehen. Es fehlt ihnen das sensuative Instrumentarium, das maßgeblich im Kinder- und Jugendalter ausgebildet wird. Der Norddeutsche ist nicht in der Lage, mit Raum umzugehen. Für ihn ist Bewegung im Raum sinnlos, weil es ja eh überall gleich aussieht. Auf dem Deich oder im Torf ein paar Meter hin oder her: egal. Deshalb bleibt er einfach sitzen. Der Norddeutsche freut sich angeblich über die Weite vor ihm, den unverstellten Blick. Aber unverstellt worauf? Man kann das Nichts nicht verstellen. Die einzige Möglichkeit für den Norddeutschen, eine Ahnung von Geborgenheit im Raum zu erfahren, ist, wenn er sich hinter den Deich kauert. Vielleicht kommt das ja vor. Ich weiß es nicht.
Ein typischer Sommertag in Norddeutschland. Im Vordergrund wächst Kohl, im Hintergrund beginnt das Nichts.
Damit leider nicht genug: Der Norddeutsche hat auch kein Verhältnis zu Farben, weil die einzige für ihn existierende Farbe Grau ist. Die dafür in allen Schattierungen. Das hat sicher seinen Reiz, aber nur ein paar Minuten lang. Norddeutsche müssen das ein Leben lang aushalten. Kaum vorstellbar, aber wahr. Auch das Gras ist in Norddeutschland nicht grün, sondern blass-grau, meinetwegen grün-grau. Selbst die Natur hat da oben eine depressive Komponente. Wer mag es ihr verdenken?
Wer nun meint, ich hätte zwar grundsätzlich recht, würde aber ein wenig übertreiben, dem empfehle ich eine Zugfahrt von Dortmund nach Hamburg. Irgendwo hinter Osnabrück sollte man die Sonnenblende runterlassen. Sonst erlebt man eine architektonische, materiale und somit kulturelle Unwucht, die dort flächendeckend praktiziert wird: Einfamilienhaussiedlungen mit vorgeblendeten Baumarktbilligklinkern, dazu Erker, Hochglanzziegel. Es ist alles voll davon. Sandstein ist in Norddeutschland unbekannt. Davor sitzen griesgrämige Menschen in Funktionsjacken. Früher setzte man in Norddeutschland herkömmliche Backsteine ein, ohne Klinker, jeder einzelne Stein hatte einen eigenen Charakter, war unverwechselbar, das hatte seinen Charme. Diese Individualität war wohl nicht erträglich. Die Norddeutschen haben mit ihrer Ersetzung des Backsteins durch den Baumarktklinker das einzige, was in dieser Gegend je sehenswert war, was laut Merian oder Baedecker oder vielleicht sogar Lonely Planet einen Umweg und in einzelnen Fällen sogar eine Reise gelohnt hat, vernichtet, mutwillig und endgültig und – so vermute ich – hasserfüllt.
Norddeutschland ist – das muss ich leider schon an dieser Stelle in aller Deutlichkeit sagen, auch wenn es schwer fällt – eine allumfassende ästhetische Katastrophe: Landschaft, Häuser, Freizeitkleidung. Je weiter man sich Richtung Westen begibt, desto schlimmer wird es. Ostfries- und Emsland stellen die Höhepunkte der durch und durch und überall spür- und sichtbaren Kulturnaturkatastrophe dar. Dort hat man das beklemmend klare Gefühl, an einem Ende der Welt angekommen zu sein, nämlich ganz unten. Nichts geht mehr.
Vielleicht merkt es der Leser: Im Versuch der Beschreibung Norddeutschlands versagt das herkömmliche Vokabular. Neben “Landschaft” ist “Vegetation” so ein Fall. Die besteht im Norden aus teilweise trockengelegten Sümpfen, aus Torf und aus kurzem, hartem, ausgesprochen hässlichem Gras, es wächst wegen der Brise nicht höher. Hin und wieder ein geduckter, vom Wetter ausgemergelter Busch. Es wächst sowieso fast überhaupt nichts in Norddeutschland. Eigentlich nur Bäume mit sauren Äpfeln und Kohl. Der dafür aber in den Variationen Grün-, Rot- und Blumenkohl. Immerhin. So sieht dann auch die norddeutsche Küche aus. Es gibt Grün-, Rot- oder Blumenkohl, dazu antibiotikagefüllte Hühnereier aus Legebatterien (eine der wenigen gewinnbringenden Industrien da oben). Das Meer heißt Nordsee, es ist grau-braun und brackig. Engländer und Schotten bohren dort nach Öl, der Norddeutsche fängt dort hin und wieder Rollmops, der vermutlich so schmeckt, wie der Name klingt. Man isst, was man kriegt. Der nordische Vegetationsgott heißt Thor und fällt vor allem dadurch auf, dass er Steine wirft und mit selbstgebastelten Äxten um sich schlägt. Dieses Verhalten muss angesichts des realen Nahrungsangebots und also seines offensichtlichen Scheiterns als Verzweiflungstat gedeutet werden und belegt: Vor Norddeutschland kapituliert sogar Gott.
Zu Mops und Kohl gibt es selbstgebrannten Schnaps, der den Vorteil hat, das Elend um einen vergessen zu können.
Apropos Alkohol: Das ist im Norden nicht etwa ein Stimulationsmittel, um Geselligkeit, i. e. Kommunikation, verbal und nonverbal, zu fördern, sondern schlicht ein Antidepressivum. Allerdings eines, das nicht funktioniert. Was in der Flensburger-Werbung für Unbedarfte als lustige Selbstironie rüberkommt, ist bittere Realität: Norddeutsche sitzen in der Regel schweigend nebeneinander. Zum einen, weil in der völlig ereignislosen Gegend nichts passiert, was soll man also erzählen? Zum anderen, weil das Getöse des “Windes” (den man in Norddeutschland gerne “Brise” nennt, aus der Perspektive von Kulturmenschen aber schon längst die umfassende Macht eines Orkans hat) eine Unterhaltung an durchschnittlich 350 Tagen im Jahr unmöglich macht. An Zeitunglesen ist auch nicht zu denken. Es haut einem die Seite im Nu ins Gesicht oder ins nächste Moor. Also sitzt man halt da und trinkt. In Funktionsjacken vorm Baumarktindustrieklinkerhaus hinterm Deich. Vielleicht blättert der ein oder andere Norddeutsche manchmal in der “Deutschstunde” von Siegfried Lenz, der dort oben deshalb gemocht wird, weil er Nordeutschland so beschreibt, wie es seine Leser gerne sehen möchten: als lebenswert. Naturgemäß interessiert sich außerhalb Norddeutschlands kein Mensch für Lenz. “Geselligkeit” bedeutet für Norddeutsche, dumpf im Wind zu sitzen und alle paar Stunden eine neue Flasche Bier zu öffnen. Es erinnert an Loriot, aber es gibt keinen doppelten Boden. Es ist die Wirklichkeit.
Selten, sehr selten, kommt es vor: Die Temperatur steigt auf 20 oder gar 21 Grad, die Sonne lugt kurz durchs Dauergrau, die Brise lässt ein wenig nach. Wie reagiert der Nordeutsche? Er ist “wegen der Hitze” ernsthaft besorgt und befürchtet Ernteausfälle beim Kohl. Er kauft einen Tischventilator und flüchtet sich hinter den Baumarktbilligindustrieklinker. Das ist eine unterbewusste Abwehrhaltung gegen das Andere, das Angenehme, das in solchen kurzen und allzukurzen Momenten durchschimmert, die Ahnung, dass das Leben schöner sein könnte als nur grau und Wind und Kohl und Mops. Aber das ist dann wohl doch zu direkt, zu konkret, zu massiv. Und wie soll man sich darüber freuen, wenn man weiß, dass spätestens morgen alles wieder beim Alten ist?
Schwüle Luft, die die Menschen in Kulturgegenden weltweit so angenehm umfängt und ihnen zeigt, dass das Leben auf eine sorglose Art ernstgenommen werden kann, gibt es in Norddeutschland nicht. Schweiß gilt hier als Krankheit. Immer nur Brise. Wärme ist verdächtig. Frieren ist gut, weil das hart macht. Ich vermute, dass dem Norddeutschen selbst seine Köpertemperatur von 37 Grand verdächtig hoch vorkommt. Würden es 17 Grad nicht auch tun?
Als eine verschärfte Form von Folter stelle ich mir eine Radtour durch Norddeutschland vor. Man ist der Natur- und Kultur- und Wetter und also Menschenkatastrophe sonnenblendenfrei und also ungeschützt ausgesetzt, den ganzen Tag lang, man hat die glanzlackierten Industrieklinkerfassaden und Funktionsjacken in einer Massivität vor sich, dass es kein Entrinnen gibt. Hin und wieder, vielleicht, steht noch eine alte Scheune zwischen den Kulturnaturkatastrophen, die mit ihren Ziegeln daran erinnert, dass selbst Norddeutsche einmal eine Ahnung davon hatten, was eine kulturelle Leistung sein könnte. Es ist lange her. Wind und kalt und grau und stumme Menschen, die hinterm Deich kauern und Fremde feindselig anstarren. Besser keine Radtour durch Norddeutschland.
Man stelle sich den Kontrast zu Süddeutschland (oder, als erweiterter Begriff: Süden) vor: Es gibt dort Gegenden, in denen wachsen Wein, Bananen, Feigen, Oliven, Datteln, Pinien, es blühen Mandelbäume, es schlängeln sich saubere Bäche durch liebliche, wettergeschützte Täler, es gibt Mischwälder mit Buchen, Seen und Meere sind grün-blau und klar, nicht grau-braun und brackig, kurzum, es existieren dort Natur- und Kultur- und also Menschenlandschaften, in denen heitere Gelassenheit sich von selbst einstellt. Und das seit zweitausend Jahren. Damals brachten die Römer den Germanen bei, wie man sich wäscht und die Fußnägel schneidet und dass man sich auch ohne Grunzlaute verständigen kann. Ein typischer Südgott ist Bacchus, der für guten Wein als Quell der Freude sorgt und überhaupt allen Genüssen zugeneigt ist. Er soll auch schon mit einem Joint in der hohlen Hand gesehen worden sein.
Ein typischer Sommertag in Süddeutschland. Im Vordergrund wachsen Wein und Südfrüchte, im Hintergrund erkennt man einen lieblichen Talkessel.
In Nordddeutschland hat dieser Zivilisationsprozess nie stattgefunden. Die einzige mir bekannte kulturelle Eigenleistung der Norddeutschen besteht darin, sich auch am Abend noch mit “Guten Morgen” zu begrüßen. Immerhin, sie reden manchmal doch miteinander. Und als wohlwollender Mensch möchte ich diese Eigenleistung ausdrücklich würdigen.
Dennoch kann ich, soll das Wohlwollen nicht in lächerlich-übertreibendes und somit dieser sachorientierten Analyse abträgliches Anhimmeln umschlagen, nur konstatieren: Der Limes hat sich in den letzten 2.000 Jahren ideell ein bisschen nach Norden verschoben, ist aber nach wie vor die gültige kulturelle Grenze.
Die Hauptsstadt Norddeutschlands und somit das Zentrum der Katastrophe, die hier naturgemäß vor allem eine kulturelle ist, heißt Hamburg. Doch auch hier betone ich das Positive: Es gibt in Hamburg ein paar angenehme Straßenzüge, in denen aus dem Süden eingewanderte Menschen wohnen. Die machen das Beste aus ihrer misslichen Lage, ihnen gebührt all mein Respekt. Es gibt dort Restaurants, in denen man Speisen bekommt jenseits von Kohl und Rollmops. Der typische Hamburger dagegen zeichnet sich dadurch aus, dass er diese kleinen Oasen ignoriert und “seine” Stadt lieber aus der Rollmops-Perspektive für die schönste der Welt hält. Und zwar völlig ironiefrei. Die meinen das Ernst. Wer einem Hamburger gegenüber behauptet, dass es vielleicht doch eine schönere Stadt auf der Welt geben könne, ist raus aus dem Geschäft.
Andererseits ist der Glaube der Hamburger an die angebliche Schönheit ihrer Stadt verständlich. Im Umkreis von mindestens 200 Kilometern (i. e. “Norddeutschland”) sieht es ja so scheiße aus, dass Hamburg unter den Einäugigen König ist. Wie gesagt, die paar Straßenzüge. Ansonsten: Eine extrem weit auseinandergezogene Großsiedlung, durch die Tag und Nacht die Brise pfeift, mit geduckten, trüben Häusern, die vor allem nicht auffallen wollen, in der auch neue Architektur in keinem Fall auch nur Mittelmaß erreicht, eine Stadt, der jeder architektonische Ansatz von Urbanität und Flair und Atmosphäre und Aufenthaltsqualität, wie man das nennt, abgeht. Die “Hafencity” setzt diese urbanistische, atmosphärische und also menschliche Katastrophe nur fort. Hamburg mag mehr Brücken haben als Venedig, aber warum drübergehen? Drüben bleibt alles, wie es hüben ist: steril, industrieklinkerig, kalt, windig, geistlos und also lebensfeindlich. Da hilft auch der Hafen nichts. Das Tor zur Welt, wie man sagt, was darauf hindeutet, dass durchaus geheime Sehnsüchte nach Flucht existieren.
Die beiden meist überschätzten Deutschen wohnen, wie soll es anders sein, auch in Hamburg. Klaus von Dohnanyi und König Helmut Schmidt I. passen perfekt in dieses kleingeistige Geldmilieu. Jedes unwillige Grunzen der beiden wird als göttliche Weisheit verkauft. “Hanseatisch” nennt man die um solche Hamburger entstandene Aura gerne. Das Wort klingt gut, kann aber in seinem norddeutschkatastrophischen Umfeld naturgemäß keine positive Wirkung entfalten. Das, was man hanseatische Gelassenheit nennt, ist schlicht Ideen- und Sprachlosigkeit, die Gründe hierfür wurden oben genannt.
Apropos reich und geistesbeschränkt: In Hamburg findet diesbezüglich sogar Düsseldorf seinen Meister. Und das will was heißen.
Die zweite große Stadt in Norddeutschland heißt Bremen. Zu der gibt es eigentlich nicht mehr zu sagen, als dass die Einwohner dort vor allem dadurch auffallen, dass sie ihre Fahrradhelme auch in geschlossenen Räumen aufbehalten. Sicher ist sicher.
Ich möchte mich aber nicht zu einseitiger Kritik hinreißen lassen und bin überdies ein versöhnlicher Mensch. Deshalb noch etwas Positives. Ich gebe dem Claim der norddeutschen Institution vorbehaltlos recht: Der NDR ist das Beste am Norden. Es ist ja alles relativ.
Einen Trost für Norddeutsche immerhin gibt es: die Klimakatastrophe, die hier keine Katastrophe ist, sondern die reale Chance, sich aus der Kulturnaturkatastrophe zu befreien. Bei einer Erwärmung von fünf oder, besser noch, zehn Grad (vielleicht lässt dann auch die Brise nach) ließe sich ein kultureller wie natürlicher Wandel herbeiführen – einen Zeitraum von mehreren hundert Jahren und die freundliche Anleitung des Südens vorausgesetzt. Ich kann zwar nicht behaupten, dass ich an diese Perspektive glaube, aber jeder hat eine Chance verdient. Auch Norddeutschland.
Und ein kleiner Trost für sofort: In Dänemark, so habe ich mir sagen lassen, soll es noch schlimmer sein. Man erwarte nun nicht, dass ich da hinfahre und das nachprüfe. In den schönsten Wochen des Jahres.
Vielleicht sind, um auf die Ausgangsfrage zurückzukommen, Urlauber aus dem Süden in Norddeutschland Katastrophentouristen: Sie fahren da hoch, um sich am Unglück anderer zu weiden, einen extremen Einblick in Kultur- und Natur- und also Lebenshässlichkeit zu bekommen und sich so zu bestätigen, wie gut sie es haben. Das ist natürlich zu kritisieren. Katastrophentourismus ist moralisch nicht in Ordnung, ob in Norddeutschland oder in Somalia. Andererseits: Katastrophen ziehen an, Menschen schauen hin.
Sonst wäre auch dieser Artikel nicht entstanden.
Ein typischer Sommertag in Deutschand: Im Süden und Osten warm, in Norddeutschland kalt. Dazu Regen und Brise.
(Fotos: genova 2011)