Höhepunkte der documenta (2): Leaves of Grass















 

Ein Kritiker:

Auf den ersten Blick wirkt dieses explodierte Bildergedächtnis überwältigend, chaotisch, größenwahnsinnig. genova, Jahrgang 1968, hat unter mehr als 20 Holzrahmenkonstruktionen ausgewählt, ohne Helfer geknipst, bearbeitet und zu einem fast vier Meter langen Zeitstrahl neu zusammengefügt. Doch beeindruckt die Parade der Bilder nicht nur durch Superlative und Fleißarbeit. genova verdeutlicht, wie Geschichte, aber auch die rezeptive Identität der Documentabesucher konstruiert sind – nicht zuletzt, indem er sie selbst neu konstruiert.

 

(Fotos: genova 2012)

About these ads

33 Antworten zu Höhepunkte der documenta (2): Leaves of Grass

  1. Auf so eine Idee muss man erst mal kommen: die Perspektive ändert sich und plötzlich ist der Betrachter das Kunstwerk! Der Museumsbesucher als wandelnde Büste. Gran dios!

  2. Ja, du hast völlig recht: eine grandiose Arbeit, die ich hier abgeliefert habe. Das ging mir auf der ganzen documenta so: Fast nichts von dem, was da rum stand, interessierte mich, aber es interessierte mich um so mehr, selbst da umherzuknipsen. Ich bin sowieso seit längerem in einer großen Krise mit aktueller Kunst. Die Bedingungen stimmen nicht mehr, die Instrumenstalisierung ist Alltag geworden, der Neoliberalismus durchdringt auch die Ästhetik. Zerstörung von Kunst und Bücherverbrennungen wären vielleicht ein probates Gegenmittel.

    Der Farmer da oben ist so ein merkwürdiger Fall: Eine Fleißarbeit, die eher ins Guinessbuch der Rekorde passt. Die Leute gucken andächtig, jeder mindestens 20 Minuten lang, was dann der Anstehzeit entsprach.

  3. Tittenfotos wären mir zwar lieber gewesen, aber na gut: Man ist ja “liberal” heutzutage.

  4. 20 Minuten anstehen, 20 Minuten anschauen – da braucht´s solides Schuhwerk und standfeste Beine.

  5. Oh, dann sehe ich Tag für Tag die tollsten Kunstwerke – wenn ich aus meinem Fenster in Richtung Restmüllcontainer schaue. Kostenlos, und auf ohne jegliche Wartezeit. Nur, hingucken, da reichen wenige Sekunden.

  6. Wenige Sekunden lassen sich ja auch in High Heels überstehen.Aber, wer schießt bei Dir die Fotos?

  7. Ich schaue die herumliegenden Müllkunstwerke nur wenige Sekunden an … sonst gibts da nicht viel zu sehen. Nur noch die Hundekothaufen auf den Rasenflächen oder Bürgersteigen ….

  8. Manchmal frage ich mich doch, ob es an mir liegt, dass Leute wie nihilist hier ihren repressiven, kleinbürgerlichen Blödsinn posten. Wirke ich auf solche Haltungen anziehend?

  9. @genova: Jetzt hat er sich schon einmal um etwas Stringenz bemüht, und Du hast immer noch was zu meckern. Aber richtig ist: als repressive (und depressive) Kleinbürgernatur fühle ich mich von Deinem Blog angezogen wie die Fliege von Kuhfladen.

  10. Ja, ein schönes Bild, aber mich interessiert eine ernsthafte Antwort auf meine Frage. Ich finde es in einem Fall wie diesem ein wenig frustrierend, dass außer dämlichen Tittenbemerkungen und dem nihilistischen Gefasel nichts kommt. Nein, besser: Dass nichts kommt, wäre ok. Dass so etwas kommt, finde ich fast unverschämt.

  11. OK, dann sollte wenigstens ich Dir eine Antwort auf Deine Frage geben: „Rosebud“ (Rosenknospe) ist die Aufschrift auf einem Schlitten des jungen Kane und repräsentiert eine Erinnerung an die glücklichste, oder vielleicht einzige glückliche Zeit in seinem Leben. Einem Gerücht zufolge war „Rosebud“ jedoch auch der Kosename den William Randolph Hearst (die personale Vorlage des Kane) der Klitoris seiner Lebensgefährtin Marion Davies gab.

  12. Die Tittenbemerkung war in der Tat dem Niveau dieses Blogs nicht würdig. Zwar schaue ich mit tatsächlich gerne große Brüste im “Netz” an (übrigens auch große Brüste im Netz), und ich bin auch der Meinung, dass das nicht frauenfeindlich ist, da es der Natur des Mannes entspricht und nichts über seine Einstellung Frauen gegenüber aussagt. Jedoch:
    Wen außer mich interssiert das? Insofern war meine Bemerkung in diesem Kontext nicht angemessen, da es Genovas Fotos in eine Richtung schiebt, die dieser halt eben nicht ausdrücken wollte. Ich habe also quasi meine Expressionslust auf Kosten seiner künstlerischen Aussage ausgenutzt. Dafür meine herzliche Entschuldigung.

    Super Tittenfotos demnächst auf http://motherhead.wordpress.com/.

  13. Das ist mir eigentlich ganz symphatisch: ein Blogger, der seine Kommentatoren am liebsten rausschmeißen würde, weil sie seine Botschaften nicht passgenau reflektieren können.
    Tut mir leid,aber das wirkt auf mich provozierend genug, um hier immer mal wieder aufzutauchen, wissend, dass ich stets wenigstens haarscharf daneben liege.
    Vielleicht ist das eine Teilantwort auf deine Frage: Wieso, warum, weshalb?
    Den Rest beantwortet nur eine gründliche Selbst – Reflektion, denke ich.

  14. Gerade das Foto mit dem “Müllberg” hat (m)einen Beitrag provoziert. Für mich ist das “Kunstwerk” auf dem Tisch nur ein Haufen Müll. Deswegen mein Kommentar, solche “Müllberge” swürde ich in meinem Stadtteil ständig zu sehen bekommen.

    Der Zweite Beitrag war als Antwort auf Chris (20:05) gedacht. Ich schaue eben nur noch ein paar Sekunden auf die Müllhaufen in der Straße. Mehr lohnt sich nicht. Ein Anruf bei der Abfallbeseitigung … die notwendige Reaktion, mehr nicht.

    Sich 20 Minuten den Müllhaufen auf dem Tisch ansehen – dafür auch noch anstehen – Facepalm!

    Erinnert mich an die Badewanne mit Fett (Beuss) – die versehentlich (oder doch absichtlich?) gesäubert wurde. Da könnte eine “Raumpflegerin” doch einfach mal den Tisch säubern. Sorry – für mich ist das keine Kunst. War die Fettwanne auch nicht aus meiner Sicht.

    Also diese meine Meinung ist unerwünscht? Interessant.

  15. Das ist kein Müllberg, sondern ein Kunstwerk. Du meinst ernsthaft, dir aufgrund dieses Fotos das Urteil bilden zu können, das Ding sei ein Müllberg. Das ist ersten dumm und zweitens unverschämt. Das ist auch keine Meinung, sondern damit stellst du nur deine extreme Beschränktheit unter Beweis. Darauf kann ich hier gut verzichten. Tschüss.

  16. Können wir uns nicht um des lieben Friedens Willen darauf einigen, dass der Müllberg zwar Kunst ist, aber entartete Kunst?

  17. Warum du jetzt auch noch so eine Scheiße schreibst, ist mir nicht klar.

    Titten, Müllberg, entartet. Leute, wollte ihr euch nicht woanders auskotzen?

  18. Was heißt auskotzen? Weibliche Brüste sind etwas Wundervolles. Der Ausdruck “Titten” ist Männerjargon, drückt männliche Geilheit aus. Es ist für Frauen zwar lästig, geile Männer abzuwehren, aber eben auch ein Kompliment, dass Männer geil auf sie sind. Was meinste, wie blöd die mit Mitte 40 schauen, wenn Männer eben nicht mehr geil auf sie sind? Selbst Frauen reden über ihre Brüste als Titten. Und jetzt komm mir nicht mit: “Aber die dürfen das ja, das sind ja schließlich ihre eigenen.”

    Du wirst im Übrigen keine Frau fnden, die mich gut kennt und mich als frauenfeindlich bezeichnen würde. Ich kann bei meinen Kolleginnen noch ganz andere Sprüche kloppen, ohne dass die sich aufregen – gerade weil sie wissen, dass ich es nicht frauenfeindlich meine.

    Zu deiner Replik auf hanneswursts “entartete Kunst” sei deine Aussage zitiert: “Zerstörung von Kunst und Bücherverbrennungen wären vielleicht ein probates Gegenmittel.”

  19. Kann es nicht sein, dass es sich WIRKLICH um einen stark überfüllten documenta-Mülleimer handelt? Und die Restmülleimer des notorischen Nihilisten sind in WAHRHEIT Kunstwerke?

    Vielleicht hast Du auch nur ein blog-out.

  20. Zum Thema Titten: Die weibliche Brust ist ein Wunder der Natur. “Titten” ist ein männlicher Kraftausdruck, der nicht abschätzig gemeint, sondern Ausdruck männlicher Geilheit ist. Und auch wenn gerade attraktive Frauen sie oft als lästig empfinden, so ist männliche Geilheit natürlich AUCH schmeichelhaft und die Erfahrung der irgendwann nicht mehr stattfindenden Geilheit für nicht wenige Frauen eine sehr kränkende. Man schaue sich nur einmal die frustrierten Endvierzigerinnen in Diskotheken an.

    Insofern ist auch der Ausdruck “geile Titten” aus meiner Sicht keine Beleidigung, sondern im Gegenteil ein Kompliment. Übrigens bezeichnen auch viele Frauen ihre Brüste als Titten. Und jetzt komm mir nicht mit dem “Nigger”-Argument. Das sind aus dem oben angeführtem Grund zwei verschiedene Paar Schuhe.

    Zu deiner Kritik an hanneswurstens Ausdruck “entartete Kunst” weise ich auf den von dir verwendeten, ebenfalls durch die Nazis für das Deutsche auf absehbare Zeit misssbrauchten Begriff der “Bücherverbrennungen” hin.

  21. Mein erster Kommentar ist erst soeben hier reingerutscht, sodass jetzt zweimal inhaltlich mehr oder weniger dasselbe hier steht.

  22. Nee, Leute, darauf habe ich keinen Bock. Ich würde euch bitten, hier nicht mehr zu posten. Macht das bei euch. Tschüss.

  23. Meine Brüste und ich

    @Motherhead:
    Mir nicht ganz verständlich dass man als Frau freiwillig das Wort Titten benutzt. Ich sag das nur wenn ich davon spreche, dass mir jemand auf die Titten geglotzt hat. Das ist dann auch abwertend gemeint. Und zwar auf die Verhaltensweise des Glotzers bezogen. Und den gleich mit. Ich brauch das nicht, und will überhaupt nicht auf dieser Ebene von jedem dahergelaufenen Deppen (von mir aus auch mit Hochschulabschluss) bestätigt werden. Zumal ich das schon in Situationen erlebt habe, die einfach nur unglaublich unangemessen waren. Wie jede andere Frau auch. Dass uneingeladenes, anhaltendes Geglotze, anzügliche Bemerkungen usw. als Kompliment empfunden werden, diese Idee muss aus irgend einem Porno-Plot stammen. Es mag ja Frauen geben, die sich vor allem über ihre sexuelle Wirkung auf Männer definieren. Aber das heißt nicht, dass das bei allen so ist.
    Wollte ich nur mal angemerkt haben, ohne dass ich weitere Diskussion darüber beabsichtige. Wem danach ist, hier noch ein stundenlanger Vortrag über Sprache und Bedeutung http://youtu.be/6w0mHcPc7Ek

  24. Ihre Reaktion ist sehr Mimosenhaft. Dann noch einen letzten Beitrag, bevor ich der Aufforderung zu verschwinden nachkomme:

    Frei nach Pispers: Düsseldorfer (oder auch Berliner) Vernissagegänger, die alles, was sie nicht verstehen, für Kunst halten!

    Oder auch: Die Kunst liegt (nur) im Auge des Betrachters. So liegt in meinen Augen eben kein Kunstwerk vor. Ich sehe rational nur einen Müllhaufen.

    Worin liegt in dem Fall die Kunst? Das als Kunstwerk zu bezeichen und Leute dazu zu bringen, das als Kunstwerk zu betrachten. Körperwelten? Aus Ihrer Sicht vermutlich auch Kunst. Da sage ich – NEIN DANKE.

    Die Schönheit eines Sonnenunterganges am Meer zum Beispiel, kein Kunstwerk, reine Natur, kann ich mit Freude betrachten, den “Haufen auf dem Tisch” nur mit Kopfschütteln. Ikebana, ein japanischer Zen-Garten, das sind für mich Kunstwerke. Ein verrostetes Fahrrad, alte Matratzen, Lattenroste, abgenutze Sessel, verbogene Autofelgen, auf einem Haufen in der freien Natur abgelegt, das ist MÜLL für mich. Kein Kunstwerk. Selbst wenn ein bekannter Künstler das so arangieren würde und als Kunst verkaufen will.

    Nun, sie können ja den Versuch starten. Lagern Sie in Berlin an markanten Plätzen Ihren Restmüll, stellen Schilder daneben – Kunstwerk 1 bis 9 oder so – am Besten mit einem Verkaufsangebot mit Preisschild – und warten dann mal ab, ob das auch als “Kunst am Bau” anerkannt wird. Vermutlich nicht. Der Müll würde entfernt und die Kosten würden Ihnen in Rechnung gestellt werden.

    Und nun wirklich Tschüss.

  25. Freut mich, dass du wieder da bist und dass du etwas zu dem Thema schreibst. Wenn es nun in diesem Thread schon darum geht, wie “Titten” einzuordnen ist.

  26. @ Meine Brüste und ich:
    Hochschulabschluss und geistiges Niveau stehen in der Tat in keinerlei Verhältnis zueinander; jedenfalls nicht in der niederrheinischen Tiefebene.

    Typische Vertreter sind der Schönfink, die Schnapsdrossel, der Königspfau und die gemeine Düsselkuh.

  27. Vielen Dank für diese interessante Diskussion auf Schulpflegschaftsniveau. Ich halte den Ausdruck “Titten” nicht für abwertend. Vielleicht für reduzierend, aber in erster Linie für pubertär. Passte also zu Mothers erstem Kommentar, der ja absichtsvoll in einem pubertären Stil daherkam, später allerdings in greiser Manier gerechtfertigt wurde.

  28. @ Meine Brüste und ich:
    Ich weiß, du willst nicht diskutieren. Aber ich will monolgisieren.
    Daher abschließend folgender Gedanke:
    Der Luxus, umworben zu werden, beinhaltet nun mal auch, von dahergelaufenen Deppen mit Hochschulabluss umworben zu werden.
    Und Werben zu müssen beinhaltet auch, zuweilen auf unangemessene Art zu werben.
    Jeweils zwei Seiten der jeweils selben Werbemedaille.

    Weitere Gedanken demnächst wieder bei meinschwanzundich.wordpress.com

  29. Meine Brüste und ich

    @hanneswurst:
    Wie schön es doch ist wenn man Dinge wie Schulpflegschaft erst einmal googeln muss.

    @Motherhead:
    “Der Luxus umworben zu werden”. Wie gönnerhaft. Und was Luxus ist, legst du fest, ja. Welcher Luxus überhaupt. Allein wenn ich das Wort schon höre, vergeht mir alles.
    Und wer ob und wie wirbt, ist mir egal. Ich weiß was ich von gewissen Werbe-Aktionen halte, und vor allem von den Produkten und Unternehmenszielen die dahinter stehen.

  30. @Meine Brüste und ich:
    Natürlich ist es aus Sicht von Otto-Normal-Mann Luxus, umworben zu werden. Der Vorteil von Otto-Normal-Mann ist wiederum, nicht ungewünschte Verehrinnen abwimmeln zu müssen.

    Zwei Seiten derselben Medaille.

    Luxus hat hier eine übertragene Bedeutung.

  31. Jetzt hab´ich´s: Motherhead war ein “Flaschenkind” !

  32. Keine Ahnung, muss ich Mutter fragen.
    Sie ist allerdings gerade in der Küche und bereitet mein Fläschchen vor.

  33. Ich hatte mich zwar schon verabschiedet – aber was ich nun in Bremen zufällig entdeckt habe, nach einem Arzttermin, beschreibt die Angelegenheit sehr gut. Ich entdeckte eine Postkarte mit dem Text :

    Kann das weg, oder ist das Kunst?

    Ich habe kurz überlegt, die Karte zu kaufen, einzuscannen und zuzusenden. Aber dann, ich kan ja mal im Internet suchen … also die Karte nicht gekauft sondern gerade eben gesucht. Im Internet zu finden – Ist das Kunst oder kann das weg?

    Googlen reicht um entsprechendes zu finden.

    Die Karte bringt es auf den Punkt – wenn es um Kunst aus der Sicht einer Person geht – muss eine andere Person diese Ansicht nicht teilen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s